Reallabore
Arbeit in komplexen Systemen braucht Anwendungsräume. Reallabore sind solche Räume.
Sie entstehen dort, wo bestehende Strukturen nicht mehr tragen.
Wo Entscheidungen nicht delegierbar sind.
Wo Verantwortung übernommen werden muss.
— Reallabore entstehen nicht im Entwurf.
— Sie entstehen im Vollzug.
— Dort, wo Entscheidungen nicht delegierbar sind.
In Reallaboren wird nichts simuliert.
Ökologische Spannungen wirken unmittelbar.
Soziale ebenso.
Ökonomische auch.
Entscheidungen haben Konsequenzen.
Reallabore werden nicht erklärt.
Sie werden durch Anwendung lesbar.
— Nicht jede Fragestellung eignet sich für ein Reallabor.
— Aber jede Reallabor-Arbeit beginnt mit einer realen Spannung.
Im Zentrum steht nicht die behauptete Wirkung.
Im Zentrum steht die erbrachte Leistung.
Leistungen werden sichtbar gemacht.
Sie werden übersetzt.
Sie werden gemeinsam eingeordnet.
Übersetzung ist dabei selbst die Arbeit.
Zwischen Praxis, Kapital, Governance und Sprache entstehen Spannungen.
Sie werden nicht aufgelöst.
Sie werden lesbar gemacht.
— Verdichtung passiert nicht nur im Denken.
— Sie zeigt sich im Handeln.
Reallabore haben einen Anfang.
Eine Phase intensiver Anwendung.
Und einen Abschluss.
Abschluss bedeutet nicht Ende.
Abschluss bedeutet Übergang.
Nicht jedes Reallabor führt zu Erfolg.
Manche klären, was nicht trägt.
Auch das gehört zur Arbeit.
Die hier versammelten Reallabore wirken auf unterschiedlichen Ebenen.
Betrieblich.
Regional.
Systemisch.
Sie unterscheiden sich in Dauer und Reichweite.
Nicht in Haltung.
— Verantwortung ist kein Versprechen.
— Sie ist eine Praxis.





