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Project Category: Resilienz

Hof Schwand

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Region

Sursee-Mittelland, Schweiz

Spannungsfeld

Der Hof Schwand liegt in einem Raum, in dem sich landwirtschaftliche Nutzung und andere Ansprüche direkt überlagern. Siedlungsdruck und steigende Bodenpreise verschieben die Grundlagen des Betriebs. Der Boden gewinnt an Wert, die landwirtschaftliche Nutzung verliert an Selbstverständlichkeit.

Gleichzeitig entstehen Leistungen, die die Region tragen, im Markt jedoch nur teilweise erscheinen. In diesem Spannungsfeld entscheidet sich, ob Landwirtschaft Teil der Raumentwicklung bleibt oder schrittweise aus ihr verschwindet.

Status

Der Betrieb bewegt sich innerhalb dieses Spannungsfelds und klärt seine Rolle darin aktiv. Bestehende Verbindungen in die Region werden stärker, neue entstehen und verdichten den Zusammenhang.

Der Hof steht damit im Gefüge von Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und regionaler Entwicklung. Die nächsten Schritte ergeben sich aus dieser Verdichtung heraus, konkret im Betrieb und im Austausch mit der Region.

Hof Schwand

Ein landwirtschaftlicher Betrieb im Spannungsfeld von Raum, Boden und Zukunft

Warum dieser Betrieb relevant ist

Der Hof Schwand liegt in einem Raum, in dem landwirtschaftliche Fläche strategische Bedeutung gewonnen hat.

Siedlungsentwicklung beansprucht Kulturland.
Infrastruktur verdichtet den Raum.
Gesellschaftliche Erwartungen an Biodiversität, Tierwohl und Landschaftsqualität steigen.
Gleichzeitig bleibt der wirtschaftliche Druck auf landwirtschaftliche Betriebe hoch.


— Fläche wird knapp. Ansprüche steigen.


Landwirtschaft steht damit im Spannungsfeld von Raumplanung, Wertschöpfung und ökologischer Tragfähigkeit.

Hier zeigt sich, wie mit Begrenzung umgegangen wird.

Die zentrale Frage

Wie entsteht mehr Wertschöpfung auf gleicher Fläche ohne die Substanz des Bodens zu schwächen?


— Wertschöpfung pro Quadratmeter wird zur strategischen Frage.


Verdichtung kann Substanz abbauen.
Sie kann auch Qualität erhöhen.

Entscheidend ist die Systemlogik der Bewirtschaftung.


— Fläche ist endlich. Qualität ist gestaltbar.


Boden als Ausgangspunkt

Der Boden ist Produktionsgrundlage, Lebensraum und Speicher.

Er reagiert auf Bewirtschaftung.
Langsam.
Kumulativ.
Irreversibel.

Verdichtung verändert Wasserführung.
Humusabbau reduziert Speicherfähigkeit.
Strukturverlust erhöht Erosion.

Diese Prozesse sind messbar.
Und sie wirken über Generationen.


— Boden vergisst nichts.


Biodiversität ist in diesem Kontext funktionale Infrastruktur.
Sie stabilisiert das System und reduziert Verwundbarkeit.


— Was im Boden aufgebaut wird, bestimmt den Handlungsspielraum der nächsten Generation.


Ernährungssicherheit beginnt nicht im Handel.
Sie beginnt im Boden.

Landwirtschaft als System

Landwirtschaft ist Teil eines Ökosystems.
Und Teil eines Ernährungssystems.

Betrieb, Markt, Region und Natur stehen in Wechselwirkung.

Systemisches Denken bedeutet, diese Wechselwirkungen in Entscheidungen einzubeziehen.

Kurzfristige Optimierung kann langfristige Kosten erzeugen.
Langfristige Stabilität entsteht aus struktureller Balance.


— Ernährungssicherheit ist eine Systemleistung.


Landwirtschaft neu zu denken heisst, sie als Bestandteil gesellschaftlicher Resilienz zu verstehen.

Einbettung in bestehende Strukturen

Der Hof Schwand ist eingebunden in landwirtschaftliche Netzwerke.

Die Zusammenarbeit mit dem Luzerner Bauernverband sowie die Verankerung über die regionale Bäuerinnenorganisation schaffen Resonanz im Berufsstand.

Veränderung braucht Legitimität.
Legitimität entsteht im Dialog.

Die Herausforderungen sind bekannt.
Preisdruck.
Regulatorische Komplexität.
Steigende Dokumentationsanforderungen.
Volatile Märkte.


— Transformation beginnt in der Praxis, nicht im Konzept.


Entwicklung entsteht dort, wo reale Rahmenbedingungen aktiv gestaltet werden.

Praxis: Verantwortung konkret

Der Hof Schwand steht für eine Haltung.

Boden wird als langfristiges Kapital verstanden.
Biodiversität als Stabilitätsfaktor.
Wertschöpfung als Ausdruck systemischer Qualität.

Verantwortung bedeutet, Zielkonflikte offen zu benennen.
Und Entscheidungen im Bewusstsein ihrer Langzeitwirkung zu treffen.


— Zukunft entsteht aus heutigen Entscheidungen.


Wer Zukunft gestalten will, übernimmt Risiko.
Wer Stabilität sichern will, investiert in Substanz.

Mut zeigt sich in der Bereitschaft, wirtschaftliche Entscheidungen an ökologischer Tragfähigkeit auszurichten.
Wille zeigt sich in der Konsequenz, diese Haltung im eigenen Betrieb umzusetzen.

Getragen wird dieser Entwicklungsraum von Bruno und Andrea Stadelmann.
Sie übernehmen Verantwortung im eigenen Betrieb und im regionalen Kontext.


— Verantwortung ist eine Strukturfrage.


Was hier sichtbar wird

Der Hof Schwand ist kein isoliertes Projekt.
Er ist ein Entwicklungsraum unter realen Bedingungen.

Hier wird sichtbar, wie Boden, Biodiversität und regionale Wertschöpfung zusammengeführt werden können.

Kein Theorie.
Praxis.

Und wie Verantwortung konkret wird.
Im Boden.
In Entscheidungen.
Im täglichen Handeln.

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Architektur resilienter Agrarregionen (RARE)

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Region

Europa

Spannungsfeld

Landwirtschaftliche Regionen werden von vielen Akteuren geprägt, die am selben Raum arbeiten und unterschiedlichen Logiken folgen. Ein Betrieb entwickelt seinen Boden, während Absatz oder Verarbeitung fehlen. Förderprogramme unterstützen einzelne Massnahmen, während verbindende Strukturen kaum finanziert werden. Wirkungskapital sucht geeignete Vorhaben, während gute Projekte den Weg zur Finanzierung nicht finden.

Wissen, Kapital und Initiative sind häufig vorhanden. Was fehlt, sind die Verbindungen dazwischen. RARE arbeitet an diesen Übergängen. Der Denkraum schafft einen gemeinsamen Bezugsrahmen, in dem Leistungen sichtbar, Zusammenhänge verständlich und konkrete Entwicklungspfade erprobt werden können.

Status

RARE befindet sich 2026 in der Aufbau- und Erprobungsphase. Sursee-Mittelland bildet den ersten regionalen Entwicklungsraum. Im Umfeld der Neuen Regionalpolitik werden AgriMetrix und Agrardialog zunächst praktisch erprobt.

Parallel entwickelt sich das Netzwerk der Reallabore weiter. Die nächsten Schritte richten sich auf die Verbindung von betrieblicher Entwicklung, Markt, Wissen und Wirkungskapital sowie auf den Transfer in weitere Regionen. 

Architektur resilienter Agrarregionen (RARE)

Ein Denkraum für die Entwicklungsfähigkeit von Landwirtschaft und Region

Ein Landwirtschaftsbetrieb kann vieles richtig machen und trotzdem an einer Schnittstelle scheitern, die er allein kaum beeinflussen kann.

Der Boden entwickelt sich gut, doch für neue Kulturen fehlt der Absatz. Eine Nachfolge wäre möglich, aber Eigentum, Finanzierung und Betriebskonzept finden nicht zusammen. Wirkungskapital sucht sinnvolle Projekte, während viele gute Vorhaben den Weg zur Finanzierung nicht finden.

Solche Situationen haben selten nur eine Ursache. Sie entstehen dort, wo Landwirtschaft, Markt, Finanzierung, Bildung, Wissenschaft und öffentliche Hand aufeinandertreffen.

Hier setzt RARE an.

RARE steht für Architektur resilienter Agrarregionen. Es ist ein Denk- und Ordnungsraum, in dem unterschiedliche Projekte, Menschen und Institutionen ihre Arbeit auf eine gemeinsame regionale Wirklichkeit beziehen können.

Die Fachlichkeit bleibt dort, wo sie hingehört. RARE verbindet die Beziehungen dazwischen.


Die Zukunft eines Hofes entscheidet sich oft ausserhalb seines Hoftors.


Betrieb, Region und System

Landwirtschaft beginnt beim Boden. Was auf einem Betrieb möglich wird, hängt aber auch von Verarbeitung, Absatz, Wissen, Arbeitskräften, Eigentumsverhältnissen, Finanzierung und politischen Rahmenbedingungen ab.
Umgekehrt wirken landwirtschaftliche Entscheidungen auf Wasserhaushalt, Landschaft, Biodiversität, Ernährung und regionale Wertschöpfung zurück. RARE betrachtet diese Beziehungen auf drei Ebenen:

Betrieb, Region und System.

Der Betrieb bleibt der konkrete Ausgangspunkt. Die Region ist der Raum, in dem Beziehungen sichtbar und gestaltbar werden. Auf der Systemebene stellt sich die Frage, welche Strukturen, Instrumente und Regeln Entwicklung erleichtern oder erschweren.

So kann ein Problem auf einem Hof als regionale Aufgabe erkennbar werden. Und eine regionale Erfahrung kann Hinweise darauf geben, wo sich Rahmenbedingungen verändern müssen.


RARE verbindet, was in der Praxis ohnehin zusammenwirkt.


Eine gemeinsame Sprache

Komplexe Zusammenarbeit braucht Verständigung.
Landwirtschaftsbetriebe sprechen über Ertrag, Boden und Arbeitsbelastung. Gemeinden über Regionalentwicklung. Stiftungen über Wirkung. Banken über Risiko und Tragfähigkeit. Unternehmen über Mengen, Qualität und Lieferfähigkeit.

Alle betrachten denselben Raum aus unterschiedlichen Perspektiven. Vereinfacht lässt sich die Architektur deshalb so lesen:

  • RARE ist der Denkraum.
  • AgriMetrix schafft die gemeinsame Sprache.

  • Der Agrardialog bringt diese Sprache ins Gespräch.

AgriMetrix macht ökologische, soziale und ökonomische Leistungen sichtbar. Der Agrardialog verbindet diese Daten mit Erfahrung und Kontext. So können unterschiedliche Akteure gemeinsam erkennen, wo eine Region steht, welche Spannungen bestehen und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Man könnte AgriMetrix als eine Art agrarisches Esperanto verstehen. Die gemeinsame Sprache ersetzt die Fachsprachen nicht. Sie schafft eine Verständigungsbasis zwischen ihnen.


Gemeinsame Entwicklung braucht zunächst eine gemeinsame Sprache.


Reallabore

RARE entwickelt sich nicht am Schreibtisch, sondern aus realen Situationen. Die Reallabore bearbeiten unterschiedliche Ausschnitte desselben Zusammenhangs.

Auf Betrieben wie Hof Schwand, Wyler’s Biohof und dem Rüeggshuser Hof geht es um Boden, Wasser, Agroforst, vielfältige Produktionssysteme, betriebliche Tragfähigkeit, Generationenwechsel und neue Formen landwirtschaftlicher Nutzung.

Ursaat und naturKRAFT bearbeitet die Marktseite. Wenn vielfältigere Landschaften vielfältigere Rohstoffe hervorbringen, braucht es Verarbeitung, Produktentwicklung und verlässliche Absatzwege.

Die REGA LWS setzt dort an, wo Landwirtschaftsbetriebe ihre Zukunft zu verlieren drohen. Sie verbindet Früherkennung, Betriebsentwicklung, Bodenrecht, Finanzierung und Nachfolge.

Ein geplanter Lern- und Entwicklungsort in der Zentralschweiz verbindet Landwirtschaft mit Bildung, Forschung, Verarbeitung und regionaler Entwicklung. Wissen soll dort gemeinsam mit Betrieben und weiteren Partnern unter realen Bedingungen erprobt und angewendet werden.

3BL (Triple Bottom Line) schafft einen Rahmen, um ökologische, soziale und ökonomische Grundlagen gemeinsam in Entscheidungen einzubeziehen. Daraus entsteht auch eine Schnittstelle zu Wirkungskapital.

Der RegioCoin untersucht, wie regionale Kaufkraft, Nachfrage und landwirtschaftliche Leistungen stärker aufeinander bezogen werden können.

AGRIDEA, BFH-HAFL, BBZN und weitere Bildungs-, Forschungs- und Praxispartner öffnen den Raum für Wissensaustausch und gemeinsame Lernprozesse. Netzwerke wie CNAO (Coachingnetz Agrarökologie) helfen dabei, Erfahrungen über einzelne Projekte und Regionen hinaus zugänglich zu machen.

Jedes Reallabor besitzt einen eigenen Zweck. RARE fragt zusätzlich, was daraus für das Ganze gelernt werden kann.


Ein Reallabor bearbeitet einen konkreten Fall. RARE fragt, was dieser Fall für das Ganze lehrt.


Warum die Region?

Der einzelne Landwirtschaftsbetrieb ist für viele dieser Fragen zu klein. Die nationale Ebene ist für ihre konkrete Bearbeitung oft zu weit entfernt. Die Region liegt dazwischen.

Hier werden Warenströme greifbar. Betriebe, Verarbeiter, Gemeinden, Bildungsorte und Unternehmen können Beziehungen aufbauen. Kapital kann konkrete Vorhaben kennenlernen. Entscheidungen werden in ihren Folgen sichtbar.

Eine Region ist gross genug, um Kreisläufe zu bilden, und klein genug, damit Beziehungen tragfähig bleiben.
Deshalb ist sie für RARE die entscheidende Handlungsebene.

Entwicklung und Kapital verbinden

Eine resiliente Agrarregion braucht mehr als gute Projekte. Sie braucht die Fähigkeit, gute Projekte zu erkennen, miteinander zu verbinden und langfristig zu tragen.

Hier greifen AgriMetrix, Agrardialog und 3BL ineinander.
Leistungen werden sichtbar. Die regionale Wirklichkeit wird gemeinsam eingeordnet. Daraus entstehen konkrete Entwicklungsvorhaben.

Manche brauchen Wissen. Andere einen Marktpartner. Manche öffentliche Förderung oder philanthropisches Kapital. Andere ein Darlehen oder Eigenkapital.
Die Frage lautet deshalb nicht zuerst, wo Geld verfügbar ist. Die Frage lautet: Welche Entwicklung soll ermöglicht werden? Und welches Kapital passt zu ihr?


Kapital soll Entwicklung ermöglichen. Die Entwicklung bestimmt, welches Kapital sie braucht.


Sursee-Mittelland als erster Entwicklungsraum

In der Region Sursee-Mittelland wird die Architektur erstmals auf regionaler Ebene zusammengeführt.

Im Umfeld der Neuen Regionalpolitik werden AgriMetrix und Agrardialog zunächst entlang einzelner Betriebszweige erprobt. Landwirtschaftliche Leistungen werden sichtbar gemacht und mit der regionalen Realität verbunden.

Daraus folgt die eigentliche Entwicklungsarbeit: Wo braucht es Verarbeitung, Markt, Wissen oder Finanzierung? Welche bestehenden Projekte können verbunden werden? Wo fehlt ein Baustein?

Sursee-Mittelland ist damit keine Blaupause für andere Regionen. Es ist der erste Raum, in dem die einzelnen Teile als zusammenhängende Architektur erprobt werden.

Parallel entwickeln sich die weiteren Reallabore weiter. Ihre Erfahrungen fliessen zurück in RARE.

Lernen zwischen Regionen

Jede Agrarregion besitzt andere Böden, Betriebe, Märkte, Menschen und Geschichten.

RARE soll deshalb kein fertiges Modell verbreiten.

Übertragbar sind die Architektur, die gemeinsame Sprache und die Fähigkeit, Erfahrungen zu teilen. Die konkrete Entwicklung bleibt regional.

So kann mit der Zeit ein Netzwerk unterschiedlicher Agrarregionen entstehen. Was an einem Ort gelernt wird, wird für andere lesbar, ohne dass es kopiert werden muss.

Resilienz bedeutet dabei keinen fertigen Zustand. Eine resiliente Region kann Veränderungen wahrnehmen, ihre eigenen Ressourcen erkennen und auf neue Bedingungen reagieren.

Dafür braucht es gesunde Böden, wirtschaftlich tragfähige Betriebe, verlässliche Märkte, Wissen, handlungsfähige Institutionen und passendes Kapital.
RARE schafft den Raum, in dem diese Teile zueinander in Beziehung treten können.


Resilienz entsteht regional. Lernen passiert auf einer anderen Ebene.


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AgriMetrix

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Region

Schweiz & Liechtenstein

Spannungsfeld

Landwirtschaftliche Entwicklung entsteht an den Übergängen zwischen Boden, Gesellschaft und Ökonomie. In diesen Räumen treffen unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Landwirtschaftliche Betriebe, Verwaltung, Wissenschaft, Unternehmen, Stiftungen und Finanzakteure verfolgen eigene Ziele, verwenden eigene Begriffe und orientieren sich an unterschiedlichen Kennzahlen.

Dadurch entstehen Verständigungslücken. Leistungen werden unterschiedlich bewertet, Prioritäten unterschiedlich gesetzt und Investitionen entlang verschiedener Logiken getroffen. Die Folge sind hohe Koordinationsaufwände und eine eingeschränkte Fähigkeit, gemeinsame Entwicklung zu gestalten.

Die Frage lautet daher: Wie entsteht eine gemeinsame Sprache für regionale Entwicklung?

Status

AgriMetrix wird seit 2025 in verschiedenen Regionen und Projekten in der Schweiz eingesetzt und weiterentwickelt. Die Methodik bildet eine Grundlage für regionale Agrardialoge, Transformationsprozesse und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand.

Mit jeder Region wächst dabei ein gemeinsamer Erfahrungsraum. Ein Raum, in dem Leistungen sichtbar werden, Wirkung verständlich wird und Zukunft gestaltbar bleibt.

AgriMetrix

Eine gemeinsame Sprache für resiliente Agrarregionen

Die Herausforderungen der Landwirtschaft sind selten landwirtschaftliche Herausforderungen allein.

Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Ernährungssicherheit, Klimaanpassung, regionale Wertschöpfung, Gesundheit, Wasserhaushalt oder Generationenwechsel berühren unterschiedliche Systeme gleichermassen.

Landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeitungsunternehmen, Handel, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Stiftungen und Finanzakteure betrachten dieselbe Realität oft aus verschiedenen Perspektiven.

Jede dieser Perspektiven verfügt über eigene Begriffe, eigene Kennzahlen und eigene Zielbilder.

Die Folge ist bekannt.
Menschen arbeiten am selben Thema und sprechen dennoch aneinander vorbei.

AgriMetrix wurde entwickelt, um diesen Raum der Verständigung zu schaffen.


— Entwicklung beginnt dort, wo unterschiedliche Wirklichkeiten eine gemeinsame Sprache finden.


Von der Leistung zur Verständigung

Viele aktuelle Ansätze konzentrieren sich auf Wirkungen.

Wirkungsmessung ist wichtig.
Sie zeigt, welche Veränderungen in einem System sichtbar werden.

Zwischen den Menschen, die Leistungen erbringen, und jenen, die Wirkungen beurteilen oder finanzieren, entsteht dabei oft eine Lücke.

AgriMetrix schliesst diese Lücke.

Die Methodik macht Leistungen sichtbar, die auf landwirtschaftlichen Betrieben und in Regionen täglich erbracht werden.
Leistungen für Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Wasserhaushalt, Tierwohl, soziale Stabilität, regionale Zusammenarbeit, Wissensaufbau oder wirtschaftliche Tragfähigkeit.

Dadurch entsteht ein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen dem, was Menschen tun, und dem, was sich langfristig entwickelt.


— Wirkung entsteht aus Leistung.
— Wer Leistungen sichtbar macht, schafft die Grundlage für wirksame Entwicklung.


Der Ursprung

AgriMetrix baut auf zwei wesentlichen Quellen auf.

Die erste Quelle ist die deutsche Regionalwert Leistungsrechnung, die seit vielen Jahren Gemeinwohlleistungen landwirtschaftlicher Betriebe sichtbar macht.

Die zweite Quelle stammt aus der Resilienzforschung.
Sie beschäftigt sich mit der Frage, weshalb manche Systeme langfristig handlungsfähig bleiben, während andere an Stabilität verlieren.

Aus der Verbindung dieser beiden Denkansätze entstand ein neuer Blick auf regionale Entwicklung.

Im Zentrum steht die systemische Entwicklungsfähigkeit.

Sie beschreibt die Fähigkeit eines Betriebes, einer Organisation oder einer Region, ihre ökologischen, sozialen und ökonomischen Grundlagen langfristig zu erhalten, weiterzuentwickeln und auf Veränderungen handlungsfähig zu reagieren.


— Resilienz ist kein Zustand.
— Resilienz ist die Fähigkeit, unter veränderten Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.


Boden, Gesellschaft und Ökonomie

AgriMetrix betrachtet Entwicklung als Zusammenspiel dreier Ebenen.

Die ökologische Ebene umfasst Bodenfruchtbarkeit, Wasser, Biodiversität, Landschaftsqualität und natürliche Ressourcen.
Die soziale Ebene umfasst Zusammenarbeit, Wissen, Kultur, Gesundheit, regionale Identität und die Fähigkeit von Menschen, Verantwortung zu übernehmen.
Die ökonomische Ebene umfasst Wertschöpfung, Investitionsfähigkeit, Risikofähigkeit und langfristige wirtschaftliche Stabilität.

Diese Ebenen werden gemeinsam betrachtet, weil sie sich gegenseitig beeinflussen.

Boden bildet die Grundlage jeder landwirtschaftlichen Entwicklung.
Aus gesunden Landschaften entstehen soziale Stabilität und wirtschaftliche Perspektiven.


— Die Qualität eines Bodens prägt langfristig die Qualität einer Region.


AgriMetrix im Ordnungsraum RARE

AgriMetrix ist Teil von RARE, der Architektur resilienter Agrarregionen.

RARE schafft regionale Räume, in denen unterschiedliche Akteure gemeinsam Entwicklung gestalten.

Landwirtschaftliche Betriebe, Gemeinden, Unternehmen, Verarbeiter, Handel, Stiftungen, Wissenschaft und Verwaltung erhalten einen gemeinsamen Betrachtungsraum.

Innerhalb dieses Ordnungsraums übernimmt AgriMetrix eine zentrale Aufgabe.

Die Methodik schafft eine gemeinsame Sprache.
Sie ermöglicht es, Leistungen sichtbar zu machen, Prioritäten zu diskutieren, Entwicklungen zu vergleichen und Investitionen gezielt auszurichten.

Dadurch entstehen Verbindungen zwischen Praxis, Strategie und Finanzierung.


— Gemeinsame Entwicklung beginnt mit einem gemeinsamen Verständnis.


Ein Kompass für regionale Entwicklung

AgriMetrix richtet sich an Menschen und Organisationen, die Verantwortung für regionale Entwicklung tragen.

An regionale Entwicklungsträger, die unterschiedliche Interessen zusammenführen.
An Stiftungen, die ihre Mittel entlang nachvollziehbarer Leistungen einsetzen möchten.
An Unternehmen, die Nachhaltigkeit als Teil ihrer Wertschöpfung verstehen.
An öffentliche Institutionen, die Entscheidungen auf einer breiteren Datengrundlage treffen wollen.
An Landwirtschaftsbetriebe, die ihre Leistungen sichtbar machen und weiterentwickeln möchten.

Die Methodik liefert dabei weit mehr als Kennzahlen.

Sie schafft Orientierung.
Sie unterstützt Dialoge.
Sie macht Zusammenhänge sichtbar.
Sie stärkt die Fähigkeit von Regionen, ihre Zukunft bewusst zu gestalten.


— Wer Entwicklung gestalten will, braucht Orientierung vor Intervention.


Aus Daten entstehen Gespräche

Die eigentliche Stärke von AgriMetrix liegt nicht in der Datenerfassung.
Sie liegt in den Gesprächen, die daraus entstehen.

Wenn unterschiedliche Akteure dieselbe Realität betrachten, entstehen neue Perspektiven auf gemeinsame Herausforderungen.

Aus Einzelinformationen werden Muster.
Aus Bewertungen werden Dialoge.
Aus Dialogen entstehen Entscheidungen.

AgriMetrix schafft damit die Grundlage für einen kontinuierlichen Lern- und Entwicklungsprozess auf Betriebs-, Regional- und Systemebene.


— Transparenz schafft Orientierung.
— Orientierung schafft Handlungsfähigkeit.


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Ca‘ del viva

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Region

Toskana, Italien 

Spannungsfeld

Mediterrane Landschaften stehen unter grossem Druck. Wasser wird knapper, Extremwetterereignisse nehmen zu und die wirtschaftlichen Spielräume vieler Betriebe werden enger. Parallel wächst die Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln, authentischen Naturerlebnissen und regenerativen Lösungen.

Ca‘ del viva bewegt sich an dieser Schnittstelle. Das Projekt verbindet Bodenaufbau, Wassermanagement, regionale Wertschöpfung und langfristige Wirtschaftlichkeit in einem gemeinsamen Entwicklungsraum.

Status

Der Kauf des Hofes ist vorbereitet. Die Eigentums- und Finanzierungsstruktur befindet sich in der Umsetzung. Parallel werden die ersten Entwicklungs- und Bewirtschaftungsmodule für Agroforst, Verarbeitung, Bildung und Agrotourismus konkretisiert.

Ca‘ del viva

Ein Hof für die Zeit nach der Erschöpfung

Zwischen Arezzo und Anghiari, eingebettet in die Hügel der östlichen Toskana, entsteht ein Ort, der eine einfache Frage stellt.

Wie entwickelt sich eine Landschaft, wenn Boden, Wasser, Landwirtschaft, Verarbeitung, Bildung und Gastfreundschaft als zusammenhängendes System gedacht werden?

Ca‘ del viva ist eine Antwort auf diese Frage.

Auf rund 80 Hektar entsteht ein Entwicklungsraum, der regenerative Landwirtschaft, syntropische Agroforstsysteme, Verarbeitung, Bildungsarbeit und Agrotourismus zu einem gemeinsamen Organismus verbindet.

Getragen wird das Projekt von Renke de Vries, Mara Ursprung und deren Team.
Viele der Beteiligten waren über Jahre am Aufbau von Gut & Bösel beteiligt und bringen Erfahrungen aus einem der bekanntesten europäischen Regenerationsprojekte mit.

Mit Ca‘ del viva beginnt nun ein eigenes Kapitel.

Ein anderer Boden.
Ein anderes Klima.
Eine eigene Verantwortung.


— Landwirtschaft ist Infrastruktur.
— Sie produziert Lebensmittel.

— Sie gestaltet Wasserhaushalte.

— Sie beeinflusst Biodiversität.

— Sie prägt regionale Wertschöpfung.

— Sie bestimmt die Resilienz ganzer Landschaften.


Ein Ort mit Geschichte

Ca‘ del viva liegt auf einem historischen Hofensemble aus dem 15. Jahrhundert.

Terrassen.

Steinmauern.

Quellen.

Wälder.

Ehemalige Weiden.

Vieles zeugt von einer Landwirtschaft, die über Jahrhunderte mit den Bedingungen des Ortes gearbeitet hat.

Mit dem Ende traditioneller Bewirtschaftungsformen wurden zahlreiche Höfe des Mittelmeerraums aufgegeben oder stark vereinfacht.

Die Folgen sind vielerorts sichtbar.
Wasser verlässt die Landschaft schneller.

Böden verlieren Substanz.

Wälder werden anfälliger.

Regionale Wertschöpfung konzentriert sich auf wenige Nutzungen.

Ca‘ del viva verfolgt einen anderen Weg.

Der Hof entwickelt sich aus den Bedingungen des Ortes heraus.
Nicht gegen das Klima.

Mit dem Klima.
Nicht gegen die Landschaft.

Mit der Landschaft.


— Jede Landschaft trägt ihre eigene Intelligenz in sich.
— Entwicklung beginnt dort, wo sie wieder gelesen wird.


Wasser als Ausgangspunkt

Mediterrane Regionen stehen unter grossem Druck.
Trockenperioden verlängern sich.

Niederschläge konzentrieren sich auf wenige Ereignisse.
Erosion nimmt zu.

Die entscheidende Ressource ist deshalb Wasser.

Ca‘ del viva arbeitet mit Terrassierung, Agroforstsystemen, Humusaufbau, Waldentwicklung und gezielter Wasserführung.

Ziel ist eine Landschaft, die Wasser länger halten kann.
Denn Wasser entscheidet über Fruchtbarkeit.
Fruchtbarkeit entscheidet über Erträge.

Erträge entscheiden über Stabilität.


— Wasser ist die Währung jeder Landschaft.


Landwirtschaft als Organismus

Die meisten landwirtschaftlichen Systeme konzentrieren sich auf einzelne Produktionszweige.
Ca‘ del viva verbindet mehrere Funktionen zu einem gemeinsamen Kreislauf.

Agroforstsysteme mit Oliven, Obst, Nüssen und Esskastanien.
Gemüsebau.
Schaf- und Ziegenhaltung.
Bienen.
Pilzkulturen.
Verarbeitung.
Direktvermarktung.
Gastfreundschaft.
Bildungsangebote.

Jeder Bereich stärkt den nächsten.
Dadurch entsteht eine Struktur, die ökologische Stabilität und wirtschaftliche Resilienz miteinander verbindet.


— Resilienz entsteht aus Beziehungen.
— Monokulturen vereinfachen.
— 
Lebendige Systeme verbinden.


Wertschöpfung auf gleicher Fläche

Fläche wird im gesamten Mittelmeerraum zu einer strategischen Ressource.
Die zentrale Frage lautet: Wie entsteht mehr Wertschöpfung auf derselben Fläche, während Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaltefähigkeit und Biodiversität zunehmen?

Ca‘ del viva beantwortet diese Frage durch Diversifizierung.
Die Wertschöpfung entsteht aus mehreren Quellen.

Landwirtschaftliche Produkte.
Verarbeitung.
Tourismus.
Bildungsarbeit.
Veranstaltungen.
Direktvermarktung.
Forschung und Wissenstransfer.

Dadurch entsteht ein Betrieb, der sich über unterschiedliche Ertragsströme entwickelt und langfristig auf stabile Grundlagen baut.


— Die Zukunft gehört Betrieben, die mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen.


Eine andere Rolle für Kapital

Ca‘ del viva wird im Verantwortungseigentum aufgebaut.
Die Kontrolle bleibt dauerhaft beim Zweck des Unternehmens.
Kapital unterstützt die Entwicklung des Hofes und begleitet den Aufbau realer Werte.

Boden.
Wasser.
Gebäude.
Landschaft.
Wissen.
Gemeinschaft.

Die wirtschaftliche Perspektive orientiert sich an langfristiger Wertentwicklung und einer transparenten Unternehmensbewertung.
Damit entsteht eine Form der Beteiligung, die Landwirtschaft als generationenübergreifende Infrastruktur versteht.


— Kapital entfaltet seine grösste Kraft dort, wo es Substanz wachsen lässt.


Vom Hof zum Referenzprojekt

Ca‘ del viva versteht sich als realer Entwicklungsraum.
Die Erfahrungen werden dokumentiert.
Die Leistungen werden sichtbar gemacht.
Die Erkenntnisse werden weitergegeben.

Dadurch entsteht mehr als ein einzelner Hof.
Es entsteht ein Modell für Regionen, die Landwirtschaft, Landschaftsentwicklung und wirtschaftliche Tragfähigkeit gemeinsam denken möchten.

Die Herausforderungen der Toskana sind vielerorts dieselben.

Wasser.
Boden.
Wertschöpfung.
Nachfolge.
Regionale Resilienz.

Ca‘ del viva zeigt, wie daraus ein gemeinsamer Entwicklungsweg entstehen kann.

Beteiligung

Der Erwerb des Hofes und die Umsetzung der ersten Entwicklungsphase sind vorbereitet.
Aktuell entsteht die Eigentümer- und Investorenstruktur für den langfristigen Aufbau von Ca‘ del viva.

Gesucht werden Menschen und Institutionen, die Landwirtschaft als Infrastruktur für Boden, Wasser, Ernährung und regionale Stabilität verstehen und den Aufbau eines der ambitioniertesten regenerativen Hofprojekte im Mittelmeerraum begleiten möchten.

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