Wyler’s Biohof & Waldgarten
Ein funktionierender Nebenerwerbsbetrieb steht vor der Frage, wie unter bestehenden Strukturen Anerkennung, Tragfähigkeit und Zukunft entstehen können.
Zürcher Oberland (CH)
Seit 2023 in Umsetzung und dauerhaft wachsend. Permakultur, Agroforst, Mischkulturen und strukturelle Vielfalt entwickeln sich überjährig weiter.

Wyler’s Biohof & Waldgarten
Kleinteilige Landwirtschaft mit Zukunft
Der Hof der Familie Wyler liegt in Wolfhausen, im Zürcher Oberland.
Acht Hektaren Landwirtschaftsfläche.
Ein Betrieb in dritter Generation.
Mit der Übergabe an die neue Generation stand der Hof an einem bekannten Punkt.
Nicht Anfang.
Nicht Ende.
Und doch viele Fragezeichen.
Ein Teilzeitbetrieb.
0.7 Standardarbeitskräfte.
Nebenerwerb.
Rinderzucht.
Pferdepension.
Ein Betrieb, der funktioniert.
Und zugleich zu jenen gehört, die strukturell als nicht vollwertig gelten.
Viele solcher Betriebe verschwinden.
Nicht, weil sie schlecht geführt sind.
Sondern weil ihnen Anerkennung fehlt.
— Anerkennung entscheidet, ob ein Betrieb Zukunft hat.

Vieles war nicht möglich.
Nicht aus Mangel an Arbeit.
Sondern wegen formaler Grenzen.
Zugänge blieben verschlossen.
Entwicklungsspielräume waren eng.
Der Waldgarten entstand aus dieser Spannung.
Nicht als Zusatz.
Als Neuordnung des Ganzen.
Freiflächen wurden neu gelesen.
Weideflächen einbezogen.
Nicht als Rest.
Als Teil des Systems.
Agroforst hielt Einzug.
Bäume.
Sträucher.
Mehrjährige Kulturen.
Nicht ornamental.
Funktional.
— Fläche ist nicht das Problem.
— Lesbarkeit ist es.

2023

2024

2025
Mit der Integration des Agroforstsystems veränderte sich die Struktur des Betriebs.
Die Standardarbeitskraft überschritt die Schwelle.
Mehr als 1.0 SAK.
Der Betrieb wurde vollwertig.
Nicht symbolisch.
Strukturell.
Damit öffnen sich Räume.
Rechtlich.
Ökonomisch.
Perspektivisch.
Gleichzeitig wuchs die Vielfalt.
Im Boden.
In der Landschaft.
Im Produktangebot.
Die Direktvermarktung differenziert sich.
Kleinteilig.
Divers.
Tragfähig.
Nicht als Strategie.
Als Folge der Praxis.
— Resilienz entsteht dort, wo Abhängigkeiten sinken und Beziehungen zunehmen.





Der Waldgarten wird permakulturell bewirtschaftet.
Nicht als Methode.
Als Haltung.
Beobachtung geht vor Eingriff.
Zeit vor Geschwindigkeit.
Pflege vor Kontrolle.
Nicht alles trägt sofort.
Manches scheitert.
Manches braucht Jahre.
Auch das gehört zur Arbeit.
Lernen im Vollzug
Der Hof ist zugleich Lernort.
Nicht als Kursbetrieb.
Als Erfahrungsraum.
Schulklassen.
Lernende.
Gruppen.
Pädagogik entsteht hier nicht geplant.
Sie entsteht im Tun.
Kinder und Jugendliche begegnen Boden, Pflanzen und Tieren.
Nicht erklärend.
Handelnd.
Fragen tauchen auf, wo Antworten fehlen.
— Lernen beginnt dort, wo Sicherheit endet.
Reallaborarbeit
Der Waldgarten dient als Reallabor für agroökologische Praxis.
Beobachtungen werden festgehalten.
Zusammenhänge lesbar gemacht.
Entscheidungen reflektiert.
Nicht zur Optimierung.
Zur Orientierung.
Leistungen werden sichtbar.
Ökologisch.
Sozial.
Ökonomisch.
Ein Ort ohne Abschluss
Der Waldgarten ist nicht fertig.
Er wird es nicht sein.
Was hier entsteht, lässt sich nicht übertragen.
Aber es ist anschlussfähig.
Für andere Betriebe.
In ähnlicher Lage.
— Zukunft entsteht nicht durch Grösse.
— Sondern durch Struktur.
Der Waldgarten ist ein laufendes Reallabor auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in dritter Generation.
Kein Modell.
Kein Versprechen.





