Kasse Zurück zur Website
Zum Hauptinhalt springen

Project Category: Transformation

Kontexte im Übergang. Nicht als Veränderungsprojekt, sondern als Prozess von Reife, Loslassen und Neuordnung.

Hof Schwand

ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT

Spannungsfeld

Ein tragfähiger Betrieb beginnt sich neu zu ordnen, ohne wachsen zu können, während Entscheidungen bereits heute unter realen Konsequenzen getroffen werden müssen.

Region

Willisau (LU), Schweiz

Status

Beginn 2025. Der Betrieb befindet sich in laufender Neuordnung, offen im Verlauf und im Ausgang.

Hof Schwand

Ein landwirtschaftlicher Betrieb im Spannungsfeld von Raum, Boden und Zukunft

Warum dieser Betrieb relevant ist

Der Hof Schwand liegt in einem Raum, in dem landwirtschaftliche Fläche strategische Bedeutung gewonnen hat.

Siedlungsentwicklung beansprucht Kulturland.
Infrastruktur verdichtet den Raum.
Gesellschaftliche Erwartungen an Biodiversität, Tierwohl und Landschaftsqualität steigen.
Gleichzeitig bleibt der wirtschaftliche Druck auf landwirtschaftliche Betriebe hoch.


— Fläche wird knapp. Ansprüche steigen.


Landwirtschaft steht damit im Spannungsfeld von Raumplanung, Wertschöpfung und ökologischer Tragfähigkeit.

Hier zeigt sich, wie mit Begrenzung umgegangen wird.

Die zentrale Frage

Wie entsteht mehr Wertschöpfung auf gleicher Fläche ohne die Substanz des Bodens zu schwächen?


— Wertschöpfung pro Quadratmeter wird zur strategischen Frage.


Verdichtung kann Substanz abbauen.
Sie kann auch Qualität erhöhen.

Entscheidend ist die Systemlogik der Bewirtschaftung.


— Fläche ist endlich. Qualität ist gestaltbar.


Boden als Ausgangspunkt

Der Boden ist Produktionsgrundlage, Lebensraum und Speicher.

Er reagiert auf Bewirtschaftung.
Langsam.
Kumulativ.
Irreversibel.

Verdichtung verändert Wasserführung.
Humusabbau reduziert Speicherfähigkeit.
Strukturverlust erhöht Erosion.

Diese Prozesse sind messbar.
Und sie wirken über Generationen.


— Boden vergisst nichts.


Biodiversität ist in diesem Kontext funktionale Infrastruktur.
Sie stabilisiert das System und reduziert Verwundbarkeit.


— Was im Boden aufgebaut wird, bestimmt den Handlungsspielraum der nächsten Generation.


Ernährungssicherheit beginnt nicht im Handel.
Sie beginnt im Boden.

Landwirtschaft als System

Landwirtschaft ist Teil eines Ökosystems.
Und Teil eines Ernährungssystems.

Betrieb, Markt, Region und Natur stehen in Wechselwirkung.

Systemisches Denken bedeutet, diese Wechselwirkungen in Entscheidungen einzubeziehen.

Kurzfristige Optimierung kann langfristige Kosten erzeugen.
Langfristige Stabilität entsteht aus struktureller Balance.


— Ernährungssicherheit ist eine Systemleistung.


Landwirtschaft neu zu denken heisst, sie als Bestandteil gesellschaftlicher Resilienz zu verstehen.

Einbettung in bestehende Strukturen

Der Hof Schwand ist eingebunden in landwirtschaftliche Netzwerke.

Die Zusammenarbeit mit dem Luzerner Bauernverband sowie die Verankerung über die regionale Bäuerinnenorganisation schaffen Resonanz im Berufsstand.

Veränderung braucht Legitimität.
Legitimität entsteht im Dialog.

Die Herausforderungen sind bekannt.
Preisdruck.
Regulatorische Komplexität.
Steigende Dokumentationsanforderungen.
Volatile Märkte.


— Transformation beginnt in der Praxis, nicht im Konzept.


Entwicklung entsteht dort, wo reale Rahmenbedingungen aktiv gestaltet werden.

Praxis: Verantwortung konkret

Der Hof Schwand steht für eine Haltung.

Boden wird als langfristiges Kapital verstanden.
Biodiversität als Stabilitätsfaktor.
Wertschöpfung als Ausdruck systemischer Qualität.

Verantwortung bedeutet, Zielkonflikte offen zu benennen.
Und Entscheidungen im Bewusstsein ihrer Langzeitwirkung zu treffen.


— Zukunft entsteht aus heutigen Entscheidungen.


Wer Zukunft gestalten will, übernimmt Risiko.
Wer Stabilität sichern will, investiert in Substanz.

Mut zeigt sich in der Bereitschaft, wirtschaftliche Entscheidungen an ökologischer Tragfähigkeit auszurichten.
Wille zeigt sich in der Konsequenz, diese Haltung im eigenen Betrieb umzusetzen.

Getragen wird dieser Entwicklungsraum von Bruno und Andrea Stadelmann.
Sie übernehmen Verantwortung im eigenen Betrieb und im regionalen Kontext.


— Verantwortung ist eine Strukturfrage.


Was hier sichtbar wird

Der Hof Schwand ist kein isoliertes Projekt.
Er ist ein Entwicklungsraum unter realen Bedingungen.

Hier wird sichtbar, wie Boden, Biodiversität und regionale Wertschöpfung zusammengeführt werden können.

Kein Theorie.
Praxis.

Und wie Verantwortung konkret wird.
Im Boden.
In Entscheidungen.
Im täglichen Handeln.

ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT

Weitere Reallabore

Weiterlesen

Wyler’s Biohof & Waldgarten

ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT

Spannungsfeld

Ein funktionierender Nebenerwerbsbetrieb steht vor der Frage, wie unter bestehenden Strukturen Anerkennung, Tragfähigkeit und Zukunft entstehen können.

Region

Zürcher Oberland (CH)

Status

Seit 2023 in Umsetzung und dauerhaft wachsend. Permakultur, Agroforst, Mischkulturen und strukturelle Vielfalt entwickeln sich überjährig weiter. 

Wyler’s Biohof & Waldgarten

Kleinteilige Landwirtschaft mit Zukunft

Der Hof der Familie Wyler liegt in Wolfhausen, im Zürcher Oberland. 
Acht Hektaren Landwirtschaftsfläche.
Ein Betrieb in dritter Generation.

Mit der Übergabe an die neue Generation stand der Hof an einem bekannten Punkt.
Nicht Anfang.
Nicht Ende.
Und doch viele Fragezeichen. 

Ein Teilzeitbetrieb.
0.7 Standardarbeitskräfte.
Nebenerwerb.

Rinderzucht.
Pferdepension.

Ein Betrieb, der funktioniert.
Und zugleich zu jenen gehört, die strukturell als nicht vollwertig gelten.

Viele solcher Betriebe verschwinden.
Nicht, weil sie schlecht geführt sind.
Sondern weil ihnen Anerkennung fehlt.


— Anerkennung entscheidet, ob ein Betrieb Zukunft hat.


Vieles war nicht möglich.
Nicht aus Mangel an Arbeit.
Sondern wegen formaler Grenzen.

Zugänge blieben verschlossen.
Entwicklungsspielräume waren eng.

Der Waldgarten entstand aus dieser Spannung.
Nicht als Zusatz.
Als Neuordnung des Ganzen.

Freiflächen wurden neu gelesen.
Weideflächen einbezogen.
Nicht als Rest.
Als Teil des Systems.

Agroforst hielt Einzug.
Bäume.
Sträucher.
Mehrjährige Kulturen.

Nicht ornamental.
Funktional.


— Fläche ist nicht das Problem.
— Lesbarkeit ist es.


  • 2023

  • 2024

  • 2025

Mit der Integration des Agroforstsystems veränderte sich die Struktur des Betriebs.

Die Standardarbeitskraft überschritt die Schwelle.
Mehr als 1.0 SAK.

Der Betrieb wurde vollwertig.
Nicht symbolisch.
Strukturell.

Damit öffnen sich Räume.
Rechtlich.
Ökonomisch.
Perspektivisch.

Gleichzeitig wuchs die Vielfalt.
Im Boden.
In der Landschaft.
Im Produktangebot.

Die Direktvermarktung differenziert sich.
Kleinteilig.
Divers.
Tragfähig.

Nicht als Strategie.
Als Folge der Praxis.


— Resilienz entsteht dort, wo Abhängigkeiten sinken und Beziehungen zunehmen.


Der Waldgarten wird permakulturell bewirtschaftet.
Nicht als Methode.
Als Haltung.

Beobachtung geht vor Eingriff.
Zeit vor Geschwindigkeit.
Pflege vor Kontrolle.

Nicht alles trägt sofort.
Manches scheitert.
Manches braucht Jahre.

Auch das gehört zur Arbeit.

Lernen im Vollzug

Der Hof ist zugleich Lernort.
Nicht als Kursbetrieb.
Als Erfahrungsraum.

Schulklassen.
Lernende.
Gruppen.

Pädagogik entsteht hier nicht geplant.
Sie entsteht im Tun.

Kinder und Jugendliche begegnen Boden, Pflanzen und Tieren.
Nicht erklärend.
Handelnd.

Fragen tauchen auf, wo Antworten fehlen.


— Lernen beginnt dort, wo Sicherheit endet.


Reallaborarbeit

Der Waldgarten dient als Reallabor für agroökologische Praxis.

Beobachtungen werden festgehalten.
Zusammenhänge lesbar gemacht.
Entscheidungen reflektiert.

Nicht zur Optimierung.
Zur Orientierung.

Leistungen werden sichtbar.
Ökologisch.
Sozial.
Ökonomisch.

Ein Ort ohne Abschluss

Der Waldgarten ist nicht fertig.
Er wird es nicht sein.

Was hier entsteht, lässt sich nicht übertragen.

Aber es ist anschlussfähig.
Für andere Betriebe.
In ähnlicher Lage.


— Zukunft entsteht nicht durch Grösse.
— Sondern durch Struktur.


Der Waldgarten ist ein laufendes Reallabor auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in dritter Generation.

Kein Modell.
Kein Versprechen.

ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT

Weitere Reallabore

Weiterlesen

Error: Response status is not success.