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Project Category: Ökonomie

Räume, in denen ökonomische Logiken nicht als Naturgesetze behandelt werden, sondern als gestaltbare Erzählungen mit Folgen.

BANKGESPRÄCH

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Region

Schweiz

Spannungsfeld

Die grossen Zukunftsfragen unserer Zeit entstehen selten innerhalb eines einzelnen Fachgebiets. Landwirtschaft beschäftigt sich mit Boden, Wasser und Versorgung. Unternehmen mit Wertschöpfung und Märkten. Banken und Versicherungen mit Risiko und Kapital. Gemeinden mit Lebensqualität und regionaler Entwicklung.

Ihre Entscheidungen greifen täglich ineinander. Die Begegnungen zwischen diesen Welten bleiben dennoch selten. Viele Gespräche entstehen erst dann, wenn ein Projekt, eine Finanzierung oder ein Konflikt ansteht.

BANKGESPRÄCH schafft einen gemeinsamen Betrachtungsraum. Eine einfache Bank wird zum Ort, an dem unterschiedliche Erfahrungen auf dieselbe Wirklichkeit treffen.

Status

BANKGESPRÄCH befindet sich im Aufbau der ersten Staffel. Die Bank reist an zehn Orte in der Schweiz. Dort entstehen filmisch dokumentierte Gespräche zu Fragen rund um Boden, Gesellschaft und Kapital. Ergänzt werden die Gespräche durch vertiefende Beiträge und öffentliche Begegnungsformate.

Die erste Staffel verbindet Landwirtschaft, Finanzwirtschaft, Unternehmen, Wissenschaft und regionale Entwicklung in einem gemeinsamen Dialograum. Schritt für Schritt entsteht eine Sammlung von Perspektiven auf die grossen Zukunftsfragen unserer Zeit.

BANKGESPRÄCH

Eine Bank für Boden, Gesellschaft und Kapital

Die grossen Fragen unserer Zeit sind selten Fachfragen.
Sie berühren mehrere Welten gleichzeitig.

Wie sichern wir Ernährung?

Wie investieren wir langfristig?

Wie gehen wir mit Risiko um?

Wie erhalten wir fruchtbare Böden?

Wie gestalten wir lebenswerte Regionen?

Wie schaffen wir Versorgungssicherheit für kommende Generationen?

Für jede dieser Fragen existieren Fachpersonen, Studien, Strategien und Programme.
Was oft fehlt, ist der gemeinsame Betrachtungsraum.

BANKGESPRÄCH ist ein Ort für genau diesen Raum.

Eine einfache Holzbank reist durch die Schweiz und wird zum Ausgangspunkt für Gespräche zwischen Menschen, die Verantwortung tragen.

Für Landschaften.
Für Kapital.
Für Unternehmen.
Für Gemeinden.
Für Versorgungssysteme.
Für die Zukunft.

Die Orte wechseln.
Die Fragen bleiben.


— Die Zukunft der Landwirtschaft ist keine Branchenfrage.
— Sie ist eine Gesellschaftsfrage.


Warum eine Bank?

Die Idee beginnt mit einer einfachen Beobachtung.

Banken gehören zu den Orten, an denen über Investitionen, Risiken und Entwicklung entschieden wird.
Die Folgen dieser Entscheidungen werden dann an anderen Orten sichtbar.

Auf Landwirtschaftsbetrieben.

In Gemeinden.

In Landschaften.

In Unternehmen.

In regionalen Wertschöpfungsketten.

BANKGESPRÄCH bringt diese Orte zusammen.

Die Bank steht einmal auf einem Landwirtschaftsbetrieb, dann an einer Quelle, in einem Agroforst, auf einer Alp, vor einer Regionalbank, vor einem Verarbeitungsbetrieb oder mitten auf einem Marktplatz.

Die Landschaft wird Teil des Gesprächs.
Eine Zahl erhält einen Ort.
Ein Risiko erhält ein Gesicht.
Eine Investition erhält einen Zusammenhang.


— Jede Bilanz beginnt auf einem Boden.


Der Betrachtungsraum

BANKGESPRÄCH bewegt sich entlang von drei Begriffen.

Boden.

Gesellschaft.

Kapital.

Getrennt betrachtet entstehen Fachgebiete.
Gemeinsam betrachtet entsteht Wirklichkeit.

Ein Trockenjahr betrifft Böden.

Wenig später betrifft es Erträge.

Danach Investitionen.

Versicherungen.

Versorgungssysteme.

Regionale Entwicklung.

Eine Hofübergabe betrifft Menschen.

Kurz darauf Flächen.

Gebäude.

Finanzierungen.

Wertschöpfungsketten.

Eine Investition verändert einen Betrieb.

Später verändert sie eine Landschaft.

BANKGESPRÄCH macht diese Zusammenhänge sichtbar.


— Kapital bewegt sich schneller als Boden.
— Seine Folgen bleiben länger.


Die Menschen

Im Zentrum stehen Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und Erfahrungen.

Menschen aus Landwirtschaft.

Menschen aus Finanzwirtschaft.

Menschen aus Wissenschaft.

Menschen aus Unternehmen.

Menschen aus Politik und Verwaltung.

Menschen aus regionalen Entwicklungsräumen.

Sie betrachten dieselbe Landschaft.
Sie bringen unterschiedliche Perspektiven mit.
Sie suchen nach gemeinsamen Fragen.

BANKGESPRÄCH interessiert sich weniger für Positionen als für Zusammenhänge.

Der öffentliche Agrardialog

Landwirtschaft begegnet jedem Menschen täglich.

Über Lebensmittel.

Über Wasser.

Über Energie.

Über Landschaften.

Über Boden.

Dennoch liegen die Lebenswelten oft weit auseinander.

Viele Menschen erleben Landwirtschaft über Medienberichte, politische Debatten oder Preisschilder.
Menschen in der Landwirtschaft begegnen Banken, Versicherungen, Behörden oder Wissenschaft vor allem in konkreten Projekten und Verfahren.

Dabei beschäftigen sich alle mit denselben Grundfragen.

Wie gestalten wir Zukunft?

Wie investieren wir langfristig?

Wie gehen wir mit Unsicherheit um?

Wie erhalten wir die Grundlagen unseres Lebens?

BANKGESPRÄCH schafft einen öffentlichen Agrardialog.

An konkreten Orten.

Mit konkreten Menschen.

Entlang realer Fragestellungen.


— Versorgungssicherheit entsteht lange bevor ein Produkt im Regal steht.


Drei Ausdrucksformen

BANKGESPRÄCH verbindet drei Ebenen miteinander.

Das Gespräch.

An besonderen Orten entstehen filmisch dokumentierte Dialoge zwischen Menschen mit unterschiedlichen Blickwinkeln.

Die Reflexion.

Jedes Gespräch wird durch einen vertiefenden Beitrag ergänzt.
Ein Beispiel dafür ist der Impuls «Wenn irdischer Humus gegen den Mars verliert», der die Frage stellt, welche Formen von Wertschöpfung unsere Wirtschaft bevorzugt sichtbar macht und welche Leistungen im Schatten bleiben.

Die Begegnung.

Öffentliche Veranstaltungen erweitern den Kreis der Beteiligten.
Aus Gesprächen werden Diskussionen.
Aus Diskussionen entstehen neue Perspektiven, Kooperationen und Projekte.


— Wert entsteht dort, wo Beziehungen tragfähig werden.


Die erste Staffel

Die erste Staffel führt die Bank an zehn Orte.

Ein Weizenfeld.

Eine Quelle.

Ein Agroforst.

Eine Alp.

Eine Regionalbank.

Eine Versicherung.

Ein Hofladen.

Ein Verarbeitungsbetrieb.

Ein Marktplatz.

Eine Gemeinde.

Jeder Ort eröffnet eine eigene Frage.

Wie viel Risiko steckt in einem Brot?
Wem gehört Wasser?
Warum pflanzen Menschen Bäume, deren Ertrag kommende Generationen ernten werden?
Welche Leistungen entstehen in einer Landschaft?
Welche Rolle spielt Kapital für die Entwicklung einer Region?
Wo entsteht Wertschöpfung zwischen Feld und Teller?
Wie entsteht Zukunftsfähigkeit vor Ort?

Die Antworten stehen nie im Vordergrund.
Interessant sind die Wege dorthin.


— Die Qualität einer Region zeigt sich an ihrer Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven miteinander zu verbinden.


Wirkung

BANKGESPRÄCH misst Erfolg nicht an Reichweite allein.
Im Zentrum stehen Verständnis, Vertrauen und neue Beziehungen.

Menschen beginnen, dieselben Fragen aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten.

Landwirtschaft erhält Zugang zu den Denkweisen von Finanzierung und Risiko.
Finanzwirtschaft erhält Einblick in die Realität von Boden, Produktion und Versorgung.
Gemeinden, Unternehmen und Institutionen erkennen Zusammenhänge, die zuvor ausserhalb ihres Blickfeldes lagen.

Aus diesen Begegnungen entstehen neue Möglichkeiten für Zusammenarbeit.


— Die entscheidenden Fragen unserer Zeit liegen zwischen den Disziplinen.


Dialograum für Regionen

BANKGESPRÄCH richtet sich an Menschen, die Zukunft als Beziehung zwischen Boden, Gesellschaft und Kapital verstehen.
An Organisationen, die verstehen, dass gesellschaftliche Entwicklung gemeinsame Betrachtungsräume benötigt.

Die Bank bleibt dabei, was sie von Anfang an war.
Ein einfacher Ort für ein Gespräch.
Und gute Gespräche verändern meist mehr als strukturierte Programme.

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RegioCoin

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Region

Schweiz

Spannungsfeld

Regionen erzeugen täglich Leistungen für Ernährung, Landschaft, Biodiversität, Versorgungssicherheit und Lebensqualität. Ein grosser Teil der Kaufkraft bewegt sich entlang anderer Wege. Zwischen regionaler Leistung und regionaler Nachfrage entsteht eine Lücke.

Der RegioCoin adressiert genau diese Schnittstelle und verbindet Leistung, Finanzierung und Konsum innerhalb eines gemeinsamen regionalen Kreislaufs.

Status

Der RegioCoin befindet sich 2026 in der Pilotphase. Die technische Infrastruktur ist bereits produktiv im Einsatz und basiert auf der bewährten ecoo-Plattform, welche unter anderem die Grundlage des CSS Coin bildet.

Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf der regionalen Implementierung innerhalb von RARE sowie auf ersten Reallaboren in der Schweiz.

RegioCoin

Wenn regionale Leistung regionale Kaufkraft bewegt

Regionen verfügen über mehr Vermögen, als ihre Bilanzen zeigen.

Fruchtbare Böden.

Unternehmerische Betriebe.

Verarbeitungsstrukturen.

Handwerk.

Wissen.

Landschaften.

Soziale Beziehungen.

Vertrauen.

Täglich entstehen daraus Leistungen, die den Lebensraum einer Region tragen.

Ein Teil dieser Leistungen wird vergütet.

Ein anderer Teil bleibt wirtschaftlich unsichtbar.

Parallel dazu verlässt Kaufkraft kontinuierlich den regionalen Raum.
Sie fliesst in globale Plattformen, überregionale Handelsstrukturen oder Finanzsysteme, deren Bezug zur Region gering ist.

Zwischen regionaler Leistung und regionaler Kaufkraft entsteht eine Lücke.


— Regionale Entwicklung beginnt dort, wo Leistung, Nachfrage und Finanzierung miteinander in Beziehung treten.


Der RegioCoin wurde entwickelt, um genau diesen Zusammenhang sichtbar und handlungsfähig zu machen.

Ein Instrument innerhalb von RARE

Der RegioCoin ist Teil von RARE (Architektur resilienter Agrarregionen).
RARE schafft einen gemeinsamen Ordnungsraum für Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Finanzierung, Verwaltung, Stiftungen und Zivilgesellschaft.

Innerhalb dieses Ordnungsraums entstehen drei grundlegende Fragen:

Welche Leistungen werden in einer Region erbracht?
Welche Leistungen sind für die Zukunft der Region besonders relevant?
Wie können diese Leistungen wirtschaftlich gestärkt werden?

AgriMetrix macht Leistungen sichtbar.
Der Agrardialog schafft Verständigung.
Der RegioCoin schafft wirtschaftliche Rückkopplung.
Er verbindet Leistung, Nachfrage und Finanzierung innerhalb eines gemeinsamen regionalen Kreislaufs.


— Messung schafft Orientierung.
— Entwicklung entsteht durch Rückkopplung.


Vom Förderfranken zur regionalen Nachfrage

Fördergelder, Sponsoringbeiträge oder Entwicklungsbudgets verfolgen meist ein gemeinsames Ziel: Sie sollen regionale Entwicklung ermöglichen.

Oft bleibt jedoch offen, wie stark diese Mittel tatsächlich innerhalb der Region wirksam werden.

Der RegioCoin eröffnet einen anderen Weg.

Stiftungen, Unternehmen, Gemeinden oder Entwicklungsprogramme speisen Schweizer Franken in das System ein.
Diese Mittel erscheinen als RegioCoins innerhalb der Region und können bei teilnehmenden Betrieben eingelöst werden.
Landwirtschaftliche Betriebe, Hofläden, Verarbeitungsunternehmen, Gastronomiebetriebe, Kulturangebote oder regionale Dienstleister erhalten anschliessend eine Auszahlung in Schweizer Franken.

Aus Förderung entsteht Nachfrage.
Aus Nachfrage entsteht Umsatz.
Aus Umsatz entsteht regionale Wertschöpfung.


— Förderung entfaltet ihre Kraft dort, wo sie Teil wirtschaftlicher Bewegung wird.


Infrastruktur

Der RegioCoin ist kein Technologieprojekt.
Die technische Grundlage existiert bereits.
Basis bildet die Infrastruktur von ecoo, die seit mehreren Jahren produktiv im Einsatz steht.

Anwendungen wie der CSS Coin oder regionale Wallet-Systeme zeigen, dass digitale regionale Kreisläufe technisch und regulatorisch umsetzbar sind.

Die Architektur ist betriebsbereit.
Der Fokus liegt auf der regionalen Implementierung.

Regionen erhalten dadurch Zugang zu einer bestehenden Infrastruktur mit Wallet, Transaktionssystem, Reporting, Compliance und Auszahlung in Schweizer Franken.


— Die entscheidende Innovation liegt selten in der Technologie.
— Sie liegt im Zusammenspiel der Akteure.


Regionale Leistung wird wirtschaftlich lesbar

Der RegioCoin erzeugt mehr als Transaktionen.
Er macht sichtbar, wie sich Nachfrage innerhalb einer Region bewegt.
Er zeigt, welche Betriebe Kaufkraft anziehen, welche Wertschöpfungsachsen entstehen und welche Entwicklungsimpulse Wirkung entfalten.

In Verbindung mit AgriMetrix entsteht eine zusätzliche Ebene.

Leistungen rund um Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Ressourceneffizienz, regionale Verarbeitung, Tierwohl oder soziale Verantwortung werden sichtbar und vergleichbar.
Dadurch entsteht erstmals die Möglichkeit, regionale Leistung und regionale Nachfrage innerhalb derselben Infrastruktur zu betrachten.


— Was sichtbar wird, kann priorisiert werden.
— Was priorisiert wird, erhält Entwicklungskraft.


Von der Regionalität zur regionalen Intelligenz

Viele Regionen verfügen über starke Produzenten, engagierte Verwaltungen, aktive Stiftungen und innovative Unternehmen.
Häufig fehlen gemeinsame Instrumente, welche diese Kräfte miteinander verbinden.

Der RegioCoin schafft einen gemeinsamen Betrachtungsraum.

Er zeigt, wo Nachfrage entsteht.
Er zeigt, welche Leistungen besonders relevant sind.
Er zeigt, welche Fördermittel regionale Aktivität auslösen.
Er zeigt, welche Entwicklungsachsen sich verstärken.

Aus einzelnen Projekten entsteht ein lernendes System.


— Resiliente Regionen entstehen durch gemeinsame Orientierung.


Ein Beispiel

In der Region Sursee-Mittelland entsteht derzeit ein erster Anwendungsraum für den RegioCoin innerhalb von RARE.

Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie, Handel und regionale Entwicklung treffen hier auf engem Raum zusammen.
Die Voraussetzungen für regionale Kreisläufe sind vorhanden.

Der RegioCoin macht sichtbar, wie Kaufkraft durch diese Kreisläufe fliesst, welche Leistungen besondere Bedeutung für die Region besitzen und wo zusätzliche Entwicklungsimpulse entstehen können.

Sursee-Mittelland steht dabei stellvertretend für viele Regionen.

Die eigentliche Innovation liegt im übertragbaren Prinzip: Regionale Leistung, regionale Nachfrage und regionale Finanzierung werden innerhalb derselben Infrastruktur miteinander verbunden.

Ausblick

Der RegioCoin entwickelt sich schrittweise zu einer Infrastruktur regionaler Wertschöpfung.

Gemeinden können Entwicklungsprogramme abbilden.
Stiftungen können Fördermittel zielgerichteter einsetzen.
Unternehmen können regionale Verantwortung sichtbar machen.
Regionen können Leistungen stärken, die für ihre langfristige Entwicklungsfähigkeit relevant sind.

Innerhalb von RARE entsteht dadurch ein Kreislauf aus Leistung, Verständigung, Nachfrage und Finanzierung.

Regionalität wird damit mehr als Herkunft.
Sie wird zu einer wirtschaftlich lesbaren Beziehung zwischen Menschen, Betrieben und ihrem Lebensraum.


— Die Zukunft regionaler Entwicklung liegt weniger in zusätzlichen Programmen als in der Fähigkeit, vorhandene Leistungen miteinander zu verbinden.


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Auenhof

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Spannungsfeld

Zwischen agrarpolitischer Flächenlogik und realer betrieblicher Tragfähigkeit entscheidet sich, ob kleinstrukturierte Höfe verschwinden oder wieder handlungsfähig werden.

Region

Zürichsee (ZH), Schweiz

Status

2021-2022 zeitlich begrenzt umgesetzt und mit der Etablierung einer stabilen, bankfreien Finanzierungsstruktur abgeschlossen.

Auenhof

Reaktivierung eines landwirtschaftlichen Betriebs ausserhalb klassischer Finanzlogik

Ein Hof ohne Struktur

Der Auenhof war über Jahre kein offiziell anerkannter Landwirtschaftsbetrieb mehr.

Er war aus dem bäuerlichen Bodenrecht entlassen worden.
Land und Gebäude hatten ihre agrarische Zuordnung verloren.
Was blieb, war Substanz ohne Struktur.


— Struktur entscheidet über Zukunftsfähigkeit.


Der Hof existierte räumlich.
Institutionell war er entkoppelt.

Im agrarpolitischen Kontext galt ein Betrieb dieser Grösse als wirtschaftlich nicht tragfähig.
Unter zehn Hektaren gelten Höfe in der Schweiz gemeinhin als strukturell benachteiligt.

Banklogiken bewerten Skalierung, Sicherheiten und Standardisierbarkeit.

Der Auenhof erfüllte keine dieser Erwartungen.


— Was nicht ins Risikomodell passt, erhält keinen Kredit.


Eine klassische Bank hätte dieses Projekt nicht begleitet.
Nicht aus mangelndem Interesse.
Aus systemischer Logik.

Der Impuls

Die Initiative zur Reaktivierung ging von Marcus Pan aus.

Er erkannte das Potenzial des Standorts.
Landwirtschaftlich.
Ökologisch.
Gesellschaftlich.

Der Wille war vorhanden.
Die Struktur fehlte.

Die Herausforderung war nicht agronomisch.
Sie war finanziell und institutionell.

Hier begann die Übersetzungsarbeit.

Übersetzung in Finanzierbarkeit

Das als unmöglich geltende Vorhaben wurde in einen strukturierten Businessplan überführt.

Investitionsbedarf.
Zeitachsen.
Ertragsmodelle.
Risikoannahmen.
Alles wurde transparent gerechnet.
Langfristige Entwicklung ersetzte kurzfristige Renditeerwartung.


— Unmöglichkeit ist oft nur eine Frage der Struktur.


Investierende wurden angebunden, die bereit waren, Potenzial vor Standardisierung zu bewerten.
Kapital floss ausserhalb klassischer Banklogik.

Nicht spekulativ.
Strukturiert.

Diese Finanzierung war keine Lücke im System.
Sie war eine bewusste Entscheidung gegen lineare Risikobewertung.


— Banklogik bewertet Sicherheiten.
— Struktur bewertet Entwicklung.


Reaktivierung und Anerkennung

Mit der gesicherten Finanzierung wurde Land wieder aktiviert.
Gebäude erhielten ihre agrarische Funktion zurück.
Der Hof wurde erneut als offizieller Landwirtschaftsbetrieb anerkannt.

Damit ist die formale Struktur wieder hergestellt.

Der Auenhof ist wieder Teil der landwirtschaftlichen Ordnung.
Mit allen Rechten und Pflichten.


— Zugehörigkeit bedeutet Verantwortung.


Boden als Grundlage

Die Reaktivierung stellte den Boden ins Zentrum.

Flächen wurden nicht auf maximale Intensität ausgelegt, sondern auf langfristige Stabilität.
Humusaufbau, Diversität und resiliente Anbausysteme bildeten die Grundlage.

Biodiversität wurde als funktionale Infrastruktur verstanden.
Ertragssicherheit entstand aus Systemstabilität.


— Bodenqualität ist strategisches Kapital.


Die Landschaft gewann wieder agrarische Identität.
Der Betrieb gewann wieder Substanz.

Demonstrations- und Lernraum

Der Auenhof entwickelte sich nicht nur als Produktionsort.
Er wurde zu einem Lernraum.

Praxis wurde sichtbar gemacht.
Struktur wurde erklärbar gemacht.
Landwirtschaft wurde diskutierbar gemacht.


— Praxis erzeugt Glaubwürdigkeit.


Die Reaktivierung zeigte, dass kleine Betriebe strukturell tragfähig sein können, wenn Systemlogik vor Skalierungslogik gestellt wird.

Der Auenhof wurde zu einem Referenzraum.

Bodenorientierte Bewirtschaftung.
Strukturierte Finanzierungsmodelle.
Landwirtschaft im periurbanen Kontext.

Bedeutung im grösseren Kontext

Der Auenhof stellte keine isolierte Ausnahme dar.

Er stellte eine strukturelle Frage: Wie viele Betriebe scheitern nicht an Boden oder Motivation sondern an Finanzierungslogik?


— Risiko entsteht oft aus den Bewertungsmodellen selbst. 


Diese Reaktivierung beweist, dass Alternativen möglich sind.
Entromantisiert. 
Strukturell.

Abschluss

Der Prozess ist abgeschlossen.
Der Betrieb ist offiziell anerkannt.
Land und Gebäude sind wieder Teil der agrarischen Ordnung.

Der Auenhof steht wieder als funktionierender Landwirtschaftsbetrieb.

Kein Experiment.
Realität.


Kai Isemann

Ich wirke in lebendigen Systemen.
Nicht aus beobachtender Distanz, sondern von innen heraus.
Meine Impulse entstehen dort, wo Verantwortung tatsächlich getragen wird.
In Beziehungen, in Organisationen, in Übergängen.

Schreiben ist dabei keine Tätigkeit für sich.
Es ist eine Form der Übersetzung aus dem Mitwirken heraus.
Was hier sichtbar wird, ist nicht gedacht im Nachhinein.
Es ist wahrgenommen im Geschehen. 

Ohne Schuldzuweisung.
Ohne Heilsversprechen.


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Triple Bottom Line

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Region

weltweit

Spannungsfeld

Wirtschaftliche Entscheidungen orientieren sich häufig an finanziellen Kennzahlen. Gleichzeitig entfalten sich wirtschaftliche Aktivitäten immer innerhalb ökologischer Systeme und gesellschaftlicher Beziehungen.

An dieser Schnittstelle entstehen Spannungen. Grundlagen wirtschaftlicher Tätigkeit bleiben oft unscharf, während Erwartungen an Verantwortung und Zukunftsfähigkeit wachsen.

Status

Begonnen 2020. Seither laufend angewendet und weiterentwickelt in Entscheidungsräumen für Wirkungskapital und Impact Investments.

Die Methodik dient Unternehmen, Stiftungen und öffentlichen Institutionen als Orientierung, um Vorhaben entlang ökologischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Grundlagen zu prüfen. Organisationen, die Strategien, Programme oder Investitionen entlang dieser Logik weiterentwickeln möchten, finden hier einen erprobten Rahmen für die gemeinsame Arbeit.

Ordnung der Grundlagen = Klarheit für Entscheidungen.

Entstehung aus Praxis und Systemarbeit

Der Begriff «Triple Bottom Line» steht im Raum.
Geprägt durch John Elkington und breit verwendet.

Die Anwendung folgt oft einer Gleichzeitigkeit der drei Dimensionen.

In der Praxis zeigt sich eine andere Notwendigkeit. Systeme tragen entlang einer Ordnung.

Über viele Jahre hinweg hat sich ein Erfahrungsraum aufgebaut, in dem Finanzstrukturen, landwirtschaftliche Praxis und regionale Entwicklung aufeinandertreffen.
In der Analyse komplexer Transaktionen und institutioneller Zusammenhänge wird sichtbar, wie stark Entscheidungen auf ökonomische Grössen ausgerichtet sind.
In der Arbeit mit Betrieben zeigt sich gleichzeitig, wie grundlegend ökologische Tragfähigkeit und soziale Strukturen für Stabilität und Entwicklung sind.

Aus dieser Spannung heraus entstand 3BL als Ordnung der Grundlagen.


— Die Qualität eines Vorhabens entscheidet sich am Anfang.»


Die Triple Bottom Line setzt früher an.

Sie beschreibt einen Entscheidungsrahmen, der wirtschaftliche Vorhaben entlang dreier miteinander verbundener Dimensionen betrachtet.
Ökologie.
Gesellschaft.
Ökonomie.

Der Begriff wurde Mitte der 1990er-Jahre von John Elkington geprägt.
Seine Überlegung war einfach und zugleich radikal.

Wirtschaftlicher Erfolg lässt sich entlang dreier Ergebnislinien betrachten.
Planet.
People.
Profit.

Diese drei Begriffe beschreiben keinen Zielkonflikt, sondern den Raum, in dem wirtschaftliche Tätigkeit stattfindet.

Ökologische Systeme stellen die materiellen Grundlagen bereit.
Gesellschaftliche Strukturen tragen Zusammenarbeit, Vertrauen und Verantwortung.
Ökonomische Aktivitäten organisieren Produktion, Austausch und Investitionen.


— Ökonomie existiert nie ausserhalb ihrer Grundlagen.


Viele Interpretationen der Triple Bottom Line betrachten diese Ebenen gleichzeitig.

Ökologie, Gesellschaft und Ökonomie erscheinen parallel.
Sie werden gegeneinander abgewogen.
Sie werden verrechnet.

Hier setzt die Weiterentwicklung der Methodik an.
Die drei Dimensionen werden neu geordnet.

Die ökologische Ebene bildet die Grundlage.
Sie beschreibt die Qualität der natürlichen Systeme, in denen wirtschaftliche Tätigkeit stattfindet.

Darauf aufbauend folgt die soziale Dimension.
Sie beschreibt die Beziehungen, Institutionen und Verantwortungsräume, die wirtschaftliche Zusammenarbeit tragen.

Die ökonomische Perspektive bildet die dritte Ebene.
Sie beschreibt die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Vorhabens innerhalb dieser Grundlagen.


— Die ökonomischste Ökonomie ist eine ökologische. 


Diese Ordnung verändert die Logik von Entscheidungen.

Ökologische und soziale Grundlagen bilden den Rahmen, innerhalb dessen wirtschaftliche Entwicklung entsteht.

Die hier beschriebene Methodik wurde von Kai Isemann gemeinsam mit Oliver Fink entwickelt.

Sie übersetzt die Logik der Triple Bottom Line in ein strukturiertes System von Indikatoren.

Ein Dutzend Kriterien beschreibt die Qualität eines Vorhabens entlang der drei Dimensionen.
Sie richten den Blick auf zentrale Fragen zur Entwicklung ökologischer Grundlagen, zur Qualität sozialer Beziehungen und zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit eines Systems.

Unternehmen nutzen diese Methodik zur strategischen Einordnung von Vorhaben.

Auch Stiftungen und öffentliche Verwaltungen greifen darauf zurück.
Sie prüfen Programme, Förderungen und Investitionen entlang dieser Dimensionen und schaffen damit eine Grundlage für Entscheidungen.

So entsteht ein Entscheidungsraum, in dem Zukunftsfähigkeit überprüfbar wird.


— Zukunftsfähigkeit entsteht aus der Ordnung der Grundlagen.


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