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Schlagwort: Ökonomie

Der Agrardialog

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Themenbereiche

In Entwicklungsprozessen auf regionaler Ebene zeigt sich ein wiederkehrendes Muster.

Regionale Entwicklungsträger (RET) stehen in einem Geflecht von Aufträgen.
Sie entstehen aus Programmen der öffentlichen Hand.
Sie folgen politischen Zielsetzungen.
Sie greifen Impulse aus der Region auf.

Damit tragen die RET eine anspruchsvolle Aufgabe.

Unterschiedliche Logiken treffen aufeinander.
Förderinstrumente bringen eigene Systematiken mit.
Akteure verbinden verschiedene Perspektiven.

Es entsteht Vielfalt.


— Ohne Referenz wird Abstimmung zur Abstimmung über Perspektiven.


In der Umsetzung zeigt sich die Herausforderung.

Vorhaben laufen parallel.
Synergien bleiben situativ.
Prioritäten entstehen im Vollzug.

Die Frage nach der Konsequenz stellt sich.

Was wird getragen?
Was wird weitergeführt?
Was erhält Verbindlichkeit?

Hier setzt der Agrardialog an.

Er schafft einen Raum, in dem sich eine Region auf eine gemeinsame Grundlage verständigt.
Für agrarische und ernährungsbezogene Systeme entsteht diese Grundlage durch AgriMetrix.

Leistungen werden sichtbar.

Zusammenhänge werden lesbar.

Unterschiede werden einordenbar.

Ein gemeinsamer Duktus entsteht.


— Verständigung beginnt dort, wo Unterschiede lesbar werden.


Auf dieser Basis beginnt die Klärung.

Leistung

Leistung beschreibt, was konkret geschieht.
Auf der Fläche.

Im Betrieb.

Im sozialen Gefüge.

Sie ist beobachtbar und entwickelbar.

Im Agrardialog wird diese Ebene zum Bezugspunkt.

Welche Leistungen sind vorhanden?

Welche Leistungen tragen Stabilität?

Welche Leistungen eröffnen Entwicklung?

Leistung wird damit anschlussfähig.


— Leistung schafft Bezug.


Kosten

Mit der Klärung der Leistungen tritt die zweite Dimension hinzu.
Kosten.

Jede Leistung basiert auf Aufwand.

Zeit.
Arbeit.
Wissen.
Infrastruktur.
Risiko.

Diese Aufwände werden der jeweiligen Leistung zugeordnet.

Was kostet es, Bodenfruchtbarkeit aufzubauen?

Welche Ressourcen sind erforderlich, um Vielfalt im Anbau zu halten?

Welche Aufwände entstehen durch regionale Verarbeitung oder direkte Vermarktung?

Eine zweite Ebene wird sichtbar.
Kosten entstehen auch dort, wo Leistungen fehlen.
Degradierte Böden, verlorene Biodiversität, gestörte Wasserhaushalte, aufgelöste betriebliche Strukturen.

Diese Zustände tragen Folgekosten.
Sie treten zeitversetzt auf.

Sie verlagern sich zwischen Akteuren.


— Verlust von Leistung verschiebt Kosten.


Der Agrardialog führt diese Ebenen zusammen.

Welche Kosten entstehen aus dem Verlust von Leistung?
Welche Aufwände sind erforderlich, um Systeme wieder in tragfähige Zustände zu führen?

Kosten beziehen sich damit auf zwei Richtungen.
Auf die Erbringung von Leistung.
Und auf die Regeneration.

Der Bezug zu True Cost Accounting ergibt sich aus dieser Erweiterung.

Wirkung

Wirkung zeigt sich im Zustand, der aus der Praxis entsteht.

Im Landschaftsbild.
Im Wasserhaushalt.
In der regionalen Wertschöpfung.
In sozialen Beziehungen.

Sie ergibt sich aus der Qualität und Kontinuität der geleisteten Arbeit.

Wirkungsmessung hat sich in diesem Zusammenhang etabliert.
Insbesondere dort, wo eine Anbindung an ökonomische Systeme entsteht.

Sie schafft Anschlussfähigkeit.
Sie erlaubt Einordnung.
Sie wird anschlussfähig für Finanzierung.

Wirkung lässt sich bewerten.
Ihre Entstehung bleibt gebunden an Leistung.

Im Agrardialog entsteht diese Bindung.

Wirkung wird auf die zugrunde liegende Praxis bezogen.
Sie wird aus der Leistung heraus verstanden.

Verdichtung

Leistung, Kosten und Wirkung treten in Beziehung.
Daraus entsteht eine Verdichtung.

Welche Leistungen tragen die Region?

Wo entstehen Lücken?

Welche Entwicklungen sind anschlussfähig?

Diese Klärung führt zu Prioritäten.


— Priorität entsteht aus Klarheit.


Entscheidung

Der Agrardialog schafft Entscheidungsfähigkeit.

Es wird festgelegt, welche Leistungen gesichert oder aufgebaut werden.
Welche Mittel eingesetzt werden.
Welche Rollen übernommen werden.

Damit entsteht Verbindlichkeit.

Investitionen werden möglich.

Partnerschaften konkretisieren sich.

Öffentliche und private Mittel erhalten Bezug.


— Kapital orientiert sich an verstandener Leistung.


Übergang

Was im Agrardialog geklärt wird, setzt sich fort.
Im Reallabor.
Dort werden Entscheidungen umgesetzt.

Dort zeigt sich ihre Tragfähigkeit.

Einordnung

Der Agrardialog ist Teil der Architektur von RARE.

AgriMetrix macht Leistungen sichtbar.

Der Agrardialog ordnet sie im regionalen Zusammenhang.

Reallabore führen die daraus entstehenden Entscheidungen weiter.

Ein Zusammenhang entsteht, in dem sich Regionen aus ihrer eigenen Praxis heraus ausrichten.


Kai Isemann

Ich wirke in lebendigen Systemen.
Von innen.
Meine Impulse entstehen dort, wo Verantwortung getragen wird.
In Beziehungen, in Organisationen, in Übergängen.
Schreiben ist dabei Übersetzung.
Aus der Praxis in den Zusammenhang.
Was hier sichtbar wird, entsteht im Mitwirken.
Es verbindet Boden und Entscheidung.


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Ökonomie als Erzählung

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Themenbereiche

Ökonomie erscheint oft als etwas Sachliches.
Als System aus Zahlen.
Modellen.
Gesetzen.
Als objektive Beschreibung von Wirklichkeit.

Doch Ökonomie ist keine Naturwissenschaft.
Sie ist eine Erzählung.

Sie erzählt, was als wertvoll gilt.
Was sich lohnt.
Was als effizient gilt.
Und was als unvermeidlich erscheint.

Diese Erzählung wirkt leise.
Und sie wirkt tief.


— Ökonomie beschreibt nicht Wirklichkeit.
— Sie erzeugt sie.


Was ökonomisch erzählt wird, wird handlungsleitend.

Nicht, weil es wahr ist.
Sondern weil es geglaubt wird.

Märkte reagieren auf Erwartungen.
Investitionen folgen Geschichten.
Risiken werden dort gesehen, wo sie erzählt werden.

Und dort ignoriert, wo sie sprachlos bleiben.

Viele ökonomische Modelle geben vor, neutral zu sein.

Sie rechnen.
Sie vergleichen.
Sie prognostizieren.

Doch auch sie beruhen auf Annahmen.
Auf Setzungen.
Auf impliziten Weltbildern.

Was nicht erzählbar ist, taucht in ihnen nicht auf.


— Jede ökonomische Rechnung beruht auf einer Geschichte darüber, was zählt.


So entstehen blinde Flecken.

Ökologische Schäden werden externalisiert.
Soziale Spannungen ausgeblendet.
Regionale Abhängigkeiten vereinfacht.

Nicht aus bösem Willen.
Sondern weil sie nicht Teil der Erzählung sind.

Was nicht vorkommt, muss nicht verantwortet werden.

Ökonomische Erzählungen sind wirksam.
Sie bieten Orientierung.

Sie vereinfachen Komplexität.
Sie schaffen Vergleichbarkeit.
Sie geben Sicherheit.

Doch jede Vereinfachung hat ihren Preis.

Sie schliesst aus, was nicht passt.


— Nicht die Zahlen sind das Problem.
— Sondern die Geschichten, die sie tragen.


In Krisen geraten diese Erzählungen unter Druck.

Plötzlich tragen vertraute Modelle nicht mehr.
Selbstverständlichkeiten bröckeln.
Widersprüche werden sichtbar.

Was zuvor als rational galt, wirkt plötzlich kurzsichtig.

Nicht, weil sich die Realität verändert hat.
Weil die Erzählung nicht mehr passt.

Neue Erzählungen entstehen selten geplant.
Sie wachsen aus Erfahrung.
Aus Scheitern.
Aus dem Versuch,
Zusammenhänge anders zu lesen.

Sie beginnen nicht mit Antworten.
Sondern mit anderen Fragen.

Ökonomie als Erzählung ernst zu nehmen heisst nicht, auf Analyse zu verzichten.

Es heisst, die eigenen Setzungen sichtbar zu machen.

Zu fragen, welche Geschichte eine Rechnung erzählt.
Und welche sie verschweigt.


— Wer die Erzählung nicht hinterfragt, macht sie zum Gesetz.


In Reallaboren wird das deutlich.

Dort treffen Zahlen auf Konsequenzen.
Modelle auf Menschen.
Prognosen auf reale Böden.

Ökonomische Erzählungen werden überprüfbar.
Nicht theoretisch.
Praktisch.

Was trägt, bleibt.
Was nicht trägt, muss neu erzählt werden.

Ökonomie ist keine neutrale Beschreibung.
Sie ist ein kultureller Akt.

Sie ordnet Wahrnehmung.
Sie lenkt Aufmerksamkeit.
Sie legitimiert Entscheidungen.

Wer das versteht, beginnt anders zu rechnen.

Nicht weniger präzise.
Aber bewusster.

Ökonomie als Erzählung zu begreifen, öffnet einen Raum.

Für andere Wertsetzungen.
Für andere Prioritäten.
Für andere Zukünfte.

Nicht als Wunsch.
Als Verantwortung.


Kai Isemann

Ich wirke in lebendigen Systemen.
Nicht aus beobachtender Distanz, sondern von innen heraus.
Meine Impulse entstehen dort, wo Verantwortung tatsächlich getragen wird.
In Beziehungen, in Organisationen, in Übergängen.

Schreiben ist dabei keine Tätigkeit für sich.
Es ist eine Form der Übersetzung aus dem Mitwirken heraus.
Was hier sichtbar wird, ist nicht gedacht im Nachhinein.
Es ist wahrgenommen im Geschehen. 

Ohne Schuldzuweisung.
Ohne Heilsversprechen.


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