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Der Agrardialog

Der Agradialog

Wer muss miteinander sprechen, damit sich auf dem Feld etwas verändern kann?

Die Zukunft eines Hofes wird an vielen Orten mitentschieden: im Einkauf eines Handelsunternehmens, bei einem Versicherer, in einer Gemeinde oder bei der Vergabe eines Darlehens. Was dort vereinbart wird, prägt die Möglichkeiten der Menschen, die den Betrieb bewirtschaften.

Der Agrardialog bringt diese Menschen miteinander ins Gespräch. Ausgangspunkt ist eine konkrete Frage. Die Beteiligten klären, was jede Seite braucht, was sie beitragen kann und welche Vereinbarungen eine Entwicklung ermöglichen. Betriebliche Erfahrung und nachvollziehbare Daten bilden die Grundlage.


Ein Betrieb kann seine Bewirtschaftung verändern. Die Bedingungen dafür verändert er selten allein.


Betrieb, Region und System

Der Agrardialog ist Teil von RARE (Architektur resilienter Agrarregionen). RARE betrachtet die Zukunft der Landwirtschaft zusammen mit der Entwicklung ihrer Regionen. Dazu gehören fruchtbare Böden und tragfähige Betriebe ebenso wie Verarbeitung, Absatz, Wissen und Finanzierung. Der Agrardialog ist die Arbeitsform, in der die Beteiligten klären, wie ihre Beiträge zusammenfinden.

RARE verbindet drei Ebenen:

Auf dem Betrieb geht es um die Bewirtschaftung und die Menschen, die davon leben: Boden, Wasser, Biodiversität und Tierhaltung ebenso wie Arbeit, Einkommen und Hofnachfolge.

In der Region klären Betriebe, Unternehmen und Gemeinden, was sie gemeinsam aufbauen und tragen können, von Verarbeitung und Absatz über gemeinsame Einrichtungen bis zu Bildungsangeboten.

Auf der Systemebene geht es um die Bedingungen von Markt, Finanzierung, Versicherung, Förderung und Politik. Erfahrungen aus Betrieben und Regionen zeigen, wo diese Bedingungen Entwicklung ermöglichen und wo sie verändert werden sollten.

Ein Agrardialog kann auf jeder dieser Ebenen beginnen. Eine Frage zur regionalen Versorgung führt zu Verarbeitung und Beschaffung. Ein Gespräch über Finanzierung führt zu betrieblichen Erträgen und Abnahmevereinbarungen. Entscheidend ist, die Zusammenhänge zu erkennen und die dafür verantwortlichen Menschen einzubeziehen.

Seit 2025 finden Agrardialoge zu unterschiedlichen Themen statt. Beispiele sind Gespräche mit Stiftungen und Impact-Investierenden über passende Finanzierung, mit Agrarversicherern über mögliche Risikominderungen durch Agroforst und mit regionalen Entwicklungsträgern und Gemeinden über die Zusammenarbeit vor Ort. Das Feld bleibt offen. Die Frage bestimmt, wer gebraucht wird.


Wer Landwirtschaft finanziert, versichert oder ihre Produkte kauft, gestaltet ihre Entwicklung aktiv mit.


AgriMetrix schafft eine gemeinsame Sprache

Ein Versicherer fragt nach Risiken, ein Abnehmer nach Lieferfähigkeit, eine Gemeinde nach regionaler Versorgung. AgriMetrix schafft ein gemeinsames Bild dessen, was ein Betrieb leistet. Die Methodik erfasst und bewertet ökologische, soziale und regionalökonomische Leistungen anhand von Kennzahlen. Standort, Betriebszweige und die Erfahrungen der Betriebsleitenden helfen, die digital erfassten Daten einzuordnen.

Im Agrardialog klären die Beteiligten, was diese Leistungen für ihre Entscheidungen bedeuten. Mit der neuen Generation von AgriMetrix (2027) können Gruppen und Regionen innerhalb eines gemeinsamen fachlichen Rahmens eigene Schwerpunkte setzen. Eine Gruppe kann etwa den Klimaschutz vertiefen und sich über relevante Kennzahlen, Ziele und Bedingungen für die Umsetzung verständigen. Boden, Wasser, Arbeit und Einkommen bleiben im Blick. Die Vereinbarungen werden anhand der Erfahrungen weiterentwickelt.

Auch digitale Werkzeuge gehören ins Gespräch: Welche Informationen helfen den Betrieben? Welcher Erfassungsaufwand ist angemessen? Wer darf die Daten wofür nutzen?

Was daraus folgt

Ein Agrardialog kann mit einem Workshop beginnen und über mehrere Gespräche weitergeführt werden. Die Beteiligten halten fest, welche Fragen offen sind, wer sie bearbeitet und wann sie die Ergebnisse gemeinsam prüfen.

Daraus kann eine Erprobung, eine Finanzierungsprüfung oder eine Vereinbarung über Verarbeitung und Abnahme entstehen. Eine gemeinsame Lösung braucht mitunter mehrere Schritte. Für den Betrieb zählt, auf welche Zusagen er seine nächsten Entscheidungen stützen kann.


Kai Isemann

Über 30 Jahre internationale Finanzwirtschaft und unternehmerische Erfahrung prägen meine Arbeit. Heute kuratiere ich Denk- und Entwicklungsräume an den Schnittstellen von Landwirtschaft, Gesellschaft und Kapital.

Hier entstehen Reallabore, Dialogräume und Impulse, die Zusammenhänge sichtbar machen und Orientierung in komplexen Situationen schaffen.

Entwicklung beginnt dort, wo unterschiedliche Wirklichkeiten eine gemeinsame Sprache finden.


Weitere Impulse

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