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Project Category: Zusammenarbeit

Reallabore, in denen Unterschiedlichkeit nicht nivelliert, sondern ausgehalten wird. Kooperation jenseits von Rollen, Projekten oder Zuständigkeiten.

naturKRAFT – Aus gesunder Landschaft.

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Region

Schweiz

Spannungsfeld

Vielfältige Landwirtschaft bringt besondere Rohstoffe hervor, oft in kleinen, wechselnden Mengen und ohne etablierte Verarbeitung oder Absatzwege. Damit sich diese Vielfalt für die Betriebe langfristig trägt, braucht es eine Zusammenarbeit, die Anbau, Verarbeitung und Nachfrage verbindet.

Die Herausforderung besteht darin, verlässliche Wertschöpfung aufzubauen und dabei Herkunft, Qualität und Eigenart der Kulturen zu bewahren.

Status

Seit 2026 werden erste Kulturen und Produkte entwickelt. Hof Schwand in Willisau bildet den ersten Produktions- und Entwicklungsstandort.

Parallel entstehen Unternehmensstruktur, Verarbeitungspartnerschaften und Absatzwege sowie ein Netzwerk weiterer Betriebe und Marktpartner in der Zentralschweiz.

naturKRAFT – Aus gesunder Landschaft.

Die gemeinsame Marktseite für das, was aus gesunden Landschaften entsteht.

naturKRAFT soll dazu beitragen, dass sich eine vielfältige Landwirtschaft für die Betriebe langfristig trägt. Dafür entsteht eine gemeinsame Struktur für Produktentwicklung, Verarbeitung und Absatz, aufgebaut mit den Betrieben und ihren Partnern im Markt.

Auf Betrieben, die ihre Flächen zu vielfältigen Agrarökosystemen entwickeln, entstehen neue Kombinationen von Früchten, Beeren, Nüssen, Kräutern, Saaten, Leguminosen und Gemüse.

Agroforst spielt dabei eine zentrale Rolle. Bäume, Sträucher, Ackerkulturen und mehrjährige Pflanzen nutzen unterschiedliche Ebenen derselben Fläche. Sie verbinden Produktion mit Bodenaufbau, Wasserhaushalt und Biodiversität.

Damit wächst auch ein breiteres Rohstoffangebot. Viele dieser Kulturen besitzen ein eigenständiges sensorisches Profil und Eigenschaften, die neue Anwendungen ermöglichen. Sie werden zu unterschiedlichen Zeiten geerntet, benötigen unterschiedliche Formen der Verarbeitung und sprechen unterschiedliche Märkte an.


Eine vielfältige Landschaft bleibt nur dann vielfältig, wenn das, was auf ihr wächst, auch wirtschaftlich getragen wird.


Was häufig fehlt, ist der professionelle Weg vom Feld in den Markt. naturKRAFT organisiert diesen Weg.

Vom Rohstoff zur Marktleistung

naturKRAFT bündelt Rohstoffe, definiert Qualitäten, plant Mengen, organisiert Verarbeitung und erschliesst Absatzwege. Aus einzelnen Kulturen entsteht so ein Angebot, das für professionelle Abnehmer interessant und planbar wird.

Unternehmen, Gastronomie und Handel können dieses Angebot von Anfang an mitgestalten. Sie bringen Wissen, Verarbeitungskapazitäten oder Zugang zum Markt ein und entwickeln gemeinsam mit der Landwirtschaft neue Produkte und Anwendungen.

Je nach Eigenschaften eines Rohstoffs entstehen daraus Lebensmittel, hochwertige Zutaten oder weitere Anwendungen für Ernährung, Gesundheit und Körperpflege. Entscheidend ist dabei nicht eine vorgegebene Produktkategorie, sondern die Frage: Was steckt in dieser Kultur? Und welcher Markt passt dazu?

Von der Kultur zur Anwendung

Produktentwicklung beginnt deshalb bei der Pflanze. Wie schmeckt eine Kornelkirsche, und welche Säure bringt sie mit? Was verändert sich durch Trocknung, Fermentation oder Pressung? Welche Farbe, Textur oder Aromatik macht eine Beere interessant?

naturKRAFT untersucht mit Fachleuten Rohstoffprofil und Sensorik, entwickelt passende Rezepturen und prüft geeignete Verarbeitungsverfahren. So erhält eine Kultur einen Weg in den Markt, der zu ihren Eigenschaften passt.

Verarbeitung, Mengenplanung, Positionierung und Absatz werden dabei von Anfang an zusammengedacht.

Vom einzelnen Betrieb zur gemeinsamen Marktleistung

Direktvermarktung schafft Nähe und macht Herkunft unmittelbar erlebbar. Für manche Kulturen braucht es darüber hinaus Verarbeitung, grössere Mengen, professionelle Produktentwicklung oder Absatzkanäle, die ein einzelner Landwirtschaftsbetrieb kaum wirtschaftlich aufbauen kann.

Hier entsteht der Wert einer gemeinsamen Struktur.


Nicht der einzelne Betrieb muss grösser werden. Die Zusammenarbeit muss grösser werden.


Für Betriebe eröffnen sich zusätzliche Absatzperspektiven und eine bessere Grundlage für die langfristige Anbauplanung. Verarbeiter und Produktentwickler erhalten Zugang zu besonderen Rohstoffen und abgestimmten Mengen.

Werden mehrere Betriebe verbunden, entsteht eine breitere Rohstoffbasis mit unterschiedlichen Erntefenstern. naturKRAFT koordiniert diese Mengen über Betriebsgrenzen hinweg und stimmt sie mit Verarbeitungskapazitäten und Nachfrage ab.

So kann aus der Vielfalt einzelner Betriebe ein verlässliches Angebot werden.

Entwickeln unter realen Bedingungen

naturKRAFT entwickelt entlang konkreter Kulturen und tatsächlicher Nachfrage.

Neue Kulturen werden angebaut und ihre Erträge beobachtet. Rohstoffe werden verkostet und analysiert, Rezepturen und Verarbeitungsverfahren getestet. Kleine Chargen gelangen zu Köchen, Verarbeitern, Unternehmen, Handelspartnern oder ausgewählten Kundengruppen.

Die Rückmeldungen fliessen zurück in die Entwicklung. Welche Qualität wird gesucht? Welche Mengen lassen sich wirtschaftlich verarbeiten? Wo fehlt Verarbeitungskapazität? Welche Kultur rechtfertigt eine grössere Pflanzung? So entstehen Entscheidungen aus der Praxis heraus.

Ziel ist eine Zusammenarbeit, die Betrieben verlässliche Absatzwege und Unternehmen Zugang zu besonderen Rohstoffen und neuen Anwendungen eröffnet. Sie soll die wirtschaftliche Grundlage schaffen, auf der landwirtschaftliche Vielfalt wachsen kann.

Die gemeinsame Frage lautet: Was können wir daraus gemeinsam machen?

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Hof Rüeggshusen

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Region

Zürich Oberland, Schweiz

Spannungsfeld

Der Rüeggshuser Hof steht exemplarisch für eine Frage, die sich heute vielerorts stellt: Wie lassen sich historisch gewachsene Landwirtschaftsbetriebe so weiterentwickeln, dass ihre Entwicklungsfähigkeit erhalten bleibt?

Zwischen Bodenrecht, Generationenwechsel und wirtschaftlichem Druck entstehen Entscheidungen, deren langfristige Auswirkungen weit über einen einzelnen Hof hinausreichen.

Das Projekt entwickelt daraus ein Modell, das Agrarökologie, Agroforst und regionale Wertschöpfung zu einem zukunftsfähigen Hoforganismus verbindet. Kooperationen mit Forschung und Bildung können den Aufbau später begleiten, bleiben jedoch der landwirtschaftlichen Entwicklung untergeordnet.

Status

2026 stehen die Vertiefung der Betriebsvoranalyse, das Einspracheverfahren sowie die Klärung von Grundstücken, Gebäuden, Betriebsstruktur und Finanzierung im Zentrum.

Parallel werden die landwirtschaftliche Einordnung mit den zuständigen Stellen, die künftige Bewirtschafterstruktur und die regionale Einbettung vorbereitet.

Der Rüeggshuser Hof dient zugleich als Ausgangspunkt, um Strukturen für den frühzeitigen Erhalt gefährdeter Landwirtschaftsbetriebe weiterzuentwickeln, bis hin zur Idee einer REGA für Landwirtschaftsbetriebe.

Hof Rüeggshusen

Wie aus einem historischen Hof ein lebendiger Organismus für kommende Generationen entstehen kann.

Manche Orte erzählen ihre Geschichte über Jahrhunderte. Der Weiler Rüeggshusen in der Gemeinde Bubikon ZH gehört dazu. Er ist spätestens seit dem Jahr 775 urkundlich belegt und zählt damit zu den ältesten nachgewiesenen Siedlungen im Zürcher Oberland. Seit über zwölf Jahrhunderten wird hier Landwirtschaft betrieben.

Heute steht dieser Ort an einem Wendepunkt. Im Rahmen einer Erbfolge steht die Abparzellierung der Hofstelle und ihre Herauslösung aus dem bisherigen landwirtschaftlichen Zusammenhang zur Diskussion.

Aus juristischer Sicht handelt es sich um ein Verfahren, wie es vielerorts vorkommt. Dieser Fall wirft jedoch eine grundlegendere Frage auf.

Wie lässt sich ein historisch gewachsener Landwirtschaftsbetrieb so weiterentwickeln, dass er auch für kommende Generationen seine Entwicklungsfähigkeit behält? Aus dieser Frage heraus entstand das vorliegende Projekt.

Ausgangslage

Für die Projektentwicklung wird derzeit ein Untersuchungs- und Planungsperimeter von rund 6,2 Hektaren zugrunde gelegt. Er umfasst landwirtschaftlich nutzbare Flächen, die bestehende Hofstelle sowie Wald, Weiher, Schutz- und weitere Nicht-LN-Flächen. Weitere Grundstücke könnten den Gesamtstandort auf rund zehn Hektaren erweitern. Ihre Zugehörigkeit und Verfügbarkeit sind noch nicht abschliessend geklärt.

Die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen werden heute überwiegend für Ackerbau und als Grünland genutzt. Eine eigenständige Betriebsführung und eine aktive Tierhaltung bestehen am Standort seit 25 Jahren nicht mehr.

Dennoch ist vieles vorhanden, was für einen neuen Landwirtschaftsbetrieb entscheidend ist. Zusammenhängendes Kulturland. Eine bestehende Hofstelle. Kurze Wege. Unterschiedliche Gelände- und Feuchtigkeitsbereiche. Exposition, Wasserbewegung und Topografie schaffen ein vielfältiges Standortmosaik.

Diese Vielfalt eröffnet die Möglichkeit, Landwirtschaft wieder als zusammenhängendes System zu entwickeln und nicht als Summe einzelner Kulturen.

Ein anderer Blick auf Landwirtschaft

Dieses Projekt beginnt mit einer einfachen Frage: Was macht einen Landwirtschaftsbetrieb eigentlich aus?

Die naheliegende Antwort lautet: Felder, Wiesen, Gebäude und Maschinen.

Eine andere Perspektive zeigt ein anderes Bild.
Ein Landwirtschaftsbetrieb ist ein lebendiger Organismus. Boden, Wasser, Pflanzen, Tiere und Menschen stehen in einer fortlaufenden Beziehung zueinander. Verändert sich ein Teil, verändert sich das Ganze.


Landwirtschaft beginnt mit dem Verständnis von Beziehungen.


Hier greifen die Prinzipien der Agrarökologie. Sie betrachtet den Betrieb als Ökosystem.

Vielfalt ersetzt Einseitigkeit. Kreisläufe ersetzen lineare Prozesse. Dauerhaft bewachsener Boden ersetzt offene Erde.

Natürliche Entwicklungen werden genutzt, statt gegen sie zu arbeiten. Gesunder Boden speichert Wasser. Wasser versorgt Pflanzen. Tiefwurzelnde Gehölze erschliessen Nährstoffe aus Bodenschichten, die viele Ackerpflanzen nicht erreichen. Blätter, Astmaterial und Ernterückstände werden zu Bodenbedeckung und Humus. Mikroorganismen bauen daraus fruchtbaren Boden auf.

Bienen nutzen das wachsende Trachtangebot. Eine kleine Hühnerhaltung kann später den betrieblichen Nährstoffkreislauf ergänzen.

Mit jedem Jahr wächst so die Fruchtbarkeit des gesamten Standorts.

Aus diesem Zusammenspiel können Landwirtschaftssysteme entstehen, die Trockenperioden besser überstehen, Niederschläge länger in der Fläche halten, Biodiversität fördern und hochwertige Lebensmittel hervorbringen.

Die Skizze

Der Rüeggshuser Hof soll sich Schritt für Schritt zu einem vielfältigen, biologisch bewirtschafteten Landwirtschaftsbetrieb entwickeln. Anstelle einer einzelnen Produktionsrichtung entsteht ein Hoforganismus mit mehreren aufeinander abgestimmten Betriebszweigen.

In unmittelbarer Hofnähe sind ein Marktgarten sowie mehrjährige Gemüse-, Kräuter- und Beerenkulturen vorgesehen. Sie ermöglichen frühe Erträge und kurze Wege zu Jungpflanzen, Aufbereitung, Kühlung und Lagerung.

Auf den grösseren Kulturlandflächen wird ein syntropisch aufgebautes Agroforst- und Mischkultursystem entwickelt. Gehölzstreifen wechseln sich mit landwirtschaftlich genutzten Gassen ab.
In diesen wachsen weiterhin Weizen, Mais, Wiese, Edamame und weitere Feldkulturen.

Andere Bereiche werden stärker mit mehrjährigen Gemüsearten, Beeren und Kräutern bewirtschaftet. Unterschiedliche Vegetationsschichten wachsen bewusst miteinander.

Schnell wachsende Begleitgehölze schaffen Biomasse und schützen den Boden. Beeren und Obstgehölze liefern mittelfristige Erträge. Nuss- und weitere langlebige Bäume prägen den Betrieb langfristig.

Durch regelmässigen Rückschnitt gelangt kontinuierlich organische Masse zurück auf den Boden. Was an natürlichen Waldrändern von selbst geschieht, wird hier bewusst als landwirtschaftliches Produktionssystem gestaltet.

Das System wird schrittweise als kleinräumig strukturierte Mischkultur aufgebaut. Die Flächen bleiben landwirtschaftlich genutzt.

Es handelt sich nicht um eine Aufforstung, sondern um die Verbindung von Gehölzen, Spezialkulturen und Ackerkulturen innerhalb eines gemeinsamen Produktionssystems.

Ergänzend wird die Imkerei im bestehenden Imkerhäuschen wieder aufgenommen. Eine kleine Hühnerhaltung kann später hinzukommen, sobald Haltungssystem, Arbeitsbedarf, Bewilligungen und Absatz geklärt sind.

Wasserführung, Retention, dauerhafte Bodenbedeckung und die Rückführung von Schnittbiomasse unterstützen den Aufbau.

Jede Massnahme soll mehrere Funktionen verbinden: Produktion, Bodenentwicklung, Wasserrückhalt, Biodiversität und Klimaresilienz.


Die wichtigste Kulturpflanze eines Landwirtschaftsbetriebs ist fruchtbarer Boden.


Agrarökologie bedeutet dabei keineswegs Handarbeitsromantik. Viele Systeme lassen sich ausgesprochen effizient bewirtschaften.

Hasel oder Ölweiden können beispielsweise auf Stamm erzogen werden. Erntenetze und Rüttler ermöglichen später eine rationelle Ernte.

Moderne Technik bleibt ein wichtiger Bestandteil des Betriebs. Entscheidend ist ihr sinnvoller Einsatz innerhalb eines lebendigen Systems.

Auf vorhandener Erfahrung aufbauen

Auftraggeber ist der unmittelbar angrenzende Wyler’s Biohof. Dort entstand in den vergangenen Jahren ein vielfältiges Agroforstsystem mit Waldgarten, Beerenproduktion, Kräuterkulturen, Obstgehölzen und unterschiedlichen Lebensräumen. Viele der dort gewonnenen Erfahrungen können in die Entwicklung des Rüeggshuser Hofs einfliessen.

Der Rüeggshuser Hof soll zunächst als eigenständiger Landwirtschaftsbetrieb mit eigener Bewirtschaftung, Rechnung und wirtschaftlichem Risiko entwickelt werden. Die unmittelbare Nachbarschaft ermöglicht fachlichen Austausch und klar zugeordnete Kooperationen bei Maschinen, Logistik, Verarbeitung und Vermarktung. Langfristig können sich beide Betriebe zu einem zusammenhängenden Entwicklungsraum ergänzen.

Landwirtschaft endet nicht am Feldrand

Ein zukunftsfähiger Landwirtschaftsbetrieb braucht mehr als eine gute Produktion. Er braucht funktionierende Wertschöpfung. Deshalb ist der Rüeggshuser Hof von Beginn an als Teil eines regionalen Netzwerks gedacht.

Wyler’s Biohof arbeitet bereits mit Hof Brachland in Bubikon bei der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zusammen. Der Rüeggshuser Hof kann an diese bestehende Struktur anschliessen und sie durch zusätzliche Rohwaren und Produkte erweitern.

Unter dem gemeinsamen Schirm Naturkraft entsteht darüber hinaus ein grösserer Verarbeitungs- und Vermarktungsraum für agrarökologische Produkte.
Regionale Verarbeitung schafft Wertschöpfung dort, wo sie entsteht. Kleinere Betriebe erhalten Zugang zu Märkten, die sie allein kaum erschliessen könnten.
Aus einzelnen Höfen entsteht ein gemeinsamer Wirtschaftsraum.

Mehr als ein einzelner Landwirtschaftsbetrieb

Der Rüeggshuser Hof soll zeigen, welches Potenzial in bestehenden Landwirtschaftsbetrieben steckt. Hier begegnen sich Fragen, die weit über einen einzelnen Hof hinausreichen.

Wie sichern wir fruchtbare Böden? Wie halten wir Wasser länger in der Landschaft? Wie entstehen widerstandsfähige Agrarsysteme? Wie verbinden wir Biodiversität mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit? Wie entwickeln Regionen ihre eigene Lebensmittelversorgung weiter? Wie arbeiten Landwirtschaft, Verarbeitung, Forschung und Gesellschaft sinnvoll zusammen?

Der Hof kann zu einem Ort werden, an dem neue Antworten unter realen Bedingungen entstehen.
Als Einladung zum gemeinsamen Lernen und Weiterentwickeln.


Ein Landwirtschaftsbetrieb ist dann erfolgreich, wenn seine ökologische, soziale und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander wachsen.


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RegioCoin

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Region

Schweiz

Spannungsfeld

Regionen erzeugen täglich Leistungen für Ernährung, Landschaft, Biodiversität, Versorgungssicherheit und Lebensqualität. Ein grosser Teil der Kaufkraft bewegt sich entlang anderer Wege. Zwischen regionaler Leistung und regionaler Nachfrage entsteht eine Lücke.

Der RegioCoin adressiert genau diese Schnittstelle und verbindet Leistung, Finanzierung und Konsum innerhalb eines gemeinsamen regionalen Kreislaufs.

Status

Der RegioCoin befindet sich 2026 in der Pilotphase. Die technische Infrastruktur ist bereits produktiv im Einsatz und basiert auf der bewährten ecoo-Plattform, welche unter anderem die Grundlage des CSS Coin bildet.

Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf der regionalen Implementierung innerhalb von RARE sowie auf ersten Reallaboren in der Schweiz.

RegioCoin

Wenn regionale Leistung regionale Kaufkraft bewegt

Regionen verfügen über mehr Vermögen, als ihre Bilanzen zeigen.

Fruchtbare Böden.

Unternehmerische Betriebe.

Verarbeitungsstrukturen.

Handwerk.

Wissen.

Landschaften.

Soziale Beziehungen.

Vertrauen.

Täglich entstehen daraus Leistungen, die den Lebensraum einer Region tragen.

Ein Teil dieser Leistungen wird vergütet.

Ein anderer Teil bleibt wirtschaftlich unsichtbar.

Parallel dazu verlässt Kaufkraft kontinuierlich den regionalen Raum.
Sie fliesst in globale Plattformen, überregionale Handelsstrukturen oder Finanzsysteme, deren Bezug zur Region gering ist.

Zwischen regionaler Leistung und regionaler Kaufkraft entsteht eine Lücke.


— Regionale Entwicklung beginnt dort, wo Leistung, Nachfrage und Finanzierung miteinander in Beziehung treten.


Der RegioCoin wurde entwickelt, um genau diesen Zusammenhang sichtbar und handlungsfähig zu machen.

Ein Instrument innerhalb von RARE

Der RegioCoin ist Teil von RARE (Architektur resilienter Agrarregionen).
RARE schafft einen gemeinsamen Ordnungsraum für Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Finanzierung, Verwaltung, Stiftungen und Zivilgesellschaft.

Innerhalb dieses Ordnungsraums entstehen drei grundlegende Fragen:

Welche Leistungen werden in einer Region erbracht?
Welche Leistungen sind für die Zukunft der Region besonders relevant?
Wie können diese Leistungen wirtschaftlich gestärkt werden?

AgriMetrix macht Leistungen sichtbar.
Der Agrardialog schafft Verständigung.
Der RegioCoin schafft wirtschaftliche Rückkopplung.
Er verbindet Leistung, Nachfrage und Finanzierung innerhalb eines gemeinsamen regionalen Kreislaufs.


— Messung schafft Orientierung.
— Entwicklung entsteht durch Rückkopplung.


Vom Förderfranken zur regionalen Nachfrage

Fördergelder, Sponsoringbeiträge oder Entwicklungsbudgets verfolgen meist ein gemeinsames Ziel: Sie sollen regionale Entwicklung ermöglichen.

Oft bleibt jedoch offen, wie stark diese Mittel tatsächlich innerhalb der Region wirksam werden.

Der RegioCoin eröffnet einen anderen Weg.

Stiftungen, Unternehmen, Gemeinden oder Entwicklungsprogramme speisen Schweizer Franken in das System ein.
Diese Mittel erscheinen als RegioCoins innerhalb der Region und können bei teilnehmenden Betrieben eingelöst werden.
Landwirtschaftliche Betriebe, Hofläden, Verarbeitungsunternehmen, Gastronomiebetriebe, Kulturangebote oder regionale Dienstleister erhalten anschliessend eine Auszahlung in Schweizer Franken.

Aus Förderung entsteht Nachfrage.
Aus Nachfrage entsteht Umsatz.
Aus Umsatz entsteht regionale Wertschöpfung.


— Förderung entfaltet ihre Kraft dort, wo sie Teil wirtschaftlicher Bewegung wird.


Infrastruktur

Der RegioCoin ist kein Technologieprojekt.
Die technische Grundlage existiert bereits.
Basis bildet die Infrastruktur von ecoo, die seit mehreren Jahren produktiv im Einsatz steht.

Anwendungen wie der CSS Coin oder regionale Wallet-Systeme zeigen, dass digitale regionale Kreisläufe technisch und regulatorisch umsetzbar sind.

Die Architektur ist betriebsbereit.
Der Fokus liegt auf der regionalen Implementierung.

Regionen erhalten dadurch Zugang zu einer bestehenden Infrastruktur mit Wallet, Transaktionssystem, Reporting, Compliance und Auszahlung in Schweizer Franken.


— Die entscheidende Innovation liegt selten in der Technologie.
— Sie liegt im Zusammenspiel der Akteure.


Regionale Leistung wird wirtschaftlich lesbar

Der RegioCoin erzeugt mehr als Transaktionen.
Er macht sichtbar, wie sich Nachfrage innerhalb einer Region bewegt.
Er zeigt, welche Betriebe Kaufkraft anziehen, welche Wertschöpfungsachsen entstehen und welche Entwicklungsimpulse Wirkung entfalten.

In Verbindung mit AgriMetrix entsteht eine zusätzliche Ebene.

Leistungen rund um Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Ressourceneffizienz, regionale Verarbeitung, Tierwohl oder soziale Verantwortung werden sichtbar und vergleichbar.
Dadurch entsteht erstmals die Möglichkeit, regionale Leistung und regionale Nachfrage innerhalb derselben Infrastruktur zu betrachten.


— Was sichtbar wird, kann priorisiert werden.
— Was priorisiert wird, erhält Entwicklungskraft.


Von der Regionalität zur regionalen Intelligenz

Viele Regionen verfügen über starke Produzenten, engagierte Verwaltungen, aktive Stiftungen und innovative Unternehmen.
Häufig fehlen gemeinsame Instrumente, welche diese Kräfte miteinander verbinden.

Der RegioCoin schafft einen gemeinsamen Betrachtungsraum.

Er zeigt, wo Nachfrage entsteht.
Er zeigt, welche Leistungen besonders relevant sind.
Er zeigt, welche Fördermittel regionale Aktivität auslösen.
Er zeigt, welche Entwicklungsachsen sich verstärken.

Aus einzelnen Projekten entsteht ein lernendes System.


— Resiliente Regionen entstehen durch gemeinsame Orientierung.


Ein Beispiel

In der Region Sursee-Mittelland entsteht derzeit ein erster Anwendungsraum für den RegioCoin innerhalb von RARE.

Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie, Handel und regionale Entwicklung treffen hier auf engem Raum zusammen.
Die Voraussetzungen für regionale Kreisläufe sind vorhanden.

Der RegioCoin macht sichtbar, wie Kaufkraft durch diese Kreisläufe fliesst, welche Leistungen besondere Bedeutung für die Region besitzen und wo zusätzliche Entwicklungsimpulse entstehen können.

Sursee-Mittelland steht dabei stellvertretend für viele Regionen.

Die eigentliche Innovation liegt im übertragbaren Prinzip: Regionale Leistung, regionale Nachfrage und regionale Finanzierung werden innerhalb derselben Infrastruktur miteinander verbunden.

Ausblick

Der RegioCoin entwickelt sich schrittweise zu einer Infrastruktur regionaler Wertschöpfung.

Gemeinden können Entwicklungsprogramme abbilden.
Stiftungen können Fördermittel zielgerichteter einsetzen.
Unternehmen können regionale Verantwortung sichtbar machen.
Regionen können Leistungen stärken, die für ihre langfristige Entwicklungsfähigkeit relevant sind.

Innerhalb von RARE entsteht dadurch ein Kreislauf aus Leistung, Verständigung, Nachfrage und Finanzierung.

Regionalität wird damit mehr als Herkunft.
Sie wird zu einer wirtschaftlich lesbaren Beziehung zwischen Menschen, Betrieben und ihrem Lebensraum.


— Die Zukunft regionaler Entwicklung liegt weniger in zusätzlichen Programmen als in der Fähigkeit, vorhandene Leistungen miteinander zu verbinden.


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Architektur resilienter Agrarregionen (RARE)

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Region

Europa

Spannungsfeld

Landwirtschaftliche Regionen werden von vielen Akteuren geprägt, die am selben Raum arbeiten und unterschiedlichen Logiken folgen. Ein Betrieb entwickelt seinen Boden, während Absatz oder Verarbeitung fehlen. Förderprogramme unterstützen einzelne Massnahmen, während verbindende Strukturen kaum finanziert werden. Wirkungskapital sucht geeignete Vorhaben, während gute Projekte den Weg zur Finanzierung nicht finden.

Wissen, Kapital und Initiative sind häufig vorhanden. Was fehlt, sind die Verbindungen dazwischen. RARE arbeitet an diesen Übergängen. Der Denkraum schafft einen gemeinsamen Bezugsrahmen, in dem Leistungen sichtbar, Zusammenhänge verständlich und konkrete Entwicklungspfade erprobt werden können.

Status

RARE befindet sich 2026 in der Aufbau- und Erprobungsphase. Sursee-Mittelland bildet den ersten regionalen Entwicklungsraum. Im Umfeld der Neuen Regionalpolitik werden AgriMetrix und Agrardialog zunächst praktisch erprobt.

Parallel entwickelt sich das Netzwerk der Reallabore weiter. Die nächsten Schritte richten sich auf die Verbindung von betrieblicher Entwicklung, Markt, Wissen und Wirkungskapital sowie auf den Transfer in weitere Regionen. 

Architektur resilienter Agrarregionen (RARE)

Ein Denkraum für die Entwicklungsfähigkeit von Landwirtschaft und Region

Ein Landwirtschaftsbetrieb kann vieles richtig machen und trotzdem an einer Schnittstelle scheitern, die er allein kaum beeinflussen kann.

Der Boden entwickelt sich gut, doch für neue Kulturen fehlt der Absatz. Eine Nachfolge wäre möglich, aber Eigentum, Finanzierung und Betriebskonzept finden nicht zusammen. Wirkungskapital sucht sinnvolle Projekte, während viele gute Vorhaben den Weg zur Finanzierung nicht finden.

Solche Situationen haben selten nur eine Ursache. Sie entstehen dort, wo Landwirtschaft, Markt, Finanzierung, Bildung, Wissenschaft und öffentliche Hand aufeinandertreffen.

Hier setzt RARE an.

RARE steht für Architektur resilienter Agrarregionen. Es ist ein Denk- und Ordnungsraum, in dem unterschiedliche Projekte, Menschen und Institutionen ihre Arbeit auf eine gemeinsame regionale Wirklichkeit beziehen können.

Die Fachlichkeit bleibt dort, wo sie hingehört. RARE verbindet die Beziehungen dazwischen.


Die Zukunft eines Hofes entscheidet sich oft ausserhalb seines Hoftors.


Betrieb, Region und System

Landwirtschaft beginnt beim Boden. Was auf einem Betrieb möglich wird, hängt aber auch von Verarbeitung, Absatz, Wissen, Arbeitskräften, Eigentumsverhältnissen, Finanzierung und politischen Rahmenbedingungen ab.
Umgekehrt wirken landwirtschaftliche Entscheidungen auf Wasserhaushalt, Landschaft, Biodiversität, Ernährung und regionale Wertschöpfung zurück. RARE betrachtet diese Beziehungen auf drei Ebenen:

Betrieb, Region und System.

Der Betrieb bleibt der konkrete Ausgangspunkt. Die Region ist der Raum, in dem Beziehungen sichtbar und gestaltbar werden. Auf der Systemebene stellt sich die Frage, welche Strukturen, Instrumente und Regeln Entwicklung erleichtern oder erschweren.

So kann ein Problem auf einem Hof als regionale Aufgabe erkennbar werden. Und eine regionale Erfahrung kann Hinweise darauf geben, wo sich Rahmenbedingungen verändern müssen.


RARE verbindet, was in der Praxis ohnehin zusammenwirkt.


Eine gemeinsame Sprache

Komplexe Zusammenarbeit braucht Verständigung.
Landwirtschaftsbetriebe sprechen über Ertrag, Boden und Arbeitsbelastung. Gemeinden über Regionalentwicklung. Stiftungen über Wirkung. Banken über Risiko und Tragfähigkeit. Unternehmen über Mengen, Qualität und Lieferfähigkeit.

Alle betrachten denselben Raum aus unterschiedlichen Perspektiven. Vereinfacht lässt sich die Architektur deshalb so lesen:

  • RARE ist der Denkraum.
  • AgriMetrix schafft die gemeinsame Sprache.

  • Der Agrardialog bringt diese Sprache ins Gespräch.

AgriMetrix macht ökologische, soziale und ökonomische Leistungen sichtbar. Der Agrardialog verbindet diese Daten mit Erfahrung und Kontext. So können unterschiedliche Akteure gemeinsam erkennen, wo eine Region steht, welche Spannungen bestehen und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Man könnte AgriMetrix als eine Art agrarisches Esperanto verstehen. Die gemeinsame Sprache ersetzt die Fachsprachen nicht. Sie schafft eine Verständigungsbasis zwischen ihnen.


Gemeinsame Entwicklung braucht zunächst eine gemeinsame Sprache.


Reallabore

RARE entwickelt sich nicht am Schreibtisch, sondern aus realen Situationen. Die Reallabore bearbeiten unterschiedliche Ausschnitte desselben Zusammenhangs.

Auf Betrieben wie Hof Schwand, Wyler’s Biohof und dem Rüeggshuser Hof geht es um Boden, Wasser, Agroforst, vielfältige Produktionssysteme, betriebliche Tragfähigkeit, Generationenwechsel und neue Formen landwirtschaftlicher Nutzung.

Ursaat und naturKRAFT bearbeitet die Marktseite. Wenn vielfältigere Landschaften vielfältigere Rohstoffe hervorbringen, braucht es Verarbeitung, Produktentwicklung und verlässliche Absatzwege.

Die REGA LWS setzt dort an, wo Landwirtschaftsbetriebe ihre Zukunft zu verlieren drohen. Sie verbindet Früherkennung, Betriebsentwicklung, Bodenrecht, Finanzierung und Nachfolge.

Ein geplanter Lern- und Entwicklungsort in der Zentralschweiz verbindet Landwirtschaft mit Bildung, Forschung, Verarbeitung und regionaler Entwicklung. Wissen soll dort gemeinsam mit Betrieben und weiteren Partnern unter realen Bedingungen erprobt und angewendet werden.

3BL (Triple Bottom Line) schafft einen Rahmen, um ökologische, soziale und ökonomische Grundlagen gemeinsam in Entscheidungen einzubeziehen. Daraus entsteht auch eine Schnittstelle zu Wirkungskapital.

Der RegioCoin untersucht, wie regionale Kaufkraft, Nachfrage und landwirtschaftliche Leistungen stärker aufeinander bezogen werden können.

AGRIDEA, BFH-HAFL, BBZN und weitere Bildungs-, Forschungs- und Praxispartner öffnen den Raum für Wissensaustausch und gemeinsame Lernprozesse. Netzwerke wie CNAO (Coachingnetz Agrarökologie) helfen dabei, Erfahrungen über einzelne Projekte und Regionen hinaus zugänglich zu machen.

Jedes Reallabor besitzt einen eigenen Zweck. RARE fragt zusätzlich, was daraus für das Ganze gelernt werden kann.


Ein Reallabor bearbeitet einen konkreten Fall. RARE fragt, was dieser Fall für das Ganze lehrt.


Warum die Region?

Der einzelne Landwirtschaftsbetrieb ist für viele dieser Fragen zu klein. Die nationale Ebene ist für ihre konkrete Bearbeitung oft zu weit entfernt. Die Region liegt dazwischen.

Hier werden Warenströme greifbar. Betriebe, Verarbeiter, Gemeinden, Bildungsorte und Unternehmen können Beziehungen aufbauen. Kapital kann konkrete Vorhaben kennenlernen. Entscheidungen werden in ihren Folgen sichtbar.

Eine Region ist gross genug, um Kreisläufe zu bilden, und klein genug, damit Beziehungen tragfähig bleiben.
Deshalb ist sie für RARE die entscheidende Handlungsebene.

Entwicklung und Kapital verbinden

Eine resiliente Agrarregion braucht mehr als gute Projekte. Sie braucht die Fähigkeit, gute Projekte zu erkennen, miteinander zu verbinden und langfristig zu tragen.

Hier greifen AgriMetrix, Agrardialog und 3BL ineinander.
Leistungen werden sichtbar. Die regionale Wirklichkeit wird gemeinsam eingeordnet. Daraus entstehen konkrete Entwicklungsvorhaben.

Manche brauchen Wissen. Andere einen Marktpartner. Manche öffentliche Förderung oder philanthropisches Kapital. Andere ein Darlehen oder Eigenkapital.
Die Frage lautet deshalb nicht zuerst, wo Geld verfügbar ist. Die Frage lautet: Welche Entwicklung soll ermöglicht werden? Und welches Kapital passt zu ihr?


Kapital soll Entwicklung ermöglichen. Die Entwicklung bestimmt, welches Kapital sie braucht.


Sursee-Mittelland als erster Entwicklungsraum

In der Region Sursee-Mittelland wird die Architektur erstmals auf regionaler Ebene zusammengeführt.

Im Umfeld der Neuen Regionalpolitik werden AgriMetrix und Agrardialog zunächst entlang einzelner Betriebszweige erprobt. Landwirtschaftliche Leistungen werden sichtbar gemacht und mit der regionalen Realität verbunden.

Daraus folgt die eigentliche Entwicklungsarbeit: Wo braucht es Verarbeitung, Markt, Wissen oder Finanzierung? Welche bestehenden Projekte können verbunden werden? Wo fehlt ein Baustein?

Sursee-Mittelland ist damit keine Blaupause für andere Regionen. Es ist der erste Raum, in dem die einzelnen Teile als zusammenhängende Architektur erprobt werden.

Parallel entwickeln sich die weiteren Reallabore weiter. Ihre Erfahrungen fliessen zurück in RARE.

Lernen zwischen Regionen

Jede Agrarregion besitzt andere Böden, Betriebe, Märkte, Menschen und Geschichten.

RARE soll deshalb kein fertiges Modell verbreiten.

Übertragbar sind die Architektur, die gemeinsame Sprache und die Fähigkeit, Erfahrungen zu teilen. Die konkrete Entwicklung bleibt regional.

So kann mit der Zeit ein Netzwerk unterschiedlicher Agrarregionen entstehen. Was an einem Ort gelernt wird, wird für andere lesbar, ohne dass es kopiert werden muss.

Resilienz bedeutet dabei keinen fertigen Zustand. Eine resiliente Region kann Veränderungen wahrnehmen, ihre eigenen Ressourcen erkennen und auf neue Bedingungen reagieren.

Dafür braucht es gesunde Böden, wirtschaftlich tragfähige Betriebe, verlässliche Märkte, Wissen, handlungsfähige Institutionen und passendes Kapital.
RARE schafft den Raum, in dem diese Teile zueinander in Beziehung treten können.


Resilienz entsteht regional. Lernen passiert auf einer anderen Ebene.


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Ursaat.ch

ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT

Spannungsfeld

Saatgut bildet die Grundlage unserer Ernährung. Über Jahrtausende entstand eine grosse Vielfalt an Getreidesorten, angepasst an Landschaft, Klima und Kultur. Gleichzeitig hat die Industrialisierung der Landwirtschaft zu einer starken Konzentration auf wenige Hochleistungssorten geführt.

An dieser Schnittstelle entsteht ein Spannungsfeld. Sortenfeste Vielfalt verschwindet aus den Feldern, während Fragen nach Ernährung, Resilienz und Verträglichkeit zunehmen. Ursaat arbeitet an diesem Übergang und bringt ursprüngliche Sorten wieder zurück in den Kreislauf von Saatgut, Landwirtschaft und Ernährung.

Region

Schweiz

Status

Seit 2021 arbeitet Ursaat.ch am Aufbau eines lebendigen Saatgutkreislaufs. Ausgangspunkt war die Sicherstellung historischer Sorten wie Huron und Rotkorn. Seither werden diese vermehrt und schrittweise mit Markt und medizinischer Forschung verbunden.

Inzwischen entstehen aus dem Korn veredelte Lebensmittel wie Pasta und Sauerteiggebäck. Die Nachfrage nach sortenfestem Urgetreide und den daraus hergestellten Lebensmitteln wächst spürbar.

Saatgut ist Gemeingut

Ursaat.ch


— Die Zukunft der Landwirtschaft beginnt mit einem gesunden Samen.


Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist ein grosser Teil der genetischen Vielfalt unserer Kulturpflanzen verschwunden.
Besonders sichtbar wird dies beim Weizen.
Züchtungsprogramme haben Sorten hervorgebracht, die hohe Erträge liefern, technisch gut verarbeitbar sind und sich in industrielle Produktionssysteme einfügen.

Viele ältere Sorten sind in diesem Prozess aus den Feldern verschwunden.
Mit ihnen verschwand Wissen.

Und mit ihnen verschwand genetische Vielfalt.


— Was ist, verändert uns gleichermassen wie, was nicht (mehr) ist.


Weltweit existieren schätzungsweise über 50’000 Getreidesorten.
Heute prägen nur noch sehr wenige Hochleistungssorten unsere Ernährung.
Sie wurden auf Ertrag, Verarbeitungseigenschaften und Uniformität gezüchtet.
Auf Kosten von genetischer Vielfalt, Robustheit und Nährstoffdichte.

Das Vorhaben Ursaat.ch setzt hier an.
Ziel ist es, sortenfestes Saatgut zu sichern, zu vermehren und wieder zugänglich zu machen.
Alte Sorten sollen nicht nur gesammelt werden.
Sie sollen wieder angebaut, geerntet und gegessen werden.

Saatgut ist kein Archiv.
Saatgut ist eine Beziehung zum Lebendigen.


— Jede Sorte ist eine eigene Kultur.


Eine der Sorten, die im Zentrum von Ursaat.ch steht, ist der Huron-Weizen.
Er wird seit 1888 in Kanada gezüchtet.
Ziel der Züchtung war eine robuste Sorte, die in anspruchsvollen Klimazonen zuverlässig gedeihen kann.

Von Nordamerika aus gelangte der Huron Anfang des 20. Jahrhunderts nach Europa.
In der Schweiz gehörte er über Jahrzehnte zu den wichtigen Sommerweizensorten.

Besonders in Regionen mit kürzeren Vegetationsperioden oder schwierigeren Bedingungen erweist sich Huron als zuverlässig und anpassungsfähig.
Seine Backqualität gilt als hervorragend.
Und doch verschwand er.

Er war nicht schlecht.
Er war nur ökonomisch nicht mehr spannend.


— Der Markt fragt nach Ertrag.
— Das Leben nach Vielfalt.


Der Huron-Weizen trägt viele Eigenschaften, die heute selten geworden sind.

Beispielsweise ein langer Halm.
Während moderne Weizensorten oft nur noch 25 bis 30 Zentimeter hoch wachsen, können ursprüngliche Sorten Halmlängen von zwei Metern und mehr erreichen.
Diese Höhe ist kein Zufall.
Der lange Halm schützt die Pflanze besser vor Pilzbefall und hilft ihr, Wasser im Boden zu regulieren.
Dadurch können solche Pflanzen Trockenperioden stabiler überstehen.

Auch ihre Ähren unterscheiden sich.
Viele ursprüngliche Sorten tragen lange Grannen, die das Korn schützen und in der Evolution eine Rolle bei der Verbreitung der Samen spielen.
In modernen Sorten wurden diese Strukturen häufig reduziert oder ganz entfernt, um die maschinelle Ernte zu erleichtern.

Wer durch ein Feld mit alten Sorten geht, erkennt schnell einen weiteren Unterschied.
Das Feld lebt.
Zwischen den Halmen wachsen Kräuter und Blumen.
Insekten kehren zurück.
Der Boden wird durch eine vielfältigere Vegetation stabilisiert und genährt.


— Sortenfestes Saatgut folgt einer eigenen Ökonomie.


Ein kaum sichtbarer Mechanismus liegt im Wesen des Saatguts selbst.
Moderne Hybridsorten müssen jedes Jahr neu gekauft werden.
Landwirtschaftliche Betriebe können sie nicht selbst vermehren.
Dadurch entsteht für Saatgutunternehmen ein kontinuierlicher Markt.

Sortenfestes Saatgut funktioniert anders.
Ein Landwirt kauft die Sorte einmal.
Dann nie mehr.
Er kann sie danach selbst weiter vermehren.

Für die Sämerei bedeutet das, sie sieht den Kunden nur ein einziges Mal.
Die jahrelange Arbeit der Sortenerhaltung, der Sammlung, Vermehrung, Reinigung, Lagerung und Dokumentation wird nur einmal bezahlt.

Das erklärt auch, weshalb Saatgut alter Sorten teilweise teuer erscheint.
Eine kleine Menge Huron-Saatgut kostet im internationalen Handel beispielsweise rund 40 CHF für 100 Gramm.

Der Preis wirkt hoch.
Doch er spiegelt eine Realität.
Die Arbeit der Saatguterhalter wird nur einmal bezahlt.
Danach beginnt ein anderer Kreislauf.
Das Saatgut wird weitergegeben.

Es wird vermehrt.

Es wird Teil eines sich selbst erhaltenden Systems.


— Weizen ist nicht gleich Weizen. 


Neben agronomischen Eigenschaften rückt heute ein weiterer Aspekt in den Fokus.
Die biochemische Zusammensetzung des Weizens.

Der Gastroenterologe Professor Detlef Schuppan untersucht seit vielen Jahren die Ursachen von Weizenunverträglichkeiten.
Seine Forschung zeigt, dass Beschwerden nicht unmittelbar durch Gluten entstehen.
Sie entstehen durch Proteine.
Sogenannte Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI).
Diese kommen in verschiedenen Weizensorten in unterschiedlicher Konzentration vor.

Historische Sorten weisen andere Proteinprofile auf als moderne Hochleistungssorten.
Dadurch werden sie von vielen Menschen als bekömmlicher erlebt.

Ursaat.ch versteht sich nicht als medizinisches Projekt.
Doch die Wiederentdeckung genetischer Vielfalt eröffnet neue Perspektiven für Landwirtschaft, Ernährung und Wissenschaft.


— Vom Korn bis zum Teller.


Ursaat.ch verfolgt einen einfachen Anspruch. 
Das ursprüngliche Korn soll unverfälscht auf dem Teller ankommen.
Dazu gehört nicht nur die Erhaltung und Vermehrung des Saatguts.
Dazu gehört auch eine sorgfältige Verarbeitung.
Aus dem vermehrten Getreide entstehen Mehl und Pasta aus Huron-Weizen und anderen historischen Sorten.

Sie tragen einen Geschmack, der lange aus unserer Ernährung verschwunden war.
Nussig.
Dicht.
Lebendig.


— Die Zukunft der Ernährung beginnt nicht im Labor.
— Sie beginnt im Korn.
— Und im Boden, der es trägt.


Produkte aus Ursaat-Getreide können bei Ortimo in Rapperswil SG bezogen werden.

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