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Project Category: Transformation

Kontexte im Übergang. Nicht als Veränderungsprojekt, sondern als Prozess von Reife, Loslassen und Neuordnung.

Hof Rüeggshusen

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Region

Zürich Oberland, Schweiz

Spannungsfeld

Der Rüeggshuser Hof steht exemplarisch für eine Frage, die sich heute vielerorts stellt: Wie lassen sich historisch gewachsene Landwirtschaftsbetriebe so weiterentwickeln, dass ihre Entwicklungsfähigkeit erhalten bleibt?

Zwischen Bodenrecht, Generationenwechsel und wirtschaftlichem Druck entstehen Entscheidungen, deren langfristige Auswirkungen weit über einen einzelnen Hof hinausreichen.

Das Projekt entwickelt daraus ein Modell, das Agrarökologie, Agroforst und regionale Wertschöpfung zu einem zukunftsfähigen Hoforganismus verbindet. Kooperationen mit Forschung und Bildung können den Aufbau später begleiten, bleiben jedoch der landwirtschaftlichen Entwicklung untergeordnet.

Status

2026 stehen die Vertiefung der Betriebsvoranalyse, das Einspracheverfahren sowie die Klärung von Grundstücken, Gebäuden, Betriebsstruktur und Finanzierung im Zentrum.

Parallel werden die landwirtschaftliche Einordnung mit den zuständigen Stellen, die künftige Bewirtschafterstruktur und die regionale Einbettung vorbereitet.

Der Rüeggshuser Hof dient zugleich als Ausgangspunkt, um Strukturen für den frühzeitigen Erhalt gefährdeter Landwirtschaftsbetriebe weiterzuentwickeln, bis hin zur Idee einer REGA für Landwirtschaftsbetriebe.

Hof Rüeggshusen

Wie aus einem historischen Hof ein lebendiger Organismus für kommende Generationen entstehen kann.

Manche Orte erzählen ihre Geschichte über Jahrhunderte.
Der Weiler Rüeggshusen in der Gemeinde Bubikon ZH gehört dazu.
Er ist spätestens seit dem Jahr 775 urkundlich belegt und zählt damit zu den ältesten nachgewiesenen Siedlungen im Zürcher Oberland.
Seit über zwölf Jahrhunderten wird hier Landwirtschaft betrieben.

Heute steht dieser Ort an einem Wendepunkt.
Im Rahmen einer Erbfolge steht die Abparzellierung der Hofstelle und ihre Herauslösung aus dem bisherigen landwirtschaftlichen Zusammenhang zur Diskussion.

Aus juristischer Sicht handelt es sich um ein Verfahren, wie es vielerorts vorkommt.
Dieser Fall wirft jedoch eine grundlegendere Frage auf.

Wie lässt sich ein historisch gewachsener Landwirtschaftsbetrieb so weiterentwickeln, dass er auch für kommende Generationen seine Entwicklungsfähigkeit behält?
Aus dieser Frage heraus entstand das vorliegende Projekt.

Ausgangslage

Für die Projektentwicklung wird derzeit ein Untersuchungs- und Planungsperimeter von rund 6,2 Hektaren zugrunde gelegt.
Er umfasst landwirtschaftlich nutzbare Flächen, die bestehende Hofstelle sowie Wald, Weiher, Schutz- und weitere Nicht-LN-Flächen.
Weitere Grundstücke könnten den Gesamtstandort auf rund zehn Hektaren erweitern.
Ihre Zugehörigkeit und Verfügbarkeit sind noch nicht abschliessend geklärt.

Die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen werden heute überwiegend für Ackerbau und als Grünland genutzt.
Eine eigenständige Betriebsführung und eine aktive Tierhaltung bestehen am Standort seit 25 Jahren nicht mehr.

Dennoch ist vieles vorhanden, was für einen neuen Landwirtschaftsbetrieb entscheidend ist.
Zusammenhängendes Kulturland.
Eine bestehende Hofstelle.
Kurze Wege.
Unterschiedliche Gelände- und Feuchtigkeitsbereiche. Exposition, Wasserbewegung und Topografie schaffen ein vielfältiges Standortmosaik.

Diese Vielfalt eröffnet die Möglichkeit, Landwirtschaft wieder als zusammenhängendes System zu entwickeln und nicht als Summe einzelner Kulturen.

Ein anderer Blick auf Landwirtschaft

Dieses Projekt beginnt mit einer einfachen Frage: Was macht einen Landwirtschaftsbetrieb eigentlich aus?

Die naheliegende Antwort lautet: Felder, Wiesen, Gebäude und Maschinen.

Eine andere Perspektive zeigt ein anderes Bild.
Ein Landwirtschaftsbetrieb ist ein lebendiger Organismus.
Boden, Wasser, Pflanzen, Tiere und Menschen stehen in einer fortlaufenden Beziehung zueinander.
Verändert sich ein Teil, verändert sich das Ganze.


— Landwirtschaft beginnt mit dem Verständnis von Beziehungen.


Hier greifen die Prinzipien der Agrarökologie.
Sie betrachtet den Betrieb als Ökosystem.

Vielfalt ersetzt Einseitigkeit.
Kreisläufe ersetzen lineare Prozesse.
Dauerhaft bewachsener Boden ersetzt offene Erde.

Natürliche Entwicklungen werden genutzt, statt gegen sie zu arbeiten.
Gesunder Boden speichert Wasser.
Wasser versorgt Pflanzen.
Tiefwurzelnde Gehölze erschliessen Nährstoffe aus Bodenschichten, die viele Ackerpflanzen nicht erreichen.
Blätter, Astmaterial und Ernterückstände werden zu Bodenbedeckung und Humus.
Mikroorganismen bauen daraus fruchtbaren Boden auf.

Bienen nutzen das wachsende Trachtangebot.
Eine kleine Hühnerhaltung kann später den betrieblichen Nährstoffkreislauf ergänzen.

Mit jedem Jahr wächst so die Fruchtbarkeit des gesamten Standorts.

Aus diesem Zusammenspiel können Landwirtschaftssysteme entstehen, die Trockenperioden besser überstehen, Niederschläge länger in der Fläche halten, Biodiversität fördern und hochwertige Lebensmittel hervorbringen.

Die Skizze

Der Rüeggshuser Hof soll sich Schritt für Schritt zu einem vielfältigen, biologisch bewirtschafteten Landwirtschaftsbetrieb entwickeln.
Anstelle einer einzelnen Produktionsrichtung entsteht ein Hoforganismus mit mehreren aufeinander abgestimmten Betriebszweigen.

In unmittelbarer Hofnähe sind ein Marktgarten sowie mehrjährige Gemüse-, Kräuter- und Beerenkulturen vorgesehen.
Sie ermöglichen frühe Erträge und kurze Wege zu Jungpflanzen, Aufbereitung, Kühlung und Lagerung.

Auf den grösseren Kulturlandflächen wird ein syntropisch aufgebautes Agroforst- und Mischkultursystem entwickelt.
Gehölzstreifen wechseln sich mit landwirtschaftlich genutzten Gassen ab.
In diesen wachsen weiterhin Weizen, Mais, Wiese, Edamame und weitere Feldkulturen.

Andere Bereiche werden stärker mit mehrjährigen Gemüsearten, Beeren und Kräutern bewirtschaftet.
Unterschiedliche Vegetationsschichten wachsen bewusst miteinander.

Schnell wachsende Begleitgehölze schaffen Biomasse und schützen den Boden.
Beeren und Obstgehölze liefern mittelfristige Erträge.
Nuss- und weitere langlebige Bäume prägen den Betrieb langfristig.

Durch regelmässigen Rückschnitt gelangt kontinuierlich organische Masse zurück auf den Boden.
Was an natürlichen Waldrändern von selbst geschieht, wird hier bewusst als landwirtschaftliches Produktionssystem gestaltet.

Das System wird schrittweise als kleinräumig strukturierte Mischkultur aufgebaut.
Die Flächen bleiben landwirtschaftlich genutzt.

Es handelt sich nicht um eine Aufforstung, sondern um die Verbindung von Gehölzen, Spezialkulturen und Ackerkulturen innerhalb eines gemeinsamen Produktionssystems.

Ergänzend wird die Imkerei im bestehenden Imkerhäuschen wieder aufgenommen.
Eine kleine Hühnerhaltung kann später hinzukommen, sobald Haltungssystem, Arbeitsbedarf, Bewilligungen und Absatz geklärt sind.

Wasserführung, Retention, dauerhafte Bodenbedeckung und die Rückführung von Schnittbiomasse unterstützen den Aufbau.

Jede Massnahme soll mehrere Funktionen verbinden: Produktion, Bodenentwicklung, Wasserrückhalt, Biodiversität und Klimaresilienz.


— Die wichtigste Kulturpflanze eines Landwirtschaftsbetriebs ist fruchtbarer Boden.


Agrarökologie bedeutet dabei keineswegs Handarbeitsromantik.
Viele Systeme lassen sich ausgesprochen effizient bewirtschaften.

Hasel oder Ölweiden können beispielsweise auf Stamm erzogen werden.
Erntenetze und Rüttler ermöglichen später eine rationelle Ernte.

Moderne Technik bleibt ein wichtiger Bestandteil des Betriebs.
Entscheidend ist ihr sinnvoller Einsatz innerhalb eines lebendigen Systems.

Auf vorhandener Erfahrung aufbauen

Auftraggeber ist der unmittelbar angrenzende Wyler’s Biohof.
Dort entstand in den vergangenen Jahren ein vielfältiges Agroforstsystem mit Waldgarten, Beerenproduktion, Kräuterkulturen, Obstgehölzen und unterschiedlichen Lebensräumen.
Viele der dort gewonnenen Erfahrungen können in die Entwicklung des Rüeggshuser Hofs einfliessen.

Der Rüeggshuser Hof soll zunächst als eigenständiger Landwirtschaftsbetrieb mit eigener Bewirtschaftung, Rechnung und wirtschaftlichem Risiko entwickelt werden.
Die unmittelbare Nachbarschaft ermöglicht fachlichen Austausch und klar zugeordnete Kooperationen bei Maschinen, Logistik, Verarbeitung und Vermarktung.
Langfristig können sich beide Betriebe zu einem zusammenhängenden Entwicklungsraum ergänzen.

Landwirtschaft endet nicht am Feldrand

Ein zukunftsfähiger Landwirtschaftsbetrieb braucht mehr als eine gute Produktion.
Er braucht funktionierende Wertschöpfung.
Deshalb ist der Rüeggshuser Hof von Beginn an als Teil eines regionalen Netzwerks gedacht.

Wyler’s Biohof arbeitet bereits mit Hof Brachland in Bubikon bei der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zusammen.
Der Rüeggshuser Hof kann an diese bestehende Struktur anschliessen und sie durch zusätzliche Rohwaren und Produkte erweitern.

Unter dem gemeinsamen Schirm Naturkraft entsteht darüber hinaus ein grösserer Verarbeitungs- und Vermarktungsraum für agrarökologische Produkte.
Regionale Verarbeitung schafft Wertschöpfung dort, wo sie entsteht.
Kleinere Betriebe erhalten Zugang zu Märkten, die sie allein kaum erschliessen könnten.
Aus einzelnen Höfen entsteht ein gemeinsamer Wirtschaftsraum.

Mehr als ein einzelner Landwirtschaftsbetrieb

Der Rüeggshuser Hof soll zeigen, welches Potenzial in bestehenden Landwirtschaftsbetrieben steckt.
Hier begegnen sich Fragen, die weit über einen einzelnen Hof hinausreichen.

Wie sichern wir fruchtbare Böden?
Wie halten wir Wasser länger in der Landschaft?
Wie entstehen widerstandsfähige Agrarsysteme?
Wie verbinden wir Biodiversität mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit?
Wie entwickeln Regionen ihre eigene Lebensmittelversorgung weiter?
Wie arbeiten Landwirtschaft, Verarbeitung, Forschung und Gesellschaft sinnvoll zusammen?

Der Hof kann zu einem Ort werden, an dem neue Antworten unter realen Bedingungen entstehen.
Als Einladung zum gemeinsamen Lernen und Weiterentwickeln.


— Ein Landwirtschaftsbetrieb ist dann erfolgreich, wenn seine ökologische, soziale und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander wachsen.


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Hof Neubrunn

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Region

Zürich Oberland, Schweiz

Spannungsfeld

Lebenshöfe übernehmen eine Aufgabe, deren gesellschaftliche Bedeutung wächst. Mit dem Wandel der Ernährung entstehen neue Perspektiven für Tiere und neue Anforderungen an die Betriebe, die Verantwortung übernehmen. Die Tiere bleiben auf dem Hof, klassische Erlösquellen verlieren an Bedeutung. Hof Neubrunn entwickelt daraus ein Modell, das Lebenshof, Agroforst, Bildung, Verarbeitung und regionale Wertschöpfung zu einer langfristig tragfähigen Betriebsarchitektur verbindet.

Status

2026 beginnt die Planungs- und Konzeptionsphase. Flächenentwicklung, Betriebsarchitektur, Trägerschaft, Finanzierung und regionale Einbettung werden gemeinsam ausgearbeitet. Ab 2027 erfolgt die schrittweise Umsetzung von Agroforst, Lebenshof, Bildungsangeboten, Verarbeitung und regionaler Wertschöpfung. Hof Neubrunn entwickelt sich damit zu einem Modellvorhaben für die nächste Generation von Lebenshöfen.

Hof Neubrunn

Landwirtschaft mit Tieren. Anders gedacht.

Das Spannungsfeld

Die Landwirtschaft steht vor Entwicklungen, für die es bisher kaum belastbare Antworten gibt.

Mit dem gesellschaftlichen Wunsch nach geringerem Fleischkonsum verändert sich die Rolle von Nutztieren.
Immer mehr Menschen wünschen sich eine Landwirtschaft, die Tieren einen dauerhaften Platz einräumt.

Für viele Betriebe entsteht daraus eine neue Herausforderung.
Ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Tragfähigkeit und gesellschaftliche Erwartungen verlangen nach neuen Antworten.

Lebenshöfe übernehmen in diesem Spannungsfeld eine wichtige Aufgabe.
Sie schaffen Schutzräume für Tiere.
Sie ermöglichen Beziehung.
Sie schaffen Würde.

Viele dieser Höfe stehen jedoch vor derselben Herausforderung.

Die Tiere bleiben.
Die Verantwortung bleibt.
Die laufenden Kosten bleiben.
Die bisherigen Erlösmodelle verlieren an Bedeutung.

Der Wunsch nach einem würdevollen Leben für Tiere ist gesellschaftlich breit verankert.
Die langfristige Verantwortung für Pflege, Infrastruktur und Finanzierung verbleibt jedoch beim einzelnen Betrieb.

Daraus entsteht eine Frage, die weit über den einzelnen Hof hinausreicht: Wie entsteht eine Betriebsarchitektur, die den Tieren dauerhaft einen Platz sichert, ohne dass der Hof selbst an dieser Aufgabe zerbricht?

Hof Neubrunn im Tösstal versteht diese Frage als Entwicklungsaufgabe.

Tiere als Teil der Landwirtschaft von morgen

Auf rund zwanzig Hektaren Landwirtschaftsland und über vier Hektaren Wald entsteht ein Modellvorhaben, das den Lebenshof weiterdenkt und mit den Anforderungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft verbindet.


— Tiere leisten weit mehr als das, was Märkte heute vergüten.


Die Tiere bleiben.
Ihre Rolle verändert sich.

Sie werden zu Mitgestaltern von Bildungsräumen, Biodiversität, Landschaftspflege und sozialer Begegnung.
Sie prägen den Charakter des Ortes.
Sie machen sichtbar, dass Landwirtschaft weit mehr ist als die Produktion von Lebensmitteln.

Ausgangspunkt des Projekts ist die Überzeugung, dass Tiere dauerhaft Teil landwirtschaftlicher Systeme bleiben können.

Die Frage lautet deshalb nicht, ob Tiere auf dem Hof bleiben.
Die Frage lautet, welche Betriebsarchitektur ihre dauerhafte Integration ermöglicht.

Eine ökonomische Heimat für Verantwortung


— Jede Form von Verantwortung benötigt eine ökonomische Heimat.


Die wirtschaftliche Grundlage entsteht aus einer Vielfalt miteinander verbundener Wertschöpfungsfelder.
Agroforst, Verarbeitung, Bildung, regionale Kooperationen, gemeinschaftliche Nutzungsformen und neue Formen der Begegnung ergänzen sich zu einer Betriebsarchitektur mit mehreren wirtschaftlichen Standbeinen.

Investitionen und Anschubfinanzierungen ermöglichen den Aufbau.
Langfristig muss der Betrieb seine ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Leistungen aus eigener Kraft tragen können.

Hof Neubrunn verfolgt damit ein Ziel, das für viele Lebenshöfe von zentraler Bedeutung ist.
Einmal richtig entwickeln.
Danach dauerhaft tragfähig wirtschaften.

Agroforst als räumliches Rückgrat


— Resiliente Landwirtschaft entsteht aus Vielfalt, Schichtung und Beziehungen.


Agroforst bildet das räumliche Rückgrat der Entwicklung.
Wo heute überwiegend Wiesenflächen liegen, entsteht schrittweise ein vielschichtiges Produktions- und Ökosystem.
Baumreihen, Beerensträucher, Nussgehölze, Kräuter, extensive Weiden, produktive Dauerkulturen und bestehende Waldflächen werden zu einem zusammenhängenden System verbunden.

Die Tiere bewegen sich zwischen diesen Strukturen und bleiben Teil eines lebendigen Kreislaufs.
Sie pflegen Flächen, schaffen Dynamik und tragen zur Vielfalt des Hofes bei.

Mit jeder neu entstehenden Schicht erhöht sich die ökologische Stabilität des Betriebes.

Schatten reduziert Hitzestress.
Wurzelsysteme verbessern die Wasserspeicherung.
Gehölze schützen Böden.
Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger entstehen.


— Boden, Wasser und Biodiversität gehören zu den wertvollsten Vermögenswerten einer Gesellschaft.


Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaushalt und Biodiversität werden als produktive Grundlagen betrachtet.
Sie bilden das natürliche Kapital des Hofes.
Sie schaffen Resilienz.
Sie ermöglichen zukünftige Wertschöpfung.

Aus derselben Landschaft entstehen neue Produkte und neue Perspektiven.
Kräuter, Beeren, Früchte, Nüsse, Verarbeitungsprodukte und Bildungsangebote ergänzen die bestehenden Ertragsquellen.

Ein Entwicklungsraum für die Region


— Entwicklung entsteht in Beziehungen.


Regionale Kooperationen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Wertschöpfung soll möglichst dort entstehen, wo die Leistungen erbracht werden.

Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie, Handel, Bildung und regionale Entwicklung werden als Teile eines gemeinsamen Systems verstanden.

Der Hof entwickelt sich dadurch Schritt für Schritt zu einem vielfältigen Landschafts- und Wertschöpfungsraum.


— Menschen schützen, was sie verstehen.


Parallel dazu entstehen Räume für Lernen, Austausch und praktische Erfahrung.
Landwirtschaft wird auf Hof Neubrunn wieder als gesellschaftliche Aufgabe sichtbar.
Schulklassen, Fachpersonen, Familien, Unternehmen und regionale Akteure finden einen Ort vor, an dem Fragen der Ernährung, der Landnutzung und des Zusammenlebens konkret erfahrbar werden.

Der Hof entwickelt sich dadurch zu einem Entwicklungsraum, der unterschiedliche Perspektiven miteinander verbindet.
Landwirtschaft.
Natur.
Bildung.
Gesellschaft.
Wirtschaft.

Was andernorts häufig nebeneinander existiert, wird hier in einen gemeinsamen Zusammenhang gebracht.


— Zukunft entsteht dort, wo Verantwortung einen konkreten Ort findet.


Die Bedeutung des Projekts reicht über den einzelnen Betrieb hinaus.
Hof Neubrunn versteht sich als Entwicklungsraum für eine Landwirtschaft, in der Tiere dauerhaft ihren Platz behalten.

Die zentrale Frage lautet dabei nicht, wie ein einzelner Lebenshof finanziert werden kann.
Die zentrale Frage lautet, welche Form von Landwirtschaft entsteht, wenn Tiere, Boden, Wasser, Biodiversität, Bildung und regionale Wertschöpfung gemeinsam gedacht werden.

Die Antworten darauf entstehen nicht im Seminarraum.
Sie entstehen auf einem Hof.
Im Alltag.
Mit echten Tieren.
Auf realen Flächen.
Mit wirtschaftlicher Verantwortung.

Hof Neubrunn entwickelt damit eine Betriebsarchitektur für eine Landwirtschaft, in der Tiere dauerhaft ihren Platz behalten können.

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BANKGESPRÄCH

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Region

Schweiz

Spannungsfeld

Die grossen Zukunftsfragen unserer Zeit entstehen selten innerhalb eines einzelnen Fachgebiets. Landwirtschaft beschäftigt sich mit Boden, Wasser und Versorgung. Unternehmen mit Wertschöpfung und Märkten. Banken und Versicherungen mit Risiko und Kapital. Gemeinden mit Lebensqualität und regionaler Entwicklung.

Ihre Entscheidungen greifen täglich ineinander. Die Begegnungen zwischen diesen Welten bleiben dennoch selten. Viele Gespräche entstehen erst dann, wenn ein Projekt, eine Finanzierung oder ein Konflikt ansteht.

BANKGESPRÄCH schafft einen gemeinsamen Betrachtungsraum. Eine einfache Bank wird zum Ort, an dem unterschiedliche Erfahrungen auf dieselbe Wirklichkeit treffen.

Status

BANKGESPRÄCH befindet sich im Aufbau der ersten Staffel. Die Bank reist an zehn Orte in der Schweiz. Dort entstehen filmisch dokumentierte Gespräche zu Fragen rund um Boden, Gesellschaft und Kapital. Ergänzt werden die Gespräche durch vertiefende Beiträge und öffentliche Begegnungsformate.

Die erste Staffel verbindet Landwirtschaft, Finanzwirtschaft, Unternehmen, Wissenschaft und regionale Entwicklung in einem gemeinsamen Dialograum. Schritt für Schritt entsteht eine Sammlung von Perspektiven auf die grossen Zukunftsfragen unserer Zeit.

BANKGESPRÄCH

Eine Bank für Boden, Gesellschaft und Kapital

Die grossen Fragen unserer Zeit sind selten Fachfragen.
Sie berühren mehrere Welten gleichzeitig.

Wie sichern wir Ernährung?

Wie investieren wir langfristig?

Wie gehen wir mit Risiko um?

Wie erhalten wir fruchtbare Böden?

Wie gestalten wir lebenswerte Regionen?

Wie schaffen wir Versorgungssicherheit für kommende Generationen?

Für jede dieser Fragen existieren Fachpersonen, Studien, Strategien und Programme.
Was oft fehlt, ist der gemeinsame Betrachtungsraum.

BANKGESPRÄCH ist ein Ort für genau diesen Raum.

Eine einfache Holzbank reist durch die Schweiz und wird zum Ausgangspunkt für Gespräche zwischen Menschen, die Verantwortung tragen.

Für Landschaften.
Für Kapital.
Für Unternehmen.
Für Gemeinden.
Für Versorgungssysteme.
Für die Zukunft.

Die Orte wechseln.
Die Fragen bleiben.


— Die Zukunft der Landwirtschaft ist keine Branchenfrage.
— Sie ist eine Gesellschaftsfrage.


Warum eine Bank?

Die Idee beginnt mit einer einfachen Beobachtung.

Banken gehören zu den Orten, an denen über Investitionen, Risiken und Entwicklung entschieden wird.
Die Folgen dieser Entscheidungen werden dann an anderen Orten sichtbar.

Auf Landwirtschaftsbetrieben.

In Gemeinden.

In Landschaften.

In Unternehmen.

In regionalen Wertschöpfungsketten.

BANKGESPRÄCH bringt diese Orte zusammen.

Die Bank steht einmal auf einem Landwirtschaftsbetrieb, dann an einer Quelle, in einem Agroforst, auf einer Alp, vor einer Regionalbank, vor einem Verarbeitungsbetrieb oder mitten auf einem Marktplatz.

Die Landschaft wird Teil des Gesprächs.
Eine Zahl erhält einen Ort.
Ein Risiko erhält ein Gesicht.
Eine Investition erhält einen Zusammenhang.


— Jede Bilanz beginnt auf einem Boden.


Der Betrachtungsraum

BANKGESPRÄCH bewegt sich entlang von drei Begriffen.

Boden.

Gesellschaft.

Kapital.

Getrennt betrachtet entstehen Fachgebiete.
Gemeinsam betrachtet entsteht Wirklichkeit.

Ein Trockenjahr betrifft Böden.

Wenig später betrifft es Erträge.

Danach Investitionen.

Versicherungen.

Versorgungssysteme.

Regionale Entwicklung.

Eine Hofübergabe betrifft Menschen.

Kurz darauf Flächen.

Gebäude.

Finanzierungen.

Wertschöpfungsketten.

Eine Investition verändert einen Betrieb.

Später verändert sie eine Landschaft.

BANKGESPRÄCH macht diese Zusammenhänge sichtbar.


— Kapital bewegt sich schneller als Boden.
— Seine Folgen bleiben länger.


Die Menschen

Im Zentrum stehen Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und Erfahrungen.

Menschen aus Landwirtschaft.

Menschen aus Finanzwirtschaft.

Menschen aus Wissenschaft.

Menschen aus Unternehmen.

Menschen aus Politik und Verwaltung.

Menschen aus regionalen Entwicklungsräumen.

Sie betrachten dieselbe Landschaft.
Sie bringen unterschiedliche Perspektiven mit.
Sie suchen nach gemeinsamen Fragen.

BANKGESPRÄCH interessiert sich weniger für Positionen als für Zusammenhänge.

Der öffentliche Agrardialog

Landwirtschaft begegnet jedem Menschen täglich.

Über Lebensmittel.

Über Wasser.

Über Energie.

Über Landschaften.

Über Boden.

Dennoch liegen die Lebenswelten oft weit auseinander.

Viele Menschen erleben Landwirtschaft über Medienberichte, politische Debatten oder Preisschilder.
Menschen in der Landwirtschaft begegnen Banken, Versicherungen, Behörden oder Wissenschaft vor allem in konkreten Projekten und Verfahren.

Dabei beschäftigen sich alle mit denselben Grundfragen.

Wie gestalten wir Zukunft?

Wie investieren wir langfristig?

Wie gehen wir mit Unsicherheit um?

Wie erhalten wir die Grundlagen unseres Lebens?

BANKGESPRÄCH schafft einen öffentlichen Agrardialog.

An konkreten Orten.

Mit konkreten Menschen.

Entlang realer Fragestellungen.


— Versorgungssicherheit entsteht lange bevor ein Produkt im Regal steht.


Drei Ausdrucksformen

BANKGESPRÄCH verbindet drei Ebenen miteinander.

Das Gespräch.

An besonderen Orten entstehen filmisch dokumentierte Dialoge zwischen Menschen mit unterschiedlichen Blickwinkeln.

Die Reflexion.

Jedes Gespräch wird durch einen vertiefenden Beitrag ergänzt.
Ein Beispiel dafür ist der Impuls «Wenn irdischer Humus gegen den Mars verliert», der die Frage stellt, welche Formen von Wertschöpfung unsere Wirtschaft bevorzugt sichtbar macht und welche Leistungen im Schatten bleiben.

Die Begegnung.

Öffentliche Veranstaltungen erweitern den Kreis der Beteiligten.
Aus Gesprächen werden Diskussionen.
Aus Diskussionen entstehen neue Perspektiven, Kooperationen und Projekte.


— Wert entsteht dort, wo Beziehungen tragfähig werden.


Die erste Staffel

Die erste Staffel führt die Bank an zehn Orte.

Ein Weizenfeld.

Eine Quelle.

Ein Agroforst.

Eine Alp.

Eine Regionalbank.

Eine Versicherung.

Ein Hofladen.

Ein Verarbeitungsbetrieb.

Ein Marktplatz.

Eine Gemeinde.

Jeder Ort eröffnet eine eigene Frage.

Wie viel Risiko steckt in einem Brot?
Wem gehört Wasser?
Warum pflanzen Menschen Bäume, deren Ertrag kommende Generationen ernten werden?
Welche Leistungen entstehen in einer Landschaft?
Welche Rolle spielt Kapital für die Entwicklung einer Region?
Wo entsteht Wertschöpfung zwischen Feld und Teller?
Wie entsteht Zukunftsfähigkeit vor Ort?

Die Antworten stehen nie im Vordergrund.
Interessant sind die Wege dorthin.


— Die Qualität einer Region zeigt sich an ihrer Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven miteinander zu verbinden.


Wirkung

BANKGESPRÄCH misst Erfolg nicht an Reichweite allein.
Im Zentrum stehen Verständnis, Vertrauen und neue Beziehungen.

Menschen beginnen, dieselben Fragen aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten.

Landwirtschaft erhält Zugang zu den Denkweisen von Finanzierung und Risiko.
Finanzwirtschaft erhält Einblick in die Realität von Boden, Produktion und Versorgung.
Gemeinden, Unternehmen und Institutionen erkennen Zusammenhänge, die zuvor ausserhalb ihres Blickfeldes lagen.

Aus diesen Begegnungen entstehen neue Möglichkeiten für Zusammenarbeit.


— Die entscheidenden Fragen unserer Zeit liegen zwischen den Disziplinen.


Dialograum für Regionen

BANKGESPRÄCH richtet sich an Menschen, die Zukunft als Beziehung zwischen Boden, Gesellschaft und Kapital verstehen.
An Organisationen, die verstehen, dass gesellschaftliche Entwicklung gemeinsame Betrachtungsräume benötigt.

Die Bank bleibt dabei, was sie von Anfang an war.
Ein einfacher Ort für ein Gespräch.
Und gute Gespräche verändern meist mehr als strukturierte Programme.

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Hof Schwand

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Region

Sursee-Mittelland, Schweiz

Spannungsfeld

Der Hof Schwand liegt in einem Raum, in dem sich landwirtschaftliche Nutzung und andere Ansprüche direkt überlagern. Siedlungsdruck und steigende Bodenpreise verschieben die Grundlagen des Betriebs. Der Boden gewinnt an Wert, die landwirtschaftliche Nutzung verliert an Selbstverständlichkeit.

Gleichzeitig entstehen Leistungen, die die Region tragen, im Markt jedoch nur teilweise erscheinen. In diesem Spannungsfeld entscheidet sich, ob Landwirtschaft Teil der Raumentwicklung bleibt oder schrittweise aus ihr verschwindet.

Status

Der Betrieb bewegt sich innerhalb dieses Spannungsfelds und klärt seine Rolle darin aktiv. Bestehende Verbindungen in die Region werden stärker, neue entstehen und verdichten den Zusammenhang.

Der Hof steht damit im Gefüge von Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und regionaler Entwicklung. Die nächsten Schritte ergeben sich aus dieser Verdichtung heraus, konkret im Betrieb und im Austausch mit der Region.

Hof Schwand

Ein landwirtschaftlicher Betrieb im Spannungsfeld von Raum, Boden und Zukunft

Warum dieser Betrieb relevant ist

Der Hof Schwand liegt in einem Raum, in dem landwirtschaftliche Fläche strategische Bedeutung gewonnen hat.

Siedlungsentwicklung beansprucht Kulturland.
Infrastruktur verdichtet den Raum.
Gesellschaftliche Erwartungen an Biodiversität, Tierwohl und Landschaftsqualität steigen.
Gleichzeitig bleibt der wirtschaftliche Druck auf landwirtschaftliche Betriebe hoch.


— Fläche wird knapp. Ansprüche steigen.


Landwirtschaft steht damit im Spannungsfeld von Raumplanung, Wertschöpfung und ökologischer Tragfähigkeit.

Hier zeigt sich, wie mit Begrenzung umgegangen wird.

Die zentrale Frage

Wie entsteht mehr Wertschöpfung auf gleicher Fläche ohne die Substanz des Bodens zu schwächen?


— Wertschöpfung pro Quadratmeter wird zur strategischen Frage.


Verdichtung kann Substanz abbauen.
Sie kann auch Qualität erhöhen.

Entscheidend ist die Systemlogik der Bewirtschaftung.


— Fläche ist endlich. Qualität ist gestaltbar.


Boden als Ausgangspunkt

Der Boden ist Produktionsgrundlage, Lebensraum und Speicher.

Er reagiert auf Bewirtschaftung.
Langsam.
Kumulativ.
Irreversibel.

Verdichtung verändert Wasserführung.
Humusabbau reduziert Speicherfähigkeit.
Strukturverlust erhöht Erosion.

Diese Prozesse sind messbar.
Und sie wirken über Generationen.


— Boden vergisst nichts.


Biodiversität ist in diesem Kontext funktionale Infrastruktur.
Sie stabilisiert das System und reduziert Verwundbarkeit.


— Was im Boden aufgebaut wird, bestimmt den Handlungsspielraum der nächsten Generation.


Ernährungssicherheit beginnt nicht im Handel.
Sie beginnt im Boden.

Landwirtschaft als System

Landwirtschaft ist Teil eines Ökosystems.
Und Teil eines Ernährungssystems.

Betrieb, Markt, Region und Natur stehen in Wechselwirkung.

Systemisches Denken bedeutet, diese Wechselwirkungen in Entscheidungen einzubeziehen.

Kurzfristige Optimierung kann langfristige Kosten erzeugen.
Langfristige Stabilität entsteht aus struktureller Balance.


— Ernährungssicherheit ist eine Systemleistung.


Landwirtschaft neu zu denken heisst, sie als Bestandteil gesellschaftlicher Resilienz zu verstehen.

Einbettung in bestehende Strukturen

Der Hof Schwand ist eingebunden in landwirtschaftliche Netzwerke.

Die Zusammenarbeit mit dem Luzerner Bauernverband sowie die Verankerung über die regionale Bäuerinnenorganisation schaffen Resonanz im Berufsstand.

Veränderung braucht Legitimität.
Legitimität entsteht im Dialog.

Die Herausforderungen sind bekannt.
Preisdruck.
Regulatorische Komplexität.
Steigende Dokumentationsanforderungen.
Volatile Märkte.


— Transformation beginnt in der Praxis, nicht im Konzept.


Entwicklung entsteht dort, wo reale Rahmenbedingungen aktiv gestaltet werden.

Praxis: Verantwortung konkret

Der Hof Schwand steht für eine Haltung.

Boden wird als langfristiges Kapital verstanden.
Biodiversität als Stabilitätsfaktor.
Wertschöpfung als Ausdruck systemischer Qualität.

Verantwortung bedeutet, Zielkonflikte offen zu benennen.
Und Entscheidungen im Bewusstsein ihrer Langzeitwirkung zu treffen.


— Zukunft entsteht aus heutigen Entscheidungen.


Wer Zukunft gestalten will, übernimmt Risiko.
Wer Stabilität sichern will, investiert in Substanz.

Mut zeigt sich in der Bereitschaft, wirtschaftliche Entscheidungen an ökologischer Tragfähigkeit auszurichten.
Wille zeigt sich in der Konsequenz, diese Haltung im eigenen Betrieb umzusetzen.

Getragen wird dieser Entwicklungsraum von Bruno und Andrea Stadelmann.
Sie übernehmen Verantwortung im eigenen Betrieb und im regionalen Kontext.


— Verantwortung ist eine Strukturfrage.


Was hier sichtbar wird

Der Hof Schwand ist kein isoliertes Projekt.
Er ist ein Entwicklungsraum unter realen Bedingungen.

Hier wird sichtbar, wie Boden, Biodiversität und regionale Wertschöpfung zusammengeführt werden können.

Kein Theorie.
Praxis.

Und wie Verantwortung konkret wird.
Im Boden.
In Entscheidungen.
Im täglichen Handeln.

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Ca‘ del viva

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Region

Toskana, Italien 

Spannungsfeld

Mediterrane Landschaften stehen unter grossem Druck. Wasser wird knapper, Extremwetterereignisse nehmen zu und die wirtschaftlichen Spielräume vieler Betriebe werden enger. Parallel wächst die Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln, authentischen Naturerlebnissen und regenerativen Lösungen.

Ca‘ del viva bewegt sich an dieser Schnittstelle. Das Projekt verbindet Bodenaufbau, Wassermanagement, regionale Wertschöpfung und langfristige Wirtschaftlichkeit in einem gemeinsamen Entwicklungsraum.

Status

Der Kauf des Hofes ist vorbereitet. Die Eigentums- und Finanzierungsstruktur befindet sich in der Umsetzung. Parallel werden die ersten Entwicklungs- und Bewirtschaftungsmodule für Agroforst, Verarbeitung, Bildung und Agrotourismus konkretisiert.

Ca‘ del viva

Ein Hof für die Zeit nach der Erschöpfung

Zwischen Arezzo und Anghiari, eingebettet in die Hügel der östlichen Toskana, entsteht ein Ort, der eine einfache Frage stellt.

Wie entwickelt sich eine Landschaft, wenn Boden, Wasser, Landwirtschaft, Verarbeitung, Bildung und Gastfreundschaft als zusammenhängendes System gedacht werden?

Ca‘ del viva ist eine Antwort auf diese Frage.

Auf rund 80 Hektar entsteht ein Entwicklungsraum, der regenerative Landwirtschaft, syntropische Agroforstsysteme, Verarbeitung, Bildungsarbeit und Agrotourismus zu einem gemeinsamen Organismus verbindet.

Getragen wird das Projekt von Renke de Vries, Mara Ursprung und deren Team.
Viele der Beteiligten waren über Jahre am Aufbau von Gut & Bösel beteiligt und bringen Erfahrungen aus einem der bekanntesten europäischen Regenerationsprojekte mit.

Mit Ca‘ del viva beginnt nun ein eigenes Kapitel.

Ein anderer Boden.
Ein anderes Klima.
Eine eigene Verantwortung.


— Landwirtschaft ist Infrastruktur.
— Sie produziert Lebensmittel.

— Sie gestaltet Wasserhaushalte.

— Sie beeinflusst Biodiversität.

— Sie prägt regionale Wertschöpfung.

— Sie bestimmt die Resilienz ganzer Landschaften.


Ein Ort mit Geschichte

Ca‘ del viva liegt auf einem historischen Hofensemble aus dem 15. Jahrhundert.

Terrassen.

Steinmauern.

Quellen.

Wälder.

Ehemalige Weiden.

Vieles zeugt von einer Landwirtschaft, die über Jahrhunderte mit den Bedingungen des Ortes gearbeitet hat.

Mit dem Ende traditioneller Bewirtschaftungsformen wurden zahlreiche Höfe des Mittelmeerraums aufgegeben oder stark vereinfacht.

Die Folgen sind vielerorts sichtbar.
Wasser verlässt die Landschaft schneller.

Böden verlieren Substanz.

Wälder werden anfälliger.

Regionale Wertschöpfung konzentriert sich auf wenige Nutzungen.

Ca‘ del viva verfolgt einen anderen Weg.

Der Hof entwickelt sich aus den Bedingungen des Ortes heraus.
Nicht gegen das Klima.

Mit dem Klima.
Nicht gegen die Landschaft.

Mit der Landschaft.


— Jede Landschaft trägt ihre eigene Intelligenz in sich.
— Entwicklung beginnt dort, wo sie wieder gelesen wird.


Wasser als Ausgangspunkt

Mediterrane Regionen stehen unter grossem Druck.
Trockenperioden verlängern sich.

Niederschläge konzentrieren sich auf wenige Ereignisse.
Erosion nimmt zu.

Die entscheidende Ressource ist deshalb Wasser.

Ca‘ del viva arbeitet mit Terrassierung, Agroforstsystemen, Humusaufbau, Waldentwicklung und gezielter Wasserführung.

Ziel ist eine Landschaft, die Wasser länger halten kann.
Denn Wasser entscheidet über Fruchtbarkeit.
Fruchtbarkeit entscheidet über Erträge.

Erträge entscheiden über Stabilität.


— Wasser ist die Währung jeder Landschaft.


Landwirtschaft als Organismus

Die meisten landwirtschaftlichen Systeme konzentrieren sich auf einzelne Produktionszweige.
Ca‘ del viva verbindet mehrere Funktionen zu einem gemeinsamen Kreislauf.

Agroforstsysteme mit Oliven, Obst, Nüssen und Esskastanien.
Gemüsebau.
Schaf- und Ziegenhaltung.
Bienen.
Pilzkulturen.
Verarbeitung.
Direktvermarktung.
Gastfreundschaft.
Bildungsangebote.

Jeder Bereich stärkt den nächsten.
Dadurch entsteht eine Struktur, die ökologische Stabilität und wirtschaftliche Resilienz miteinander verbindet.


— Resilienz entsteht aus Beziehungen.
— Monokulturen vereinfachen.
— 
Lebendige Systeme verbinden.


Wertschöpfung auf gleicher Fläche

Fläche wird im gesamten Mittelmeerraum zu einer strategischen Ressource.
Die zentrale Frage lautet: Wie entsteht mehr Wertschöpfung auf derselben Fläche, während Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaltefähigkeit und Biodiversität zunehmen?

Ca‘ del viva beantwortet diese Frage durch Diversifizierung.
Die Wertschöpfung entsteht aus mehreren Quellen.

Landwirtschaftliche Produkte.
Verarbeitung.
Tourismus.
Bildungsarbeit.
Veranstaltungen.
Direktvermarktung.
Forschung und Wissenstransfer.

Dadurch entsteht ein Betrieb, der sich über unterschiedliche Ertragsströme entwickelt und langfristig auf stabile Grundlagen baut.


— Die Zukunft gehört Betrieben, die mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen.


Eine andere Rolle für Kapital

Ca‘ del viva wird im Verantwortungseigentum aufgebaut.
Die Kontrolle bleibt dauerhaft beim Zweck des Unternehmens.
Kapital unterstützt die Entwicklung des Hofes und begleitet den Aufbau realer Werte.

Boden.
Wasser.
Gebäude.
Landschaft.
Wissen.
Gemeinschaft.

Die wirtschaftliche Perspektive orientiert sich an langfristiger Wertentwicklung und einer transparenten Unternehmensbewertung.
Damit entsteht eine Form der Beteiligung, die Landwirtschaft als generationenübergreifende Infrastruktur versteht.


— Kapital entfaltet seine grösste Kraft dort, wo es Substanz wachsen lässt.


Vom Hof zum Referenzprojekt

Ca‘ del viva versteht sich als realer Entwicklungsraum.
Die Erfahrungen werden dokumentiert.
Die Leistungen werden sichtbar gemacht.
Die Erkenntnisse werden weitergegeben.

Dadurch entsteht mehr als ein einzelner Hof.
Es entsteht ein Modell für Regionen, die Landwirtschaft, Landschaftsentwicklung und wirtschaftliche Tragfähigkeit gemeinsam denken möchten.

Die Herausforderungen der Toskana sind vielerorts dieselben.

Wasser.
Boden.
Wertschöpfung.
Nachfolge.
Regionale Resilienz.

Ca‘ del viva zeigt, wie daraus ein gemeinsamer Entwicklungsweg entstehen kann.

Beteiligung

Der Erwerb des Hofes und die Umsetzung der ersten Entwicklungsphase sind vorbereitet.
Aktuell entsteht die Eigentümer- und Investorenstruktur für den langfristigen Aufbau von Ca‘ del viva.

Gesucht werden Menschen und Institutionen, die Landwirtschaft als Infrastruktur für Boden, Wasser, Ernährung und regionale Stabilität verstehen und den Aufbau eines der ambitioniertesten regenerativen Hofprojekte im Mittelmeerraum begleiten möchten.

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Wyler’s Biohof & Waldgarten

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Region

Zürich Oberland, Schweiz

Spannungsfeld

Wyler’s Waldgarten bewegt sich zwischen zwei Logiken. Kleinflächig angelegt, im Teilzeitbetrieb geführt und unter ökonomischem Druck stehend, trifft er auf ein Umfeld, das Klarheit, Erträge und Einordnung verlangt. Mit zunehmender Komplexität entsteht Druck auf Entscheidungen. Welche Strukturen tragen? Welche Leistungen werden gesehen? Welche Formen erlauben Anschluss an Bildung, Finanzierung und Nutzung? Der gerade abgeschlossene Generationenwechsel verstärkt diese Spannung. Bestehendes und Entstehendes greifen ineinander und verlangen eine klare Ausrichtung im Betrieb.

Status

Der Waldgarten befindet sich seit 2022 im Aufbau und wächst in seine Struktur hinein. Pflanzungen, Pflege und erste Nutzungen greifen ineinander. Seit 2025 werden erste Ernten sichtbar. Der Ort wird zunehmend als Lern- und Erfahrungsraum genutzt. Die nächsten Schritte liegen in der Einbettung in die Region sowie in der Optimierung von Verarbeitung und Vertrieb. Der Raum gewinnt an Kontur.

Wyler’s Biohof & Waldgarten

Landwirtschaft im Wandel

Die Schweizer Landwirtschaft steht vor einer Neuordnung.
Politische Programme setzen Leitplanken.
Ökologische Anforderungen gewinnen an Gewicht.
Wirtschaftlicher Druck bleibt präsent.

Für viele Betriebe stellt sich im Alltag eine konkrete Frage: Wie entsteht daraus ein System, das trägt?

Wyler’s Biohof & Waldgarten liegt im Zürcher Oberland auf 8.75 Hektaren.
Ein kleiner Betrieb, eingebunden in bestehende Strukturen.
Mit begrenztem Spielraum.
Und mit hoher Abhängigkeit vom täglichen Funktionieren.


— Kleinbetriebe tragen eine hohe Dichte an Entscheidungen.


Die Entwicklung erfolgt innerhalb dieses Rahmens.
Der Betrieb läuft weiter, während sich seine Grundlage verändert.
Die Anlage von 60 Aren Mischkultur ist Teil dieser Bewegung.
Sichtbar.
Greifbar.
Und gleichzeitig nur ein Ausschnitt des Ganzen.

Ein Hof mit Geschichte, getragen in die Zukunft

Seit über 100 Jahren wird der Hof von derselben Familie bewirtschaftet.
Jede Generation hat den Betrieb weitergeführt und an ihre Zeit angepasst.

In den letzten Jahren wurde der Hof im Nebenerwerb geführt.
Mit rund 0.7 SAK (Standardarbeitskraft; eine Kenngrösse, die den Arbeitsbedarf eines Betriebs in Vollzeitäquivalenten abbildet).

Die wirtschaftliche Grundlage bildeten kleine Mengen KAG Freiland Rindfleisch sowie die Pensionspferdehaltung.
Diese Struktur hat den Betrieb getragen.
Gleichzeitig hat sie den Raum offengehalten für eine Weiterentwicklung.

Die Transformation entstand im Zuge des letzten Generationenwechsels.
Mit der Übernahme wurde der Betrieb neu ausgerichtet und schrittweise weiterentwickelt.
Heute liegt die betriebliche Grundlage bei über 1.0 SAK.


— Ein Betrieb entwickelt sich entlang seiner Möglichkeiten.


Bestehendes bleibt wirksam.
Neues wächst hinzu.

Landwirtschaft als zusammenhängendes System

Auf Wyler’s Biohof & Waldgarten entsteht ein System, in dem die einzelnen Elemente ineinandergreifen.

Mischkulturen verbinden Bäume, Sträucher, Kräuter und Kulturen.
Agroforststreifen strukturieren die Flächen entlang der Höhenlinien.
Wasser wird aufgenommen, gehalten und gezielt geführt.
Der Boden bleibt möglichst ungestört und entwickelt über die Jahre seine Fruchtbarkeit weiter.

Tiere bewegen sich als Teil dieses Gefüges durch die Flächen.
Sie übernehmen Funktionen im Kreislauf und verbinden die einzelnen Elemente.


— Ertrag folgt Funktion.


Alle Massnahmen entstehen aus den Bedingungen des Standorts heraus.
Klima, Boden und Nutzung greifen ineinander.
Daraus entwickelt sich ein System, das mit der Zeit an Stabilität gewinnt, ohne den laufenden Betrieb aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Vielfalt, Resilienz und Wertschöpfung im Einklang

Die Flächen sind differenziert aufgebaut.
Sie folgen einer klaren inneren Logik.

Obst-Mischkulturen verbinden Hochstammbäume mit Unterpflanzungen aus Kräutern, Beeren und Gemüse.
Mehrjährige Beerenflächen entwickeln sich früh zu einem tragenden Element und gewinnen mit den Jahren an Ertragssicherheit.
Medizinalpflanzen bringen eine zusätzliche Dimension in die Nutzung.

Wiesen und Weiden werden in diese Struktur eingebunden und gezielt weiterentwickelt.
Hecken und Übergänge schaffen Verbindungen und Lebensräume.

Über die Fläche verteilt entstehen Verweilorte.
Sie öffnen den Blick für das, was hier geschieht.

  • 2023

  • 2024

  • 2025

Planung und Umsetzung greifen ineinander.
Der Betrieb entwickelt sich als gestalteter Raum.


— Landwirtschaft wird lesbar.


Entwicklung in Etappen

Der Aufbau des Waldgartens erfolgt schrittweise.

In den ersten Jahren stehen Pflanzung und Strukturaufbau im Vordergrund.
Kulturen werden etabliert.
Wasserführung wird aufgebaut.
Erste Erträge entstehen.

Mit zunehmender Reife verschiebt sich der Schwerpunkt.
Die Systeme beginnen zu tragen.
Erträge werden stabiler.
Verarbeitung gewinnt an Bedeutung.

Ab etwa dem dritten Jahr verdichtet sich diese Entwicklung in konkrete Produkte.
Beeren werden zur Grundlage für eine eigene Limonade.
Kräuter fliessen in Teemischungen ein.
Nüsse und Trockenfrüchte werden zu haltbaren Produkten weiterentwickelt.


— Zeit ist ein aktiver Teil des Systems.


Investition in ein tragfähiges Gefüge

Die Umsetzung des Waldgartens auf 60 Aren erfordert eine Investition von rund 64’000 CHF.
Diese Mittel fliessen in Pflanzmaterial, Bodenvorbereitung, Wasserführung sowie in Wissen und Aufbauarbeit.

Die wirtschaftliche Entwicklung baut sich schrittweise auf.
Mit der Zeit erweitert sich die Produktpalette und gewinnt an Tiefe.
Aus kleinen Mengen einzelner Produkte entsteht eine diversifizierte Linie.
Verarbeitung und Direktvermarktung verbinden sich.
Der Betrieb entwickelt eigene Angebote, die aus der Fläche heraus entstehen und diese widerspiegeln.


— Wertschöpfung beginnt im Boden.


Die wirtschaftliche Perspektive entsteht aus dem Zusammenspiel von Bestehendem und Neuem.

Ein persönliches Reallabor

Der Waldgarten ist zugleich ein persönlicher Entwicklungsraum.

Über vier Jahre hinweg entsteht hier ein Reallabor, getragen mit einem Pensum von rund 0.3 SAK.
Planung, Umsetzung und Beobachtung greifen ineinander.
Entscheidungen entstehen im direkten Kontakt mit dem System.


— Praxis ist der Ort, an dem Erkenntnis entsteht.


Hier verbindet sich landwirtschaftliche Erfahrung mit einer zweiten Perspektive.

Wenn der Bauer mit dem Ökonom arbeitet, verschiebt sich der Blick.
Der Betrieb wird in Zusammenhängen gedacht, die über einzelne Kulturen hinausgehen.
Daraus entsteht eine Form der Entwicklung, die den Hof stärkt, ohne ihn zu überfordern.

Triple Bottom Line: Ein geordnetes Fundament

Die Entwicklung folgt einer klaren inneren Ordnung.

Ökologie bildet die Grundlage.
Boden, Wasser und Biodiversität tragen das System.
Darauf baut die soziale Dimension auf.
Der Hof wirkt als Lebens- und Lernort.
Die ökonomische Ebene entsteht aus dieser Struktur heraus und sichert die langfristige Tragfähigkeit.


— Die Ökonomie folgt der Ökologie.


Gelebte Zusammenarbeit

Die Entwicklung des Hofes wird von mehreren Menschen getragen.

Flurin Wyler führt den Betrieb in dritter Generation.
Familie und Partnerin wirken im Alltag mit.
Wissen, Erfahrung und neue Impulse fliessen zusammen.

Mit dem Waldgarten erweitert sich dieser Kreis.
Unterschiedliche Perspektiven treffen aufeinander und verbinden sich im gemeinsamen Tun.

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