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Project Category: Reallabor

naturKRAFT – Aus gesunder Landschaft.

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Region

Schweiz

Spannungsfeld

Vielfältige Landwirtschaft bringt besondere Rohstoffe hervor, oft in kleinen, wechselnden Mengen und ohne etablierte Verarbeitung oder Absatzwege. Damit sich diese Vielfalt für die Betriebe langfristig trägt, braucht es eine Zusammenarbeit, die Anbau, Verarbeitung und Nachfrage verbindet. Die Herausforderung besteht darin, verlässliche Wertschöpfung aufzubauen und dabei Herkunft, Qualität und Eigenart der Kulturen zu bewahren.

Status

Seit 2026 werden erste Kulturen und Produkte entwickelt. Hof Schwand in Willisau bildet den ersten Produktions- und Entwicklungsstandort. Parallel entstehen Unternehmensstruktur, Verarbeitungspartnerschaften und Absatzwege sowie ein Netzwerk weiterer Betriebe und Marktpartner in der Zentralschweiz.

naturKRAFT – Aus gesunder Landschaft.

Die gemeinsame Marktseite für das, was aus gesunden Landschaften entsteht.

naturKRAFT soll dazu beitragen, dass sich eine vielfältige Landwirtschaft für die Betriebe langfristig trägt. Dafür entsteht eine gemeinsame Struktur für Produktentwicklung, Verarbeitung und Absatz, aufgebaut mit den Betrieben und ihren Partnern im Markt.

Auf Betrieben, die ihre Flächen zu vielfältigen Agrarökosystemen entwickeln, entstehen neue Kombinationen von Früchten, Beeren, Nüssen, Kräutern, Saaten, Leguminosen und Gemüse.

Agroforst spielt dabei eine zentrale Rolle. Bäume, Sträucher, Ackerkulturen und mehrjährige Pflanzen nutzen unterschiedliche Ebenen derselben Fläche. Sie verbinden Produktion mit Bodenaufbau, Wasserhaushalt und Biodiversität.

Damit wächst auch ein breiteres Rohstoffangebot. Viele dieser Kulturen besitzen ein eigenständiges sensorisches Profil und Eigenschaften, die neue Anwendungen ermöglichen. Sie werden zu unterschiedlichen Zeiten geerntet, benötigen unterschiedliche Formen der Verarbeitung und sprechen unterschiedliche Märkte an.

Was häufig fehlt, ist der professionelle Weg vom Feld in den Markt. naturKRAFT organisiert diesen Weg.

Vom Rohstoff zur Marktleistung

naturKRAFT bündelt Rohstoffe, definiert Qualitäten, plant Mengen, organisiert Verarbeitung und erschliesst Absatzwege. Aus einzelnen Kulturen entsteht so ein Angebot, das für professionelle Abnehmer interessant und planbar wird.

Unternehmen, Gastronomie und Handel können dieses Angebot von Anfang an mitgestalten. Sie bringen Wissen, Verarbeitungskapazitäten oder Zugang zum Markt ein und entwickeln gemeinsam mit der Landwirtschaft neue Produkte und Anwendungen.

Je nach Eigenschaften eines Rohstoffs entstehen daraus Lebensmittel, hochwertige Zutaten oder weitere Anwendungen für Ernährung, Gesundheit und Körperpflege. Entscheidend ist dabei nicht eine vorgegebene Produktkategorie, sondern die Frage: Was steckt in dieser Kultur? Und welcher Markt passt dazu?

Von der Kultur zur Anwendung

Produktentwicklung beginnt deshalb bei der Pflanze. Wie schmeckt eine Kornelkirsche, und welche Säure bringt sie mit? Was verändert sich durch Trocknung, Fermentation oder Pressung? Welche Farbe, Textur oder Aromatik macht eine Beere interessant?

naturKRAFT untersucht mit Fachleuten Rohstoffprofil und Sensorik, entwickelt passende Rezepturen und prüft geeignete Verarbeitungsverfahren. So erhält eine Kultur einen Weg in den Markt, der zu ihren Eigenschaften passt.

Verarbeitung, Mengenplanung, Positionierung und Absatz werden dabei von Anfang an zusammengedacht.

Vom einzelnen Betrieb zur gemeinsamen Marktleistung

Direktvermarktung schafft Nähe und macht Herkunft unmittelbar erlebbar. Für manche Kulturen braucht es darüber hinaus Verarbeitung, grössere Mengen, professionelle Produktentwicklung oder Absatzkanäle, die ein einzelner Landwirtschaftsbetrieb kaum wirtschaftlich aufbauen kann.

Hier entsteht der Wert einer gemeinsamen Struktur.

Für Betriebe eröffnen sich zusätzliche Absatzperspektiven und eine bessere Grundlage für die langfristige Anbauplanung. Verarbeiter und Produktentwickler erhalten Zugang zu besonderen Rohstoffen und abgestimmten Mengen.

Werden mehrere Betriebe verbunden, entsteht eine breitere Rohstoffbasis mit unterschiedlichen Erntefenstern. naturKRAFT koordiniert diese Mengen über Betriebsgrenzen hinweg und stimmt sie mit Verarbeitungskapazitäten und Nachfrage ab.

So kann aus der Vielfalt einzelner Betriebe ein verlässliches Angebot werden.

Entwickeln unter realen Bedingungen

naturKRAFT entwickelt entlang konkreter Kulturen und tatsächlicher Nachfrage.

Neue Kulturen werden angebaut und ihre Erträge beobachtet. Rohstoffe werden verkostet und analysiert, Rezepturen und Verarbeitungsverfahren getestet. Kleine Chargen gelangen zu Köchen, Verarbeitern, Unternehmen, Handelspartnern oder ausgewählten Kundengruppen.

Die Rückmeldungen fliessen zurück in die Entwicklung. Welche Qualität wird gesucht? Welche Mengen lassen sich wirtschaftlich verarbeiten? Wo fehlt Verarbeitungskapazität? Welche Kultur rechtfertigt eine grössere Pflanzung? So entstehen Entscheidungen aus der Praxis heraus.

Ziel ist eine Zusammenarbeit, die Betrieben verlässliche Absatzwege und Unternehmen Zugang zu besonderen Rohstoffen und neuen Anwendungen eröffnet. Sie soll die wirtschaftliche Grundlage schaffen, auf der landwirtschaftliche Vielfalt wachsen kann.

Die gemeinsame Frage lautet: Was können wir daraus gemeinsam machen?

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Hof Rüeggshusen

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Region

Zürich Oberland, Schweiz

Spannungsfeld

Der Rüeggshuser Hof steht exemplarisch für eine Frage, die sich heute vielerorts stellt: Wie lassen sich historisch gewachsene Landwirtschaftsbetriebe so weiterentwickeln, dass ihre Entwicklungsfähigkeit erhalten bleibt?

Zwischen Bodenrecht, Generationenwechsel und wirtschaftlichem Druck entstehen Entscheidungen, deren langfristige Auswirkungen weit über einen einzelnen Hof hinausreichen.

Das Projekt entwickelt daraus ein Modell, das Agrarökologie, Agroforst und regionale Wertschöpfung zu einem zukunftsfähigen Hoforganismus verbindet. Kooperationen mit Forschung und Bildung können den Aufbau später begleiten, bleiben jedoch der landwirtschaftlichen Entwicklung untergeordnet.

Status

2026 stehen die Vertiefung der Betriebsvoranalyse, das Einspracheverfahren sowie die Klärung von Grundstücken, Gebäuden, Betriebsstruktur und Finanzierung im Zentrum.

Parallel werden die landwirtschaftliche Einordnung mit den zuständigen Stellen, die künftige Bewirtschafterstruktur und die regionale Einbettung vorbereitet.

Der Rüeggshuser Hof dient zugleich als Ausgangspunkt, um Strukturen für den frühzeitigen Erhalt gefährdeter Landwirtschaftsbetriebe weiterzuentwickeln, bis hin zur Idee einer REGA für Landwirtschaftsbetriebe.

Hof Rüeggshusen

Wie aus einem historischen Hof ein lebendiger Organismus für kommende Generationen entstehen kann.

Manche Orte erzählen ihre Geschichte über Jahrhunderte.
Der Weiler Rüeggshusen in der Gemeinde Bubikon ZH gehört dazu.
Er ist spätestens seit dem Jahr 775 urkundlich belegt und zählt damit zu den ältesten nachgewiesenen Siedlungen im Zürcher Oberland.
Seit über zwölf Jahrhunderten wird hier Landwirtschaft betrieben.

Heute steht dieser Ort an einem Wendepunkt.
Im Rahmen einer Erbfolge steht die Abparzellierung der Hofstelle und ihre Herauslösung aus dem bisherigen landwirtschaftlichen Zusammenhang zur Diskussion.

Aus juristischer Sicht handelt es sich um ein Verfahren, wie es vielerorts vorkommt.
Dieser Fall wirft jedoch eine grundlegendere Frage auf.

Wie lässt sich ein historisch gewachsener Landwirtschaftsbetrieb so weiterentwickeln, dass er auch für kommende Generationen seine Entwicklungsfähigkeit behält?
Aus dieser Frage heraus entstand das vorliegende Projekt.

Ausgangslage

Für die Projektentwicklung wird derzeit ein Untersuchungs- und Planungsperimeter von rund 6,2 Hektaren zugrunde gelegt.
Er umfasst landwirtschaftlich nutzbare Flächen, die bestehende Hofstelle sowie Wald, Weiher, Schutz- und weitere Nicht-LN-Flächen.
Weitere Grundstücke könnten den Gesamtstandort auf rund zehn Hektaren erweitern.
Ihre Zugehörigkeit und Verfügbarkeit sind noch nicht abschliessend geklärt.

Die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen werden heute überwiegend für Ackerbau und als Grünland genutzt.
Eine eigenständige Betriebsführung und eine aktive Tierhaltung bestehen am Standort seit 25 Jahren nicht mehr.

Dennoch ist vieles vorhanden, was für einen neuen Landwirtschaftsbetrieb entscheidend ist.
Zusammenhängendes Kulturland.
Eine bestehende Hofstelle.
Kurze Wege.
Unterschiedliche Gelände- und Feuchtigkeitsbereiche. Exposition, Wasserbewegung und Topografie schaffen ein vielfältiges Standortmosaik.

Diese Vielfalt eröffnet die Möglichkeit, Landwirtschaft wieder als zusammenhängendes System zu entwickeln und nicht als Summe einzelner Kulturen.

Ein anderer Blick auf Landwirtschaft

Dieses Projekt beginnt mit einer einfachen Frage: Was macht einen Landwirtschaftsbetrieb eigentlich aus?

Die naheliegende Antwort lautet: Felder, Wiesen, Gebäude und Maschinen.

Eine andere Perspektive zeigt ein anderes Bild.
Ein Landwirtschaftsbetrieb ist ein lebendiger Organismus.
Boden, Wasser, Pflanzen, Tiere und Menschen stehen in einer fortlaufenden Beziehung zueinander.
Verändert sich ein Teil, verändert sich das Ganze.


— Landwirtschaft beginnt mit dem Verständnis von Beziehungen.


Hier greifen die Prinzipien der Agrarökologie.
Sie betrachtet den Betrieb als Ökosystem.

Vielfalt ersetzt Einseitigkeit.
Kreisläufe ersetzen lineare Prozesse.
Dauerhaft bewachsener Boden ersetzt offene Erde.

Natürliche Entwicklungen werden genutzt, statt gegen sie zu arbeiten.
Gesunder Boden speichert Wasser.
Wasser versorgt Pflanzen.
Tiefwurzelnde Gehölze erschliessen Nährstoffe aus Bodenschichten, die viele Ackerpflanzen nicht erreichen.
Blätter, Astmaterial und Ernterückstände werden zu Bodenbedeckung und Humus.
Mikroorganismen bauen daraus fruchtbaren Boden auf.

Bienen nutzen das wachsende Trachtangebot.
Eine kleine Hühnerhaltung kann später den betrieblichen Nährstoffkreislauf ergänzen.

Mit jedem Jahr wächst so die Fruchtbarkeit des gesamten Standorts.

Aus diesem Zusammenspiel können Landwirtschaftssysteme entstehen, die Trockenperioden besser überstehen, Niederschläge länger in der Fläche halten, Biodiversität fördern und hochwertige Lebensmittel hervorbringen.

Die Skizze

Der Rüeggshuser Hof soll sich Schritt für Schritt zu einem vielfältigen, biologisch bewirtschafteten Landwirtschaftsbetrieb entwickeln.
Anstelle einer einzelnen Produktionsrichtung entsteht ein Hoforganismus mit mehreren aufeinander abgestimmten Betriebszweigen.

In unmittelbarer Hofnähe sind ein Marktgarten sowie mehrjährige Gemüse-, Kräuter- und Beerenkulturen vorgesehen.
Sie ermöglichen frühe Erträge und kurze Wege zu Jungpflanzen, Aufbereitung, Kühlung und Lagerung.

Auf den grösseren Kulturlandflächen wird ein syntropisch aufgebautes Agroforst- und Mischkultursystem entwickelt.
Gehölzstreifen wechseln sich mit landwirtschaftlich genutzten Gassen ab.
In diesen wachsen weiterhin Weizen, Mais, Wiese, Edamame und weitere Feldkulturen.

Andere Bereiche werden stärker mit mehrjährigen Gemüsearten, Beeren und Kräutern bewirtschaftet.
Unterschiedliche Vegetationsschichten wachsen bewusst miteinander.

Schnell wachsende Begleitgehölze schaffen Biomasse und schützen den Boden.
Beeren und Obstgehölze liefern mittelfristige Erträge.
Nuss- und weitere langlebige Bäume prägen den Betrieb langfristig.

Durch regelmässigen Rückschnitt gelangt kontinuierlich organische Masse zurück auf den Boden.
Was an natürlichen Waldrändern von selbst geschieht, wird hier bewusst als landwirtschaftliches Produktionssystem gestaltet.

Das System wird schrittweise als kleinräumig strukturierte Mischkultur aufgebaut.
Die Flächen bleiben landwirtschaftlich genutzt.

Es handelt sich nicht um eine Aufforstung, sondern um die Verbindung von Gehölzen, Spezialkulturen und Ackerkulturen innerhalb eines gemeinsamen Produktionssystems.

Ergänzend wird die Imkerei im bestehenden Imkerhäuschen wieder aufgenommen.
Eine kleine Hühnerhaltung kann später hinzukommen, sobald Haltungssystem, Arbeitsbedarf, Bewilligungen und Absatz geklärt sind.

Wasserführung, Retention, dauerhafte Bodenbedeckung und die Rückführung von Schnittbiomasse unterstützen den Aufbau.

Jede Massnahme soll mehrere Funktionen verbinden: Produktion, Bodenentwicklung, Wasserrückhalt, Biodiversität und Klimaresilienz.


— Die wichtigste Kulturpflanze eines Landwirtschaftsbetriebs ist fruchtbarer Boden.


Agrarökologie bedeutet dabei keineswegs Handarbeitsromantik.
Viele Systeme lassen sich ausgesprochen effizient bewirtschaften.

Hasel oder Ölweiden können beispielsweise auf Stamm erzogen werden.
Erntenetze und Rüttler ermöglichen später eine rationelle Ernte.

Moderne Technik bleibt ein wichtiger Bestandteil des Betriebs.
Entscheidend ist ihr sinnvoller Einsatz innerhalb eines lebendigen Systems.

Auf vorhandener Erfahrung aufbauen

Auftraggeber ist der unmittelbar angrenzende Wyler’s Biohof.
Dort entstand in den vergangenen Jahren ein vielfältiges Agroforstsystem mit Waldgarten, Beerenproduktion, Kräuterkulturen, Obstgehölzen und unterschiedlichen Lebensräumen.
Viele der dort gewonnenen Erfahrungen können in die Entwicklung des Rüeggshuser Hofs einfliessen.

Der Rüeggshuser Hof soll zunächst als eigenständiger Landwirtschaftsbetrieb mit eigener Bewirtschaftung, Rechnung und wirtschaftlichem Risiko entwickelt werden.
Die unmittelbare Nachbarschaft ermöglicht fachlichen Austausch und klar zugeordnete Kooperationen bei Maschinen, Logistik, Verarbeitung und Vermarktung.
Langfristig können sich beide Betriebe zu einem zusammenhängenden Entwicklungsraum ergänzen.

Landwirtschaft endet nicht am Feldrand

Ein zukunftsfähiger Landwirtschaftsbetrieb braucht mehr als eine gute Produktion.
Er braucht funktionierende Wertschöpfung.
Deshalb ist der Rüeggshuser Hof von Beginn an als Teil eines regionalen Netzwerks gedacht.

Wyler’s Biohof arbeitet bereits mit Hof Brachland in Bubikon bei der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zusammen.
Der Rüeggshuser Hof kann an diese bestehende Struktur anschliessen und sie durch zusätzliche Rohwaren und Produkte erweitern.

Unter dem gemeinsamen Schirm Naturkraft entsteht darüber hinaus ein grösserer Verarbeitungs- und Vermarktungsraum für agrarökologische Produkte.
Regionale Verarbeitung schafft Wertschöpfung dort, wo sie entsteht.
Kleinere Betriebe erhalten Zugang zu Märkten, die sie allein kaum erschliessen könnten.
Aus einzelnen Höfen entsteht ein gemeinsamer Wirtschaftsraum.

Mehr als ein einzelner Landwirtschaftsbetrieb

Der Rüeggshuser Hof soll zeigen, welches Potenzial in bestehenden Landwirtschaftsbetrieben steckt.
Hier begegnen sich Fragen, die weit über einen einzelnen Hof hinausreichen.

Wie sichern wir fruchtbare Böden?
Wie halten wir Wasser länger in der Landschaft?
Wie entstehen widerstandsfähige Agrarsysteme?
Wie verbinden wir Biodiversität mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit?
Wie entwickeln Regionen ihre eigene Lebensmittelversorgung weiter?
Wie arbeiten Landwirtschaft, Verarbeitung, Forschung und Gesellschaft sinnvoll zusammen?

Der Hof kann zu einem Ort werden, an dem neue Antworten unter realen Bedingungen entstehen.
Als Einladung zum gemeinsamen Lernen und Weiterentwickeln.


— Ein Landwirtschaftsbetrieb ist dann erfolgreich, wenn seine ökologische, soziale und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander wachsen.


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Hof Neubrunn

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Region

Zürich Oberland, Schweiz

Spannungsfeld

Lebenshöfe übernehmen eine Aufgabe, deren gesellschaftliche Bedeutung wächst. Mit dem Wandel der Ernährung entstehen neue Perspektiven für Tiere und neue Anforderungen an die Betriebe, die Verantwortung übernehmen. Die Tiere bleiben auf dem Hof, klassische Erlösquellen verlieren an Bedeutung. Hof Neubrunn entwickelt daraus ein Modell, das Lebenshof, Agroforst, Bildung, Verarbeitung und regionale Wertschöpfung zu einer langfristig tragfähigen Betriebsarchitektur verbindet.

Status

2026 beginnt die Planungs- und Konzeptionsphase. Flächenentwicklung, Betriebsarchitektur, Trägerschaft, Finanzierung und regionale Einbettung werden gemeinsam ausgearbeitet. Ab 2027 erfolgt die schrittweise Umsetzung von Agroforst, Lebenshof, Bildungsangeboten, Verarbeitung und regionaler Wertschöpfung. Hof Neubrunn entwickelt sich damit zu einem Modellvorhaben für die nächste Generation von Lebenshöfen.

Hof Neubrunn

Landwirtschaft mit Tieren. Anders gedacht.

Das Spannungsfeld

Die Landwirtschaft steht vor Entwicklungen, für die es bisher kaum belastbare Antworten gibt.

Mit dem gesellschaftlichen Wunsch nach geringerem Fleischkonsum verändert sich die Rolle von Nutztieren.
Immer mehr Menschen wünschen sich eine Landwirtschaft, die Tieren einen dauerhaften Platz einräumt.

Für viele Betriebe entsteht daraus eine neue Herausforderung.
Ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Tragfähigkeit und gesellschaftliche Erwartungen verlangen nach neuen Antworten.

Lebenshöfe übernehmen in diesem Spannungsfeld eine wichtige Aufgabe.
Sie schaffen Schutzräume für Tiere.
Sie ermöglichen Beziehung.
Sie schaffen Würde.

Viele dieser Höfe stehen jedoch vor derselben Herausforderung.

Die Tiere bleiben.
Die Verantwortung bleibt.
Die laufenden Kosten bleiben.
Die bisherigen Erlösmodelle verlieren an Bedeutung.

Der Wunsch nach einem würdevollen Leben für Tiere ist gesellschaftlich breit verankert.
Die langfristige Verantwortung für Pflege, Infrastruktur und Finanzierung verbleibt jedoch beim einzelnen Betrieb.

Daraus entsteht eine Frage, die weit über den einzelnen Hof hinausreicht: Wie entsteht eine Betriebsarchitektur, die den Tieren dauerhaft einen Platz sichert, ohne dass der Hof selbst an dieser Aufgabe zerbricht?

Hof Neubrunn im Tösstal versteht diese Frage als Entwicklungsaufgabe.

Tiere als Teil der Landwirtschaft von morgen

Auf rund zwanzig Hektaren Landwirtschaftsland und über vier Hektaren Wald entsteht ein Modellvorhaben, das den Lebenshof weiterdenkt und mit den Anforderungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft verbindet.


— Tiere leisten weit mehr als das, was Märkte heute vergüten.


Die Tiere bleiben.
Ihre Rolle verändert sich.

Sie werden zu Mitgestaltern von Bildungsräumen, Biodiversität, Landschaftspflege und sozialer Begegnung.
Sie prägen den Charakter des Ortes.
Sie machen sichtbar, dass Landwirtschaft weit mehr ist als die Produktion von Lebensmitteln.

Ausgangspunkt des Projekts ist die Überzeugung, dass Tiere dauerhaft Teil landwirtschaftlicher Systeme bleiben können.

Die Frage lautet deshalb nicht, ob Tiere auf dem Hof bleiben.
Die Frage lautet, welche Betriebsarchitektur ihre dauerhafte Integration ermöglicht.

Eine ökonomische Heimat für Verantwortung


— Jede Form von Verantwortung benötigt eine ökonomische Heimat.


Die wirtschaftliche Grundlage entsteht aus einer Vielfalt miteinander verbundener Wertschöpfungsfelder.
Agroforst, Verarbeitung, Bildung, regionale Kooperationen, gemeinschaftliche Nutzungsformen und neue Formen der Begegnung ergänzen sich zu einer Betriebsarchitektur mit mehreren wirtschaftlichen Standbeinen.

Investitionen und Anschubfinanzierungen ermöglichen den Aufbau.
Langfristig muss der Betrieb seine ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Leistungen aus eigener Kraft tragen können.

Hof Neubrunn verfolgt damit ein Ziel, das für viele Lebenshöfe von zentraler Bedeutung ist.
Einmal richtig entwickeln.
Danach dauerhaft tragfähig wirtschaften.

Agroforst als räumliches Rückgrat


— Resiliente Landwirtschaft entsteht aus Vielfalt, Schichtung und Beziehungen.


Agroforst bildet das räumliche Rückgrat der Entwicklung.
Wo heute überwiegend Wiesenflächen liegen, entsteht schrittweise ein vielschichtiges Produktions- und Ökosystem.
Baumreihen, Beerensträucher, Nussgehölze, Kräuter, extensive Weiden, produktive Dauerkulturen und bestehende Waldflächen werden zu einem zusammenhängenden System verbunden.

Die Tiere bewegen sich zwischen diesen Strukturen und bleiben Teil eines lebendigen Kreislaufs.
Sie pflegen Flächen, schaffen Dynamik und tragen zur Vielfalt des Hofes bei.

Mit jeder neu entstehenden Schicht erhöht sich die ökologische Stabilität des Betriebes.

Schatten reduziert Hitzestress.
Wurzelsysteme verbessern die Wasserspeicherung.
Gehölze schützen Böden.
Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger entstehen.


— Boden, Wasser und Biodiversität gehören zu den wertvollsten Vermögenswerten einer Gesellschaft.


Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaushalt und Biodiversität werden als produktive Grundlagen betrachtet.
Sie bilden das natürliche Kapital des Hofes.
Sie schaffen Resilienz.
Sie ermöglichen zukünftige Wertschöpfung.

Aus derselben Landschaft entstehen neue Produkte und neue Perspektiven.
Kräuter, Beeren, Früchte, Nüsse, Verarbeitungsprodukte und Bildungsangebote ergänzen die bestehenden Ertragsquellen.

Ein Entwicklungsraum für die Region


— Entwicklung entsteht in Beziehungen.


Regionale Kooperationen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Wertschöpfung soll möglichst dort entstehen, wo die Leistungen erbracht werden.

Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie, Handel, Bildung und regionale Entwicklung werden als Teile eines gemeinsamen Systems verstanden.

Der Hof entwickelt sich dadurch Schritt für Schritt zu einem vielfältigen Landschafts- und Wertschöpfungsraum.


— Menschen schützen, was sie verstehen.


Parallel dazu entstehen Räume für Lernen, Austausch und praktische Erfahrung.
Landwirtschaft wird auf Hof Neubrunn wieder als gesellschaftliche Aufgabe sichtbar.
Schulklassen, Fachpersonen, Familien, Unternehmen und regionale Akteure finden einen Ort vor, an dem Fragen der Ernährung, der Landnutzung und des Zusammenlebens konkret erfahrbar werden.

Der Hof entwickelt sich dadurch zu einem Entwicklungsraum, der unterschiedliche Perspektiven miteinander verbindet.
Landwirtschaft.
Natur.
Bildung.
Gesellschaft.
Wirtschaft.

Was andernorts häufig nebeneinander existiert, wird hier in einen gemeinsamen Zusammenhang gebracht.


— Zukunft entsteht dort, wo Verantwortung einen konkreten Ort findet.


Die Bedeutung des Projekts reicht über den einzelnen Betrieb hinaus.
Hof Neubrunn versteht sich als Entwicklungsraum für eine Landwirtschaft, in der Tiere dauerhaft ihren Platz behalten.

Die zentrale Frage lautet dabei nicht, wie ein einzelner Lebenshof finanziert werden kann.
Die zentrale Frage lautet, welche Form von Landwirtschaft entsteht, wenn Tiere, Boden, Wasser, Biodiversität, Bildung und regionale Wertschöpfung gemeinsam gedacht werden.

Die Antworten darauf entstehen nicht im Seminarraum.
Sie entstehen auf einem Hof.
Im Alltag.
Mit echten Tieren.
Auf realen Flächen.
Mit wirtschaftlicher Verantwortung.

Hof Neubrunn entwickelt damit eine Betriebsarchitektur für eine Landwirtschaft, in der Tiere dauerhaft ihren Platz behalten können.

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Hof Schwand

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Region

Sursee-Mittelland, Schweiz

Spannungsfeld

Der Hof Schwand liegt in einem Raum, in dem sich landwirtschaftliche Nutzung und andere Ansprüche direkt überlagern. Siedlungsdruck und steigende Bodenpreise verschieben die Grundlagen des Betriebs. Der Boden gewinnt an Wert, die landwirtschaftliche Nutzung verliert an Selbstverständlichkeit.

Gleichzeitig entstehen Leistungen, die die Region tragen, im Markt jedoch nur teilweise erscheinen. In diesem Spannungsfeld entscheidet sich, ob Landwirtschaft Teil der Raumentwicklung bleibt oder schrittweise aus ihr verschwindet.

Status

Der Betrieb bewegt sich innerhalb dieses Spannungsfelds und klärt seine Rolle darin aktiv. Bestehende Verbindungen in die Region werden stärker, neue entstehen und verdichten den Zusammenhang.

Der Hof steht damit im Gefüge von Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und regionaler Entwicklung. Die nächsten Schritte ergeben sich aus dieser Verdichtung heraus, konkret im Betrieb und im Austausch mit der Region.

Hof Schwand

Ein landwirtschaftlicher Betrieb im Spannungsfeld von Raum, Boden und Zukunft

Warum dieser Betrieb relevant ist

Der Hof Schwand liegt in einem Raum, in dem landwirtschaftliche Fläche strategische Bedeutung gewonnen hat.

Siedlungsentwicklung beansprucht Kulturland.
Infrastruktur verdichtet den Raum.
Gesellschaftliche Erwartungen an Biodiversität, Tierwohl und Landschaftsqualität steigen.
Gleichzeitig bleibt der wirtschaftliche Druck auf landwirtschaftliche Betriebe hoch.


— Fläche wird knapp. Ansprüche steigen.


Landwirtschaft steht damit im Spannungsfeld von Raumplanung, Wertschöpfung und ökologischer Tragfähigkeit.

Hier zeigt sich, wie mit Begrenzung umgegangen wird.

Die zentrale Frage

Wie entsteht mehr Wertschöpfung auf gleicher Fläche ohne die Substanz des Bodens zu schwächen?


— Wertschöpfung pro Quadratmeter wird zur strategischen Frage.


Verdichtung kann Substanz abbauen.
Sie kann auch Qualität erhöhen.

Entscheidend ist die Systemlogik der Bewirtschaftung.


— Fläche ist endlich. Qualität ist gestaltbar.


Boden als Ausgangspunkt

Der Boden ist Produktionsgrundlage, Lebensraum und Speicher.

Er reagiert auf Bewirtschaftung.
Langsam.
Kumulativ.
Irreversibel.

Verdichtung verändert Wasserführung.
Humusabbau reduziert Speicherfähigkeit.
Strukturverlust erhöht Erosion.

Diese Prozesse sind messbar.
Und sie wirken über Generationen.


— Boden vergisst nichts.


Biodiversität ist in diesem Kontext funktionale Infrastruktur.
Sie stabilisiert das System und reduziert Verwundbarkeit.


— Was im Boden aufgebaut wird, bestimmt den Handlungsspielraum der nächsten Generation.


Ernährungssicherheit beginnt nicht im Handel.
Sie beginnt im Boden.

Landwirtschaft als System

Landwirtschaft ist Teil eines Ökosystems.
Und Teil eines Ernährungssystems.

Betrieb, Markt, Region und Natur stehen in Wechselwirkung.

Systemisches Denken bedeutet, diese Wechselwirkungen in Entscheidungen einzubeziehen.

Kurzfristige Optimierung kann langfristige Kosten erzeugen.
Langfristige Stabilität entsteht aus struktureller Balance.


— Ernährungssicherheit ist eine Systemleistung.


Landwirtschaft neu zu denken heisst, sie als Bestandteil gesellschaftlicher Resilienz zu verstehen.

Einbettung in bestehende Strukturen

Der Hof Schwand ist eingebunden in landwirtschaftliche Netzwerke.

Die Zusammenarbeit mit dem Luzerner Bauernverband sowie die Verankerung über die regionale Bäuerinnenorganisation schaffen Resonanz im Berufsstand.

Veränderung braucht Legitimität.
Legitimität entsteht im Dialog.

Die Herausforderungen sind bekannt.
Preisdruck.
Regulatorische Komplexität.
Steigende Dokumentationsanforderungen.
Volatile Märkte.


— Transformation beginnt in der Praxis, nicht im Konzept.


Entwicklung entsteht dort, wo reale Rahmenbedingungen aktiv gestaltet werden.

Praxis: Verantwortung konkret

Der Hof Schwand steht für eine Haltung.

Boden wird als langfristiges Kapital verstanden.
Biodiversität als Stabilitätsfaktor.
Wertschöpfung als Ausdruck systemischer Qualität.

Verantwortung bedeutet, Zielkonflikte offen zu benennen.
Und Entscheidungen im Bewusstsein ihrer Langzeitwirkung zu treffen.


— Zukunft entsteht aus heutigen Entscheidungen.


Wer Zukunft gestalten will, übernimmt Risiko.
Wer Stabilität sichern will, investiert in Substanz.

Mut zeigt sich in der Bereitschaft, wirtschaftliche Entscheidungen an ökologischer Tragfähigkeit auszurichten.
Wille zeigt sich in der Konsequenz, diese Haltung im eigenen Betrieb umzusetzen.

Getragen wird dieser Entwicklungsraum von Bruno und Andrea Stadelmann.
Sie übernehmen Verantwortung im eigenen Betrieb und im regionalen Kontext.


— Verantwortung ist eine Strukturfrage.


Was hier sichtbar wird

Der Hof Schwand ist kein isoliertes Projekt.
Er ist ein Entwicklungsraum unter realen Bedingungen.

Hier wird sichtbar, wie Boden, Biodiversität und regionale Wertschöpfung zusammengeführt werden können.

Kein Theorie.
Praxis.

Und wie Verantwortung konkret wird.
Im Boden.
In Entscheidungen.
Im täglichen Handeln.

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AgriMetrix

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Region

Schweiz & Liechtenstein

Spannungsfeld

Landwirtschaftliche Entwicklung entsteht an den Übergängen zwischen Boden, Gesellschaft und Ökonomie. In diesen Räumen treffen unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Landwirtschaftliche Betriebe, Verwaltung, Wissenschaft, Unternehmen, Stiftungen und Finanzakteure verfolgen eigene Ziele, verwenden eigene Begriffe und orientieren sich an unterschiedlichen Kennzahlen.

Dadurch entstehen Verständigungslücken. Leistungen werden unterschiedlich bewertet, Prioritäten unterschiedlich gesetzt und Investitionen entlang verschiedener Logiken getroffen. Die Folge sind hohe Koordinationsaufwände und eine eingeschränkte Fähigkeit, gemeinsame Entwicklung zu gestalten.

Die Frage lautet daher: Wie entsteht eine gemeinsame Sprache für regionale Entwicklung?

Status

AgriMetrix wird seit 2025 in verschiedenen Regionen und Projekten in der Schweiz eingesetzt und weiterentwickelt. Die Methodik bildet eine Grundlage für regionale Agrardialoge, Transformationsprozesse und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand.

Mit jeder Region wächst dabei ein gemeinsamer Erfahrungsraum. Ein Raum, in dem Leistungen sichtbar werden, Wirkung verständlich wird und Zukunft gestaltbar bleibt.

AgriMetrix

Eine gemeinsame Sprache für resiliente Agrarregionen

Die Herausforderungen der Landwirtschaft sind selten landwirtschaftliche Herausforderungen allein.

Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Ernährungssicherheit, Klimaanpassung, regionale Wertschöpfung, Gesundheit, Wasserhaushalt oder Generationenwechsel berühren unterschiedliche Systeme gleichermassen.

Landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeitungsunternehmen, Handel, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Stiftungen und Finanzakteure betrachten dieselbe Realität oft aus verschiedenen Perspektiven.

Jede dieser Perspektiven verfügt über eigene Begriffe, eigene Kennzahlen und eigene Zielbilder.

Die Folge ist bekannt.
Menschen arbeiten am selben Thema und sprechen dennoch aneinander vorbei.

AgriMetrix wurde entwickelt, um diesen Raum der Verständigung zu schaffen.


— Entwicklung beginnt dort, wo unterschiedliche Wirklichkeiten eine gemeinsame Sprache finden.


Von der Leistung zur Verständigung

Viele aktuelle Ansätze konzentrieren sich auf Wirkungen.

Wirkungsmessung ist wichtig.
Sie zeigt, welche Veränderungen in einem System sichtbar werden.

Zwischen den Menschen, die Leistungen erbringen, und jenen, die Wirkungen beurteilen oder finanzieren, entsteht dabei oft eine Lücke.

AgriMetrix schliesst diese Lücke.

Die Methodik macht Leistungen sichtbar, die auf landwirtschaftlichen Betrieben und in Regionen täglich erbracht werden.
Leistungen für Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Wasserhaushalt, Tierwohl, soziale Stabilität, regionale Zusammenarbeit, Wissensaufbau oder wirtschaftliche Tragfähigkeit.

Dadurch entsteht ein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen dem, was Menschen tun, und dem, was sich langfristig entwickelt.


— Wirkung entsteht aus Leistung.
— Wer Leistungen sichtbar macht, schafft die Grundlage für wirksame Entwicklung.


Der Ursprung

AgriMetrix baut auf zwei wesentlichen Quellen auf.

Die erste Quelle ist die deutsche Regionalwert Leistungsrechnung, die seit vielen Jahren Gemeinwohlleistungen landwirtschaftlicher Betriebe sichtbar macht.

Die zweite Quelle stammt aus der Resilienzforschung.
Sie beschäftigt sich mit der Frage, weshalb manche Systeme langfristig handlungsfähig bleiben, während andere an Stabilität verlieren.

Aus der Verbindung dieser beiden Denkansätze entstand ein neuer Blick auf regionale Entwicklung.

Im Zentrum steht die systemische Entwicklungsfähigkeit.

Sie beschreibt die Fähigkeit eines Betriebes, einer Organisation oder einer Region, ihre ökologischen, sozialen und ökonomischen Grundlagen langfristig zu erhalten, weiterzuentwickeln und auf Veränderungen handlungsfähig zu reagieren.


— Resilienz ist kein Zustand.
— Resilienz ist die Fähigkeit, unter veränderten Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.


Boden, Gesellschaft und Ökonomie

AgriMetrix betrachtet Entwicklung als Zusammenspiel dreier Ebenen.

Die ökologische Ebene umfasst Bodenfruchtbarkeit, Wasser, Biodiversität, Landschaftsqualität und natürliche Ressourcen.
Die soziale Ebene umfasst Zusammenarbeit, Wissen, Kultur, Gesundheit, regionale Identität und die Fähigkeit von Menschen, Verantwortung zu übernehmen.
Die ökonomische Ebene umfasst Wertschöpfung, Investitionsfähigkeit, Risikofähigkeit und langfristige wirtschaftliche Stabilität.

Diese Ebenen werden gemeinsam betrachtet, weil sie sich gegenseitig beeinflussen.

Boden bildet die Grundlage jeder landwirtschaftlichen Entwicklung.
Aus gesunden Landschaften entstehen soziale Stabilität und wirtschaftliche Perspektiven.


— Die Qualität eines Bodens prägt langfristig die Qualität einer Region.


AgriMetrix im Ordnungsraum RARE

AgriMetrix ist Teil von RARE, der Architektur resilienter Agrarregionen.

RARE schafft regionale Räume, in denen unterschiedliche Akteure gemeinsam Entwicklung gestalten.

Landwirtschaftliche Betriebe, Gemeinden, Unternehmen, Verarbeiter, Handel, Stiftungen, Wissenschaft und Verwaltung erhalten einen gemeinsamen Betrachtungsraum.

Innerhalb dieses Ordnungsraums übernimmt AgriMetrix eine zentrale Aufgabe.

Die Methodik schafft eine gemeinsame Sprache.
Sie ermöglicht es, Leistungen sichtbar zu machen, Prioritäten zu diskutieren, Entwicklungen zu vergleichen und Investitionen gezielt auszurichten.

Dadurch entstehen Verbindungen zwischen Praxis, Strategie und Finanzierung.


— Gemeinsame Entwicklung beginnt mit einem gemeinsamen Verständnis.


Ein Kompass für regionale Entwicklung

AgriMetrix richtet sich an Menschen und Organisationen, die Verantwortung für regionale Entwicklung tragen.

An regionale Entwicklungsträger, die unterschiedliche Interessen zusammenführen.
An Stiftungen, die ihre Mittel entlang nachvollziehbarer Leistungen einsetzen möchten.
An Unternehmen, die Nachhaltigkeit als Teil ihrer Wertschöpfung verstehen.
An öffentliche Institutionen, die Entscheidungen auf einer breiteren Datengrundlage treffen wollen.
An Landwirtschaftsbetriebe, die ihre Leistungen sichtbar machen und weiterentwickeln möchten.

Die Methodik liefert dabei weit mehr als Kennzahlen.

Sie schafft Orientierung.
Sie unterstützt Dialoge.
Sie macht Zusammenhänge sichtbar.
Sie stärkt die Fähigkeit von Regionen, ihre Zukunft bewusst zu gestalten.


— Wer Entwicklung gestalten will, braucht Orientierung vor Intervention.


Aus Daten entstehen Gespräche

Die eigentliche Stärke von AgriMetrix liegt nicht in der Datenerfassung.
Sie liegt in den Gesprächen, die daraus entstehen.

Wenn unterschiedliche Akteure dieselbe Realität betrachten, entstehen neue Perspektiven auf gemeinsame Herausforderungen.

Aus Einzelinformationen werden Muster.
Aus Bewertungen werden Dialoge.
Aus Dialogen entstehen Entscheidungen.

AgriMetrix schafft damit die Grundlage für einen kontinuierlichen Lern- und Entwicklungsprozess auf Betriebs-, Regional- und Systemebene.


— Transparenz schafft Orientierung.
— Orientierung schafft Handlungsfähigkeit.


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Ca‘ del viva

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Region

Toskana, Italien 

Spannungsfeld

Mediterrane Landschaften stehen unter grossem Druck. Wasser wird knapper, Extremwetterereignisse nehmen zu und die wirtschaftlichen Spielräume vieler Betriebe werden enger. Parallel wächst die Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln, authentischen Naturerlebnissen und regenerativen Lösungen.

Ca‘ del viva bewegt sich an dieser Schnittstelle. Das Projekt verbindet Bodenaufbau, Wassermanagement, regionale Wertschöpfung und langfristige Wirtschaftlichkeit in einem gemeinsamen Entwicklungsraum.

Status

Der Kauf des Hofes ist vorbereitet. Die Eigentums- und Finanzierungsstruktur befindet sich in der Umsetzung. Parallel werden die ersten Entwicklungs- und Bewirtschaftungsmodule für Agroforst, Verarbeitung, Bildung und Agrotourismus konkretisiert.

Ca‘ del viva

Ein Hof für die Zeit nach der Erschöpfung

Zwischen Arezzo und Anghiari, eingebettet in die Hügel der östlichen Toskana, entsteht ein Ort, der eine einfache Frage stellt.

Wie entwickelt sich eine Landschaft, wenn Boden, Wasser, Landwirtschaft, Verarbeitung, Bildung und Gastfreundschaft als zusammenhängendes System gedacht werden?

Ca‘ del viva ist eine Antwort auf diese Frage.

Auf rund 80 Hektar entsteht ein Entwicklungsraum, der regenerative Landwirtschaft, syntropische Agroforstsysteme, Verarbeitung, Bildungsarbeit und Agrotourismus zu einem gemeinsamen Organismus verbindet.

Getragen wird das Projekt von Renke de Vries, Mara Ursprung und deren Team.
Viele der Beteiligten waren über Jahre am Aufbau von Gut & Bösel beteiligt und bringen Erfahrungen aus einem der bekanntesten europäischen Regenerationsprojekte mit.

Mit Ca‘ del viva beginnt nun ein eigenes Kapitel.

Ein anderer Boden.
Ein anderes Klima.
Eine eigene Verantwortung.


— Landwirtschaft ist Infrastruktur.
— Sie produziert Lebensmittel.

— Sie gestaltet Wasserhaushalte.

— Sie beeinflusst Biodiversität.

— Sie prägt regionale Wertschöpfung.

— Sie bestimmt die Resilienz ganzer Landschaften.


Ein Ort mit Geschichte

Ca‘ del viva liegt auf einem historischen Hofensemble aus dem 15. Jahrhundert.

Terrassen.

Steinmauern.

Quellen.

Wälder.

Ehemalige Weiden.

Vieles zeugt von einer Landwirtschaft, die über Jahrhunderte mit den Bedingungen des Ortes gearbeitet hat.

Mit dem Ende traditioneller Bewirtschaftungsformen wurden zahlreiche Höfe des Mittelmeerraums aufgegeben oder stark vereinfacht.

Die Folgen sind vielerorts sichtbar.
Wasser verlässt die Landschaft schneller.

Böden verlieren Substanz.

Wälder werden anfälliger.

Regionale Wertschöpfung konzentriert sich auf wenige Nutzungen.

Ca‘ del viva verfolgt einen anderen Weg.

Der Hof entwickelt sich aus den Bedingungen des Ortes heraus.
Nicht gegen das Klima.

Mit dem Klima.
Nicht gegen die Landschaft.

Mit der Landschaft.


— Jede Landschaft trägt ihre eigene Intelligenz in sich.
— Entwicklung beginnt dort, wo sie wieder gelesen wird.


Wasser als Ausgangspunkt

Mediterrane Regionen stehen unter grossem Druck.
Trockenperioden verlängern sich.

Niederschläge konzentrieren sich auf wenige Ereignisse.
Erosion nimmt zu.

Die entscheidende Ressource ist deshalb Wasser.

Ca‘ del viva arbeitet mit Terrassierung, Agroforstsystemen, Humusaufbau, Waldentwicklung und gezielter Wasserführung.

Ziel ist eine Landschaft, die Wasser länger halten kann.
Denn Wasser entscheidet über Fruchtbarkeit.
Fruchtbarkeit entscheidet über Erträge.

Erträge entscheiden über Stabilität.


— Wasser ist die Währung jeder Landschaft.


Landwirtschaft als Organismus

Die meisten landwirtschaftlichen Systeme konzentrieren sich auf einzelne Produktionszweige.
Ca‘ del viva verbindet mehrere Funktionen zu einem gemeinsamen Kreislauf.

Agroforstsysteme mit Oliven, Obst, Nüssen und Esskastanien.
Gemüsebau.
Schaf- und Ziegenhaltung.
Bienen.
Pilzkulturen.
Verarbeitung.
Direktvermarktung.
Gastfreundschaft.
Bildungsangebote.

Jeder Bereich stärkt den nächsten.
Dadurch entsteht eine Struktur, die ökologische Stabilität und wirtschaftliche Resilienz miteinander verbindet.


— Resilienz entsteht aus Beziehungen.
— Monokulturen vereinfachen.
— 
Lebendige Systeme verbinden.


Wertschöpfung auf gleicher Fläche

Fläche wird im gesamten Mittelmeerraum zu einer strategischen Ressource.
Die zentrale Frage lautet: Wie entsteht mehr Wertschöpfung auf derselben Fläche, während Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaltefähigkeit und Biodiversität zunehmen?

Ca‘ del viva beantwortet diese Frage durch Diversifizierung.
Die Wertschöpfung entsteht aus mehreren Quellen.

Landwirtschaftliche Produkte.
Verarbeitung.
Tourismus.
Bildungsarbeit.
Veranstaltungen.
Direktvermarktung.
Forschung und Wissenstransfer.

Dadurch entsteht ein Betrieb, der sich über unterschiedliche Ertragsströme entwickelt und langfristig auf stabile Grundlagen baut.


— Die Zukunft gehört Betrieben, die mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen.


Eine andere Rolle für Kapital

Ca‘ del viva wird im Verantwortungseigentum aufgebaut.
Die Kontrolle bleibt dauerhaft beim Zweck des Unternehmens.
Kapital unterstützt die Entwicklung des Hofes und begleitet den Aufbau realer Werte.

Boden.
Wasser.
Gebäude.
Landschaft.
Wissen.
Gemeinschaft.

Die wirtschaftliche Perspektive orientiert sich an langfristiger Wertentwicklung und einer transparenten Unternehmensbewertung.
Damit entsteht eine Form der Beteiligung, die Landwirtschaft als generationenübergreifende Infrastruktur versteht.


— Kapital entfaltet seine grösste Kraft dort, wo es Substanz wachsen lässt.


Vom Hof zum Referenzprojekt

Ca‘ del viva versteht sich als realer Entwicklungsraum.
Die Erfahrungen werden dokumentiert.
Die Leistungen werden sichtbar gemacht.
Die Erkenntnisse werden weitergegeben.

Dadurch entsteht mehr als ein einzelner Hof.
Es entsteht ein Modell für Regionen, die Landwirtschaft, Landschaftsentwicklung und wirtschaftliche Tragfähigkeit gemeinsam denken möchten.

Die Herausforderungen der Toskana sind vielerorts dieselben.

Wasser.
Boden.
Wertschöpfung.
Nachfolge.
Regionale Resilienz.

Ca‘ del viva zeigt, wie daraus ein gemeinsamer Entwicklungsweg entstehen kann.

Beteiligung

Der Erwerb des Hofes und die Umsetzung der ersten Entwicklungsphase sind vorbereitet.
Aktuell entsteht die Eigentümer- und Investorenstruktur für den langfristigen Aufbau von Ca‘ del viva.

Gesucht werden Menschen und Institutionen, die Landwirtschaft als Infrastruktur für Boden, Wasser, Ernährung und regionale Stabilität verstehen und den Aufbau eines der ambitioniertesten regenerativen Hofprojekte im Mittelmeerraum begleiten möchten.

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Wyler’s Biohof & Waldgarten

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Region

Zürich Oberland, Schweiz

Spannungsfeld

Wyler’s Waldgarten bewegt sich zwischen zwei Logiken. Kleinflächig angelegt, im Teilzeitbetrieb geführt und unter ökonomischem Druck stehend, trifft er auf ein Umfeld, das Klarheit, Erträge und Einordnung verlangt. Mit zunehmender Komplexität entsteht Druck auf Entscheidungen. Welche Strukturen tragen? Welche Leistungen werden gesehen? Welche Formen erlauben Anschluss an Bildung, Finanzierung und Nutzung? Der gerade abgeschlossene Generationenwechsel verstärkt diese Spannung. Bestehendes und Entstehendes greifen ineinander und verlangen eine klare Ausrichtung im Betrieb.

Status

Der Waldgarten befindet sich seit 2022 im Aufbau und wächst in seine Struktur hinein. Pflanzungen, Pflege und erste Nutzungen greifen ineinander. Seit 2025 werden erste Ernten sichtbar. Der Ort wird zunehmend als Lern- und Erfahrungsraum genutzt. Die nächsten Schritte liegen in der Einbettung in die Region sowie in der Optimierung von Verarbeitung und Vertrieb. Der Raum gewinnt an Kontur.

Wyler’s Biohof & Waldgarten

Landwirtschaft im Wandel

Die Schweizer Landwirtschaft steht vor einer Neuordnung.
Politische Programme setzen Leitplanken.
Ökologische Anforderungen gewinnen an Gewicht.
Wirtschaftlicher Druck bleibt präsent.

Für viele Betriebe stellt sich im Alltag eine konkrete Frage: Wie entsteht daraus ein System, das trägt?

Wyler’s Biohof & Waldgarten liegt im Zürcher Oberland auf 8.75 Hektaren.
Ein kleiner Betrieb, eingebunden in bestehende Strukturen.
Mit begrenztem Spielraum.
Und mit hoher Abhängigkeit vom täglichen Funktionieren.


— Kleinbetriebe tragen eine hohe Dichte an Entscheidungen.


Die Entwicklung erfolgt innerhalb dieses Rahmens.
Der Betrieb läuft weiter, während sich seine Grundlage verändert.
Die Anlage von 60 Aren Mischkultur ist Teil dieser Bewegung.
Sichtbar.
Greifbar.
Und gleichzeitig nur ein Ausschnitt des Ganzen.

Ein Hof mit Geschichte, getragen in die Zukunft

Seit über 100 Jahren wird der Hof von derselben Familie bewirtschaftet.
Jede Generation hat den Betrieb weitergeführt und an ihre Zeit angepasst.

In den letzten Jahren wurde der Hof im Nebenerwerb geführt.
Mit rund 0.7 SAK (Standardarbeitskraft; eine Kenngrösse, die den Arbeitsbedarf eines Betriebs in Vollzeitäquivalenten abbildet).

Die wirtschaftliche Grundlage bildeten kleine Mengen KAG Freiland Rindfleisch sowie die Pensionspferdehaltung.
Diese Struktur hat den Betrieb getragen.
Gleichzeitig hat sie den Raum offengehalten für eine Weiterentwicklung.

Die Transformation entstand im Zuge des letzten Generationenwechsels.
Mit der Übernahme wurde der Betrieb neu ausgerichtet und schrittweise weiterentwickelt.
Heute liegt die betriebliche Grundlage bei über 1.0 SAK.


— Ein Betrieb entwickelt sich entlang seiner Möglichkeiten.


Bestehendes bleibt wirksam.
Neues wächst hinzu.

Landwirtschaft als zusammenhängendes System

Auf Wyler’s Biohof & Waldgarten entsteht ein System, in dem die einzelnen Elemente ineinandergreifen.

Mischkulturen verbinden Bäume, Sträucher, Kräuter und Kulturen.
Agroforststreifen strukturieren die Flächen entlang der Höhenlinien.
Wasser wird aufgenommen, gehalten und gezielt geführt.
Der Boden bleibt möglichst ungestört und entwickelt über die Jahre seine Fruchtbarkeit weiter.

Tiere bewegen sich als Teil dieses Gefüges durch die Flächen.
Sie übernehmen Funktionen im Kreislauf und verbinden die einzelnen Elemente.


— Ertrag folgt Funktion.


Alle Massnahmen entstehen aus den Bedingungen des Standorts heraus.
Klima, Boden und Nutzung greifen ineinander.
Daraus entwickelt sich ein System, das mit der Zeit an Stabilität gewinnt, ohne den laufenden Betrieb aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Vielfalt, Resilienz und Wertschöpfung im Einklang

Die Flächen sind differenziert aufgebaut.
Sie folgen einer klaren inneren Logik.

Obst-Mischkulturen verbinden Hochstammbäume mit Unterpflanzungen aus Kräutern, Beeren und Gemüse.
Mehrjährige Beerenflächen entwickeln sich früh zu einem tragenden Element und gewinnen mit den Jahren an Ertragssicherheit.
Medizinalpflanzen bringen eine zusätzliche Dimension in die Nutzung.

Wiesen und Weiden werden in diese Struktur eingebunden und gezielt weiterentwickelt.
Hecken und Übergänge schaffen Verbindungen und Lebensräume.

Über die Fläche verteilt entstehen Verweilorte.
Sie öffnen den Blick für das, was hier geschieht.

  • 2023

  • 2024

  • 2025

Planung und Umsetzung greifen ineinander.
Der Betrieb entwickelt sich als gestalteter Raum.


— Landwirtschaft wird lesbar.


Entwicklung in Etappen

Der Aufbau des Waldgartens erfolgt schrittweise.

In den ersten Jahren stehen Pflanzung und Strukturaufbau im Vordergrund.
Kulturen werden etabliert.
Wasserführung wird aufgebaut.
Erste Erträge entstehen.

Mit zunehmender Reife verschiebt sich der Schwerpunkt.
Die Systeme beginnen zu tragen.
Erträge werden stabiler.
Verarbeitung gewinnt an Bedeutung.

Ab etwa dem dritten Jahr verdichtet sich diese Entwicklung in konkrete Produkte.
Beeren werden zur Grundlage für eine eigene Limonade.
Kräuter fliessen in Teemischungen ein.
Nüsse und Trockenfrüchte werden zu haltbaren Produkten weiterentwickelt.


— Zeit ist ein aktiver Teil des Systems.


Investition in ein tragfähiges Gefüge

Die Umsetzung des Waldgartens auf 60 Aren erfordert eine Investition von rund 64’000 CHF.
Diese Mittel fliessen in Pflanzmaterial, Bodenvorbereitung, Wasserführung sowie in Wissen und Aufbauarbeit.

Die wirtschaftliche Entwicklung baut sich schrittweise auf.
Mit der Zeit erweitert sich die Produktpalette und gewinnt an Tiefe.
Aus kleinen Mengen einzelner Produkte entsteht eine diversifizierte Linie.
Verarbeitung und Direktvermarktung verbinden sich.
Der Betrieb entwickelt eigene Angebote, die aus der Fläche heraus entstehen und diese widerspiegeln.


— Wertschöpfung beginnt im Boden.


Die wirtschaftliche Perspektive entsteht aus dem Zusammenspiel von Bestehendem und Neuem.

Ein persönliches Reallabor

Der Waldgarten ist zugleich ein persönlicher Entwicklungsraum.

Über vier Jahre hinweg entsteht hier ein Reallabor, getragen mit einem Pensum von rund 0.3 SAK.
Planung, Umsetzung und Beobachtung greifen ineinander.
Entscheidungen entstehen im direkten Kontakt mit dem System.


— Praxis ist der Ort, an dem Erkenntnis entsteht.


Hier verbindet sich landwirtschaftliche Erfahrung mit einer zweiten Perspektive.

Wenn der Bauer mit dem Ökonom arbeitet, verschiebt sich der Blick.
Der Betrieb wird in Zusammenhängen gedacht, die über einzelne Kulturen hinausgehen.
Daraus entsteht eine Form der Entwicklung, die den Hof stärkt, ohne ihn zu überfordern.

Triple Bottom Line: Ein geordnetes Fundament

Die Entwicklung folgt einer klaren inneren Ordnung.

Ökologie bildet die Grundlage.
Boden, Wasser und Biodiversität tragen das System.
Darauf baut die soziale Dimension auf.
Der Hof wirkt als Lebens- und Lernort.
Die ökonomische Ebene entsteht aus dieser Struktur heraus und sichert die langfristige Tragfähigkeit.


— Die Ökonomie folgt der Ökologie.


Gelebte Zusammenarbeit

Die Entwicklung des Hofes wird von mehreren Menschen getragen.

Flurin Wyler führt den Betrieb in dritter Generation.
Familie und Partnerin wirken im Alltag mit.
Wissen, Erfahrung und neue Impulse fliessen zusammen.

Mit dem Waldgarten erweitert sich dieser Kreis.
Unterschiedliche Perspektiven treffen aufeinander und verbinden sich im gemeinsamen Tun.

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Auenhof

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Spannungsfeld

Zwischen agrarpolitischer Flächenlogik und realer betrieblicher Tragfähigkeit entscheidet sich, ob kleinstrukturierte Höfe verschwinden oder wieder handlungsfähig werden.

Region

Zürichsee (ZH), Schweiz

Status

2021-2022 zeitlich begrenzt umgesetzt und mit der Etablierung einer stabilen, bankfreien Finanzierungsstruktur abgeschlossen.

Auenhof

Reaktivierung eines landwirtschaftlichen Betriebs ausserhalb klassischer Finanzlogik

Ein Hof ohne Struktur

Der Auenhof war über Jahre kein offiziell anerkannter Landwirtschaftsbetrieb mehr.

Er war aus dem bäuerlichen Bodenrecht entlassen worden.
Land und Gebäude hatten ihre agrarische Zuordnung verloren.
Was blieb, war Substanz ohne Struktur.


— Struktur entscheidet über Zukunftsfähigkeit.


Der Hof existierte räumlich.
Institutionell war er entkoppelt.

Im agrarpolitischen Kontext galt ein Betrieb dieser Grösse als wirtschaftlich nicht tragfähig.
Unter zehn Hektaren gelten Höfe in der Schweiz gemeinhin als strukturell benachteiligt.

Banklogiken bewerten Skalierung, Sicherheiten und Standardisierbarkeit.

Der Auenhof erfüllte keine dieser Erwartungen.


— Was nicht ins Risikomodell passt, erhält keinen Kredit.


Eine klassische Bank hätte dieses Projekt nicht begleitet.
Nicht aus mangelndem Interesse.
Aus systemischer Logik.

Der Impuls

Die Initiative zur Reaktivierung ging von Marcus Pan aus.

Er erkannte das Potenzial des Standorts.
Landwirtschaftlich.
Ökologisch.
Gesellschaftlich.

Der Wille war vorhanden.
Die Struktur fehlte.

Die Herausforderung war nicht agronomisch.
Sie war finanziell und institutionell.

Hier begann die Übersetzungsarbeit.

Übersetzung in Finanzierbarkeit

Das als unmöglich geltende Vorhaben wurde in einen strukturierten Businessplan überführt.

Investitionsbedarf.
Zeitachsen.
Ertragsmodelle.
Risikoannahmen.
Alles wurde transparent gerechnet.
Langfristige Entwicklung ersetzte kurzfristige Renditeerwartung.


— Unmöglichkeit ist oft nur eine Frage der Struktur.


Investierende wurden angebunden, die bereit waren, Potenzial vor Standardisierung zu bewerten.
Kapital floss ausserhalb klassischer Banklogik.

Nicht spekulativ.
Strukturiert.

Diese Finanzierung war keine Lücke im System.
Sie war eine bewusste Entscheidung gegen lineare Risikobewertung.


— Banklogik bewertet Sicherheiten.
— Struktur bewertet Entwicklung.


Reaktivierung und Anerkennung

Mit der gesicherten Finanzierung wurde Land wieder aktiviert.
Gebäude erhielten ihre agrarische Funktion zurück.
Der Hof wurde erneut als offizieller Landwirtschaftsbetrieb anerkannt.

Damit ist die formale Struktur wieder hergestellt.

Der Auenhof ist wieder Teil der landwirtschaftlichen Ordnung.
Mit allen Rechten und Pflichten.


— Zugehörigkeit bedeutet Verantwortung.


Boden als Grundlage

Die Reaktivierung stellte den Boden ins Zentrum.

Flächen wurden nicht auf maximale Intensität ausgelegt, sondern auf langfristige Stabilität.
Humusaufbau, Diversität und resiliente Anbausysteme bildeten die Grundlage.

Biodiversität wurde als funktionale Infrastruktur verstanden.
Ertragssicherheit entstand aus Systemstabilität.


— Bodenqualität ist strategisches Kapital.


Die Landschaft gewann wieder agrarische Identität.
Der Betrieb gewann wieder Substanz.

Demonstrations- und Lernraum

Der Auenhof entwickelte sich nicht nur als Produktionsort.
Er wurde zu einem Lernraum.

Praxis wurde sichtbar gemacht.
Struktur wurde erklärbar gemacht.
Landwirtschaft wurde diskutierbar gemacht.


— Praxis erzeugt Glaubwürdigkeit.


Die Reaktivierung zeigte, dass kleine Betriebe strukturell tragfähig sein können, wenn Systemlogik vor Skalierungslogik gestellt wird.

Der Auenhof wurde zu einem Referenzraum.

Bodenorientierte Bewirtschaftung.
Strukturierte Finanzierungsmodelle.
Landwirtschaft im periurbanen Kontext.

Bedeutung im grösseren Kontext

Der Auenhof stellte keine isolierte Ausnahme dar.

Er stellte eine strukturelle Frage: Wie viele Betriebe scheitern nicht an Boden oder Motivation sondern an Finanzierungslogik?


— Risiko entsteht oft aus den Bewertungsmodellen selbst. 


Diese Reaktivierung beweist, dass Alternativen möglich sind.
Entromantisiert. 
Strukturell.

Abschluss

Der Prozess ist abgeschlossen.
Der Betrieb ist offiziell anerkannt.
Land und Gebäude sind wieder Teil der agrarischen Ordnung.

Der Auenhof steht wieder als funktionierender Landwirtschaftsbetrieb.

Kein Experiment.
Realität.


Kai Isemann

Ich wirke in lebendigen Systemen.
Nicht aus beobachtender Distanz, sondern von innen heraus.
Meine Impulse entstehen dort, wo Verantwortung tatsächlich getragen wird.
In Beziehungen, in Organisationen, in Übergängen.

Schreiben ist dabei keine Tätigkeit für sich.
Es ist eine Form der Übersetzung aus dem Mitwirken heraus.
Was hier sichtbar wird, ist nicht gedacht im Nachhinein.
Es ist wahrgenommen im Geschehen. 

Ohne Schuldzuweisung.
Ohne Heilsversprechen.


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Triple Bottom Line (3BL)

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Region

weltweit

Spannungsfeld

Finanzielle Leistungen lassen sich messen, vergleichen und in Entscheidungen übersetzen. Viele ökologische und soziale Leistungen, auf denen wirtschaftliche Stabilität beruht, bleiben dagegen unscharf. Sie erscheinen kaum in klassischen Rechnungen und werden oft erst betrachtet, wenn wesentliche Entscheide bereits gefallen sind.

Unternehmen, Stiftungen, Entwicklungsträger und Kapitalgeber brauchen einen gemeinsamen Rahmen, der früh sichtbar macht, was langfristig trägt, wo Lücken bestehen und welches Kapital eine Entwicklung ermöglicht.

Status

Aufbauend auf John Elkingtons Triple Bottom Line entwickelten Kai Isemann und Oliver Fink 2018 den hier beschriebenen 3BL-Rahmen. Seitdem wird er als Bewertungs- und Entscheidungsrahmen angewendet. Die Methodik umfasst heute 15 ökologische, soziale und ökonomische Kernfelder.

Im nächsten Schritt soll daraus ein branchenübergreifender Leistungsstandard mit digitalem Steuerungssystem, Akkreditierung und Kapitalpass entstehen. Die Ernährungswirtschaft bildet den ersten Anwendungs- und Lernraum.

Triple Bottom Line (3BL)

Ordnung der Grundlagen schafft Klarheit für Entscheidungen.

3BL ist ein branchenübergreifender Bewertungs- und Entscheidungsrahmen.

Die Methodik ordnet ökologische, soziale und ökonomische Leistungen in ihrer Beziehung zueinander.
Sie zeigt, welche Grundlagen tragen, wo Entwicklungsbedarf besteht und welches Kapital zum nächsten Schritt passt.

3BL kann auf ein einzelnes Vorhaben, ein Unternehmen, ein Förderportfolio oder einen regionalen Entwicklungsprozess angewendet werden.

Aus drei Bottom Lines wird eine Ordnung

John Elkington prägte Mitte der 1990er-Jahre den Begriff «Triple Bottom Line». Planet, People und Profit sollten den Blick auf wirtschaftlichen Erfolg erweitern. Sein Anspruch reichte über die Nachhaltigkeitsberichterstattung hinaus. Die Idee sollte die Logik des Wirtschaftens selbst verändern.

2018 rief Elkington zu einem «strategic recall» seines eigenen Konzepts auf. Die Triple Bottom Line hatte sich vielerorts zu einem Rahmen für Reporting und Rechnungslegung verengt. Ökologische, soziale und wirtschaftliche Leistungen wurden nebeneinandergestellt, gewichtet und gegeneinander abgewogen. Die finanzielle Bottom Line blieb dominant.

Hier setzt 3BL an. Ökologie, Soziales und Ökonomie stehen nicht nebeneinander. Sie bauen aufeinander auf.

Ökologie → Soziales → Ökonomie

Die ökologische Tragfähigkeit bildet den Lebens- und Wirtschaftsraum. Darauf entstehen soziale Beziehungen, Institutionen und Verantwortungsstrukturen. Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit entwickelt sich innerhalb dieser Voraussetzungen und ermöglicht, sie langfristig zu erhalten.

Damit verändert sich die Frage.

Es geht um mehr als die Abwägung von Planet, People und Profit. Entscheidend ist: Was muss tragen, damit das Nächste überhaupt tragen kann?

Ökonomie existiert nie ausserhalb ihrer Grundlagen.


Eine Wirtschaft kann ihre Grundlagen eine Zeit lang verbrauchen und dennoch erfolgreich erscheinen. Tragfähig ist sie damit noch nicht.


Aus zwei Perspektiven entstanden

Der hier beschriebene 3BL-Rahmen wurde von Kai Isemann und Oliver Fink aus zwei unterschiedlichen Erfahrungsräumen heraus entwickelt.

Kai Isemanns Perspektive ist geprägt von über fünfzehn Jahren in der internationalen Finanzwirtschaft, von Risikoanalyse und institutionellen Entscheidungsprozessen. Heute arbeitet er an den Schnittstellen von Unternehmen, Eigentum, Finanzierung, Landwirtschaft und regionaler Entwicklung.

Oliver Fink arbeitet im Forschungsumfeld des Herbert C. Kelman Institute for Interactive Conflict Transformation. Seine Arbeit richtet den Blick auf Konflikte, Beziehungen und die Bedingungen, unter denen aus Spannungen tragfähige Veränderungsprozesse entstehen.

Die eine Perspektive betrachtet Kapital, Risiken und die Steuerung komplexer Systeme. Die andere betrachtet Menschen, Beziehungen und Veränderungsfähigkeit.

Aus ihrer Verbindung entstand die Frage, die 3BL bis heute prägt:

Wie lassen sich ökologische, soziale und ökonomische Anforderungen so ordnen, dass daraus langfristig tragfähige Entscheidungen entstehen?

Vom Denkrahmen zum Leistungsstandard

Der bestehende 3BL-Rahmen arbeitet mit 15 Kernfeldern: fünf ökologischen, fünf sozialen und fünf ökonomischen.

Er fragt unter anderem nach Energie und Ressourcen, Arbeitsbedingungen und Bildung, regionalen Beziehungen, wirtschaftlicher Tragfähigkeit sowie Organisation und Governance.

Diese Fragen helfen, ein Vorhaben früh zu ordnen, Lücken sichtbar zu machen und Zusammenhänge zu erkennen, bevor die wesentlichen Entscheide gefallen sind.

Im nächsten Entwicklungsschritt werden die qualitativen Fragen mit messbaren Leistungen, Nachweisen, Vergleichswerten und Entwicklungszielen verbunden.

Die 15 Kernfelder bilden die gemeinsame Grundstruktur. Die konkreten Messgrössen richten sich nach der jeweiligen Organisation und ihrem Wirkungskontext. Ein Unternehmen arbeitet mit anderen Daten als eine Stiftung oder eine Gemeinde. Die Ordnung bleibt dieselbe.

Eine Organisation beginnt mit ihrer tatsächlichen Situation: einem Geschäftsmodell, einer Investition, einem Fördervorhaben, einer Eigentumsfrage oder einem Entwicklungsprozess.

Daraus entstehen eine Standortbestimmung, ein Leistungsprofil und konkrete Entwicklungsziele. Wo Kapital benötigt wird, kommt ein Kapitalpass hinzu. Er verbindet den Bedarf, die vorgesehene Mittelverwendung und die angestrebte Entwicklung.

Das digitale System begleitet die Organisation über mehrere Jahre. Es dokumentiert Leistungen und Nachweise, macht Abhängigkeiten sichtbar und zeigt, welche Investitionen zuerst sinnvoll sind.

Ein Nachhaltigkeitsbericht kann daraus entstehen. Er ist das Ergebnis des Prozesses. Der eigentliche Zweck liegt in der Steuerung.


Ein Bericht erklärt, was geschehen ist. Steuerung beginnt dort, wo Erkenntnis den nächsten Entscheid noch verändern kann.


Leistungen sichtbar machen

Ein Teil der Leistungen lässt sich unmittelbar messen.

Dazu gehören Energie- und Ressourcenverbrauch, Emissionen, Arbeitsplätze, Löhne, Ausbildungsleistungen, regionale Einkäufe, Investitionen und langfristige Lieferbeziehungen.

Andere Leistungen brauchen eine weitergehende Einordnung. Welchen gesellschaftlichen Wert schafft zusätzliche Bildung? Welche Folgekosten werden durch eine ökologische Verbesserung vermieden? Was bewirken faire Beziehungen oder eine stabilere regionale Versorgung?

Wo eine belastbare methodische Grundlage besteht, sollen ausgewählte Leistungen auch monetär ausgewiesen werden können.

Dabei bleiben die Ebenen klar unterscheidbar.

Umsatz bleibt Umsatz. Regionale Löhne, Einkäufe und Investitionen sind tatsächliche Geldflüsse. Ein ökologischer oder gesellschaftlicher Wirkungswert ist eine modellierte Grösse. Seine Berechnungsgrundlage, die Qualität der Daten und die mögliche Bandbreite werden offengelegt.

3BL zwingt nicht alles in dieselbe Währung. Die Methodik hält die Ebenen auseinander und macht ihre Beziehung sichtbar.

An die Stelle einer allgemeinen Aussage wie «Wir wirtschaften nachhaltig» tritt ein nachvollziehbares Leistungsbild:

Was wurde erbracht?
Worauf beruht die Aussage?
Welche Entwicklung ist entstanden?
Und welcher nächste Schritt wird angestrebt?

Gerade Leistungen, die im heutigen Marktpreis kaum erscheinen, erhalten damit eine stärkere Stimme.

Kapital folgt tragfähiger Entwicklung

Leistungen sichtbar zu machen ist der Anfang.

Die nächste Frage lautet: Wie kommt Kapital dorthin, wo eine sinnvolle Entwicklung möglich ist?

Eine Stiftung vergibt Fördermittel. Gönnerinnen und Gönner ermöglichen gesellschaftliche Leistungen. Eine Gemeinde unterstützt regionale Entwicklung. Eine Bank finanziert eine Investition. Ein Impact-Investor beteiligt sich an einem tragfähigen Geschäftsmodell.

Diese Instrumente folgen unterschiedlichen Logiken. Die grundlegenden Fragen bleiben dieselben:

Welche Entwicklung soll das Kapital ermöglichen?
Und woran wird später erkennbar, ob sie eingetreten ist?

3BL führt Leistung, Entwicklungsbedarf und Kapital in einem verbindlichen Verfahren zusammen.

Akkreditierte Organisationen erhalten neben ihrem Leistungsprofil einen Kapitalpass. Darin werden Entwicklungsziel, Kapitalbedarf, Mittelverwendung, Meilensteine und Nachweise festgehalten.

Manche Entwicklungen brauchen einen Förderbeitrag oder eine Gönnerschaft. Andere benötigen eine Garantie, ein geduldiges Darlehen oder eine Beteiligung. Häufig liegt die Lösung in einer Verbindung verschiedener Kapitalformen.

Die angestrebte Wirkung bestimmt die Finanzierungsform nicht automatisch. Sie hilft, die passende zu finden.


Kapital ist nicht neutral. Seine Form, seine Frist und die damit verbundenen Erwartungen entscheiden mit, ob eine Entwicklung Zeit gewinnt oder unter Druck gerät.


Akkreditierung schafft Vertrauen

Sobald Leistungen mit Kapital verbunden werden, braucht es Verbindlichkeit.

Eine künftige 3BL-Akkreditierung bestätigt den untersuchten Bereich, die Qualität der Daten, den Entwicklungsstand und die verwendete Version des Standards. Sie wird periodisch überprüft und kann mit der Organisation wachsen.

Dafür braucht es eine klare Trennung der Rollen.

Die Methodik definiert, wie Leistungen erfasst und eingeordnet werden. Eine unabhängige Prüfstelle bestätigt Daten und Nachweise. Der Kapitalgeber entscheidet innerhalb seines Mandats, welche Entwicklung er unterstützen möchte.

Die Messung folgt dem gemeinsamen Standard. Die Verantwortung für den Kapitalentscheid bleibt beim Kapitalgeber.

Der Standard schafft Vergleichbarkeit. Er ersetzt kein Urteil.

Die digitale Anwendung unterstützt den Prozess. Sie ordnet Daten und Nachweise, macht Lücken sichtbar und dokumentiert die Entwicklung. Die Bewertungslogik bleibt nachvollziehbar und überprüfbar.

Eine gemeinsame Sprache

Für ein Unternehmen beginnt 3BL bei der eigenen Steuerung. Es erkennt seine Leistungen, Abhängigkeiten und Entwicklungsfelder und kann Investitionsentscheide fundierter treffen.

Eine Stiftung kann mit derselben Methodik beurteilen, welche Ausgangslage ein Vorhaben hat, was ihre Mittel ermöglichen sollen und welche Entwicklung daraus entstanden ist.

Regionale Entwicklungsträger erkennen, welche Investitionen sich ergänzen, wo strukturelle Lücken bestehen und wie öffentliche, gemeinnützige und private Mittel zusammenwirken können.

Für Kapitalgeber ergänzt der Kapitalpass die klassische finanzielle Prüfung. Er verbindet Ausgangslage, Entwicklungsziel, Daten, Kapitalbedarf und überprüfbare Meilensteine.

3BL schafft zwischen diesen Perspektiven eine gemeinsame Sprache, ohne ihre unterschiedlichen Rollen aufzulösen.

Die Ernährungswirtschaft als erster Lernraum

Der erste Pilot wird innerhalb der Ernährungswirtschaft aufgebaut.

Hier werden die Zusammenhänge zwischen natürlichen Grundlagen, menschlicher Arbeit, wirtschaftlicher Wertschöpfung und gesellschaftlicher Versorgung unmittelbar sichtbar.

Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Gastronomie, Logistik und Konsum wirken aufeinander. Eine Entscheidung an einer Stelle verändert die Bedingungen an einer anderen.

Für landwirtschaftliche Betriebe können vorhandene Leistungsdaten aus AgriMetrix eingebunden werden. 3BL erweitert den Blick auf Verarbeitung, Handel, Gastronomie, Infrastruktur, öffentliche Institutionen und Kapitalpartner.

Im Pilot wird der gesamte Weg praktisch erprobt: von der Standortbestimmung über Leistungsprofil und Akkreditierung bis zu einem konkreten Kapitalentscheid.

Daraus sollen eine erste Version des 3BL-Standards, ein digitales Pilotwerkzeug, akkreditierte Organisationen, belastbare Kapitalpässe und erste reale Kapitalflüsse auf Grundlage ausgewiesener Leistungen entstehen.

Am Ende muss sich 3BL dort bewähren, wo es zählt: in einer realen Entscheidung und mit echtem Kapital.

Die Ernährungswirtschaft bildet den ersten Lernraum. Anschliessend kann die Methodik auf weitere Branchen, Stiftungsportfolios und Entwicklungsprogramme übertragen werden.

Zielbild

3BL setzt dort an, wo Nachhaltigkeit zur Entscheidung wird.

Was trägt langfristig?
Welche Leistung entsteht tatsächlich?
Welche Entwicklung ist sinnvoll?
Und welches Kapital passt dazu?

Daraus soll eine Infrastruktur entstehen, die Unternehmen, Stiftungen, öffentliche Institutionen, Entwicklungsträger und Kapitalgeber miteinander verbindet.

Organisationen können zeigen, was sie leisten und wohin sie sich entwickeln wollen. Kapitalgeber können erkennen, was ihre Mittel ermöglichen. Leistungen, die für Gesellschaft und Umwelt einen realen Wert haben, erhalten einen nachvollziehbaren Weg in die Finanzierung.

3BL macht sichtbar, was trägt, und verbindet tragfähige Entwicklung mit passendem Kapital.

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