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Project Category: Ökologie & Landwirtschaft

Reallabore, in denen Boden, Biodiversität, Produktion und Gesellschaft zusammengedacht werden. Landwirtschaft als lebendiges System, nicht als isolierte Funktion.

RegioCoin

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Spannungsfeld

Landwirtschaftliche Betriebe erbringen Leistungen, die weit über die Produktion von Lebensmitteln hinausgehen. Bodenaufbau, Biodiversität, Landschaftspflege oder regionale Zusammenarbeit tragen die Stabilität ganzer Regionen. Gleichzeitig werden diese Leistungen im Marktpreis eines Produkts kaum sichtbar.

Gesellschaft, Unternehmen und Stiftungen suchen zunehmend nach Wegen, solche Beiträge gezielt zu unterstützen. Zwischen diesem Engagement und der Realität landwirtschaftlicher Betriebe entsteht jedoch häufig eine strukturelle Lücke.

Region

Schweiz

Status

Der RegioCoin wird derzeit innerhalb der Architektur von RARE (Resilient Agrarian Regional Ecosystems) entwickelt. In mehreren regionalen Reallaboren entstehen erste Kontexte, in denen landwirtschaftliche Leistungen über AgriMetrix sichtbar werden und im Agrardialog gemeinsam reflektiert werden.

Auf dieser Grundlage entsteht eine Infrastruktur, über die Unternehmen, Städte, Stiftungen und Bürger finanzielle Beiträge gezielt mit regionalen Ernährungssystemen verbinden können.

RegioCoin

Kaufkraft, die in der Region wirkt

Im Ernährungssystem verlässt ein grosser Teil der Kaufkraft die Region.
Die Wertschöpfung entsteht hier.
Die Wertschätzung anderswo.


Parallel erbringen landwirtschaftliche Betriebe lokal Leistungen, die sich im Preis kaum zeigen.

Boden wird aufgebaut.

Biodiversität wird erhalten.

Landschaft wird gestaltet.

Soziale Räume werden getragen.

Diese Leistungen sind real.

Im Markt tauchen sie wenig auf.


— Wert entsteht dort, wo er gesehen wird.


Der RegioCoin setzt an dieser Stelle an.

Er greift in die Bewegung der Kaufkraft ein.

Kaufkraft wird gebündelt und innerhalb der Region in Bewegung gebracht.
Sie verbindet Produktion, Verarbeitung, Handel und Konsum zu einem gemeinsamen Raum.

Fördermittel erscheinen als Nachfrage.
Und Nachfrage wirkt unmittelbar.


— Nachfrage ist die sichtbar gewordene Form von Wertschätzung.


Der RegioCoin ist an den Schweizer Franken gekoppelt und wird über eine digitale Wallet genutzt.
Konsumentinnen und Konsumenten erwerben Coins direkt oder über Partner wie Gemeinden, Unternehmen oder Stiftungen.

Diese geben Coins mit einem Bonus aus und lenken Kaufkraft damit gezielt in die Region.

Darin liegt die eigentliche Verschiebung.

Förderung bleibt nicht neben dem Markt stehen.

Sie wirkt im Markt.

Für Betriebe entsteht Umsatz.

Für Konsumierende ein Preisvorteil.

Für Stiftungen, Gemeinden und Unternehmen ein Instrument, mit dem Mittel regional und zielgerichtet wirksam werden.

Im Alltag bleibt die Anwendung einfach.

Bezahlt wird dort, wo Lebensmittel entstehen und verarbeitet werden.

Im Hofladen.

Im Detailhandel.

In der Gastronomie.

Betriebe verwenden die RegioCoins weiter oder führen sie zurück.
Entscheidend ist die Zirkulation.


Ein funktionierender RegioCoin entsteht dort, wo sich Kreisläufe schliessen.

Nicht vollständig.

Aber ausreichend, damit Bewegung entsteht.


— Wirtschaft beginnt, wenn Geld mehr als einmal bewegt wird. 


Der RegioCoin ist Teil des AgriMetrix Reward Moduls.
AgriMetrix macht landwirtschaftliche Leistung sichtbar und steuerbar.

Die Methodik bildet ökologische, soziale und regionalökonomische Leistungen im Zusammenhang ab.
Sie zeigt den Betrieb als Ganzes und wie er sich in die Region einbettet.

Dieses Gesamtbild verändert, worauf Nachfrage trifft.

Die Aufmerksamkeit verschiebt sich.

Welche Leistungen werden hier sichtbar?

Und welche davon sollen gestärkt werden?


— Sichtbarkeit verändert Verhalten. 


Die Inwertsetzung entsteht im Agrardialog.
Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, öffentliche Hand und weitere Akteure kommen zusammen.

Sie betrachten die Region als Ganzes.

Und sie legen fest, wo Nachfrage und Wertschätzung hinfliessen sollen.

Der RegioCoin folgt dieser Richtung.

Bewusst gesetzt.
Darin liegt seine Stärke.


Der RegioCoin bildet nicht einfach Kaufkraft ab.

Er verbindet Kaufkraft mit einer gemeinsam getragenen Vorstellung davon, was in einer Region gestärkt werden soll.

Der Markt ist vorhanden.
Schweizer Haushalte geben jährlich rund 60 Milliarden Franken für Lebensmittel aus.

In verschiedenen Regionen entstehen derzeit sogenannte Reallabore.
Räume, in denen diese Logik praktisch erprobt wird.
Zusammen umfassen sie ein Marktvolumen von rund 5 Milliarden Franken jährlich.

Ein Prozent davon reicht, um Bewegung zu erzeugen.
Spürbar.


— Relevanz beginnt weit unterhalb der Vollabdeckung. 


Aus diesen ersten Räumen entsteht die nächste Ebene.

Die Skalierung folgt keiner Ausdehnung.
Sie entsteht durch Verbindung.

Viele Regionen entwickeln eigene Währungen.
Der Aufwand beginnt jedes Mal von vorn.

Der RegioCoin setzt an einem anderen Punkt an.
Er verbindet Regionen über eine gemeinsame Infrastruktur.

Nutzung wird übertragbar.
Wertschöpfung bleibt an den Ort gebunden.

Mit jeder weiteren Region entsteht Dichte.
Strukturen greifen ineinander.

Ein Prozent des Schweizer Lebensmittelmarktes entspricht rund 600 Millionen Franken Umlauf.
Das ist keine Vision.
Das ist eine Frage der Verbindung.


— Systeme wachsen über Anschlussfähigkeit. 


Die Wirkung zeigt sich im Alltag.

Mittel erreichen Betriebe über Nachfrage.

Leistungen werden sichtbar.

Wertschöpfung bleibt in der Region.

Gemeinden, Unternehmen und Stiftungen können in diesen Fluss eingreifen.

Sie bringen gezielt Kaufkraft in die Region.

Und sie entscheiden, wohin sie wirkt.

Auch für lokale Betriebe verschiebt sich damit die Ausgangslage.

Der RegioCoin bringt keine abstrakte Idee in die Region.
Er bringt Kundschaft, Frequenz und neue Verbindungen entlang bestehender Wertschöpfung.

Die Kontrolle über die Daten bleibt beim Betrieb.

Die Auswertung entsteht im Zusammenhang.

Auf regionaler Ebene werden Fragen beantwortet, die vorher kaum gestellt wurden.

So verschiebt sich die Perspektive.

Vom Betrieb zum Raum.

Von Förderung zur Bewegung.

Von Einzelmassnahmen zu Strukturen.


— Transformation geschieht leise, bis sie offensichtlich wird. 


Regionale Kaufkraft bildet die Grundlage.

Der RegioCoin macht sie wirksam.

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Hof Schwand

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Spannungsfeld

Der Hof Schwand liegt in einem Raum, in dem sich landwirtschaftliche Nutzung und andere Ansprüche direkt überlagern. Siedlungsdruck und steigende Bodenpreise verschieben die Grundlagen des Betriebs. Der Boden gewinnt an Wert, die landwirtschaftliche Nutzung verliert an Selbstverständlichkeit.

Gleichzeitig entstehen Leistungen, die die Region tragen, im Markt jedoch nur teilweise erscheinen. In diesem Spannungsfeld entscheidet sich, ob Landwirtschaft Teil der Raumentwicklung bleibt oder schrittweise aus ihr verschwindet.

Region

Willisau (LU), Schweiz

Status

Der Hof Schwand bewegt sich innerhalb dieses Spannungsfelds und klärt seine Rolle darin aktiv. Bestehende Verbindungen in die Region werden stärker, neue entstehen und verdichten den Zusammenhang.

Der Hof steht damit im Gefüge von Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und regionaler Entwicklung. Die nächsten Schritte ergeben sich aus dieser Verdichtung heraus, konkret im Betrieb und im Austausch mit der Region.

Hof Schwand

Ein landwirtschaftlicher Betrieb im Spannungsfeld von Raum, Boden und Zukunft

Warum dieser Betrieb relevant ist

Der Hof Schwand liegt in einem Raum, in dem landwirtschaftliche Fläche strategische Bedeutung gewonnen hat.

Siedlungsentwicklung beansprucht Kulturland.
Infrastruktur verdichtet den Raum.
Gesellschaftliche Erwartungen an Biodiversität, Tierwohl und Landschaftsqualität steigen.
Gleichzeitig bleibt der wirtschaftliche Druck auf landwirtschaftliche Betriebe hoch.


— Fläche wird knapp. Ansprüche steigen.


Landwirtschaft steht damit im Spannungsfeld von Raumplanung, Wertschöpfung und ökologischer Tragfähigkeit.

Hier zeigt sich, wie mit Begrenzung umgegangen wird.

Die zentrale Frage

Wie entsteht mehr Wertschöpfung auf gleicher Fläche ohne die Substanz des Bodens zu schwächen?


— Wertschöpfung pro Quadratmeter wird zur strategischen Frage.


Verdichtung kann Substanz abbauen.
Sie kann auch Qualität erhöhen.

Entscheidend ist die Systemlogik der Bewirtschaftung.


— Fläche ist endlich. Qualität ist gestaltbar.


Boden als Ausgangspunkt

Der Boden ist Produktionsgrundlage, Lebensraum und Speicher.

Er reagiert auf Bewirtschaftung.
Langsam.
Kumulativ.
Irreversibel.

Verdichtung verändert Wasserführung.
Humusabbau reduziert Speicherfähigkeit.
Strukturverlust erhöht Erosion.

Diese Prozesse sind messbar.
Und sie wirken über Generationen.


— Boden vergisst nichts.


Biodiversität ist in diesem Kontext funktionale Infrastruktur.
Sie stabilisiert das System und reduziert Verwundbarkeit.


— Was im Boden aufgebaut wird, bestimmt den Handlungsspielraum der nächsten Generation.


Ernährungssicherheit beginnt nicht im Handel.
Sie beginnt im Boden.

Landwirtschaft als System

Landwirtschaft ist Teil eines Ökosystems.
Und Teil eines Ernährungssystems.

Betrieb, Markt, Region und Natur stehen in Wechselwirkung.

Systemisches Denken bedeutet, diese Wechselwirkungen in Entscheidungen einzubeziehen.

Kurzfristige Optimierung kann langfristige Kosten erzeugen.
Langfristige Stabilität entsteht aus struktureller Balance.


— Ernährungssicherheit ist eine Systemleistung.


Landwirtschaft neu zu denken heisst, sie als Bestandteil gesellschaftlicher Resilienz zu verstehen.

Einbettung in bestehende Strukturen

Der Hof Schwand ist eingebunden in landwirtschaftliche Netzwerke.

Die Zusammenarbeit mit dem Luzerner Bauernverband sowie die Verankerung über die regionale Bäuerinnenorganisation schaffen Resonanz im Berufsstand.

Veränderung braucht Legitimität.
Legitimität entsteht im Dialog.

Die Herausforderungen sind bekannt.
Preisdruck.
Regulatorische Komplexität.
Steigende Dokumentationsanforderungen.
Volatile Märkte.


— Transformation beginnt in der Praxis, nicht im Konzept.


Entwicklung entsteht dort, wo reale Rahmenbedingungen aktiv gestaltet werden.

Praxis: Verantwortung konkret

Der Hof Schwand steht für eine Haltung.

Boden wird als langfristiges Kapital verstanden.
Biodiversität als Stabilitätsfaktor.
Wertschöpfung als Ausdruck systemischer Qualität.

Verantwortung bedeutet, Zielkonflikte offen zu benennen.
Und Entscheidungen im Bewusstsein ihrer Langzeitwirkung zu treffen.


— Zukunft entsteht aus heutigen Entscheidungen.


Wer Zukunft gestalten will, übernimmt Risiko.
Wer Stabilität sichern will, investiert in Substanz.

Mut zeigt sich in der Bereitschaft, wirtschaftliche Entscheidungen an ökologischer Tragfähigkeit auszurichten.
Wille zeigt sich in der Konsequenz, diese Haltung im eigenen Betrieb umzusetzen.

Getragen wird dieser Entwicklungsraum von Bruno und Andrea Stadelmann.
Sie übernehmen Verantwortung im eigenen Betrieb und im regionalen Kontext.


— Verantwortung ist eine Strukturfrage.


Was hier sichtbar wird

Der Hof Schwand ist kein isoliertes Projekt.
Er ist ein Entwicklungsraum unter realen Bedingungen.

Hier wird sichtbar, wie Boden, Biodiversität und regionale Wertschöpfung zusammengeführt werden können.

Kein Theorie.
Praxis.

Und wie Verantwortung konkret wird.
Im Boden.
In Entscheidungen.
Im täglichen Handeln.

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RARE: Architektur resilienter Agrarregionen

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Spannungsfeld

Landwirtschaftliche Regionen tragen zentrale Leistungen für Gesellschaft und Wirtschaft: Ernährung, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und regionale Wertschöpfung. Gleichzeitig treffen in diesen Räumen unterschiedliche Logiken aufeinander: Markt, Regulierung, ökologische Anforderungen und gesellschaftliche Erwartungen.

An den Schnittstellen dieser Räume entstehen Spannungen. Leistungen landwirtschaftlicher Praxis bleiben oft unscharf, während Erwartungen steigen. RARE arbeitet an diesen Übergängen und schafft eine gemeinsame Sprache für regionale Entwicklung.

Region

Europa

Status

RARE entwickelt sich seit 2026 in mehreren regionalen Reallaboren in der Schweiz. Landwirtschaftliche Betriebe erfassen ihre Leistungen über AgriMetrix, regionale Akteure reflektieren diese im Agrardialog.

Parallel entstehen operative Module für Markt, Handel und Finanzierung sowie thematische Entwicklungsachsen wie PIWI-Weinbau, Agroforst oder pädagogische Lernräume. Schritt für Schritt entsteht ein Netzwerk regionaler Räume für resiliente Ernährungssysteme.

RARE: 
Resilient Agrarian Regional Ecosystems

Architektur resilienter Agrarregionen

Landwirtschaftliche Regionen tragen zentrale Funktionen für Gesellschaft und Wirtschaft.

Sie sichern Ernährung.
Sie gestalten Landschaften.
Sie erhalten Bodenfruchtbarkeit.
Sie tragen Biodiversität.
Sie stabilisieren regionale Ökonomien.

Diese Leistungen entstehen täglich auf landwirtschaftlichen Betrieben und entlang regionaler Wertschöpfungsketten.

Und doch bleiben sie oft unscharf.

Der Preis eines Lebensmittels erzählt nur einen kleinen Teil der Geschichte eines landwirtschaftlichen Betriebes.

Der grössere Teil liegt in Leistungen, die selten in ökonomische Logiken übersetzt werden.

Bodenaufbau.
Wasserhaushalt.
Biodiversität.
Ausbildung.
Regionale Zusammenarbeit.

Diese Leistungen tragen die Stabilität unserer Lebensräume.

Sie erscheinen jedoch nur am Rand wirtschaftlicher Entscheidungsräume.


— Entscheidende Leistungen entstehen oft in der Randzone der Ökonomie.


Landwirtschaftliche Regionen bewegen sich deshalb in einem Spannungsfeld.

Ökologische Anforderungen wachsen.
Betriebe stehen unter wirtschaftlichem Druck.
Verarbeitung und Handel verändern ihre Strukturen.
Gesellschaftliche Erwartungen an Landwirtschaft steigen.

All diese Kräfte wirken auf denselben Raum.
Die landwirtschaftliche Region.

Zwischen Produktion, Markt, Regulierung und Gesellschaft entstehen komplexe Schnittstellen.
Genau dort entscheidet sich, ob Transformation gelingt.


— Transformation entsteht an Schnittstellen.


RARE steht für Resilient Agrarian Regional Ecosystems.

Der Begriff beschreibt regionale Ernährungssysteme, in denen Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Konsum, Finanzierung und gesellschaftlicher Dialog miteinander verbunden sind.

RARE versteht diese Elemente als Teile eines gemeinsamen Systems.

Die Stabilität dieses Systems entsteht aus zwei Quellen:

der Leistungsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe
der Qualität regionaler Wertschöpfungsbeziehungen

RARE schafft einen Ordnungsraum, in dem diese Zusammenhänge sichtbar werden.


— Systeme werden verständlich, wenn ihre Beziehungen sichtbar werden.


Im Zentrum steht die Frage, wie landwirtschaftliche Leistungen lesbar werden.

Landwirtschaftliche Praxis erzeugt täglich Leistungen, die für Gesellschaft und Umwelt von grosser Bedeutung sind.

Boden wird aufgebaut.
Wasser wird gespeichert.
Biodiversität entsteht.
Regionale Wirtschaft wird getragen.

Diese Leistungen existieren.

Was oft fehlt, ist ihre Übersetzung in andere Räume.

In wirtschaftliche Entscheidungen.
In politische Prioritäten.
In gesellschaftliche Wahrnehmung.


— Die Arbeit beginnt dort, wo Übersetzung notwendig wird.


Die methodische Grundlage von RARE bildet AgriMetrix.

AgriMetrix ist eine Leistungsarchitektur zur systematischen Erfassung landwirtschaftlicher Leistungen.
Rund 400 Indikatoren machen ökologische, soziale und regionalökonomische Beiträge landwirtschaftlicher Betriebe sichtbar.

Betriebe erfassen ihre Leistungen entlang definierter Kriterien.
Daraus entstehen differenzierte Leistungsprofile.
Diese Profile beschreiben die Leistungslandschaft einer Region.

Sie schaffen eine gemeinsame Sprache für Gespräche zwischen Landwirtschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.


— Lesbarkeit verändert den Dialog.


Die praktische Umsetzung von RARE erfolgt in regionalen Reallaboren.

Reallabore verbinden landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeitung, Handel, Gemeinden, Wissenschaft und Zivilgesellschaft innerhalb eines gemeinsamen Entwicklungsraums.

Hier entstehen Agrardialoge.

In diesen Gesprächen wird erstmals sichtbar, welche Leistungen eine Region tatsächlich hervorbringt.

Welche Beiträge leisten die Betriebe zur Stabilität des Systems?
Welche Entwicklungen prägen die Zukunft der Region?
Wo entstehen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit?

Solche Gespräche verändern Perspektiven.

Betriebe erkennen ihre Rolle im regionalen System.
Unternehmen verstehen ihre Beziehung zur Landwirtschaft neu.
Regionale Akteure entdecken gemeinsame Handlungsräume.


— Dialog schafft Orientierung.


RARE arbeitet bewusst an den Schnittstellen regionaler Ernährungssysteme.

Zwischen Landwirtschaft und Markt.
Zwischen Produktion und Konsum.
Zwischen ökologischer Leistung und wirtschaftlicher Logik.
Zwischen regionaler Praxis und globalen Nachhaltigkeitszielen.

Gerade an diesen Übergängen entstehen Reibungen.

Dort entstehen jedoch auch die grössten Entwicklungsmöglichkeiten.


— Schnittstellen sind Orte der Veränderung.


Neben der Modularchitektur von AgriMetrix entstehen innerhalb von RARE thematische Entwicklungsachsen.

Diese Achsen bündeln Transformationsprozesse in konkreten landwirtschaftlichen Praxisfeldern.

PIWI im Weinbau.
Agroforstsysteme.
Dauerhafte Obstkulturen.
Pädagogische Lernräume auf landwirtschaftlichen Betrieben.
Neue Formen assoziativer Wertschöpfung.

Diese Achsen schaffen Räume, in denen Innovation sichtbar wird.


— Transformation wird greifbar in der Praxis.


RARE versteht regionale Ernährungssysteme als lebendige Strukturen.

Landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeitung, Handel, Gemeinden, Unternehmen und Bürger gestalten gemeinsam die Stabilität eines Raumes.

Die Architektur von RARE macht diese Beziehungen sichtbar.
Sie verbindet Praxis, Markt, Finanzierung und gesellschaftliche Verantwortung.


— Resilienz entsteht aus gesunden Beziehungen.


RARE beschreibt einen Ordnungsraum.
Einen Raum, in dem landwirtschaftliche Leistung sichtbar wird, regionale Verantwortung geteilt wird und wirtschaftliche Prozesse neu mit der Realität landwirtschaftlicher Praxis verbunden werden.

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AgriMetrix

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Spannungsfeld

Landwirtschaftliche Leistungen sind real vorhanden, bleiben jedoch unsichtbar, solange sie weder lesbar noch strukturell anschlussfähig gemacht werden.

Region

Schweiz & Liechtenstein

Status

Seit rund 15 Jahren in Entwicklung. 2024 für die Schweiz und Liechtenstein übernommen und laufend in Praxis und Regionen weiterentwickelt.

AgriMetrix

Sichtbarmachung landwirtschaftlicher Leistungen

AgriMetrix ist ein Instrument zur Übersetzung.
Kein Bewertungssystem.
Kein Controlling-Tool.
Kein Wirkungsnachweis.

Es dient dazu, landwirtschaftliche Leistungen lesbar zu machen.
Nicht Kosten.
Nicht vermeintliche Wirkung.
Leistung.


— Was nicht lesbar ist, kann nicht verantwortet werden.


AgriMetrix entsteht aus der Praxis.
Und wird in der Praxis eingesetzt.

Auf Betrieben.
In Regionen.
In Reallaboren.

Nicht zur Optimierung einzelner Kennzahlen.
Zur Orientierung in komplexen Zusammenhängen.

Ökologische Leistungen.
Soziale Leistungen.
Ökonomische Tragfähigkeit.

In dieser Reihenfolge.

AgriMetrix arbeitet mit einer grossen Anzahl von Indikatoren.
Nicht um Vollständigkeit zu behaupten.
Sondern um Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Was heute getrennt betrachtet wird, wird in Beziehung gesetzt.

Boden.
Betrieb.
Region.

Nicht alles wird messbar.
Aber vieles wird lesbar.


— Lesbarkeit ersetzt keine Entscheidung.
— Sie macht sie möglich.


AgriMetrix ist kein Entscheidungsautomat.
Es trifft keine Prioritäten.
Es gibt keine Empfehlungen.

Es schafft eine gemeinsame Grundlage, auf der unterschiedliche Akteure über Leistungen sprechen können.

Landwirtinnen und Landwirte.
Beratung.
Verwaltung.
Finanzierungsakteure.
Stiftungen.

Nicht im Konsens.
Sondern in Klarheit.

AgriMetrix im Reallabor

AgriMetrix wird in Reallaboren eingesetzt.
Unter realen Bedingungen.
Mit realen Konsequenzen.

Leistungen werden erhoben.
Regional aggregiert.
Gemeinsam reflektiert.

Nicht zur Vergleichbarkeit.
Zur Einordnung.

So entsteht Entscheidungsfähigkeit.
Auf Betriebsebene.
Und auf regionaler Ebene.


— Übersetzung ist Arbeit.
— Auch im System.


Ein offenes Instrument

AgriMetrix ist nicht abgeschlossen.
Es wird weiterentwickelt.

Nicht am Reissbrett.
Im Einsatz.

Was trägt, bleibt.
Was nicht trägt, wird angepasst.

Auch das ist Teil der Arbeit.

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Wyler’s Biohof & Waldgarten

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Spannungsfeld

Ein funktionierender Nebenerwerbsbetrieb steht vor der Frage, wie unter bestehenden Strukturen Anerkennung, Tragfähigkeit und Zukunft entstehen können.

Region

Zürcher Oberland (CH)

Status

Seit 2023 in Umsetzung und dauerhaft wachsend. Permakultur, Agroforst, Mischkulturen und strukturelle Vielfalt entwickeln sich überjährig weiter. 

Wyler’s Biohof & Waldgarten

Kleinteilige Landwirtschaft mit Zukunft

Der Hof der Familie Wyler liegt in Wolfhausen, im Zürcher Oberland. 
Acht Hektaren Landwirtschaftsfläche.
Ein Betrieb in dritter Generation.

Mit der Übergabe an die neue Generation stand der Hof an einem bekannten Punkt.
Nicht Anfang.
Nicht Ende.
Und doch viele Fragezeichen. 

Ein Teilzeitbetrieb.
0.7 Standardarbeitskräfte.
Nebenerwerb.

Rinderzucht.
Pferdepension.

Ein Betrieb, der funktioniert.
Und zugleich zu jenen gehört, die strukturell als nicht vollwertig gelten.

Viele solcher Betriebe verschwinden.
Nicht, weil sie schlecht geführt sind.
Sondern weil ihnen Anerkennung fehlt.


— Anerkennung entscheidet, ob ein Betrieb Zukunft hat.


Vieles war nicht möglich.
Nicht aus Mangel an Arbeit.
Sondern wegen formaler Grenzen.

Zugänge blieben verschlossen.
Entwicklungsspielräume waren eng.

Der Waldgarten entstand aus dieser Spannung.
Nicht als Zusatz.
Als Neuordnung des Ganzen.

Freiflächen wurden neu gelesen.
Weideflächen einbezogen.
Nicht als Rest.
Als Teil des Systems.

Agroforst hielt Einzug.
Bäume.
Sträucher.
Mehrjährige Kulturen.

Nicht ornamental.
Funktional.


— Fläche ist nicht das Problem.
— Lesbarkeit ist es.


  • 2023

  • 2024

  • 2025

Mit der Integration des Agroforstsystems veränderte sich die Struktur des Betriebs.

Die Standardarbeitskraft überschritt die Schwelle.
Mehr als 1.0 SAK.

Der Betrieb wurde vollwertig.
Nicht symbolisch.
Strukturell.

Damit öffnen sich Räume.
Rechtlich.
Ökonomisch.
Perspektivisch.

Gleichzeitig wuchs die Vielfalt.
Im Boden.
In der Landschaft.
Im Produktangebot.

Die Direktvermarktung differenziert sich.
Kleinteilig.
Divers.
Tragfähig.

Nicht als Strategie.
Als Folge der Praxis.


— Resilienz entsteht dort, wo Abhängigkeiten sinken und Beziehungen zunehmen.


Der Waldgarten wird permakulturell bewirtschaftet.
Nicht als Methode.
Als Haltung.

Beobachtung geht vor Eingriff.
Zeit vor Geschwindigkeit.
Pflege vor Kontrolle.

Nicht alles trägt sofort.
Manches scheitert.
Manches braucht Jahre.

Auch das gehört zur Arbeit.

Lernen im Vollzug

Der Hof ist zugleich Lernort.
Nicht als Kursbetrieb.
Als Erfahrungsraum.

Schulklassen.
Lernende.
Gruppen.

Pädagogik entsteht hier nicht geplant.
Sie entsteht im Tun.

Kinder und Jugendliche begegnen Boden, Pflanzen und Tieren.
Nicht erklärend.
Handelnd.

Fragen tauchen auf, wo Antworten fehlen.


— Lernen beginnt dort, wo Sicherheit endet.


Reallaborarbeit

Der Waldgarten dient als Reallabor für agroökologische Praxis.

Beobachtungen werden festgehalten.
Zusammenhänge lesbar gemacht.
Entscheidungen reflektiert.

Nicht zur Optimierung.
Zur Orientierung.

Leistungen werden sichtbar.
Ökologisch.
Sozial.
Ökonomisch.

Ein Ort ohne Abschluss

Der Waldgarten ist nicht fertig.
Er wird es nicht sein.

Was hier entsteht, lässt sich nicht übertragen.

Aber es ist anschlussfähig.
Für andere Betriebe.
In ähnlicher Lage.


— Zukunft entsteht nicht durch Grösse.
— Sondern durch Struktur.


Der Waldgarten ist ein laufendes Reallabor auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in dritter Generation.

Kein Modell.
Kein Versprechen.

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Ursaat.ch

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Spannungsfeld

Saatgut bildet die Grundlage unserer Ernährung. Über Jahrtausende entstand eine grosse Vielfalt an Getreidesorten, angepasst an Landschaft, Klima und Kultur. Gleichzeitig hat die Industrialisierung der Landwirtschaft zu einer starken Konzentration auf wenige Hochleistungssorten geführt.

An dieser Schnittstelle entsteht ein Spannungsfeld. Sortenfeste Vielfalt verschwindet aus den Feldern, während Fragen nach Ernährung, Resilienz und Verträglichkeit zunehmen. Ursaat arbeitet an diesem Übergang und bringt ursprüngliche Sorten wieder zurück in den Kreislauf von Saatgut, Landwirtschaft und Ernährung.

Region

Schweiz

Status

Seit 2021 arbeitet Ursaat.ch am Aufbau eines lebendigen Saatgutkreislaufs. Ausgangspunkt war die Sicherstellung historischer Sorten wie Huron und Rotkorn. Seither werden diese vermehrt und schrittweise mit Markt und medizinischer Forschung verbunden.

Inzwischen entstehen aus dem Korn veredelte Lebensmittel wie Pasta und Sauerteiggebäck. Die Nachfrage nach sortenfestem Urgetreide und den daraus hergestellten Lebensmitteln wächst spürbar.

Saatgut ist Gemeingut

Ursaat.ch


— Die Zukunft der Landwirtschaft beginnt mit einem gesunden Samen.


Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist ein grosser Teil der genetischen Vielfalt unserer Kulturpflanzen verschwunden.
Besonders sichtbar wird dies beim Weizen.
Züchtungsprogramme haben Sorten hervorgebracht, die hohe Erträge liefern, technisch gut verarbeitbar sind und sich in industrielle Produktionssysteme einfügen.

Viele ältere Sorten sind in diesem Prozess aus den Feldern verschwunden.
Mit ihnen verschwand Wissen.

Und mit ihnen verschwand genetische Vielfalt.


— Was ist, verändert uns gleichermassen wie, was nicht (mehr) ist.


Weltweit existieren schätzungsweise über 50’000 Getreidesorten.
Heute prägen nur noch sehr wenige Hochleistungssorten unsere Ernährung.
Sie wurden auf Ertrag, Verarbeitungseigenschaften und Uniformität gezüchtet.
Auf Kosten von genetischer Vielfalt, Robustheit und Nährstoffdichte.

Das Vorhaben Ursaat.ch setzt hier an.
Ziel ist es, sortenfestes Saatgut zu sichern, zu vermehren und wieder zugänglich zu machen.
Alte Sorten sollen nicht nur gesammelt werden.
Sie sollen wieder angebaut, geerntet und gegessen werden.

Saatgut ist kein Archiv.
Saatgut ist eine Beziehung zum Lebendigen.


— Jede Sorte ist eine eigene Kultur.


Eine der Sorten, die im Zentrum von Ursaat.ch steht, ist der Huron-Weizen.
Er wird seit 1888 in Kanada gezüchtet.
Ziel der Züchtung war eine robuste Sorte, die in anspruchsvollen Klimazonen zuverlässig gedeihen kann.

Von Nordamerika aus gelangte der Huron Anfang des 20. Jahrhunderts nach Europa.
In der Schweiz gehörte er über Jahrzehnte zu den wichtigen Sommerweizensorten.

Besonders in Regionen mit kürzeren Vegetationsperioden oder schwierigeren Bedingungen erweist sich Huron als zuverlässig und anpassungsfähig.
Seine Backqualität gilt als hervorragend.
Und doch verschwand er.

Er war nicht schlecht.
Er war nur ökonomisch nicht mehr spannend.


— Der Markt fragt nach Ertrag.
— Das Leben nach Vielfalt.


Der Huron-Weizen trägt viele Eigenschaften, die heute selten geworden sind.

Beispielsweise ein langer Halm.
Während moderne Weizensorten oft nur noch 25 bis 30 Zentimeter hoch wachsen, können ursprüngliche Sorten Halmlängen von zwei Metern und mehr erreichen.
Diese Höhe ist kein Zufall.
Der lange Halm schützt die Pflanze besser vor Pilzbefall und hilft ihr, Wasser im Boden zu regulieren.
Dadurch können solche Pflanzen Trockenperioden stabiler überstehen.

Auch ihre Ähren unterscheiden sich.
Viele ursprüngliche Sorten tragen lange Grannen, die das Korn schützen und in der Evolution eine Rolle bei der Verbreitung der Samen spielen.
In modernen Sorten wurden diese Strukturen häufig reduziert oder ganz entfernt, um die maschinelle Ernte zu erleichtern.

Wer durch ein Feld mit alten Sorten geht, erkennt schnell einen weiteren Unterschied.
Das Feld lebt.
Zwischen den Halmen wachsen Kräuter und Blumen.
Insekten kehren zurück.
Der Boden wird durch eine vielfältigere Vegetation stabilisiert und genährt.


— Sortenfestes Saatgut folgt einer eigenen Ökonomie.


Ein kaum sichtbarer Mechanismus liegt im Wesen des Saatguts selbst.
Moderne Hybridsorten müssen jedes Jahr neu gekauft werden.
Landwirtschaftliche Betriebe können sie nicht selbst vermehren.
Dadurch entsteht für Saatgutunternehmen ein kontinuierlicher Markt.

Sortenfestes Saatgut funktioniert anders.
Ein Landwirt kauft die Sorte einmal.
Dann nie mehr.
Er kann sie danach selbst weiter vermehren.

Für die Sämerei bedeutet das, sie sieht den Kunden nur ein einziges Mal.
Die jahrelange Arbeit der Sortenerhaltung, der Sammlung, Vermehrung, Reinigung, Lagerung und Dokumentation wird nur einmal bezahlt.

Das erklärt auch, weshalb Saatgut alter Sorten teilweise teuer erscheint.
Eine kleine Menge Huron-Saatgut kostet im internationalen Handel beispielsweise rund 40 CHF für 100 Gramm.

Der Preis wirkt hoch.
Doch er spiegelt eine Realität.
Die Arbeit der Saatguterhalter wird nur einmal bezahlt.
Danach beginnt ein anderer Kreislauf.
Das Saatgut wird weitergegeben.

Es wird vermehrt.

Es wird Teil eines sich selbst erhaltenden Systems.


— Weizen ist nicht gleich Weizen. 


Neben agronomischen Eigenschaften rückt heute ein weiterer Aspekt in den Fokus.
Die biochemische Zusammensetzung des Weizens.

Der Gastroenterologe Professor Detlef Schuppan untersucht seit vielen Jahren die Ursachen von Weizenunverträglichkeiten.
Seine Forschung zeigt, dass Beschwerden nicht unmittelbar durch Gluten entstehen.
Sie entstehen durch Proteine.
Sogenannte Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI).
Diese kommen in verschiedenen Weizensorten in unterschiedlicher Konzentration vor.

Historische Sorten weisen andere Proteinprofile auf als moderne Hochleistungssorten.
Dadurch werden sie von vielen Menschen als bekömmlicher erlebt.

Ursaat.ch versteht sich nicht als medizinisches Projekt.
Doch die Wiederentdeckung genetischer Vielfalt eröffnet neue Perspektiven für Landwirtschaft, Ernährung und Wissenschaft.


— Vom Korn bis zum Teller.


Ursaat.ch verfolgt einen einfachen Anspruch. 
Das ursprüngliche Korn soll unverfälscht auf dem Teller ankommen.
Dazu gehört nicht nur die Erhaltung und Vermehrung des Saatguts.
Dazu gehört auch eine sorgfältige Verarbeitung.
Aus dem vermehrten Getreide entstehen Mehl und Pasta aus Huron-Weizen und anderen historischen Sorten.

Sie tragen einen Geschmack, der lange aus unserer Ernährung verschwunden war.
Nussig.
Dicht.
Lebendig.


— Die Zukunft der Ernährung beginnt nicht im Labor.
— Sie beginnt im Korn.
— Und im Boden, der es trägt.


Produkte aus Ursaat-Getreide können bei Ortimo in Rapperswil SG bezogen werden.

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Auenhof

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Spannungsfeld

Zwischen agrarpolitischer Flächenlogik und realer betrieblicher Tragfähigkeit entscheidet sich, ob kleinstrukturierte Höfe verschwinden oder wieder handlungsfähig werden.

Region

Zürichsee (ZH), Schweiz

Status

2021-2022 zeitlich begrenzt umgesetzt und mit der Etablierung einer stabilen, bankfreien Finanzierungsstruktur abgeschlossen.

Auenhof

Reaktivierung eines landwirtschaftlichen Betriebs ausserhalb klassischer Finanzlogik

Ein Hof ohne Struktur

Der Auenhof war über Jahre kein offiziell anerkannter Landwirtschaftsbetrieb mehr.

Er war aus dem bäuerlichen Bodenrecht entlassen worden.
Land und Gebäude hatten ihre agrarische Zuordnung verloren.
Was blieb, war Substanz ohne Struktur.


— Struktur entscheidet über Zukunftsfähigkeit.


Der Hof existierte räumlich.
Institutionell war er entkoppelt.

Im agrarpolitischen Kontext galt ein Betrieb dieser Grösse als wirtschaftlich nicht tragfähig.
Unter zehn Hektaren gelten Höfe in der Schweiz gemeinhin als strukturell benachteiligt.

Banklogiken bewerten Skalierung, Sicherheiten und Standardisierbarkeit.

Der Auenhof erfüllte keine dieser Erwartungen.


— Was nicht ins Risikomodell passt, erhält keinen Kredit.


Eine klassische Bank hätte dieses Projekt nicht begleitet.
Nicht aus mangelndem Interesse.
Aus systemischer Logik.

Der Impuls

Die Initiative zur Reaktivierung ging von Marcus Pan aus.

Er erkannte das Potenzial des Standorts.
Landwirtschaftlich.
Ökologisch.
Gesellschaftlich.

Der Wille war vorhanden.
Die Struktur fehlte.

Die Herausforderung war nicht agronomisch.
Sie war finanziell und institutionell.

Hier begann die Übersetzungsarbeit.

Übersetzung in Finanzierbarkeit

Das als unmöglich geltende Vorhaben wurde in einen strukturierten Businessplan überführt.

Investitionsbedarf.
Zeitachsen.
Ertragsmodelle.
Risikoannahmen.
Alles wurde transparent gerechnet.
Langfristige Entwicklung ersetzte kurzfristige Renditeerwartung.


— Unmöglichkeit ist oft nur eine Frage der Struktur.


Investierende wurden angebunden, die bereit waren, Potenzial vor Standardisierung zu bewerten.
Kapital floss ausserhalb klassischer Banklogik.

Nicht spekulativ.
Strukturiert.

Diese Finanzierung war keine Lücke im System.
Sie war eine bewusste Entscheidung gegen lineare Risikobewertung.


— Banklogik bewertet Sicherheiten.
— Struktur bewertet Entwicklung.


Reaktivierung und Anerkennung

Mit der gesicherten Finanzierung wurde Land wieder aktiviert.
Gebäude erhielten ihre agrarische Funktion zurück.
Der Hof wurde erneut als offizieller Landwirtschaftsbetrieb anerkannt.

Damit ist die formale Struktur wieder hergestellt.

Der Auenhof ist wieder Teil der landwirtschaftlichen Ordnung.
Mit allen Rechten und Pflichten.


— Zugehörigkeit bedeutet Verantwortung.


Boden als Grundlage

Die Reaktivierung stellte den Boden ins Zentrum.

Flächen wurden nicht auf maximale Intensität ausgelegt, sondern auf langfristige Stabilität.
Humusaufbau, Diversität und resiliente Anbausysteme bildeten die Grundlage.

Biodiversität wurde als funktionale Infrastruktur verstanden.
Ertragssicherheit entstand aus Systemstabilität.


— Bodenqualität ist strategisches Kapital.


Die Landschaft gewann wieder agrarische Identität.
Der Betrieb gewann wieder Substanz.

Demonstrations- und Lernraum

Der Auenhof entwickelte sich nicht nur als Produktionsort.
Er wurde zu einem Lernraum.

Praxis wurde sichtbar gemacht.
Struktur wurde erklärbar gemacht.
Landwirtschaft wurde diskutierbar gemacht.


— Praxis erzeugt Glaubwürdigkeit.


Die Reaktivierung zeigte, dass kleine Betriebe strukturell tragfähig sein können, wenn Systemlogik vor Skalierungslogik gestellt wird.

Der Auenhof wurde zu einem Referenzraum.

Bodenorientierte Bewirtschaftung.
Strukturierte Finanzierungsmodelle.
Landwirtschaft im periurbanen Kontext.

Bedeutung im grösseren Kontext

Der Auenhof stellte keine isolierte Ausnahme dar.

Er stellte eine strukturelle Frage: Wie viele Betriebe scheitern nicht an Boden oder Motivation sondern an Finanzierungslogik?


— Risiko entsteht oft aus den Bewertungsmodellen selbst. 


Diese Reaktivierung beweist, dass Alternativen möglich sind.
Entromantisiert. 
Strukturell.

Abschluss

Der Prozess ist abgeschlossen.
Der Betrieb ist offiziell anerkannt.
Land und Gebäude sind wieder Teil der agrarischen Ordnung.

Der Auenhof steht wieder als funktionierender Landwirtschaftsbetrieb.

Kein Experiment.
Realität.


Kai Isemann

Ich wirke in lebendigen Systemen.
Nicht aus beobachtender Distanz, sondern von innen heraus.
Meine Impulse entstehen dort, wo Verantwortung tatsächlich getragen wird.
In Beziehungen, in Organisationen, in Übergängen.

Schreiben ist dabei keine Tätigkeit für sich.
Es ist eine Form der Übersetzung aus dem Mitwirken heraus.
Was hier sichtbar wird, ist nicht gedacht im Nachhinein.
Es ist wahrgenommen im Geschehen. 

Ohne Schuldzuweisung.
Ohne Heilsversprechen.


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Triple Bottom Line

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Spannungsfeld

Wirtschaftliche Entscheidungen orientieren sich häufig an finanziellen Kennzahlen. Gleichzeitig entfalten sich wirtschaftliche Aktivitäten immer innerhalb ökologischer Systeme und gesellschaftlicher Beziehungen.

An dieser Schnittstelle entstehen Spannungen. Grundlagen wirtschaftlicher Tätigkeit bleiben oft unscharf, während Erwartungen an Verantwortung und Zukunftsfähigkeit wachsen.

Region

weltweit

Status

Begonnen 2020. Seither laufend angewendet und weiterentwickelt in Entscheidungsräumen für Wirkungskapital und Impact Investments.

Die Methodik dient Unternehmen, Stiftungen und öffentlichen Institutionen als Orientierung, um Vorhaben entlang ökologischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Grundlagen zu prüfen. Organisationen, die Strategien, Programme oder Investitionen entlang dieser Logik weiterentwickeln möchten, finden hier einen erprobten Rahmen für die gemeinsame Arbeit.

Triple Bottom Line

Eine Bewertungslogik für verantwortungsvolle Entscheidungen.

Nachhaltigkeit erscheint in vielen Projekten erst spät im Prozess.

Ein Vorhaben steht bereits.
Kapital ist gebunden.
Entscheidungen wirken in Landschaften, Märkte und Gesellschaft hinein.

Die Diskussion beginnt häufig erst an diesem Punkt.
Wenn Auswirkungen sichtbar werden.
Wenn Verantwortung eingefordert wird.


— Die Qualität eines Vorhabens entscheidet sich am Anfang.»


Die Triple Bottom Line setzt früher an.

Sie beschreibt einen Entscheidungsrahmen, der wirtschaftliche Vorhaben entlang dreier miteinander verbundener Dimensionen betrachtet.
Ökologie.
Gesellschaft.
Ökonomie.

Der Begriff wurde Mitte der 1990er-Jahre von John Elkington geprägt.
Seine Überlegung war einfach und zugleich radikal.

Wirtschaftlicher Erfolg lässt sich entlang dreier Ergebnislinien betrachten.
Planet.
People.
Profit.

Diese drei Begriffe beschreiben keinen Zielkonflikt, sondern den Raum, in dem wirtschaftliche Tätigkeit stattfindet.

Ökologische Systeme stellen die materiellen Grundlagen bereit.
Gesellschaftliche Strukturen tragen Zusammenarbeit, Vertrauen und Verantwortung.
Ökonomische Aktivitäten organisieren Produktion, Austausch und Investitionen.


— Ökonomie existiert nie ausserhalb ihrer Grundlagen.


Viele Interpretationen der Triple Bottom Line betrachten diese Ebenen gleichzeitig.

Ökologie, Gesellschaft und Ökonomie erscheinen parallel.
Sie werden gegeneinander abgewogen.
Sie werden verrechnet.

Hier setzt die Weiterentwicklung der Methodik an.
Die drei Dimensionen werden neu geordnet.

Die ökologische Ebene bildet die Grundlage.
Sie beschreibt die Qualität der natürlichen Systeme, in denen wirtschaftliche Tätigkeit stattfindet.

Darauf aufbauend folgt die soziale Dimension.
Sie beschreibt die Beziehungen, Institutionen und Verantwortungsräume, die wirtschaftliche Zusammenarbeit tragen.

Die ökonomische Perspektive bildet die dritte Ebene.
Sie beschreibt die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Vorhabens innerhalb dieser Grundlagen.


— Die ökonomischste Ökonomie ist eine ökologische. 


Diese Ordnung verändert die Logik von Entscheidungen.

Ökologische und soziale Grundlagen bilden den Rahmen, innerhalb dessen wirtschaftliche Entwicklung entsteht.

Die hier beschriebene Methodik wurde von Kai Isemann gemeinsam mit Oliver Fink entwickelt.

Sie übersetzt die Logik der Triple Bottom Line in ein strukturiertes System von Indikatoren.

Ein Dutzend Kriterien beschreibt die Qualität eines Vorhabens entlang der drei Dimensionen.
Sie richten den Blick auf zentrale Fragen zur Entwicklung ökologischer Grundlagen, zur Qualität sozialer Beziehungen und zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit eines Systems.

Unternehmen nutzen diese Methodik zur strategischen Einordnung von Vorhaben.

Auch Stiftungen und öffentliche Verwaltungen greifen darauf zurück.
Sie prüfen Programme, Förderungen und Investitionen entlang dieser Dimensionen und schaffen damit eine Grundlage für Entscheidungen.

So entsteht ein Entscheidungsraum, in dem Zukunftsfähigkeit überprüfbar wird.


— Zukunftsfähigkeit entsteht aus der Ordnung der Grundlagen.


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