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Region

Zürich Oberland

Spannungsfeld

Lebenshöfe übernehmen eine Aufgabe, deren gesellschaftliche Bedeutung wächst. Mit dem Wandel der Ernährung entstehen neue Perspektiven für Tiere und neue Anforderungen an die Betriebe, die Verantwortung übernehmen. Die Tiere bleiben auf dem Hof, klassische Erlösquellen verlieren an Bedeutung. Hof Neubrunn entwickelt daraus ein Modell, das Lebenshof, Agroforst, Bildung, Verarbeitung und regionale Wertschöpfung zu einer langfristig tragfähigen Betriebsarchitektur verbindet.

Status

2026 beginnt die Planungs- und Konzeptionsphase. Flächenentwicklung, Betriebsarchitektur, Trägerschaft, Finanzierung und regionale Einbettung werden gemeinsam ausgearbeitet. Ab 2027 erfolgt die schrittweise Umsetzung von Agroforst, Lebenshof, Bildungsangeboten, Verarbeitung und regionaler Wertschöpfung. Hof Neubrunn entwickelt sich damit zu einem Modellvorhaben für die nächste Generation von Lebenshöfen.

Hof Neubrunn

Landwirtschaft mit Tieren. Anders gedacht.

Das Spannungsfeld

Die Landwirtschaft steht vor Entwicklungen, für die es bisher kaum belastbare Antworten gibt.

Mit dem gesellschaftlichen Wunsch nach geringerem Fleischkonsum verändert sich die Rolle von Nutztieren.
Immer mehr Menschen wünschen sich eine Landwirtschaft, die Tieren einen dauerhaften Platz einräumt.

Für viele Betriebe entsteht daraus eine neue Herausforderung.
Ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Tragfähigkeit und gesellschaftliche Erwartungen verlangen nach neuen Antworten.

Lebenshöfe übernehmen in diesem Spannungsfeld eine wichtige Aufgabe.
Sie schaffen Schutzräume für Tiere.
Sie ermöglichen Beziehung.
Sie schaffen Würde.

Viele dieser Höfe stehen jedoch vor derselben Herausforderung.

Die Tiere bleiben.
Die Verantwortung bleibt.
Die laufenden Kosten bleiben.
Die bisherigen Erlösmodelle verlieren an Bedeutung.

Der Wunsch nach einem würdevollen Leben für Tiere ist gesellschaftlich breit verankert.
Die langfristige Verantwortung für Pflege, Infrastruktur und Finanzierung verbleibt jedoch beim einzelnen Betrieb.

Daraus entsteht eine Frage, die weit über den einzelnen Hof hinausreicht: Wie entsteht eine Betriebsarchitektur, die den Tieren dauerhaft einen Platz sichert, ohne dass der Hof selbst an dieser Aufgabe zerbricht?

Hof Neubrunn im Tösstal versteht diese Frage als Entwicklungsaufgabe.

Tiere als Teil der Landwirtschaft von morgen

Auf rund zwanzig Hektaren Landwirtschaftsland und über vier Hektaren Wald entsteht ein Modellvorhaben, das den Lebenshof weiterdenkt und mit den Anforderungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft verbindet.


— Tiere leisten weit mehr als das, was Märkte heute vergüten.


Die Tiere bleiben.
Ihre Rolle verändert sich.

Sie werden zu Mitgestaltern von Bildungsräumen, Biodiversität, Landschaftspflege und sozialer Begegnung.
Sie prägen den Charakter des Ortes.
Sie machen sichtbar, dass Landwirtschaft weit mehr ist als die Produktion von Lebensmitteln.

Ausgangspunkt des Projekts ist die Überzeugung, dass Tiere dauerhaft Teil landwirtschaftlicher Systeme bleiben können.

Die Frage lautet deshalb nicht, ob Tiere auf dem Hof bleiben.
Die Frage lautet, welche Betriebsarchitektur ihre dauerhafte Integration ermöglicht.

Eine ökonomische Heimat für Verantwortung


— Jede Form von Verantwortung benötigt eine ökonomische Heimat.


Die wirtschaftliche Grundlage entsteht aus einer Vielfalt miteinander verbundener Wertschöpfungsfelder.
Agroforst, Verarbeitung, Bildung, regionale Kooperationen, gemeinschaftliche Nutzungsformen und neue Formen der Begegnung ergänzen sich zu einer Betriebsarchitektur mit mehreren wirtschaftlichen Standbeinen.

Investitionen und Anschubfinanzierungen ermöglichen den Aufbau.
Langfristig muss der Betrieb seine ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Leistungen aus eigener Kraft tragen können.

Hof Neubrunn verfolgt damit ein Ziel, das für viele Lebenshöfe von zentraler Bedeutung ist.
Einmal richtig entwickeln.
Danach dauerhaft tragfähig wirtschaften.

Agroforst als räumliches Rückgrat


— Resiliente Landwirtschaft entsteht aus Vielfalt, Schichtung und Beziehungen.


Agroforst bildet das räumliche Rückgrat der Entwicklung.
Wo heute überwiegend Wiesenflächen liegen, entsteht schrittweise ein vielschichtiges Produktions- und Ökosystem.
Baumreihen, Beerensträucher, Nussgehölze, Kräuter, extensive Weiden, produktive Dauerkulturen und bestehende Waldflächen werden zu einem zusammenhängenden System verbunden.

Die Tiere bewegen sich zwischen diesen Strukturen und bleiben Teil eines lebendigen Kreislaufs.
Sie pflegen Flächen, schaffen Dynamik und tragen zur Vielfalt des Hofes bei.

Mit jeder neu entstehenden Schicht erhöht sich die ökologische Stabilität des Betriebes.

Schatten reduziert Hitzestress.
Wurzelsysteme verbessern die Wasserspeicherung.
Gehölze schützen Böden.
Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger entstehen.


— Boden, Wasser und Biodiversität gehören zu den wertvollsten Vermögenswerten einer Gesellschaft.


Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaushalt und Biodiversität werden als produktive Grundlagen betrachtet.
Sie bilden das natürliche Kapital des Hofes.
Sie schaffen Resilienz.
Sie ermöglichen zukünftige Wertschöpfung.

Aus derselben Landschaft entstehen neue Produkte und neue Perspektiven.
Kräuter, Beeren, Früchte, Nüsse, Verarbeitungsprodukte und Bildungsangebote ergänzen die bestehenden Ertragsquellen.

Ein Entwicklungsraum für die Region


— Entwicklung entsteht in Beziehungen.


Regionale Kooperationen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Wertschöpfung soll möglichst dort entstehen, wo die Leistungen erbracht werden.

Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie, Handel, Bildung und regionale Entwicklung werden als Teile eines gemeinsamen Systems verstanden.

Der Hof entwickelt sich dadurch Schritt für Schritt zu einem vielfältigen Landschafts- und Wertschöpfungsraum.


— Menschen schützen, was sie verstehen.


Parallel dazu entstehen Räume für Lernen, Austausch und praktische Erfahrung.
Landwirtschaft wird auf Hof Neubrunn wieder als gesellschaftliche Aufgabe sichtbar.
Schulklassen, Fachpersonen, Familien, Unternehmen und regionale Akteure finden einen Ort vor, an dem Fragen der Ernährung, der Landnutzung und des Zusammenlebens konkret erfahrbar werden.

Der Hof entwickelt sich dadurch zu einem Entwicklungsraum, der unterschiedliche Perspektiven miteinander verbindet.
Landwirtschaft.
Natur.
Bildung.
Gesellschaft.
Wirtschaft.

Was andernorts häufig nebeneinander existiert, wird hier in einen gemeinsamen Zusammenhang gebracht.


— Zukunft entsteht dort, wo Verantwortung einen konkreten Ort findet.


Die Bedeutung des Projekts reicht über den einzelnen Betrieb hinaus.
Hof Neubrunn versteht sich als Entwicklungsraum für eine Landwirtschaft, in der Tiere dauerhaft ihren Platz behalten.

Die zentrale Frage lautet dabei nicht, wie ein einzelner Lebenshof finanziert werden kann.
Die zentrale Frage lautet, welche Form von Landwirtschaft entsteht, wenn Tiere, Boden, Wasser, Biodiversität, Bildung und regionale Wertschöpfung gemeinsam gedacht werden.

Die Antworten darauf entstehen nicht im Seminarraum.
Sie entstehen auf einem Hof.
Im Alltag.
Mit echten Tieren.
Auf realen Flächen.
Mit wirtschaftlicher Verantwortung.

Hof Neubrunn entwickelt damit eine Betriebsarchitektur für eine Landwirtschaft, in der Tiere dauerhaft ihren Platz behalten können.

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