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regiocoin: Regionale Kaufkraft stärken – nachhaltige Leistungen sichtbar machen

Themenbereiche

Details

Projektlaufzeit

seit 2025

Region

Schweiz

Ort

St. Gallen (SG)

Auftrag

Entwicklung eines digitalen Vouchersystem für die RegioWert Community, das regionale Kaufkraft gezielt dorthin lenkt, wo ökologische, soziale und regionalökonomische Leistungen entstehen

Seilschaft

Tim Dann
Kai Isemann
Kristof Kreawinkels
Stefan Oppliger
Stephan Rudolph

Projektpartner

regiocoin: Regionale Kaufkraft stärken – nachhaltige Leistungen sichtbar machen

Der regiocoin ist eine digitale, an den Schweizer Franken gekoppelte Regionalwährung. Er wird entwickelt, um Kaufkraft in der Region zu halten, landwirtschaftliche Betriebe zu stärken und ökologische wie soziale Leistungen sichtbar zu machen und zu honorieren. Das System verbindet Konsum, Transparenz und Gemeinwohl und schafft damit eine skalierbare Alternative zu klassischen Förderinstrumenten.

Warum ein regiocoin?

Die Schweizer Ernährungswirtschaft befindet sich in einem strukturellen Ungleichgewicht. 

Kaufkraft fliesst in überregionale Wertschöpfungsketten ab
Betriebe erhalten kaum Anerkennung für ökologische und soziale Leistungen
Fördermittel wirken selten direkt in der realen Wirtschaft

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach regionalen, gesunden und ökologisch produzierten Lebensmitteln. Der regiocoin löst dieses Spannungsfeld auf, indem er Nachfrage, Förderung und messbare Leistung verbindet.

So funktioniert der regiocoin

Der regiocoin wird über eine Wallet-App genutzt. Konsumentinnen und Konsumenten können ihn direkt erwerben oder über Partner (Gemeinden, Krankenkassen, Stiftungen, Versicherungen) vergünstigt beziehen. Beispielsweise erhält ein Haushalt Coins im Wert von 100 Franken für 80 Franken. Der Bonus wird durch die Förderpartner finanziert.

Gezahlt wird per QR-Code, ähnlich wie bei TWINT. Betriebe können die Coins im Netzwerk weiterverwenden oder 1:1 in Schweizer Franken zurücktauschen. Beim Rücktausch fällt eine Einlösungsgebühr von 1,65 Prozent an, die zentrale Finanzierungsquelle des Systems.

Durch die Kopplung an AgriMetrix profitieren insbesondere jene Betriebe, die nachweislich Leistungen für Biodiversität, Klima und soziale Integration erbringen. Fördermittel werden damit wirksam, transparent und messbar. 

Wertschöpfung statt Subvention

Ein wesentlicher Vorteil des regiocoin ist die veränderte Logik der Förderung. 

Fördergelder werden zu Kaufkraft
Kaufkraft wird zu Konsum
Konsum wird zu Umsatz im landwirtschaftlichen Betrieb

Betriebe erleben Wertschätzung nicht als Subvention, sondern als Nachfrage. Konsumentinnen profitieren von vergünstigten Lebensmitteln. Förderpartner erhalten überprüfbare Wirkung statt abstrakter Zahlen.

Pilotregionen und Marktpotenzial

Die ersten beiden Pilotregionen sind Zimmerberg und Winterthur-Wyland. Gemeinsam verfügen sie über ein jährliches Lebensmittelmarktvolumen von 1,83 Milliarden Franken. Ziel ist, mittelfristig rund 1 Prozent davon über den regiocoin abzuwickeln; rund 18 Millionen Franken Umsatz pro Jahr.

Beide Regionen verfügen über:

starke ökologische Landwirtschaft
ausgeprägte zivilgesellschaftliche Netzwerke
wissenschaftliche Partner
hohe Sensibilität für regionale Versorgung und Resilienz

Der regiocoin wird in enger Kooperation mit ecoo, AGRIDEA, lokalen Betrieben, der RegioWert Treuhand AG und One Planet Lab (WWF) entwickelt. 

Finanzmodell und Skalierbarkeit

Die Einlösungsgebühr von 1,65 Prozent finanziert den Betrieb. Bei einem Umlaufvolumen von 18 Millionen Franken entstehen Einnahmen von rund 297’000 Franken pro Jahr. Damit lassen sich Personalkosten, AgriMetrix-Lizenzen, technische Infrastruktur und Kommunikation decken.

In den ersten beiden Jahren werden zusätzliche Mittel für den Community-Aufbau benötigt. Ab Jahr 3 trägt sich das System in der Pilotregion selbst.

National betrachtet liegt das Potenzial bei 600 Millionen Franken Umlaufvolumen, wenn 1 Prozent des Schweizer Lebensmittelmarktes über den RegioCoin fliesst. Das System würde damit schweizweit ohne Fördermittel funktionieren; mit jährlichen Überschüssen, die in Gemeinwohl und Innovation reinvestiert werden.

Wirkung auf Ökologie, Gesellschaft und Wirtschaft

Ökologisch
  • Mittel fliessen gezielt zu Betrieben mit messbaren Leistungen (über AgriMetrix).
  • Regenerative Praktiken werden ökonomisch belohnt.
Sozial
  • Regionale, gesunde Lebensmittel werden für breitere Bevölkerungsgruppen erschwinglich.
  • Die Wertschätzung landwirtschaftlicher Arbeit steigt sichtbar.
Regionalökonomisch
  • Die regionale Wertschöpfung nimmt zu.
  • Betriebe werden resilienter gegenüber volatilen Märkten.
  • Gemeinden, Unternehmen und Versicherungen erhalten ein wirksames CSR-Instrument.
Politisch
  • Fördermittel werden transparent, nachweisbar und effizient eingesetzt.
  • Gemeinden können perspektivisch Gebühren oder Dienstleistungen in Coins annehmen und damit die Wertschöpfungskette schliessen.

Governance und Partner

Trägerin des Projekts ist die RegioWert Treuhand AG, eine gemeinnützige Gesellschaft in Verantwortungseigentum. Sie verantwortet Governance, Infrastruktur und Integration in die RegioWert AG-Struktur.

Technischer Partner ist die ecoo-Plattform. Strategische Partner sind AGRIDEA, One Planet Lab, Zwibol, Gut Rheinau, Bungert Hof sowie weitere Betriebe und Organisationen in den Pilotregionen.

Für die Startphase wird ein Förderkonsortium aufgebaut, bestehend aus Stiftungen, Gemeinden und CSR-Partnern.

Zeitplan

Der Projektstart soll im vierten Quartal 2025 erfolgen. In dieser Phase werden die zentralen Partner gewonnen, die technischen und organisatorischen Grundlagen gelegt und die Community-Kampagnen vorbereitet. Im zweiten Quartal 2026 beginnt die Pilotphase in den Regionen Zimmerberg und Winterthur-Wyland. Während des gesamten Jahres 2026 liegt der Schwerpunkt auf dem Aufbau einer tragfähigen Nutzer- und Betriebscommunity, begleitet von laufender Kommunikation, Evaluation und technischen Optimierungen.

Im Jahr 2027 werden die Daten der Pilotphase ausgewertet und in regelmässigen Impact-Reports aufbereitet, sodass Förderpartner, Gemeinden und Betriebe transparente Einblicke in die entstehende Wertschöpfung erhalten. Ebenso beginnt die Skalierungsphase. Das System soll in weitere Regionen übertragen, an regionale Gegebenheiten angepasst und schrittweise in eine nationale Infrastruktur überführt werden, die ökologische, soziale und regionalökonomische Leistungen sichtbar macht und in Wert setzt.

regiocoin als Infrastruktur für territoriale Resilienz

Der regiocoin ist mehr als eine digitale Währung. Er ist Teil einer grösseren Architektur, in der Messung (AgriMetrix), Finanzierung (RegioWert AGs) und Vergütung (regiocoin) miteinander verbunden sind. Diese Kopplung schafft ein System, das Leistungen sichtbar macht, Wirkung steuerbar hält und Gemeinwohl ökonomisch tragfähig macht.


Kai Isemann

Mein Wahrnehmen folgt einer unkonventionellen kognitiven Architektur, die Muster früh erkennt und Zwischenräume ernst nimmt. Dieser Blick hat mich viele Jahre durch die Welt der Grossfinanz getragen. Dort wurde er zum Brennglas und ich begriff, wo Geld entsteht, wie es sich bewegt und wen es zurücklässt. Eine Einsicht, zugleich präzise und schmerzhaft.

Heute verbinde ich dieses Begreifen mit der Arbeit im Lebendigen. Die Bewirtschaftung eines syntropischen Agroforsts gibt meinen Analysen und Projekten Boden. Die Triple Bottom Line Methodik hält sie im Gleichgewicht von Ökologie, Gesellschaft und Wirtschaft, damit Entwicklung dort entsteht, wo gesundes Leben sie trägt.


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