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Project Category: Methodik

AgriMetrix

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Region

Schweiz & Liechtenstein

Spannungsfeld

Landwirtschaftliche Entwicklung entsteht an den Übergängen zwischen Boden, Gesellschaft und Ökonomie. In diesen Räumen treffen unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Landwirtschaftliche Betriebe, Verwaltung, Wissenschaft, Unternehmen, Stiftungen und Finanzakteure verfolgen eigene Ziele, verwenden eigene Begriffe und orientieren sich an unterschiedlichen Kennzahlen.

Dadurch entstehen Verständigungslücken. Leistungen werden unterschiedlich bewertet, Prioritäten unterschiedlich gesetzt und Investitionen entlang verschiedener Logiken getroffen. Die Folge sind hohe Koordinationsaufwände und eine eingeschränkte Fähigkeit, gemeinsame Entwicklung zu gestalten.

Die Frage lautet daher: Wie entsteht eine gemeinsame Sprache für regionale Entwicklung?

Status

AgriMetrix wird seit 2025 in verschiedenen Regionen und Projekten in der Schweiz eingesetzt und weiterentwickelt. Die Methodik bildet eine Grundlage für regionale Agrardialoge, Transformationsprozesse und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand.

Mit jeder Region wächst dabei ein gemeinsamer Erfahrungsraum. Ein Raum, in dem Leistungen sichtbar werden, Wirkung verständlich wird und Zukunft gestaltbar bleibt.

AgriMetrix

Eine gemeinsame Sprache für resiliente Agrarregionen

Die Herausforderungen der Landwirtschaft sind selten landwirtschaftliche Herausforderungen allein.

Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Ernährungssicherheit, Klimaanpassung, regionale Wertschöpfung, Gesundheit, Wasserhaushalt oder Generationenwechsel berühren unterschiedliche Systeme gleichermassen.

Landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeitungsunternehmen, Handel, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Stiftungen und Finanzakteure betrachten dieselbe Realität oft aus verschiedenen Perspektiven.

Jede dieser Perspektiven verfügt über eigene Begriffe, eigene Kennzahlen und eigene Zielbilder.

Die Folge ist bekannt.
Menschen arbeiten am selben Thema und sprechen dennoch aneinander vorbei.

AgriMetrix wurde entwickelt, um diesen Raum der Verständigung zu schaffen.


— Entwicklung beginnt dort, wo unterschiedliche Wirklichkeiten eine gemeinsame Sprache finden.


Von der Leistung zur Verständigung

Viele aktuelle Ansätze konzentrieren sich auf Wirkungen.

Wirkungsmessung ist wichtig.
Sie zeigt, welche Veränderungen in einem System sichtbar werden.

Zwischen den Menschen, die Leistungen erbringen, und jenen, die Wirkungen beurteilen oder finanzieren, entsteht dabei oft eine Lücke.

AgriMetrix schliesst diese Lücke.

Die Methodik macht Leistungen sichtbar, die auf landwirtschaftlichen Betrieben und in Regionen täglich erbracht werden.
Leistungen für Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Wasserhaushalt, Tierwohl, soziale Stabilität, regionale Zusammenarbeit, Wissensaufbau oder wirtschaftliche Tragfähigkeit.

Dadurch entsteht ein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen dem, was Menschen tun, und dem, was sich langfristig entwickelt.


— Wirkung entsteht aus Leistung.
— Wer Leistungen sichtbar macht, schafft die Grundlage für wirksame Entwicklung.


Der Ursprung

AgriMetrix baut auf zwei wesentlichen Quellen auf.

Die erste Quelle ist die deutsche Regionalwert Leistungsrechnung, die seit vielen Jahren Gemeinwohlleistungen landwirtschaftlicher Betriebe sichtbar macht.

Die zweite Quelle stammt aus der Resilienzforschung.
Sie beschäftigt sich mit der Frage, weshalb manche Systeme langfristig handlungsfähig bleiben, während andere an Stabilität verlieren.

Aus der Verbindung dieser beiden Denkansätze entstand ein neuer Blick auf regionale Entwicklung.

Im Zentrum steht die systemische Entwicklungsfähigkeit.

Sie beschreibt die Fähigkeit eines Betriebes, einer Organisation oder einer Region, ihre ökologischen, sozialen und ökonomischen Grundlagen langfristig zu erhalten, weiterzuentwickeln und auf Veränderungen handlungsfähig zu reagieren.


— Resilienz ist kein Zustand.
— Resilienz ist die Fähigkeit, unter veränderten Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.


Boden, Gesellschaft und Ökonomie

AgriMetrix betrachtet Entwicklung als Zusammenspiel dreier Ebenen.

Die ökologische Ebene umfasst Bodenfruchtbarkeit, Wasser, Biodiversität, Landschaftsqualität und natürliche Ressourcen.
Die soziale Ebene umfasst Zusammenarbeit, Wissen, Kultur, Gesundheit, regionale Identität und die Fähigkeit von Menschen, Verantwortung zu übernehmen.
Die ökonomische Ebene umfasst Wertschöpfung, Investitionsfähigkeit, Risikofähigkeit und langfristige wirtschaftliche Stabilität.

Diese Ebenen werden gemeinsam betrachtet, weil sie sich gegenseitig beeinflussen.

Boden bildet die Grundlage jeder landwirtschaftlichen Entwicklung.
Aus gesunden Landschaften entstehen soziale Stabilität und wirtschaftliche Perspektiven.


— Die Qualität eines Bodens prägt langfristig die Qualität einer Region.


AgriMetrix im Ordnungsraum RARE

AgriMetrix ist Teil von RARE, der Architektur resilienter Agrarregionen.

RARE schafft regionale Räume, in denen unterschiedliche Akteure gemeinsam Entwicklung gestalten.

Landwirtschaftliche Betriebe, Gemeinden, Unternehmen, Verarbeiter, Handel, Stiftungen, Wissenschaft und Verwaltung erhalten einen gemeinsamen Betrachtungsraum.

Innerhalb dieses Ordnungsraums übernimmt AgriMetrix eine zentrale Aufgabe.

Die Methodik schafft eine gemeinsame Sprache.
Sie ermöglicht es, Leistungen sichtbar zu machen, Prioritäten zu diskutieren, Entwicklungen zu vergleichen und Investitionen gezielt auszurichten.

Dadurch entstehen Verbindungen zwischen Praxis, Strategie und Finanzierung.


— Gemeinsame Entwicklung beginnt mit einem gemeinsamen Verständnis.


Ein Kompass für regionale Entwicklung

AgriMetrix richtet sich an Menschen und Organisationen, die Verantwortung für regionale Entwicklung tragen.

An regionale Entwicklungsträger, die unterschiedliche Interessen zusammenführen.
An Stiftungen, die ihre Mittel entlang nachvollziehbarer Leistungen einsetzen möchten.
An Unternehmen, die Nachhaltigkeit als Teil ihrer Wertschöpfung verstehen.
An öffentliche Institutionen, die Entscheidungen auf einer breiteren Datengrundlage treffen wollen.
An Landwirtschaftsbetriebe, die ihre Leistungen sichtbar machen und weiterentwickeln möchten.

Die Methodik liefert dabei weit mehr als Kennzahlen.

Sie schafft Orientierung.
Sie unterstützt Dialoge.
Sie macht Zusammenhänge sichtbar.
Sie stärkt die Fähigkeit von Regionen, ihre Zukunft bewusst zu gestalten.


— Wer Entwicklung gestalten will, braucht Orientierung vor Intervention.


Aus Daten entstehen Gespräche

Die eigentliche Stärke von AgriMetrix liegt nicht in der Datenerfassung.
Sie liegt in den Gesprächen, die daraus entstehen.

Wenn unterschiedliche Akteure dieselbe Realität betrachten, entstehen neue Perspektiven auf gemeinsame Herausforderungen.

Aus Einzelinformationen werden Muster.
Aus Bewertungen werden Dialoge.
Aus Dialogen entstehen Entscheidungen.

AgriMetrix schafft damit die Grundlage für einen kontinuierlichen Lern- und Entwicklungsprozess auf Betriebs-, Regional- und Systemebene.


— Transparenz schafft Orientierung.
— Orientierung schafft Handlungsfähigkeit.


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Triple Bottom Line

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Region

weltweit

Spannungsfeld

Wirtschaftliche Entscheidungen orientieren sich häufig an finanziellen Kennzahlen. Gleichzeitig entfalten sich wirtschaftliche Aktivitäten immer innerhalb ökologischer Systeme und gesellschaftlicher Beziehungen.

An dieser Schnittstelle entstehen Spannungen. Grundlagen wirtschaftlicher Tätigkeit bleiben oft unscharf, während Erwartungen an Verantwortung und Zukunftsfähigkeit wachsen.

Status

Begonnen 2020. Seither laufend angewendet und weiterentwickelt in Entscheidungsräumen für Wirkungskapital und Impact Investments.

Die Methodik dient Unternehmen, Stiftungen und öffentlichen Institutionen als Orientierung, um Vorhaben entlang ökologischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Grundlagen zu prüfen. Organisationen, die Strategien, Programme oder Investitionen entlang dieser Logik weiterentwickeln möchten, finden hier einen erprobten Rahmen für die gemeinsame Arbeit.

Ordnung der Grundlagen = Klarheit für Entscheidungen.

Entstehung aus Praxis und Systemarbeit

Der Begriff «Triple Bottom Line» steht im Raum.
Geprägt durch John Elkington und breit verwendet.

Die Anwendung folgt oft einer Gleichzeitigkeit der drei Dimensionen.

In der Praxis zeigt sich eine andere Notwendigkeit. Systeme tragen entlang einer Ordnung.

Über viele Jahre hinweg hat sich ein Erfahrungsraum aufgebaut, in dem Finanzstrukturen, landwirtschaftliche Praxis und regionale Entwicklung aufeinandertreffen.
In der Analyse komplexer Transaktionen und institutioneller Zusammenhänge wird sichtbar, wie stark Entscheidungen auf ökonomische Grössen ausgerichtet sind.
In der Arbeit mit Betrieben zeigt sich gleichzeitig, wie grundlegend ökologische Tragfähigkeit und soziale Strukturen für Stabilität und Entwicklung sind.

Aus dieser Spannung heraus entstand 3BL als Ordnung der Grundlagen.


— Die Qualität eines Vorhabens entscheidet sich am Anfang.»


Die Triple Bottom Line setzt früher an.

Sie beschreibt einen Entscheidungsrahmen, der wirtschaftliche Vorhaben entlang dreier miteinander verbundener Dimensionen betrachtet.
Ökologie.
Gesellschaft.
Ökonomie.

Der Begriff wurde Mitte der 1990er-Jahre von John Elkington geprägt.
Seine Überlegung war einfach und zugleich radikal.

Wirtschaftlicher Erfolg lässt sich entlang dreier Ergebnislinien betrachten.
Planet.
People.
Profit.

Diese drei Begriffe beschreiben keinen Zielkonflikt, sondern den Raum, in dem wirtschaftliche Tätigkeit stattfindet.

Ökologische Systeme stellen die materiellen Grundlagen bereit.
Gesellschaftliche Strukturen tragen Zusammenarbeit, Vertrauen und Verantwortung.
Ökonomische Aktivitäten organisieren Produktion, Austausch und Investitionen.


— Ökonomie existiert nie ausserhalb ihrer Grundlagen.


Viele Interpretationen der Triple Bottom Line betrachten diese Ebenen gleichzeitig.

Ökologie, Gesellschaft und Ökonomie erscheinen parallel.
Sie werden gegeneinander abgewogen.
Sie werden verrechnet.

Hier setzt die Weiterentwicklung der Methodik an.
Die drei Dimensionen werden neu geordnet.

Die ökologische Ebene bildet die Grundlage.
Sie beschreibt die Qualität der natürlichen Systeme, in denen wirtschaftliche Tätigkeit stattfindet.

Darauf aufbauend folgt die soziale Dimension.
Sie beschreibt die Beziehungen, Institutionen und Verantwortungsräume, die wirtschaftliche Zusammenarbeit tragen.

Die ökonomische Perspektive bildet die dritte Ebene.
Sie beschreibt die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Vorhabens innerhalb dieser Grundlagen.


— Die ökonomischste Ökonomie ist eine ökologische. 


Diese Ordnung verändert die Logik von Entscheidungen.

Ökologische und soziale Grundlagen bilden den Rahmen, innerhalb dessen wirtschaftliche Entwicklung entsteht.

Die hier beschriebene Methodik wurde von Kai Isemann gemeinsam mit Oliver Fink entwickelt.

Sie übersetzt die Logik der Triple Bottom Line in ein strukturiertes System von Indikatoren.

Ein Dutzend Kriterien beschreibt die Qualität eines Vorhabens entlang der drei Dimensionen.
Sie richten den Blick auf zentrale Fragen zur Entwicklung ökologischer Grundlagen, zur Qualität sozialer Beziehungen und zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit eines Systems.

Unternehmen nutzen diese Methodik zur strategischen Einordnung von Vorhaben.

Auch Stiftungen und öffentliche Verwaltungen greifen darauf zurück.
Sie prüfen Programme, Förderungen und Investitionen entlang dieser Dimensionen und schaffen damit eine Grundlage für Entscheidungen.

So entsteht ein Entscheidungsraum, in dem Zukunftsfähigkeit überprüfbar wird.


— Zukunftsfähigkeit entsteht aus der Ordnung der Grundlagen.


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