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Verantwortung beginnt im Jetzt

Verantwortung wird oft zeitlich verschoben.
In Konzepte.
In Strategien.
In zukünftige Entscheidungen.

Sie erscheint als etwas, das vorbereitet, geplant oder später übernommen wird.

So lässt sie sich ordnen.
Und vertagen.


— Verantwortung existiert nur im Jetzt.


Im Jetzt ist Verantwortung unbequem.
Sie verlangt Präsenz.
Und Aufmerksamkeit.

Nicht alles ist geklärt.
Nicht alles ist entschieden.
Und doch wirkt jede Handlung.

Oder jedes Unterlassen.


Verantwortung im Jetzt heisst, sich nicht hinter Prozessen zu verstecken.

Nicht hinter Zuständigkeiten.
Nicht hinter Absichten.
Nicht hinter dem Hinweis, dass etwas noch geprüft werden müsse.


— Was jetzt nicht getragen wird, wirkt trotzdem.


Im Jetzt zeigt sich, ob Verantwortung übernommen wird oder ob sie im System zirkuliert.

Ob jemand spricht.
Oder ob Sprache fehlt.

Ob entschieden wird.
Oder ob gewartet wird, bis sich etwas von selbst klärt.


Viele Situationen sind nicht eindeutig.
Das ist kein Mangel.

Eindeutigkeit entsteht selten im Voraus.
Sie entsteht im Vollzug.

Verantwortung bedeutet, sich diesem Mangel nicht zu entziehen.


— Verantwortung ist keine Haltung.
— Sie ist eine Praxis.


Im Jetzt gibt es keine Absicherung.
Keine nachträgliche Korrektur dessen, was unterlassen wurde.

Es gibt nur die Möglichkeit, hinzusehen und zu handeln.

Oder wegzusehen und die Wirkung anderen zu überlassen.


Verantwortung im Jetzt ist leise.
Sie braucht keine Erklärung.
Kein Narrativ.
Keinen Beweis.

Sie zeigt sich darin, dass jemand bleibt.

Im Gespräch.
In der Entscheidung.
In der Spannung.


— Verantwortung zeigt sich nicht später.
— Sie zeigt sich jetzt.


Im Jetzt wird sichtbar, wer Verantwortung trägt.
Und wer sie weiterreicht.

Nicht als Schuldfrage.
Als Beobachtung.

Das Jetzt ist dabei kein Moment.
Es ist ein Zustand von Aufmerksamkeit.


Verantwortung im Jetzt bedeutet nicht, alles zu lösen.

Es bedeutet, den Ort der Entscheidung nicht zu verlassen.

Auch dann nicht, wenn es offen bleibt.


Kai Isemann

Ich wirke in lebendigen Systemen.
Nicht aus beobachtender Distanz, sondern von innen heraus.
Meine Impulse entstehen dort, wo Verantwortung tatsächlich getragen wird.
In Beziehungen, in Organisationen, in Übergängen.

Schreiben ist dabei keine Tätigkeit für sich.
Es ist eine Form der Übersetzung aus dem Mitwirken heraus.
Was hier sichtbar wird, ist nicht gedacht im Nachhinein.
Es ist wahrgenommen im Geschehen. 

Ohne Schuldzuweisung.
Ohne Heilsversprechen.


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