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Project Category: Zusammenarbeit

Reallabore, in denen Unterschiedlichkeit nicht nivelliert, sondern ausgehalten wird. Kooperation jenseits von Rollen, Projekten oder Zuständigkeiten.

RegioCoin

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Region

Schweiz

Spannungsfeld

Regionen erzeugen täglich Leistungen für Ernährung, Landschaft, Biodiversität, Versorgungssicherheit und Lebensqualität. Ein grosser Teil der Kaufkraft bewegt sich entlang anderer Wege. Zwischen regionaler Leistung und regionaler Nachfrage entsteht eine Lücke.

Der RegioCoin adressiert genau diese Schnittstelle und verbindet Leistung, Finanzierung und Konsum innerhalb eines gemeinsamen regionalen Kreislaufs.

Status

Der RegioCoin befindet sich 2026 in der Pilotphase. Die technische Infrastruktur ist bereits produktiv im Einsatz und basiert auf der bewährten ecoo-Plattform, welche unter anderem die Grundlage des CSS Coin bildet.

Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf der regionalen Implementierung innerhalb von RARE sowie auf ersten Reallaboren in der Schweiz.

RegioCoin

Wenn regionale Leistung regionale Kaufkraft bewegt

Regionen verfügen über mehr Vermögen, als ihre Bilanzen zeigen.

Fruchtbare Böden.

Unternehmerische Betriebe.

Verarbeitungsstrukturen.

Handwerk.

Wissen.

Landschaften.

Soziale Beziehungen.

Vertrauen.

Täglich entstehen daraus Leistungen, die den Lebensraum einer Region tragen.

Ein Teil dieser Leistungen wird vergütet.

Ein anderer Teil bleibt wirtschaftlich unsichtbar.

Parallel dazu verlässt Kaufkraft kontinuierlich den regionalen Raum.
Sie fliesst in globale Plattformen, überregionale Handelsstrukturen oder Finanzsysteme, deren Bezug zur Region gering ist.

Zwischen regionaler Leistung und regionaler Kaufkraft entsteht eine Lücke.


— Regionale Entwicklung beginnt dort, wo Leistung, Nachfrage und Finanzierung miteinander in Beziehung treten.


Der RegioCoin wurde entwickelt, um genau diesen Zusammenhang sichtbar und handlungsfähig zu machen.

Ein Instrument innerhalb von RARE

Der RegioCoin ist Teil von RARE (Architektur resilienter Agrarregionen).
RARE schafft einen gemeinsamen Ordnungsraum für Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Finanzierung, Verwaltung, Stiftungen und Zivilgesellschaft.

Innerhalb dieses Ordnungsraums entstehen drei grundlegende Fragen:

Welche Leistungen werden in einer Region erbracht?
Welche Leistungen sind für die Zukunft der Region besonders relevant?
Wie können diese Leistungen wirtschaftlich gestärkt werden?

AgriMetrix macht Leistungen sichtbar.
Der Agrardialog schafft Verständigung.
Der RegioCoin schafft wirtschaftliche Rückkopplung.
Er verbindet Leistung, Nachfrage und Finanzierung innerhalb eines gemeinsamen regionalen Kreislaufs.


— Messung schafft Orientierung.
— Entwicklung entsteht durch Rückkopplung.


Vom Förderfranken zur regionalen Nachfrage

Fördergelder, Sponsoringbeiträge oder Entwicklungsbudgets verfolgen meist ein gemeinsames Ziel: Sie sollen regionale Entwicklung ermöglichen.

Oft bleibt jedoch offen, wie stark diese Mittel tatsächlich innerhalb der Region wirksam werden.

Der RegioCoin eröffnet einen anderen Weg.

Stiftungen, Unternehmen, Gemeinden oder Entwicklungsprogramme speisen Schweizer Franken in das System ein.
Diese Mittel erscheinen als RegioCoins innerhalb der Region und können bei teilnehmenden Betrieben eingelöst werden.
Landwirtschaftliche Betriebe, Hofläden, Verarbeitungsunternehmen, Gastronomiebetriebe, Kulturangebote oder regionale Dienstleister erhalten anschliessend eine Auszahlung in Schweizer Franken.

Aus Förderung entsteht Nachfrage.
Aus Nachfrage entsteht Umsatz.
Aus Umsatz entsteht regionale Wertschöpfung.


— Förderung entfaltet ihre Kraft dort, wo sie Teil wirtschaftlicher Bewegung wird.


Infrastruktur

Der RegioCoin ist kein Technologieprojekt.
Die technische Grundlage existiert bereits.
Basis bildet die Infrastruktur von ecoo, die seit mehreren Jahren produktiv im Einsatz steht.

Anwendungen wie der CSS Coin oder regionale Wallet-Systeme zeigen, dass digitale regionale Kreisläufe technisch und regulatorisch umsetzbar sind.

Die Architektur ist betriebsbereit.
Der Fokus liegt auf der regionalen Implementierung.

Regionen erhalten dadurch Zugang zu einer bestehenden Infrastruktur mit Wallet, Transaktionssystem, Reporting, Compliance und Auszahlung in Schweizer Franken.


— Die entscheidende Innovation liegt selten in der Technologie.
— Sie liegt im Zusammenspiel der Akteure.


Regionale Leistung wird wirtschaftlich lesbar

Der RegioCoin erzeugt mehr als Transaktionen.
Er macht sichtbar, wie sich Nachfrage innerhalb einer Region bewegt.
Er zeigt, welche Betriebe Kaufkraft anziehen, welche Wertschöpfungsachsen entstehen und welche Entwicklungsimpulse Wirkung entfalten.

In Verbindung mit AgriMetrix entsteht eine zusätzliche Ebene.

Leistungen rund um Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Ressourceneffizienz, regionale Verarbeitung, Tierwohl oder soziale Verantwortung werden sichtbar und vergleichbar.
Dadurch entsteht erstmals die Möglichkeit, regionale Leistung und regionale Nachfrage innerhalb derselben Infrastruktur zu betrachten.


— Was sichtbar wird, kann priorisiert werden.
— Was priorisiert wird, erhält Entwicklungskraft.


Von der Regionalität zur regionalen Intelligenz

Viele Regionen verfügen über starke Produzenten, engagierte Verwaltungen, aktive Stiftungen und innovative Unternehmen.
Häufig fehlen gemeinsame Instrumente, welche diese Kräfte miteinander verbinden.

Der RegioCoin schafft einen gemeinsamen Betrachtungsraum.

Er zeigt, wo Nachfrage entsteht.
Er zeigt, welche Leistungen besonders relevant sind.
Er zeigt, welche Fördermittel regionale Aktivität auslösen.
Er zeigt, welche Entwicklungsachsen sich verstärken.

Aus einzelnen Projekten entsteht ein lernendes System.


— Resiliente Regionen entstehen durch gemeinsame Orientierung.


Ein Beispiel

In der Region Sursee-Mittelland entsteht derzeit ein erster Anwendungsraum für den RegioCoin innerhalb von RARE.

Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie, Handel und regionale Entwicklung treffen hier auf engem Raum zusammen.
Die Voraussetzungen für regionale Kreisläufe sind vorhanden.

Der RegioCoin macht sichtbar, wie Kaufkraft durch diese Kreisläufe fliesst, welche Leistungen besondere Bedeutung für die Region besitzen und wo zusätzliche Entwicklungsimpulse entstehen können.

Sursee-Mittelland steht dabei stellvertretend für viele Regionen.

Die eigentliche Innovation liegt im übertragbaren Prinzip: Regionale Leistung, regionale Nachfrage und regionale Finanzierung werden innerhalb derselben Infrastruktur miteinander verbunden.

Ausblick

Der RegioCoin entwickelt sich schrittweise zu einer Infrastruktur regionaler Wertschöpfung.

Gemeinden können Entwicklungsprogramme abbilden.
Stiftungen können Fördermittel zielgerichteter einsetzen.
Unternehmen können regionale Verantwortung sichtbar machen.
Regionen können Leistungen stärken, die für ihre langfristige Entwicklungsfähigkeit relevant sind.

Innerhalb von RARE entsteht dadurch ein Kreislauf aus Leistung, Verständigung, Nachfrage und Finanzierung.

Regionalität wird damit mehr als Herkunft.
Sie wird zu einer wirtschaftlich lesbaren Beziehung zwischen Menschen, Betrieben und ihrem Lebensraum.


— Die Zukunft regionaler Entwicklung liegt weniger in zusätzlichen Programmen als in der Fähigkeit, vorhandene Leistungen miteinander zu verbinden.


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Architektur resilienter Agrarregionen

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Region

Europa

Spannungsfeld

Landwirtschaftliche Regionen sichern Ernährung, pflegen Landschaften, erhalten Bodenfruchtbarkeit, fördern Biodiversität und schaffen regionale Wertschöpfung. Diese Leistungen entstehen innerhalb eines komplexen Gefüges aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Politik, Finanzierung und Gesellschaft.

Jeder dieser Räume folgt eigenen Logiken, Prioritäten und Zeitrhythmen. Dadurch entstehen Spannungen, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten. RARE macht Leistungen sichtbar, schafft Orientierung und stärkt die Fähigkeit von Regionen, ihre ökologischen, sozialen und ökonomischen Grundlagen gemeinsam weiterzuentwickeln.

Status

RARE entwickelt sich seit 2026 in mehreren regionalen Reallaboren in der Schweiz. Die Region Sursee-Mittelland bildet den ersten Entwicklungsraum. Hier werden Leistungen sichtbar gemacht, im Agrardialog reflektiert und in konkrete Entwicklungsprozesse übersetzt.

Parallel entstehen weitere regionale Räume, thematische Entwicklungsachsen und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Wissenschaft, öffentlicher Hand und Finanzierung. Schritt für Schritt wächst ein Netzwerk von Regionen, das gemeinsame Orientierung schafft und regionale Entwicklungsfähigkeit stärkt.

Architektur resilienter Agrarregionen (RARE)

Ein Ordnungsraum für regionale Entwicklungsfähigkeit

Die meisten Programme beginnen mit einer Massnahme.
RARE beginnt mit einer Beobachtung.

Landwirtschaftliche Regionen stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen.
Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Ernährungssicherheit, Wertschöpfung, Flächendruck, Energieversorgung, Bildung, Nachfolge und regionale Identität wirken auf denselben Raum ein.

Jedes dieser Themen wird von engagierten Menschen bearbeitet.
Jede Institution leistet ihren Beitrag.
Jedes Programm verfolgt seine Ziele.

Und dennoch entsteht oft das Gefühl, dass die Summe dieser Aktivitäten hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.

Der Grund liegt kaum im Engagement der Beteiligten.
Der Grund liegt viel häufiger in der fehlenden Verbindung zwischen den einzelnen Aktivitäten.


— Die Zukunft einer Region entsteht aus der Qualität ihrer Beziehungen.


RARE wurde entwickelt, um diese Beziehungen sichtbar und gestaltbar zu machen.
RARE steht für Architektur resilienter Agrarregionen.

Es ist ein Ordnungsraum, in dem Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Gemeinden, Unternehmen, Wissenschaft, Stiftungen und Bevölkerung gemeinsam auf die Zukunftsfähigkeit einer Region blicken.

Die Region als Organismus

Regionen funktionieren ähnlich wie lebendige Organismen.

Wasser, Boden, Wissen, Kapital, Vertrauen, Infrastruktur und Wertschöpfung stehen in Beziehung zueinander.
Verändert sich ein Teil, verändert sich das Ganze.

Deshalb betrachtet RARE die Region als eigenständigen Organismus.

Der landwirtschaftliche Betrieb bleibt Ausgangspunkt.
Seine Bedeutung entfaltet sich jedoch im Zusammenspiel mit vielen weiteren Akteuren.


— Die Region ist der Ort, an dem sich die Folgen aller Entscheidungen begegnen.


Aus dieser Perspektive entstehen neue Fragen.

Welche Leistungen prägen eine Region bereits?
Welche Ressourcen werden aufgebaut?
Wo entstehen Engpässe?
Welche Entwicklungslinien tragen langfristig?
Welche verdienen besondere Aufmerksamkeit?

Leistung als gemeinsame Sprache

Im Zentrum von RARE steht ein einfacher Gedanke.
Jede Entwicklung beginnt mit einer Leistung.

Jemand baut Humus auf.
Jemand bildet Lernende aus.
Jemand entwickelt regionale Absatzkanäle.
Jemand investiert in Biodiversität.
Jemand stärkt Kooperationen.
Jemand übernimmt Verantwortung.

Diese Leistungen bilden die Grundlage regionaler Entwicklung.
RARE macht sie sichtbar.

Die Grundlage dafür bildet AgriMetrix.

Die Methodik erfasst ökologische, soziale und ökonomische Leistungen landwirtschaftlicher Praxis und schafft damit eine gemeinsame Sprache für unterschiedliche Akteure.

Leistungen werden dadurch vergleichbar, aggregierbar und besprechbar.


— Was sichtbar wird, kann gestaltet werden.


Der Agrardialog

Daten allein schaffen keine Entwicklung.
Entwicklung entsteht dort, wo Menschen beginnen, dieselbe Realität gemeinsam zu betrachten.

Deshalb bildet der Agrardialog das Herzstück von RARE.

Betriebe, Gemeinden, Unternehmen, Verarbeitung, Handel, Wissenschaft und weitere Akteure reflektieren gemeinsam die Leistungslandschaft ihrer Region.

Der Agrardialog sucht keine Mehrheiten.
Er schafft Orientierung.
Er verbindet Erfahrungen mit Daten.
Praxis mit Strategie.
Regionale Realität mit langfristigen Entwicklungsperspektiven.

Aus diesen Gesprächen entstehen Prioritäten.
Aus Prioritäten entstehen Entscheidungen.
Aus Entscheidungen entstehen konkrete Projekte.


— Verständlichkeit geht Einigkeit voraus.


Von der Leistung zur Wirkung

Viele Förderprogramme, Nachhaltigkeitsstrategien und politische Diskussionen konzentrieren sich auf Wirkungen.

Wie entwickelt sich die Biodiversität?
Welche Klimaleistungen entstehen?
Welche sozialen Effekte werden sichtbar?

Diese Fragen bleiben zentral.
RARE erweitert den Blick um eine zusätzliche Ebene.

Zwischen Leistung und Wirkung liegt die systemische Entwicklungsfähigkeit.
Sie beschreibt die Fähigkeit einer Region, ihre ökologischen, sozialen und ökonomischen Grundlagen langfristig zu erhalten, weiterzuentwickeln und auf Veränderungen handlungsfähig zu reagieren.

Leistungen stärken diese Grundlagen.
Starke Grundlagen erhöhen die Entwicklungsfähigkeit.
Aus Entwicklungsfähigkeit entstehen Wirkungen.


— Wer Wirkung verstehen will, muss die Bedingungen verstehen, aus denen Wirkung entsteht.


Die Region Sursee-Mittelland

Die Region Sursee-Mittelland bildet den ersten Entwicklungsraum von RARE.

Der Ordnungsraum dient hier als Rückgrat eines NRP-Vorhabens und verbindet Landwirtschaft, Verarbeitung, Vermarktung und regionale Entwicklung innerhalb eines gemeinsamen Bezugsrahmens.
Dadurch entsteht ein Reallabor, in dem die Architektur resilienter Agrarregionen erstmals als zusammenhängendes System erprobt wird.
RARE verbindet dabei bestehende Projekte, Akteure und Förderinstrumente innerhalb eines gemeinsamen Ordnungsraums.

Die Region verfügt über starke landwirtschaftliche Betriebe, engagierte Verarbeitungspartner, regionale Entwicklungsstrukturen und eine hohe Innovationsbereitschaft.

Landwirtschaftliche Leistungen werden sichtbar gemacht.
Der Agrardialog wird etabliert.
Thematische Entwicklungsachsen entstehen.
Neue Formen regionaler Zusammenarbeit werden getestet.
Erfahrungen werden dokumentiert und ausgewertet.

Sursee-Mittelland dient damit als Reallabor für eine Frage, die weit über die Region hinausreicht: Wie können landwirtschaftliche Leistungen zur Grundlage regionaler Entwicklungsprozesse werden?


— Regionen lernen am wirksamsten an ihren eigenen Herausforderungen.


Vom Reallabor zum Netzwerk

RARE versteht Regionen als eigenständige Entwicklungsräume.

Jede Region verfügt über ihre eigene Identität.
Ihre eigene Geschichte.
Ihre eigenen Spannungsfelder.
Ihre eigenen Chancen.

Jede Region entwickelt ihren eigenen Weg.
Die Architektur schafft den gemeinsamen Bezugsrahmen.

Weitere Regionen können sich an diese Architektur anschliessen und eigene Schwerpunkte entwickeln.

Agroforst.
Getreide.
Obstbau.
PIWI-Weinbau.
Saatgut.
Bildung.
Regionale Vermarktung.
Neue Finanzierungsmodelle, wie der RegioCoin.

Jede Region trägt zum gemeinsamen Lernen bei.

Die Erfahrungen fliessen in das Systemic Resilience Lab ein und werden für weitere Regionen nutzbar gemacht.


— Resilienz entsteht regional.
— Lernen entsteht überregional.


Warum RARE?

Die wirtschaftliche Bedeutung regionaler Ernährungssysteme ist erheblich.
Ein regionaler Versorgungsraum bewegt jedes Jahr hunderte Millionen Franken an Lebensmittelkonsum.

Ökologische Leistungen beeinflussen gesellschaftliche Stabilität.
Gesellschaftliche Stabilität beeinflusst wirtschaftliche Entwicklung.
Wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst die Investitionsfähigkeit einer Region.

Diese Zusammenhänge verdienen einen Raum, in dem sie gemeinsam betrachtet werden können.
RARE schafft einen solchen Raum.

Leistungen werden sichtbar.
Prioritäten werden nachvollziehbar.
Investitionen werden orientierbar.
Zusammenarbeit wird erleichtert.

Die Region gewinnt ein gemeinsames Verständnis ihrer eigenen Entwicklungsfähigkeit.
RARE wird regional umgesetzt, systemisch entwickelt und übertragbar gestaltet.
Von Sursee-Mittelland aus entsteht ein Netzwerk von Regionen, die ihre Entwicklungsfähigkeit sichtbar machen und voneinander lernen.

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Ursaat.ch

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Spannungsfeld

Saatgut bildet die Grundlage unserer Ernährung. Über Jahrtausende entstand eine grosse Vielfalt an Getreidesorten, angepasst an Landschaft, Klima und Kultur. Gleichzeitig hat die Industrialisierung der Landwirtschaft zu einer starken Konzentration auf wenige Hochleistungssorten geführt.

An dieser Schnittstelle entsteht ein Spannungsfeld. Sortenfeste Vielfalt verschwindet aus den Feldern, während Fragen nach Ernährung, Resilienz und Verträglichkeit zunehmen. Ursaat arbeitet an diesem Übergang und bringt ursprüngliche Sorten wieder zurück in den Kreislauf von Saatgut, Landwirtschaft und Ernährung.

Region

Schweiz

Status

Seit 2021 arbeitet Ursaat.ch am Aufbau eines lebendigen Saatgutkreislaufs. Ausgangspunkt war die Sicherstellung historischer Sorten wie Huron und Rotkorn. Seither werden diese vermehrt und schrittweise mit Markt und medizinischer Forschung verbunden.

Inzwischen entstehen aus dem Korn veredelte Lebensmittel wie Pasta und Sauerteiggebäck. Die Nachfrage nach sortenfestem Urgetreide und den daraus hergestellten Lebensmitteln wächst spürbar.

Saatgut ist Gemeingut

Ursaat.ch


— Die Zukunft der Landwirtschaft beginnt mit einem gesunden Samen.


Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist ein grosser Teil der genetischen Vielfalt unserer Kulturpflanzen verschwunden.
Besonders sichtbar wird dies beim Weizen.
Züchtungsprogramme haben Sorten hervorgebracht, die hohe Erträge liefern, technisch gut verarbeitbar sind und sich in industrielle Produktionssysteme einfügen.

Viele ältere Sorten sind in diesem Prozess aus den Feldern verschwunden.
Mit ihnen verschwand Wissen.

Und mit ihnen verschwand genetische Vielfalt.


— Was ist, verändert uns gleichermassen wie, was nicht (mehr) ist.


Weltweit existieren schätzungsweise über 50’000 Getreidesorten.
Heute prägen nur noch sehr wenige Hochleistungssorten unsere Ernährung.
Sie wurden auf Ertrag, Verarbeitungseigenschaften und Uniformität gezüchtet.
Auf Kosten von genetischer Vielfalt, Robustheit und Nährstoffdichte.

Das Vorhaben Ursaat.ch setzt hier an.
Ziel ist es, sortenfestes Saatgut zu sichern, zu vermehren und wieder zugänglich zu machen.
Alte Sorten sollen nicht nur gesammelt werden.
Sie sollen wieder angebaut, geerntet und gegessen werden.

Saatgut ist kein Archiv.
Saatgut ist eine Beziehung zum Lebendigen.


— Jede Sorte ist eine eigene Kultur.


Eine der Sorten, die im Zentrum von Ursaat.ch steht, ist der Huron-Weizen.
Er wird seit 1888 in Kanada gezüchtet.
Ziel der Züchtung war eine robuste Sorte, die in anspruchsvollen Klimazonen zuverlässig gedeihen kann.

Von Nordamerika aus gelangte der Huron Anfang des 20. Jahrhunderts nach Europa.
In der Schweiz gehörte er über Jahrzehnte zu den wichtigen Sommerweizensorten.

Besonders in Regionen mit kürzeren Vegetationsperioden oder schwierigeren Bedingungen erweist sich Huron als zuverlässig und anpassungsfähig.
Seine Backqualität gilt als hervorragend.
Und doch verschwand er.

Er war nicht schlecht.
Er war nur ökonomisch nicht mehr spannend.


— Der Markt fragt nach Ertrag.
— Das Leben nach Vielfalt.


Der Huron-Weizen trägt viele Eigenschaften, die heute selten geworden sind.

Beispielsweise ein langer Halm.
Während moderne Weizensorten oft nur noch 25 bis 30 Zentimeter hoch wachsen, können ursprüngliche Sorten Halmlängen von zwei Metern und mehr erreichen.
Diese Höhe ist kein Zufall.
Der lange Halm schützt die Pflanze besser vor Pilzbefall und hilft ihr, Wasser im Boden zu regulieren.
Dadurch können solche Pflanzen Trockenperioden stabiler überstehen.

Auch ihre Ähren unterscheiden sich.
Viele ursprüngliche Sorten tragen lange Grannen, die das Korn schützen und in der Evolution eine Rolle bei der Verbreitung der Samen spielen.
In modernen Sorten wurden diese Strukturen häufig reduziert oder ganz entfernt, um die maschinelle Ernte zu erleichtern.

Wer durch ein Feld mit alten Sorten geht, erkennt schnell einen weiteren Unterschied.
Das Feld lebt.
Zwischen den Halmen wachsen Kräuter und Blumen.
Insekten kehren zurück.
Der Boden wird durch eine vielfältigere Vegetation stabilisiert und genährt.


— Sortenfestes Saatgut folgt einer eigenen Ökonomie.


Ein kaum sichtbarer Mechanismus liegt im Wesen des Saatguts selbst.
Moderne Hybridsorten müssen jedes Jahr neu gekauft werden.
Landwirtschaftliche Betriebe können sie nicht selbst vermehren.
Dadurch entsteht für Saatgutunternehmen ein kontinuierlicher Markt.

Sortenfestes Saatgut funktioniert anders.
Ein Landwirt kauft die Sorte einmal.
Dann nie mehr.
Er kann sie danach selbst weiter vermehren.

Für die Sämerei bedeutet das, sie sieht den Kunden nur ein einziges Mal.
Die jahrelange Arbeit der Sortenerhaltung, der Sammlung, Vermehrung, Reinigung, Lagerung und Dokumentation wird nur einmal bezahlt.

Das erklärt auch, weshalb Saatgut alter Sorten teilweise teuer erscheint.
Eine kleine Menge Huron-Saatgut kostet im internationalen Handel beispielsweise rund 40 CHF für 100 Gramm.

Der Preis wirkt hoch.
Doch er spiegelt eine Realität.
Die Arbeit der Saatguterhalter wird nur einmal bezahlt.
Danach beginnt ein anderer Kreislauf.
Das Saatgut wird weitergegeben.

Es wird vermehrt.

Es wird Teil eines sich selbst erhaltenden Systems.


— Weizen ist nicht gleich Weizen. 


Neben agronomischen Eigenschaften rückt heute ein weiterer Aspekt in den Fokus.
Die biochemische Zusammensetzung des Weizens.

Der Gastroenterologe Professor Detlef Schuppan untersucht seit vielen Jahren die Ursachen von Weizenunverträglichkeiten.
Seine Forschung zeigt, dass Beschwerden nicht unmittelbar durch Gluten entstehen.
Sie entstehen durch Proteine.
Sogenannte Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI).
Diese kommen in verschiedenen Weizensorten in unterschiedlicher Konzentration vor.

Historische Sorten weisen andere Proteinprofile auf als moderne Hochleistungssorten.
Dadurch werden sie von vielen Menschen als bekömmlicher erlebt.

Ursaat.ch versteht sich nicht als medizinisches Projekt.
Doch die Wiederentdeckung genetischer Vielfalt eröffnet neue Perspektiven für Landwirtschaft, Ernährung und Wissenschaft.


— Vom Korn bis zum Teller.


Ursaat.ch verfolgt einen einfachen Anspruch. 
Das ursprüngliche Korn soll unverfälscht auf dem Teller ankommen.
Dazu gehört nicht nur die Erhaltung und Vermehrung des Saatguts.
Dazu gehört auch eine sorgfältige Verarbeitung.
Aus dem vermehrten Getreide entstehen Mehl und Pasta aus Huron-Weizen und anderen historischen Sorten.

Sie tragen einen Geschmack, der lange aus unserer Ernährung verschwunden war.
Nussig.
Dicht.
Lebendig.


— Die Zukunft der Ernährung beginnt nicht im Labor.
— Sie beginnt im Korn.
— Und im Boden, der es trägt.


Produkte aus Ursaat-Getreide können bei Ortimo in Rapperswil SG bezogen werden.

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