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Landwirtschaftliche Leistungen werden je nach Aufgabe unterschiedlich beurteilt. Zwischen der Arbeit auf dem Hof, regionalen Vorhaben und den Anforderungen von Finanzierung und Förderung fehlt oft eine gemeinsame Sprache.

AgriMetrix schafft die Grundlage, um Leistungen und Entwicklungsbedingungen über diese Grenzen hinweg zu verstehen.

Status

Die Methodik wird seit über 15 Jahren entwickelt. Ihre Grundidee geht auf die mehrfach ausgezeichnete Regionalwert Leistungsrechnung zurück. Seit 2024 wird sie in der Schweiz unter dem Namen AgriMetrix innerhalb des RARE-Ordnungsraums weiterentwickelt.

AgriMetrix


Eine gemeinsame Sprache für Betrieb, Region und System

Ein Betrieb pflegt seine Böden, bildet Menschen aus und arbeitet mit einer Mühle in der Nachbarschaft zusammen. Welche dieser Leistungen zählen, hängt oft davon ab, wer auf den Hof schaut. Eine Bank braucht andere Angaben als eine Forscherin oder eine Gemeinde. Die Betriebsleitung muss ihre Arbeit immer wieder in andere Begriffe übersetzen.

AgriMetrix macht diese Arbeit in einer gemeinsamen Sprache beschreibbar. Die Methodik erfasst und bewertet ökologische, soziale und regionalwirtschaftliche Leistungen. Die Zahlen werden im Zusammenhang mit dem Standort, den Betriebszweigen und der Erfahrung der Betriebsleitenden gelesen.


Wer die Zukunft eines Betriebs beurteilt, muss die Bedingungen seiner Arbeit mitbeurteilen.


Agrarökologie bildet die Grundlage des Prozesses. Sie verbindet die Bewirtschaftung von Boden, Wasser, Pflanzen und Tieren mit den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen auf den Höfen. Eine vielfältigere Bewirtschaftung braucht Wissen, verfügbare Arbeitszeit und Abnehmer für das, was künftig geerntet wird. Die Frage nach einer guten landwirtschaftlichen Praxis führt deshalb bis in die Verarbeitung und den Handel.

Das zeigt sich etwa beim Anbau einer zusätzlichen Getreideart. Auf dem Betrieb zählen die Eignung des Bodens, der Platz in der Fruchtfolge, Arbeit und Risiko. Soll die Ernte regional verarbeitet werden, braucht es passende Mengen, Lagerraum und eine Mühle, die damit arbeiten kann. Muss die Mühle dafür investieren, hängt die neue Fruchtfolge auch von den Bedingungen ihrer Finanzierung ab.

Hier greifen Betrieb, Region und System ineinander. Der Betrieb erbringt Leistungen und braucht Spielraum für seine Entwicklung. In der Region werden daraus Beziehungen zwischen Höfen, Verarbeitung, Handel und Gemeinden. Das System setzt Bedingungen über Kreditlaufzeiten, Versicherungen, Förderkriterien oder verfügbares Wissen. Entscheidungen auf einer Ebene verändern die Möglichkeiten auf den anderen.

Die Analyse der Wertschöpfungskette von der Landwirtschaft bis zur Ernährung zeigt zahlreiche Brüche und Widersprüche zwischen betrieblichen Leistungen, Erwartungen und wirtschaftlichen Bedingungen. An den Schnittstellen fehlt oft eine gemeinsame Sprache. RARE, die Architektur resilienter Agrarregionen, setzt hier an und ordnet die Beziehungen.

AgriMetrix liefert die fachliche Grundlage für die Verständigung. Im Agrardialog kommen die erfassten Leistungen mit der Erfahrung der Beteiligten zusammen. Sie besprechen, welche Entwicklung sie verfolgen und was jeder dazu beitragen kann. Aus einer fehlenden Verarbeitungskapazität wird eine konkrete Aufgabe, für die Zuständigkeit, Mittel und nächste Schritte zu klären sind.


Wer von der Landwirtschaft Veränderung erwartet, trägt Verantwortung für die Bedingungen, unter denen sie möglich wird.


Die dafür eingesetzte Methodik wird seit über 15 Jahren entwickelt. Ihre Grundidee stammt aus der mehrfach ausgezeichneten Regionalwert Leistungsrechnung. Seit 2024 wird sie unter dem Namen AgriMetrix in der Schweiz und innerhalb des RARE-Ordnungsraums weiterentwickelt.

2025 und 2026 wurden verschiedene Methoden und Werkzeuge daraufhin untersucht, wie sie die gesamte Wertschöpfungskette und deren Entwicklungsfähigkeit erfassen. Viel Gutes war bereits vorhanden. Entscheidend war, ob sich damit beurteilen lässt, wie die Beteiligten auf Veränderungen reagieren und ihre wirtschaftlichen und natürlichen Grundlagen erhalten können. Unter den untersuchten Ansätzen erfüllte AgriMetrix als einzige Methodik diesen Anspruch.

Seit 2026 wird AgriMetrix in Sursee-Mittelland angewendet. Die Erfahrungen dort prägen die Weiterentwicklung. Für 2027 bis 2029 ist im Kanton Luzern ein Reallabor mit landwirtschaftlichen und gewerblichen Betrieben vorgesehen. Verarbeitung, Lagerung und Handel erhalten eigene Profile. Für die Beurteilung einer Mühle braucht es andere Kriterien als für einen Ackerbaubetrieb.

Die neue Anwendung soll Entscheidungen darüber erleichtern, was ein Betrieb aus eigener Kraft tragen kann, welche regionalen Ziele und Beiträge gemeinsam vereinbart werden müssen und für welche Leistungen die Finanzierung gesichert ist. Eine Zusage ist noch keine Zahlung. Wer eine Entwicklung mittragen will, muss erkennen können, welche Mittel tatsächlich zur Verfügung stehen. Vorhandene Daten sollen dafür möglichst nur einmal bezogen werden. Ihre Herkunft und offene Lücken bleiben erkennbar. Ob das im Alltag hilft, wird mit den Betrieben erprobt.

Philanthropische Mittel können die Verständigung und Erprobung ermöglichen, bevor ein Vorhaben für eine Investition reif ist. Finanzierende können prüfen, welche Laufzeiten und welche Verteilung der Risiken eine Entwicklung tragen. Die Forschung kann untersuchen, was unter welchen Bedingungen gelingt und was sich auf andere Regionen übertragen lässt. Welche Leistungen würden Sie anders fördern oder finanzieren, wenn Sie die Bedingungen ihrer Entstehung besser kennen?

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