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Project Category: Reallabor

Hof Schwand

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Region

Sursee-Mittelland (LU), Schweiz

Spannungsfeld

Der Hof Schwand liegt in einem Raum, in dem sich landwirtschaftliche Nutzung und andere Ansprüche direkt überlagern. Siedlungsdruck und steigende Bodenpreise verschieben die Grundlagen des Betriebs. Der Boden gewinnt an Wert, die landwirtschaftliche Nutzung verliert an Selbstverständlichkeit.

Gleichzeitig entstehen Leistungen, die die Region tragen, im Markt jedoch nur teilweise erscheinen. In diesem Spannungsfeld entscheidet sich, ob Landwirtschaft Teil der Raumentwicklung bleibt oder schrittweise aus ihr verschwindet.

Status

Der Betrieb bewegt sich innerhalb dieses Spannungsfelds und klärt seine Rolle darin aktiv. Bestehende Verbindungen in die Region werden stärker, neue entstehen und verdichten den Zusammenhang.

Der Hof steht damit im Gefüge von Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und regionaler Entwicklung. Die nächsten Schritte ergeben sich aus dieser Verdichtung heraus, konkret im Betrieb und im Austausch mit der Region.

Hof Schwand

Ein landwirtschaftlicher Betrieb im Spannungsfeld von Raum, Boden und Zukunft

Warum dieser Betrieb relevant ist

Der Hof Schwand liegt in einem Raum, in dem landwirtschaftliche Fläche strategische Bedeutung gewonnen hat.

Siedlungsentwicklung beansprucht Kulturland.
Infrastruktur verdichtet den Raum.
Gesellschaftliche Erwartungen an Biodiversität, Tierwohl und Landschaftsqualität steigen.
Gleichzeitig bleibt der wirtschaftliche Druck auf landwirtschaftliche Betriebe hoch.


— Fläche wird knapp. Ansprüche steigen.


Landwirtschaft steht damit im Spannungsfeld von Raumplanung, Wertschöpfung und ökologischer Tragfähigkeit.

Hier zeigt sich, wie mit Begrenzung umgegangen wird.

Die zentrale Frage

Wie entsteht mehr Wertschöpfung auf gleicher Fläche ohne die Substanz des Bodens zu schwächen?


— Wertschöpfung pro Quadratmeter wird zur strategischen Frage.


Verdichtung kann Substanz abbauen.
Sie kann auch Qualität erhöhen.

Entscheidend ist die Systemlogik der Bewirtschaftung.


— Fläche ist endlich. Qualität ist gestaltbar.


Boden als Ausgangspunkt

Der Boden ist Produktionsgrundlage, Lebensraum und Speicher.

Er reagiert auf Bewirtschaftung.
Langsam.
Kumulativ.
Irreversibel.

Verdichtung verändert Wasserführung.
Humusabbau reduziert Speicherfähigkeit.
Strukturverlust erhöht Erosion.

Diese Prozesse sind messbar.
Und sie wirken über Generationen.


— Boden vergisst nichts.


Biodiversität ist in diesem Kontext funktionale Infrastruktur.
Sie stabilisiert das System und reduziert Verwundbarkeit.


— Was im Boden aufgebaut wird, bestimmt den Handlungsspielraum der nächsten Generation.


Ernährungssicherheit beginnt nicht im Handel.
Sie beginnt im Boden.

Landwirtschaft als System

Landwirtschaft ist Teil eines Ökosystems.
Und Teil eines Ernährungssystems.

Betrieb, Markt, Region und Natur stehen in Wechselwirkung.

Systemisches Denken bedeutet, diese Wechselwirkungen in Entscheidungen einzubeziehen.

Kurzfristige Optimierung kann langfristige Kosten erzeugen.
Langfristige Stabilität entsteht aus struktureller Balance.


— Ernährungssicherheit ist eine Systemleistung.


Landwirtschaft neu zu denken heisst, sie als Bestandteil gesellschaftlicher Resilienz zu verstehen.

Einbettung in bestehende Strukturen

Der Hof Schwand ist eingebunden in landwirtschaftliche Netzwerke.

Die Zusammenarbeit mit dem Luzerner Bauernverband sowie die Verankerung über die regionale Bäuerinnenorganisation schaffen Resonanz im Berufsstand.

Veränderung braucht Legitimität.
Legitimität entsteht im Dialog.

Die Herausforderungen sind bekannt.
Preisdruck.
Regulatorische Komplexität.
Steigende Dokumentationsanforderungen.
Volatile Märkte.


— Transformation beginnt in der Praxis, nicht im Konzept.


Entwicklung entsteht dort, wo reale Rahmenbedingungen aktiv gestaltet werden.

Praxis: Verantwortung konkret

Der Hof Schwand steht für eine Haltung.

Boden wird als langfristiges Kapital verstanden.
Biodiversität als Stabilitätsfaktor.
Wertschöpfung als Ausdruck systemischer Qualität.

Verantwortung bedeutet, Zielkonflikte offen zu benennen.
Und Entscheidungen im Bewusstsein ihrer Langzeitwirkung zu treffen.


— Zukunft entsteht aus heutigen Entscheidungen.


Wer Zukunft gestalten will, übernimmt Risiko.
Wer Stabilität sichern will, investiert in Substanz.

Mut zeigt sich in der Bereitschaft, wirtschaftliche Entscheidungen an ökologischer Tragfähigkeit auszurichten.
Wille zeigt sich in der Konsequenz, diese Haltung im eigenen Betrieb umzusetzen.

Getragen wird dieser Entwicklungsraum von Bruno und Andrea Stadelmann.
Sie übernehmen Verantwortung im eigenen Betrieb und im regionalen Kontext.


— Verantwortung ist eine Strukturfrage.


Was hier sichtbar wird

Der Hof Schwand ist kein isoliertes Projekt.
Er ist ein Entwicklungsraum unter realen Bedingungen.

Hier wird sichtbar, wie Boden, Biodiversität und regionale Wertschöpfung zusammengeführt werden können.

Kein Theorie.
Praxis.

Und wie Verantwortung konkret wird.
Im Boden.
In Entscheidungen.
Im täglichen Handeln.

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AgriMetrix

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Region

Schweiz & Liechtenstein

Spannungsfeld

Betriebe erbringen Leistungen, die im Alltag sichtbar sind. Bodenaufbau, Biodiversität, soziale Einbindung, Qualität in der Produktion.

Sobald es um Entscheidungen geht, fehlen oft gemeinsame Bezugspunkte. Regionale Verantwortliche, Förderstellen und Finanzierungspartner greifen auf unterschiedliche Logiken zurück. So entsteht ein Bruch zwischen dem, was auf dem Betrieb geschieht, und dem, worauf sich Entscheidungen stützen.

Mit zunehmender Komplexität wächst der Druck. Mittel sollen eingesetzt, Prioritäten gesetzt und Entwicklungen gesteuert werden. Die Frage bleibt: Woran orientieren sich diese Entscheidungen?

Status

Die Methodik wurde über fünfzehn Jahre im Umfeld der deutschen Regionalwert-Bewegung entwickelt und in der Schweiz über drei Jahre erprobt.

Seit 2025 wird AgriMetrix  für die Schweiz und Liechtenstein eigenständig geführt und mit dem Agrardialog verbunden. Betriebe erfassen ihre Leistungen, regionale Akteure beziehen diese in ihre Entscheidungsprozesse ein.

Die Anwendung weitet sich aus. Betriebe, Beratung und regionale Entwicklung greifen zunehmend ineinander.

Leistungen sichtbar machen.
Entscheidungen tragfähig führen.

Entstehung des Ansatzes

AgriMetrix entsteht aus einer langen Praxis.
Über mehr als fünfzehn Jahre hinweg hat sich ein Erfahrungsraum aufgebaut, in dem landwirtschaftliche Betriebe, regionale Entwicklung und Finanzierungslogiken aufeinandertreffen.
Immer wieder zeigt sich dieselbe Situation.
Leistungen sind vorhanden.
Entscheidungen stehen an.
Eine belastbare Grundlage fehlt.

Betriebe leisten viel.
Ökologisch.
Sozial
Regionalökonomisch.

Ein grosser Teil dieser Leistungen bleibt ohne klare Form.
Damit fehlt die Grundlage für Vergleich, Priorisierung und tragfähige Finanzierung.

Struktur der Leistungserfassung auf Betriebsebene

AgriMetrix schafft eine Struktur, in der Leistungen sichtbar und anschlussfähig werden.
Auf Betriebsebene, entlang von mehreren hundert Indikatoren.
Im direkten Bezug zur Realität vor Ort.

Die unterschiedlichen Dimensionen treten in Beziehung und ordnen sich zu einem Bild, das Orientierung gibt und Entwicklung ermöglicht.


— Leistung trägt Entscheidung.


Der Blick richtet sich auf das, was erbracht wird.
Daraus entsteht Klarheit.
Betriebe erkennen ihre eigene Struktur.
Regionale Verantwortungsträger gewinnen eine Grundlage für Prioritäten.
Stiftungsräte sehen, wo Mittel tragen.

Zusammenführung der Perspektiven

Diese Perspektiven finden im Agrardialog zusammen.
Leistungen werden gespiegelt.
Gewichtet.
Und sie werden in Entwicklungsrichtungen überführt.

Unterschiedliche Verantwortlichkeiten treten in Beziehung und werden im Gespräch handlungsfähig.


— Entscheidung entsteht im Dialog.


Hier treffen Betrieb, Region und Finanzierung aufeinander.
Was auf dem Betrieb entsteht, wird lesbar für den regionalen Entscheidungsraum.
Und es wird anschlussfähig für Förder- und Finanzierungslogiken.

Anwendung im Betrieb

AgriMetrix wirkt im Geschehen.
In Reallaboren.
In regionalen Entwicklungsprozessen.
In konkreten Übergängen.

Zahlen treten in Beziehung zu Verantwortung und zu den Menschen, die Entscheidungen tragen.

Im agrarökologischen Coachingprozess, wie er im Umfeld der AGRIDEA entsteht, wird diese Arbeit direkt auf dem Betrieb verankert.
Betriebe erfassen ihre Leistungen, reflektieren diese gemeinsam mit Beratenden und entwickeln daraus konkrete Schritte.

Verbindung von Praxis, Koordination und Finanzierung

Die Stärke liegt in der Verbindung von Präzision und Anschlussfähigkeit.
Die Datengrundlage bildet die Realität auf dem Betrieb differenziert ab und lässt sich zugleich in übergeordnete Entscheidungs- und Finanzierungsprozesse überführen.

So entsteht eine gemeinsame Sprache zwischen Praxis, Koordination und Finanzierung.

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Wyler’s Biohof & Waldgarten

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Region

Züri Oberland (ZH), Schweiz

Spannungsfeld

Wyler’s Waldgarten bewegt sich zwischen zwei Logiken.
Kleinflächig angelegt, im Teilzeitbetrieb geführt und unter ökonomischem Druck stehend, trifft er auf ein Umfeld, das Klarheit, Erträge und Einordnung verlangt.

Mit zunehmender Komplexität entsteht Druck auf Entscheidungen. Welche Strukturen tragen? Welche Leistungen werden gesehen? Welche Formen erlauben Anschluss an Bildung, Finanzierung und Nutzung?

Der laufende Generationenwechsel verstärkt diese Spannung. Bestehendes und Entstehendes greifen ineinander und verlangen eine klare Ausrichtung im Betrieb.

Status

Der Waldgarten befindet sich seit 2022 im Aufbau und wächst in seine Struktur hinein. Pflanzungen, Pflege und erste Nutzungen greifen ineinander.

Seit 2025 werden erste Ernten sichtbar. Der Ort wird zunehmend als Lern- und Erfahrungsraum genutzt.

Die nächsten Schritte liegen in der Einbettung in die Region sowie in der Optimierung von Verarbeitung und Vertrieb. Der Raum gewinnt an Kontur.

Wyler’s Biohof & Waldgarten

Landwirtschaft im Wandel

Die Schweizer Landwirtschaft steht vor einer Neuordnung.
Politische Programme setzen Leitplanken.
Ökologische Anforderungen gewinnen an Gewicht.
Wirtschaftlicher Druck bleibt präsent.

Für viele Betriebe stellt sich im Alltag eine konkrete Frage: Wie entsteht daraus ein System, das trägt?

Wyler’s Biohof & Waldgarten liegt im Zürcher Oberland auf 8.75 Hektaren.
Ein kleiner Betrieb, eingebunden in bestehende Strukturen.
Mit begrenztem Spielraum.
Und mit hoher Abhängigkeit vom täglichen Funktionieren.


— Kleinbetriebe tragen eine hohe Dichte an Entscheidungen.


Die Entwicklung erfolgt innerhalb dieses Rahmens.
Der Betrieb läuft weiter, während sich seine Grundlage verändert.
Die Anlage von 60 Aren Mischkultur ist Teil dieser Bewegung.
Sichtbar.
Greifbar.
Und gleichzeitig nur ein Ausschnitt des Ganzen.

Ein Hof mit Geschichte, getragen in die Zukunft

Seit über 100 Jahren wird der Hof von derselben Familie bewirtschaftet.
Jede Generation hat den Betrieb weitergeführt und an ihre Zeit angepasst.

In den letzten Jahren wurde der Hof im Nebenerwerb geführt.
Mit rund 0.7 SAK (Standardarbeitskraft; eine Kenngrösse, die den Arbeitsbedarf eines Betriebs in Vollzeitäquivalenten abbildet).

Die wirtschaftliche Grundlage bildeten kleine Mengen KAG Freiland Rindfleisch sowie die Pensionspferdehaltung.
Diese Struktur hat den Betrieb getragen.
Gleichzeitig hat sie den Raum offengehalten für eine Weiterentwicklung.

Die Transformation entstand im Zuge des letzten Generationenwechsels.
Mit der Übernahme wurde der Betrieb neu ausgerichtet und schrittweise weiterentwickelt.
Heute liegt die betriebliche Grundlage bei über 1.0 SAK.


— Ein Betrieb entwickelt sich entlang seiner Möglichkeiten.


Bestehendes bleibt wirksam.
Neues wächst hinzu.

Landwirtschaft als zusammenhängendes System

Auf Wyler’s Biohof & Waldgarten entsteht ein System, in dem die einzelnen Elemente ineinandergreifen.

Mischkulturen verbinden Bäume, Sträucher, Kräuter und Kulturen.
Agroforststreifen strukturieren die Flächen entlang der Höhenlinien.
Wasser wird aufgenommen, gehalten und gezielt geführt.
Der Boden bleibt möglichst ungestört und entwickelt über die Jahre seine Fruchtbarkeit weiter.

Tiere bewegen sich als Teil dieses Gefüges durch die Flächen.
Sie übernehmen Funktionen im Kreislauf und verbinden die einzelnen Elemente.


— Ertrag folgt Funktion.


Alle Massnahmen entstehen aus den Bedingungen des Standorts heraus.
Klima, Boden und Nutzung greifen ineinander.
Daraus entwickelt sich ein System, das mit der Zeit an Stabilität gewinnt, ohne den laufenden Betrieb aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Vielfalt, Resilienz und Wertschöpfung im Einklang

Die Flächen sind differenziert aufgebaut.
Sie folgen einer klaren inneren Logik.

Obst-Mischkulturen verbinden Hochstammbäume mit Unterpflanzungen aus Kräutern, Beeren und Gemüse.
Mehrjährige Beerenflächen entwickeln sich früh zu einem tragenden Element und gewinnen mit den Jahren an Ertragssicherheit.
Medizinalpflanzen bringen eine zusätzliche Dimension in die Nutzung.

Wiesen und Weiden werden in diese Struktur eingebunden und gezielt weiterentwickelt.
Hecken und Übergänge schaffen Verbindungen und Lebensräume.

Über die Fläche verteilt entstehen Verweilorte.
Sie öffnen den Blick für das, was hier geschieht.

  • 2023

  • 2024

  • 2025

Planung und Umsetzung greifen ineinander.
Der Betrieb entwickelt sich als gestalteter Raum.


— Landwirtschaft wird lesbar.


Entwicklung in Etappen

Der Aufbau des Waldgartens erfolgt schrittweise.

In den ersten Jahren stehen Pflanzung und Strukturaufbau im Vordergrund.
Kulturen werden etabliert.
Wasserführung wird aufgebaut.
Erste Erträge entstehen.

Mit zunehmender Reife verschiebt sich der Schwerpunkt.
Die Systeme beginnen zu tragen.
Erträge werden stabiler.
Verarbeitung gewinnt an Bedeutung.

Ab etwa dem dritten Jahr verdichtet sich diese Entwicklung in konkrete Produkte.
Beeren werden zur Grundlage für eine eigene Limonade.
Kräuter fliessen in Teemischungen ein.
Nüsse und Trockenfrüchte werden zu haltbaren Produkten weiterentwickelt.


— Zeit ist ein aktiver Teil des Systems.


Investition in ein tragfähiges Gefüge

Die Umsetzung des Waldgartens auf 60 Aren erfordert eine Investition von rund 64’000 CHF.
Diese Mittel fliessen in Pflanzmaterial, Bodenvorbereitung, Wasserführung sowie in Wissen und Aufbauarbeit.

Die wirtschaftliche Entwicklung baut sich schrittweise auf.
Mit der Zeit erweitert sich die Produktpalette und gewinnt an Tiefe.
Aus kleinen Mengen einzelner Produkte entsteht eine diversifizierte Linie.
Verarbeitung und Direktvermarktung verbinden sich.
Der Betrieb entwickelt eigene Angebote, die aus der Fläche heraus entstehen und diese widerspiegeln.


— Wertschöpfung beginnt im Boden.


Die wirtschaftliche Perspektive entsteht aus dem Zusammenspiel von Bestehendem und Neuem.

Ein persönliches Reallabor

Der Waldgarten ist zugleich ein persönlicher Entwicklungsraum.

Über vier Jahre hinweg entsteht hier ein Reallabor, getragen mit einem Pensum von rund 0.3 SAK.
Planung, Umsetzung und Beobachtung greifen ineinander.
Entscheidungen entstehen im direkten Kontakt mit dem System.


— Praxis ist der Ort, an dem Erkenntnis entsteht.


Hier verbindet sich landwirtschaftliche Erfahrung mit einer zweiten Perspektive.

Wenn der Bauer mit dem Ökonom arbeitet, verschiebt sich der Blick.
Der Betrieb wird in Zusammenhängen gedacht, die über einzelne Kulturen hinausgehen.
Daraus entsteht eine Form der Entwicklung, die den Hof stärkt, ohne ihn zu überfordern.

Triple Bottom Line: Ein geordnetes Fundament

Die Entwicklung folgt einer klaren inneren Ordnung.

Ökologie bildet die Grundlage.
Boden, Wasser und Biodiversität tragen das System.
Darauf baut die soziale Dimension auf.
Der Hof wirkt als Lebens- und Lernort.
Die ökonomische Ebene entsteht aus dieser Struktur heraus und sichert die langfristige Tragfähigkeit.


— Die Ökonomie folgt der Ökologie.


Gelebte Zusammenarbeit

Die Entwicklung des Hofes wird von mehreren Menschen getragen.

Flurin Wyler führt den Betrieb in dritter Generation.
Familie und Partnerin wirken im Alltag mit.
Wissen, Erfahrung und neue Impulse fliessen zusammen.

Mit dem Waldgarten erweitert sich dieser Kreis.
Unterschiedliche Perspektiven treffen aufeinander und verbinden sich im gemeinsamen Tun.

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Auenhof

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Spannungsfeld

Zwischen agrarpolitischer Flächenlogik und realer betrieblicher Tragfähigkeit entscheidet sich, ob kleinstrukturierte Höfe verschwinden oder wieder handlungsfähig werden.

Region

Zürichsee (ZH), Schweiz

Status

2021-2022 zeitlich begrenzt umgesetzt und mit der Etablierung einer stabilen, bankfreien Finanzierungsstruktur abgeschlossen.

Auenhof

Reaktivierung eines landwirtschaftlichen Betriebs ausserhalb klassischer Finanzlogik

Ein Hof ohne Struktur

Der Auenhof war über Jahre kein offiziell anerkannter Landwirtschaftsbetrieb mehr.

Er war aus dem bäuerlichen Bodenrecht entlassen worden.
Land und Gebäude hatten ihre agrarische Zuordnung verloren.
Was blieb, war Substanz ohne Struktur.


— Struktur entscheidet über Zukunftsfähigkeit.


Der Hof existierte räumlich.
Institutionell war er entkoppelt.

Im agrarpolitischen Kontext galt ein Betrieb dieser Grösse als wirtschaftlich nicht tragfähig.
Unter zehn Hektaren gelten Höfe in der Schweiz gemeinhin als strukturell benachteiligt.

Banklogiken bewerten Skalierung, Sicherheiten und Standardisierbarkeit.

Der Auenhof erfüllte keine dieser Erwartungen.


— Was nicht ins Risikomodell passt, erhält keinen Kredit.


Eine klassische Bank hätte dieses Projekt nicht begleitet.
Nicht aus mangelndem Interesse.
Aus systemischer Logik.

Der Impuls

Die Initiative zur Reaktivierung ging von Marcus Pan aus.

Er erkannte das Potenzial des Standorts.
Landwirtschaftlich.
Ökologisch.
Gesellschaftlich.

Der Wille war vorhanden.
Die Struktur fehlte.

Die Herausforderung war nicht agronomisch.
Sie war finanziell und institutionell.

Hier begann die Übersetzungsarbeit.

Übersetzung in Finanzierbarkeit

Das als unmöglich geltende Vorhaben wurde in einen strukturierten Businessplan überführt.

Investitionsbedarf.
Zeitachsen.
Ertragsmodelle.
Risikoannahmen.
Alles wurde transparent gerechnet.
Langfristige Entwicklung ersetzte kurzfristige Renditeerwartung.


— Unmöglichkeit ist oft nur eine Frage der Struktur.


Investierende wurden angebunden, die bereit waren, Potenzial vor Standardisierung zu bewerten.
Kapital floss ausserhalb klassischer Banklogik.

Nicht spekulativ.
Strukturiert.

Diese Finanzierung war keine Lücke im System.
Sie war eine bewusste Entscheidung gegen lineare Risikobewertung.


— Banklogik bewertet Sicherheiten.
— Struktur bewertet Entwicklung.


Reaktivierung und Anerkennung

Mit der gesicherten Finanzierung wurde Land wieder aktiviert.
Gebäude erhielten ihre agrarische Funktion zurück.
Der Hof wurde erneut als offizieller Landwirtschaftsbetrieb anerkannt.

Damit ist die formale Struktur wieder hergestellt.

Der Auenhof ist wieder Teil der landwirtschaftlichen Ordnung.
Mit allen Rechten und Pflichten.


— Zugehörigkeit bedeutet Verantwortung.


Boden als Grundlage

Die Reaktivierung stellte den Boden ins Zentrum.

Flächen wurden nicht auf maximale Intensität ausgelegt, sondern auf langfristige Stabilität.
Humusaufbau, Diversität und resiliente Anbausysteme bildeten die Grundlage.

Biodiversität wurde als funktionale Infrastruktur verstanden.
Ertragssicherheit entstand aus Systemstabilität.


— Bodenqualität ist strategisches Kapital.


Die Landschaft gewann wieder agrarische Identität.
Der Betrieb gewann wieder Substanz.

Demonstrations- und Lernraum

Der Auenhof entwickelte sich nicht nur als Produktionsort.
Er wurde zu einem Lernraum.

Praxis wurde sichtbar gemacht.
Struktur wurde erklärbar gemacht.
Landwirtschaft wurde diskutierbar gemacht.


— Praxis erzeugt Glaubwürdigkeit.


Die Reaktivierung zeigte, dass kleine Betriebe strukturell tragfähig sein können, wenn Systemlogik vor Skalierungslogik gestellt wird.

Der Auenhof wurde zu einem Referenzraum.

Bodenorientierte Bewirtschaftung.
Strukturierte Finanzierungsmodelle.
Landwirtschaft im periurbanen Kontext.

Bedeutung im grösseren Kontext

Der Auenhof stellte keine isolierte Ausnahme dar.

Er stellte eine strukturelle Frage: Wie viele Betriebe scheitern nicht an Boden oder Motivation sondern an Finanzierungslogik?


— Risiko entsteht oft aus den Bewertungsmodellen selbst. 


Diese Reaktivierung beweist, dass Alternativen möglich sind.
Entromantisiert. 
Strukturell.

Abschluss

Der Prozess ist abgeschlossen.
Der Betrieb ist offiziell anerkannt.
Land und Gebäude sind wieder Teil der agrarischen Ordnung.

Der Auenhof steht wieder als funktionierender Landwirtschaftsbetrieb.

Kein Experiment.
Realität.


Kai Isemann

Ich wirke in lebendigen Systemen.
Nicht aus beobachtender Distanz, sondern von innen heraus.
Meine Impulse entstehen dort, wo Verantwortung tatsächlich getragen wird.
In Beziehungen, in Organisationen, in Übergängen.

Schreiben ist dabei keine Tätigkeit für sich.
Es ist eine Form der Übersetzung aus dem Mitwirken heraus.
Was hier sichtbar wird, ist nicht gedacht im Nachhinein.
Es ist wahrgenommen im Geschehen. 

Ohne Schuldzuweisung.
Ohne Heilsversprechen.


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Triple Bottom Line

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Region

weltweit

Spannungsfeld

Wirtschaftliche Entscheidungen orientieren sich häufig an finanziellen Kennzahlen. Gleichzeitig entfalten sich wirtschaftliche Aktivitäten immer innerhalb ökologischer Systeme und gesellschaftlicher Beziehungen.

An dieser Schnittstelle entstehen Spannungen. Grundlagen wirtschaftlicher Tätigkeit bleiben oft unscharf, während Erwartungen an Verantwortung und Zukunftsfähigkeit wachsen.

Status

Begonnen 2020. Seither laufend angewendet und weiterentwickelt in Entscheidungsräumen für Wirkungskapital und Impact Investments.

Die Methodik dient Unternehmen, Stiftungen und öffentlichen Institutionen als Orientierung, um Vorhaben entlang ökologischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Grundlagen zu prüfen. Organisationen, die Strategien, Programme oder Investitionen entlang dieser Logik weiterentwickeln möchten, finden hier einen erprobten Rahmen für die gemeinsame Arbeit.

Ordnung der Grundlagen = Klarheit für Entscheidungen.

Entstehung aus Praxis und Systemarbeit

Der Begriff «Triple Bottom Line» steht im Raum.
Geprägt durch John Elkington und breit verwendet.

Die Anwendung folgt oft einer Gleichzeitigkeit der drei Dimensionen.

In der Praxis zeigt sich eine andere Notwendigkeit. Systeme tragen entlang einer Ordnung.

Über viele Jahre hinweg hat sich ein Erfahrungsraum aufgebaut, in dem Finanzstrukturen, landwirtschaftliche Praxis und regionale Entwicklung aufeinandertreffen.
In der Analyse komplexer Transaktionen und institutioneller Zusammenhänge wird sichtbar, wie stark Entscheidungen auf ökonomische Grössen ausgerichtet sind.
In der Arbeit mit Betrieben zeigt sich gleichzeitig, wie grundlegend ökologische Tragfähigkeit und soziale Strukturen für Stabilität und Entwicklung sind.

Aus dieser Spannung heraus entstand 3BL als Ordnung der Grundlagen.


— Die Qualität eines Vorhabens entscheidet sich am Anfang.»


Die Triple Bottom Line setzt früher an.

Sie beschreibt einen Entscheidungsrahmen, der wirtschaftliche Vorhaben entlang dreier miteinander verbundener Dimensionen betrachtet.
Ökologie.
Gesellschaft.
Ökonomie.

Der Begriff wurde Mitte der 1990er-Jahre von John Elkington geprägt.
Seine Überlegung war einfach und zugleich radikal.

Wirtschaftlicher Erfolg lässt sich entlang dreier Ergebnislinien betrachten.
Planet.
People.
Profit.

Diese drei Begriffe beschreiben keinen Zielkonflikt, sondern den Raum, in dem wirtschaftliche Tätigkeit stattfindet.

Ökologische Systeme stellen die materiellen Grundlagen bereit.
Gesellschaftliche Strukturen tragen Zusammenarbeit, Vertrauen und Verantwortung.
Ökonomische Aktivitäten organisieren Produktion, Austausch und Investitionen.


— Ökonomie existiert nie ausserhalb ihrer Grundlagen.


Viele Interpretationen der Triple Bottom Line betrachten diese Ebenen gleichzeitig.

Ökologie, Gesellschaft und Ökonomie erscheinen parallel.
Sie werden gegeneinander abgewogen.
Sie werden verrechnet.

Hier setzt die Weiterentwicklung der Methodik an.
Die drei Dimensionen werden neu geordnet.

Die ökologische Ebene bildet die Grundlage.
Sie beschreibt die Qualität der natürlichen Systeme, in denen wirtschaftliche Tätigkeit stattfindet.

Darauf aufbauend folgt die soziale Dimension.
Sie beschreibt die Beziehungen, Institutionen und Verantwortungsräume, die wirtschaftliche Zusammenarbeit tragen.

Die ökonomische Perspektive bildet die dritte Ebene.
Sie beschreibt die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Vorhabens innerhalb dieser Grundlagen.


— Die ökonomischste Ökonomie ist eine ökologische. 


Diese Ordnung verändert die Logik von Entscheidungen.

Ökologische und soziale Grundlagen bilden den Rahmen, innerhalb dessen wirtschaftliche Entwicklung entsteht.

Die hier beschriebene Methodik wurde von Kai Isemann gemeinsam mit Oliver Fink entwickelt.

Sie übersetzt die Logik der Triple Bottom Line in ein strukturiertes System von Indikatoren.

Ein Dutzend Kriterien beschreibt die Qualität eines Vorhabens entlang der drei Dimensionen.
Sie richten den Blick auf zentrale Fragen zur Entwicklung ökologischer Grundlagen, zur Qualität sozialer Beziehungen und zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit eines Systems.

Unternehmen nutzen diese Methodik zur strategischen Einordnung von Vorhaben.

Auch Stiftungen und öffentliche Verwaltungen greifen darauf zurück.
Sie prüfen Programme, Förderungen und Investitionen entlang dieser Dimensionen und schaffen damit eine Grundlage für Entscheidungen.

So entsteht ein Entscheidungsraum, in dem Zukunftsfähigkeit überprüfbar wird.


— Zukunftsfähigkeit entsteht aus der Ordnung der Grundlagen.


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