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Die Welt der mehrdimensionalen Transformation 

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Unsere Welt dreht sich immer schneller, und viele Menschen sehnen sich nach einem stabilen Fundament, das ihnen Halt gibt. Immer deutlicher wird, dass dieses Fundament nicht im wirtschaftlichen Erfolg liegt – eine Erkenntnis, die auch unsere einigermassen verwöhnte Gesellschaft zunehmend erreicht. Besonders hochsensible und neurodiverse Menschen, von denen es immer mehr zu geben scheint, stehen vor der Herausforderung, die immer höher schwingenden Frequenzen ihrer Umgebung intensiver wahrzunehmen und zu verarbeiten. Doch ist es wirklich eine „neue“ Diagnose, die diese Empfindungen verstärkt, oder ist es vielmehr die beschleunigte Dynamik des Grossen Ganzen, die uns alle erfasst? Vielleicht ist es gar nicht das Individuum, das sich verändert, sondern die Welt, die aus dem Gleichgewicht gerät. Wie auch immer die Ursache gelagert ist – die Natur bleibt ein Raum, in dem wir uns erden, verwurzeln und mit dem Leben selbst in Einklang kommen können.

Die heilende Kraft der Natur – aus eigener Erfahrung

Als eben solch ein neurodiverser Mensch – und ehemaliger Banker – habe ich erfahren dürfen, wie befreiend und belebend es ist, mit der Erde und mit Tieren, mit dem Lebendigen, Nährenden und Heilenden zu arbeiten. Die intensive Wahrnehmung der kleinsten Nuancen, die viele als überfordernd empfinden, kann – wenn sie gut ausgerichtet wird – zu einer Quelle tiefer Erkenntnis werden. Wenn die Hände, die vor wenigen Jahren noch Auditberichte verfassten, in der Erde wühlen, wenn das Summen der Insekten mit dem Rauschen der Blätter verschmilzt, wenn die Vögel in ihren Singsang einstimmen und das Reh mit mir die Beeren, das Eichhörnchen mit mir die Nüsse teilt, dann entsteht ein Moment der Klarheit. Wahrhaftigkeit ist angesagt.

Ich habe gelernt, dass wir durch achtsame Naturverbundenheit Grösseres begreifen können. Das gilt nicht nur für neurodiverse Menschen, sondern für alle, die ihre Verbindung zur Welt, zur Gesellschaft, zum Leben verloren haben. In der Natur, beim Erspüren der Erde unter den Fingern und dem Beobachten der Tiere, erkennen wir, dass wir Teil eines grösseren Netzwerks sind – eines Netzwerks, das uns trägt, nährt und unsere Wunden heilt.

Das Myzelium – ein Modell für die menschliche Verbundenheit

Unter unseren Füssen existiert ein komplexes Netzwerk, das die gesamte Natur miteinander verbindet: das Myzelium. Diese unterirdischen Pilzgeflechte sind nicht nur essenziell für das Wachstum von Pflanzen, sondern auch ein Symbol für das, was wir als Menschen verlernt haben: tiefe, nicht sichtbare Verbundenheit.

Wir sind nicht getrennt von diesem Netzwerk – wir sind Teil davon. Die Natur erinnert uns daran, dass wir uns über Wurzeln und Energien verbinden können, dass wir durch Achtsamkeit in Resonanz mit unserer Umgebung treten. In geführten Aufenthalten in der Natur kann dieser Prozess bewusst gemacht werden: Wenn wir uns dem Myzelium gleich als Teil eines harmonischen Systems begreifen, können wir neue Wege zur Heilung, zur Gemeinschaft und zur inneren Balance entdecken.

Erdung und Zentrierung als Grundlage der Transformation

Sich zu erden bedeutet, mit beiden Füssen fest auf dem Boden zu stehen – nicht nur physisch, sondern auch emotional und geistig. Dies ist besonders für hochsensible Menschen entscheidend, um sich nicht in den Strömen der Reizüberflutung zu verlieren. Dabei helfen einfache, aber kraftvolle Praktiken:

  • Barfussgehen: Direkter Kontakt mit der Erde aktiviert innere Ruhe und Stabilität.

  • Atemübungen: Tiefes, bewusstes Atmen verbindet uns mit dem Hier und Jetzt.

  • Aufenthalt im Wald: Der Wald ist ein Raum, in dem wir uns selbst begegnen können. Kein Witz!

Die Rolle der mehrdimensionalen Transformation beim Lösen von Paradoxien

Mehrdimensionale Transformation bedeutet, dass wir uns aus alten Denkmustern lösen und neue Perspektiven einnehmen. Neurodiverse Menschen bringen durch ihre Wahrnehmung oft eine einzigartige Fähigkeit mit, Widersprüche zu durchdringen und tieferliegende Zusammenhänge zu erkennen. Doch auch neurotypische Menschen, die sich ihrer inneren Wahrnehmung entfremdet haben, können durch achtsame Naturerfahrungen ihre eigene innere Weisheit wiederfinden.

Wenn wir beginnen, die Paradoxien des Lebens anzunehmen und aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, können wir sie als Tore zu neuen Möglichkeiten begreifen. Dies ist der Kern meines Wirkens: Menschen zu begleiten, die bereit sind, die hergebrachten Grenzen des Denkens zu überschreiten und neue Formen des Verstehens zu eröffnen.

Einladung zur bewussten Transformation

Wenn du den Wunsch verspürst, sich wieder tiefer mit der Natur, mit sich selbst und mit dem grösseren Ganzen zu verbinden, lade ich dich ein, diesen Weg gemeinsam mit mir zu gehen. Lass uns die Paradoxien des Lebens in Chancen verwandeln und entdecken, wie tief unsere Wurzeln wirklich reichen.


Kai Isemann

Mein Denken ist in der systemischen Finanzwelt gewachsen – tief analytisch, lösungsorientiert und geprägt von einem Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Heute begleite ich Menschen, Organisationen und Regionen in Transformationsprozessen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Strukturen in einen nachhaltigen Gleichklang bringen.

Eine grosse Freude an der Neurodiversität – an den unterschiedlichen Arten, die Welt zu denken und zu gestalten – fliesst ebenso in meine Arbeit, wie die Überzeugung, dass Vielfalt die Grundlage für Resilienz und Innovation ist. Weiterbildungen in permakultureller und syntropischer Landwirtschaft sowie die Bewirtschaftung eines eigenen Waldgartens ermöglichen es mir, agrarökologische Entwicklungen praxisnah zu gestalten und Theorie und Umsetzung sinnvoll zu verbinden.

Grundlage meines Handelns sind die Prinzipien der Triple Bottom Line: ökologisch tragfähig, sozial gerecht und wirtschaftlich tragend – mit dem Ziel, individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Resilienz gleichermassen zu fördern.


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Weitere Impulse aus meinem Universum

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Von Kulturlandschaften, Wirtschaft und dem Verweben von Mensch und Natur

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Was ist Landschaft?

Was bedeutet eigentlich «Landschaft»? Samtige Wiesen vor kantigen Felsen? Knorrige Weinreben in hügeliger Umgebung? Blühende Auen neben einem glitzernden Fluss? Unsere Vorstellung von Landschaft ist oft geprägt von Ästhetik, von Schönheit und Harmonie. Doch Landschaft ist mehr als nur ein Bild – sie ist ein dynamisches System, ein lebendiger Organismus, der sich aus natürlichen und menschlichen Einflüssen formt.

Im Europäischen Landschaftsübereinkommen aus dem Jahr 2000 wird Landschaft folgendermassen definiert:

«Landschaft ist ein vom Menschen als solches wahrgenommenes Gebiet, dessen Charakter das Ergebnis der Wirkung und Wechselwirkung von natürlichen und/oder menschlichen Faktoren ist.»

Diese Definition zeigt: Landschaft ist nicht statisch, sondern das Ergebnis eines Zusammenspiels von Geologie, Klima, Vegetation, tierischem Leben und menschlicher Nutzung. Sie umfasst sowohl wilde, unberührte Gebiete als auch intensiv genutzte Agrarlandschaften oder urbane Räume.

Landschaft ist unsere unmittelbare Lebensgrundlage. Sie liefert uns Nahrung, Wasser, Baustoffe, Inspiration und Erholungsräume. Doch wie gehen wir mit ihr um? Welche Verantwortung tragen wir für die Art und Weise, wie wir sie nutzen und gestalten?

Was ist Wirtschaft?

Der Begriff «Wirtschaft» stammt vom althochdeutschen «werki», was so viel wie «schaffen» bedeutet. Wirtschaft ist die Art und Weise, wie wir Ressourcen nutzen, Güter und Dienstleistungen produzieren und verteilen. Ursprünglich war Wirtschaft eng mit Haushalten und regionalen Kreisläufen verknüpft – sie diente dazu, die Grundbedürfnisse der Menschen zu sichern.

Heute jedoch basiert unser Wirtschaftssystem vielfach auf der Maximierung von Gewinn, oft ohne Rücksicht auf ökologische oder soziale Folgen. Ein klassisches Beispiel ist die industrielle Landwirtschaft, die kurzfristige Erträge steigert, aber oft auf Kosten der Bodenfruchtbarkeit, der Biodiversität und des Klimas geht.

Was ist Landwirtschaft?

Seit über 10.000 Jahren gestaltet der Mensch seine Landschaft – zu einem grossen Teil durch Landwirtschaft. Sie ist die älteste und wohl prägendste Form wirtschaftlicher Tätigkeit. Landwirtschaft ist weit mehr als nur Nahrungsmittelproduktion: Sie ist Landschaftsgestaltung, Kulturerbe, Biodiversitätsmanagement und Klimapolitik in einem.

Doch das gegenwärtige Landwirtschaftsmodell zeigt seine Grenzen. Wir sehen die negativen Folgen: Bodenverlust, Wasserverschmutzung, Erosion, Rückgang der Artenvielfalt und eine hohe Abhängigkeit von fossilen Energien und chemischen Düngemitteln. Die Frage ist also nicht, ob wir Landwirtschaft brauchen – sondern wie wir sie gestalten müssen, damit sie langfristig unsere Lebensgrundlagen erhält statt sie zu zerstören.

Das Verweben von Landschaft, Wirtschaft und Landwirtschaft

Wir müssen unsere Beziehung zur Landschaft neu denken! Landwirtschaft muss nicht nur Nahrung produzieren, sondern auch Böden aufbauen, Wasser speichern, Lebensräume schaffen und CO₂ binden. Hier setzt das Konzept der Kulturlandschaften an: eine Landwirtschaft, die nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und ökologische Werte schafft.

Wir brauchen eine Wirtschaft, die wieder eingebettet ist in natürliche Kreisläufe – eine Wirtschaft, die nicht nur finanziellen Profit misst, sondern auch ökologische Regeneration und soziale Teilhabe fördert.

Die 3BL-Methodik – ein ganzheitlicher Ansatz

Ein Modell, das all diese Aspekte verbindet, ist die Triple Bottom Line (3BL)-Methodik. Sie berücksichtigt nicht nur wirtschaftlichen Erfolg (Profit), sondern vorrangig ökologische Nachhaltigkeit (Planet) und soziale Gerechtigkeit (People).

Die Anwendung der 3BL-Methode in der Landwirtschaft bedeutet:

  • Planet: Ressourcen müssen so genutzt werden, dass sie sich regenerieren können – z. B. durch Humusaufbau, Diversifizierung von Anbausystemen oder wasserschonende Bewässerungsmethoden.

  • People: Landwirtschaft muss sozial inklusiv sein, faire Löhne sichern, Wissen weitergeben und Gemeinschaften stärken.

  • Profit: Landwirtschaft muss wirtschaftlich tragfähig sein, um Höfe langfristig zu erhalten.

Wenn wir Landschaft, Wirtschaft und Landwirtschaft wieder miteinander verweben, können wir Systeme schaffen, die für Mensch und Natur gleichermassen funktionieren.

Aus der Praxis

Ein beeindruckendes Beispiel für das Zusammenspiel von Landschaft, Landwirtschaft und Wirtschaft liefert das Syntropische Agroforstsystem von Ernst Götsch. Götsch hat in einer stark degradierten Landschaft durch regenerative Landwirtschaft einen üppigen, biodiverse Waldgarten geschaffen, der nicht nur hohe Erträge liefert, sondern auch Wasser speichert, CO₂ bindet und die Bodenfruchtbarkeit wiederherstellt. Seine Methode basiert auf der Erkenntnis, dass Landwirtschaft nicht zwangsläufig ein Nullsummenspiel sein muss – sie kann gleichzeitig Erträge erwirtschaften und ökologische Schäden rückgängig machen.

Die Landschaft der Zukunft

Die Vision von Kulturlandschaften ist der Ausgangspunkt eines neuen, zukunftsfähigen Verhältnisses zur Natur. Böden, Wasserkreisläufe, biologische Vielfalt und Produktion werden nicht getrennt betrachtet, sondern als ein ganzheitliches System verstanden. Die Kulturlandschaften der Zukunft sind:

  • Produktiv: Sie versorgen uns mit hochwertigen, gesunden Lebensmitteln.

  • Klimapositiv: Sie speichern CO₂ und stabilisieren das Klima.

  • Biodivers: Sie bieten Lebensräume für zahlreiche Arten.

  • Resilient: Sie trotzen Extremwetterereignissen und passen sich an Veränderungen an.

  • Ästhetisch: Sie inspirieren, erfreuen und bieten Erholungsräume für den Menschen.

Die sozialökologische Transformation

Die Herausforderung ist gross, aber es gibt bereits viele erprobte Ansätze für eine zukunftsfähige Landwirtschaft: Agrarökologie, Permakultur, Syntropische Landwirtschaft und Regenerative Landwirtschaft sind Methoden, die Produktion und Ökosystemregeneration in Einklang bringen.

Mein Ziel ist es, diese Praktiken zu verbinden und in das Bewusstsein von Landwirt:innen, Konsument:innen und anderen Akteuren zu rücken. Ich setze auf eine Symbiose von individuellem Handeln und dem Gesamtblick auf das Landwirtschafts- und Ernährungssystem.

Ich glaube daran, dass echte Veränderung nur möglich ist, wenn wir gemeinsam handeln. Kulturlandschaften müssen in die Mitte unserer Gesellschaft rücken – als Orte der Vielfalt, der Regeneration und der Zukunftsfähigkeit.

Bist du dabei?

Wenn dich diese Vision anspricht, lade ich dich ein, Teil dieser Bewegung zu werden. Teile deine Gedanken, vernetze dich mit Gleichgesinnten und lass uns gemeinsam neue Wege für eine lebenswerte Zukunft gestalten. Denn Kulturlandschaften sind nicht nur eine Idee – sie sind unser gemeinsames Erbe und unsere gemeinsame Zukunft.


Kai Isemann

Mein Denken ist in der systemischen Finanzwelt gewachsen – tief analytisch, lösungsorientiert und geprägt von einem Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Heute begleite ich Menschen, Organisationen und Regionen in Transformationsprozessen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Strukturen in einen nachhaltigen Gleichklang bringen.

Eine grosse Freude an der Neurodiversität – an den unterschiedlichen Arten, die Welt zu denken und zu gestalten – fliesst ebenso in meine Arbeit, wie die Überzeugung, dass Vielfalt die Grundlage für Resilienz und Innovation ist. Weiterbildungen in permakultureller und syntropischer Landwirtschaft sowie die Bewirtschaftung eines eigenen Waldgartens ermöglichen es mir, agrarökologische Entwicklungen praxisnah zu gestalten und Theorie und Umsetzung sinnvoll zu verbinden.

Grundlage meines Handelns sind die Prinzipien der Triple Bottom Line: ökologisch tragfähig, sozial gerecht und wirtschaftlich tragend – mit dem Ziel, individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Resilienz gleichermassen zu fördern.


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Krank? Oder einfach nur vielfältig?

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In der psychologischen Analyse werden Menschen häufig mit der Mehrheit verglichen – den „meisten Menschen“. Wer abweicht, gilt schnell als „krank“. Besonders Menschen aus dem Autismus-Spektrum oder mit ADHS erleben diesen Stempel oft hautnah. Dabei sehnen sich viele geradezu nach einer offiziellen Diagnose – nicht etwa, weil sie krank sein wollen, sondern weil sie in einer normierten Welt endlich einen Platz finden möchten, an dem sie verstanden werden.

Doch was wäre, wenn wir diese Sichtweise hinterfragen? Statt Defizite zu betonen, könnten wir die einzigartigen Fähigkeiten und Perspektiven von neurodivergenten Menschen als wertvolle Bereicherung für die Gesellschaft anerkennen. Denn was heute als „Störung“ gilt, war in anderen Zeiten oft ein evolutionärer Vorteil.

Seit diesem Jahr bin ich offiziell ein „Late Diagnosed“. Die Psychologie hat mich in die Kategorie ADHS/Asperger-Autismus eingeordnet. All die Jahre bisher habe ich mich irgendwie arrangiert – und war, wie auch mein Umfeld, blind dafür. Doch die Diagnose war nicht nur ein befreiender Moment. Vielmehr erlebte ich einen bürokratischen und medizinischen Spiessrutenlauf, bei dem ich mich fast wie ein Krimineller fühlte.

Der Diagnoseprozess als Hürde: Bürokratie statt Unterstützung

Die Diagnoseprozesse in der Schweiz – insbesondere bei der Invalidenversicherung (IV) – sind für viele Betroffene eine Tortur. Sie ziehen sich über Monate, manchmal Jahre, und setzen die Betroffenen einem immensen zusätzlichen Druck aus. Die IV ist mit der steigenden Anzahl neurodivergenter Diagnosen offensichtlich überfordert. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die bürokratischen Hürden für eine Anerkennung der Diagnose oft so hoch sind, dass viele Menschen trotz nachgewiesener Einschränkungen keine Unterstützung erhalten (Kraus 2022).

Ein Erfahrungsbericht eines Betroffenen zeigt, wie entwürdigend dieser Prozess sein kann:

„Ich musste mich vor der IV mehrfach rechtfertigen, warum ich Schwierigkeiten im Arbeitsleben habe. Ich habe Tests absolviert, Formulare ausgefüllt, Gutachten eingereicht – und trotzdem wurde meine Diagnose infrage gestellt. Ich wurde behandelt, als ob ich mir meine Probleme nur einbilde oder faul wäre.“

Dies ist kein Einzelfall. Studien aus der Sozialwissenschaft zeigen, dass Menschen mit unsichtbaren Behinderungen, insbesondere aus dem Autismus-Spektrum oder mit ADHS, systematisch benachteiligt werden (Schneider 2021). Die IV geht oft nach dem Prinzip „sehen ist glauben“ vor – wer nicht offensichtlich körperlich eingeschränkt ist, hat es schwer, ernst genommen zu werden.

Der evolutionäre Vorteil von Neurodivergenz

Die Vorstellung, dass Autismus oder ADHS reine „Störungen“ sind, ignoriert eine zentrale Frage: Warum haben sich diese Eigenschaften in der Evolution gehalten? Wären sie reine Defizite, hätten sie sich längst aus dem Genpool herausgefiltert. Stattdessen gibt es immer wieder neurodivergente Menschen – weil sie in bestimmten Kontexten für das Überleben der Menschheit von Vorteil waren.

Autismus und die Rolle der Spezialisten in frühen Gesellschaften

Anthropologen gehen davon aus, dass autistische Menschen in der Steinzeit eine wichtige Rolle spielten. Ihre Fähigkeit, sich über lange Zeiträume tief in spezifische Themen zu vertiefen, war essenziell für die Entwicklung neuer Technologien.

Ein Beispiel: In steinzeitlichen Gesellschaften brauchte man Experten, die sich intensiv mit Werkzeugherstellung beschäftigten. Während neurotypische Menschen möglicherweise nach kurzer Zeit das Interesse verloren, konnten neurodivergente Individuen stundenlang Feuerstein schleifen oder Jagdstrategien perfektionieren. Studien an traditionellen Jäger-und-Sammler-Gesellschaften zeigen, dass Menschen mit autistischen Zügen oft als „Wissenshüter“ oder „Handwerksmeister“ geschätzt wurden (Spikins 2018).

ADHS als Vorteil für Jäger und Entdecker

ADHS wird oft mit „Konzentrationsschwierigkeiten“ und „Impulsivität“ in Verbindung gebracht. Doch was wäre, wenn genau diese Eigenschaften unsere Vorfahren überleben liessen?

ADHS steht mit einer erhöhten Dopaminverarbeitung im Gehirn in Verbindung – was bedeutet, dass Menschen mit ADHS besonders wachsam, reaktionsschnell und abenteuerlustig sind. In nomadischen Gesellschaften war das ein Vorteil: Jäger mussten blitzschnell auf Bewegungen reagieren, Entdecker mussten bereit sein, Risiken einzugehen. Untersuchungen an indigenen Völkern zeigen, dass Menschen mit ADHS häufiger in Gruppen von Nomaden vorkommen, während sesshafte Gesellschaften niedrigere Raten aufweisen (Eisenberg 2008).

Kurz gesagt: Das, was heute in einem Büro als „Unruhe“ wahrgenommen wird, war in der Wildnis überlebenswichtig!

Hohe Sensibilität als Frühwarnsystem

Neurodivergente Menschen reagieren oft empfindlicher auf Geräusche, Licht oder zwischenmenschliche Spannungen. Dies wird oft als Belastung gesehen – dabei war es in früheren Zeiten ein wichtiger Schutzmechanismus.

Stellen wir uns eine prähistorische Dorfgemeinschaft vor: Während die meisten Menschen schliefen oder sich entspannten, bemerkte eine autistische Person subtile Veränderungen in der Umgebung – etwa das Geräusch eines heranschleichenden Raubtiers oder Anzeichen eines Wetterumschwungs. Ihr „Hyperfokus“ konnte die Gemeinschaft vor Gefahr warnen.

Diese Hypothese wird durch Studien zu Hochsensibilität gestützt: Hochsensitive Menschen haben eine aktivere Amygdala, das Zentrum für Gefahrenwahrnehmung im Gehirn (Aron 2010). Früher ein evolutionärer Vorteil – heute gerne missverstanden.

Ist „Normalität“ wirklich die Norm?

Die Definition von „Normalität“ ist eine Frage der Perspektive. Wer legt fest, was „gesund“ ist und was nicht? Menschen im Autismus-Spektrum haben oft ausgeprägte sensorische Fähigkeiten, tiefgehende analytische Denkweisen und eine hohe Detailgenauigkeit – Eigenschaften, die in vielen Berufen von Vorteil sein können. Doch weil ihre Reaktionen nicht der Norm entsprechen, werden sie ausgegrenzt statt gefördert.

Ein weiteres Beispiel eines Betroffenen:

„Ich habe jahrelang Masking betrieben – mich verstellt, angepasst, meine wahren Reaktionen unterdrückt. Nach meiner Diagnose dachte ich, es wird besser. Doch stattdessen kam die nächste Herausforderung: Ich wurde als ‚Problemfall‘ abgestempelt, bekam Medikamente aufgedrängt und wurde belächelt, wenn ich meine Bedürfnisse äusserte.“

Doch was, wenn wir neurodivergente Menschen nicht als „abweichend“, sondern als Teil eines breiten Spektrums menschlicher Vielfalt anerkennen würden? Studien belegen, dass neurodiverse Teams in Unternehmen kreativer und leistungsfähiger sind (Austin & Pisano 2017). Die Gesellschaft hätte also nichts zu verlieren – im Gegenteil, sie würde profitieren.

Ein Plädoyer für einen Paradigmenwechsel

Statt Menschen aus dem Autismus-Spektrum oder mit ADHS als „krank“ zu stigmatisieren, sollten wir ihre Stärken anerkennen. Sie können Frühwarnsysteme für gesellschaftliche Probleme sein, sie bringen neue Perspektiven ein und sie hinterfragen unreflektierte Normen.

Doch dafür braucht es ein System, das sie unterstützt – nicht eines, das sie durch bürokratische Mühlen zermalmt. Die IV und andere Institutionen müssen lernen, neurodivergente Menschen nicht als Belastung, sondern als Bereicherung zu sehen.

Ich feiere hier und jetzt deine und meine Einzigartigkeit – denn Vielfalt ist kein Fehler, sondern eine Stärke.


Kai Isemann

Mein Denken ist in der systemischen Finanzwelt gewachsen – tief analytisch, lösungsorientiert und geprägt von einem Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Heute begleite ich Menschen, Organisationen und Regionen in Transformationsprozessen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Strukturen in einen nachhaltigen Gleichklang bringen.

Eine grosse Freude an der Neurodiversität – an den unterschiedlichen Arten, die Welt zu denken und zu gestalten – fliesst ebenso in meine Arbeit, wie die Überzeugung, dass Vielfalt die Grundlage für Resilienz und Innovation ist. Weiterbildungen in permakultureller und syntropischer Landwirtschaft sowie die Bewirtschaftung eines eigenen Waldgartens ermöglichen es mir, agrarökologische Entwicklungen praxisnah zu gestalten und Theorie und Umsetzung sinnvoll zu verbinden.

Grundlage meines Handelns sind die Prinzipien der Triple Bottom Line: ökologisch tragfähig, sozial gerecht und wirtschaftlich tragend – mit dem Ziel, individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Resilienz gleichermassen zu fördern.


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Es ist nie zu spät, das zu werden, was wir hätten sein können

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Vertraue auf deine innere Stimme, deine Impulse! Eigentlich immer; und ganz besonders, wenn die «dir meisten Menschen» etwas einreden wollen, das diesen intrinsischen Impulsen widerspricht. Es sind nicht unmittelbar die Menschen, die dir widersprechen, es ist der Organismus, den wir uns geschaffen haben. Dieser hat sein Eigenleben und eine Zielsetzung, die tatsächlich «den meisten Menschen» in ihrem innersten Werteverständnis widerspricht. 

In einer Gesellschaft, die uns ständig vorgibt, wie wir sein sollen und was wir tun sollen, kann es schwierig werden, die ureigene innere Stimme noch zu hören; überhaupt noch hören zu wollen. Zu schwierig sind die Auseinandersetzungen, zu gross die Lücken. 

Es ist an der Zeit, sich von diesen Fesseln zu befreien und sich selbst treu zu bleiben (oder zu werden). Wer gibt vor, was richtig oder falsch ist? Und aus welchen Beweggründen? Wer sagt uns, dass wir unsere scharfe Sensorik aufgeben und Visionen nicht beachten sollen, uns besser in ein unbequemes Raster drücken lassen sollen? Und wer sagt, dass der Mensch ab 50 nicht mehr leistungsfähig genug für das System sein kann? Was ist das für ein Regelwerk, dem wir uns hier scheinbar ohnmächtig ergeben?

Die Wahrheit ist, dass unsere innerste Stimme uns oft den Weg zu unserem wahren Potenzial zeigt. Es ist nie zu spät, das zu werden, was wir hätten sein können. George Eliot hatte es gut getroffen mit diesen Worten. Es ist an der Zeit, nicht mehr blind auf die Gesellschaft (die meisten Menschen) zu hören, sondern auf sich selbst.

Vielleicht hast du es auch schon einmal erlebt, wie es ist, gegen den Strom zu schwimmen, gegen die Erwartungen anderer. Das mag anfangs unbequem sein. Schlussendlich ist es die Befreiung schlechthin, weil du dir selbst treu geblieben bist. Einmal erkannt, ist vieles möglich!

Es ist an der Zeit, den Mut zu haben, anders zu sein, auch wenn es bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen. Denn letztendlich sind es unsere eigenen Träume, unsere eigenen Leidenschaften und unsere eigene innere Stimme, die uns erfüllen und uns zu dem machen, was wir wirklich sein können. Die letzte Reflexion im Leben wird die mit sich selbst sein. Ich will mich dann anschauen und sagen können: Du bist deinen Weg gegangen! 

Unsere Welt ist extrem von Konformität geprägt. Und es ist schon einigermassen revolutionär, auf seine innere Stimme zu hören. Aber genau diese Revolution wird uns zu einer authentischeren und erfüllteren Version von uns selbst machen. 


Kai Isemann

Mein Denken ist in der systemischen Finanzwelt gewachsen – tief analytisch, lösungsorientiert und geprägt von einem Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Heute begleite ich Menschen, Organisationen und Regionen in Transformationsprozessen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Strukturen in einen nachhaltigen Gleichklang bringen.

Eine grosse Freude an der Neurodiversität – an den unterschiedlichen Arten, die Welt zu denken und zu gestalten – fliesst ebenso in meine Arbeit, wie die Überzeugung, dass Vielfalt die Grundlage für Resilienz und Innovation ist. Weiterbildungen in permakultureller und syntropischer Landwirtschaft sowie die Bewirtschaftung eines eigenen Waldgartens ermöglichen es mir, agrarökologische Entwicklungen praxisnah zu gestalten und Theorie und Umsetzung sinnvoll zu verbinden.

Grundlage meines Handelns sind die Prinzipien der Triple Bottom Line: ökologisch tragfähig, sozial gerecht und wirtschaftlich tragend – mit dem Ziel, individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Resilienz gleichermassen zu fördern.


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Beruf und Berufung in Gleichklang bringen – Ein transformatives Mentoring zur (beruflichen) Neuorientierung

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Stehst du an einem Scheideweg in deinem Berufsleben? Sehnst du dich nach einem erfüllteren und zielgerichteteren Wirken? Dann ist es vielleicht an der Zeit, sich auf eine transformative Reise der Selbsterkenntnis und beruflichen Neuorientierung zu begeben.

In der schnelllebigen Welt von heute kommt unserer Karriere eine immense Bedeutung zu. Sie prägt unser Selbstverständnis, bietet Möglichkeiten für Wachstum und Erfolg und hat einen grossen Einfluss auf unser allgemeines Glück und Wohlbefinden. Wenn du erwägst, dich beruflich neu zu orientieren, sei es aus freien Stücken oder aufgrund äusserer Faktoren, ist es nur natürlich, dass du dich unsicher fühlst, wie es weitergehen soll. Hier kommt mein transformatives Mentoring ins Feld. 

Als erfahrener Unternehmer und Coach mit einem Hintergrund in der Finanzbranche biete ich ein einzigartiges Programm an, das darauf ausgerichtet ist, Menschen durch den Prozess der beruflichen Neuorientierung zu führen. Auf der Grundlage meines Fachwissens und meiner Erfahrung in Unternehmensgründung, -leitung und -entwicklung sowie Weiterbildungen und Praktika, biete ich eine wissenschaftlich fundierte und selbsterfahrene Beratung, die auf deine spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Was mein Coaching sehr von anderen unterscheidet, ist der unkonventionelle und erlebnisorientierte Ansatz, den ich verfolge. Unsere gemeinsame Arbeit findet in der freien Natur, am Waldrand oder in Zusammenarbeit mit regenerativ bewirtschafteten Bauernhöfen in der ganzen Schweiz statt. Indem wir uns die natürliche Welt, von welcher wir Teil sind, zu eigen machen, nutzen wir die ihr innewohnende Weisheit und lassen uns von den Zyklen des Lebens inspirieren.

Durch eine Methodik, welche die Interaktion mit Boden, Pflanzen und Tieren umfasst, erschliessen wir neue Perspektiven und entwickeln ein tiefes Verständnis für unsere Verbundenheit mit der Umwelt, dem Grossen Ganzen. Die Arbeit im Boden, die Pflege von Tieren und die Beobachtung der Wunder der Natur dienen als kraftvolle Metaphern für unser eigenes persönliches und berufliches Wachstum.

Während unseres Austauschs tauchen wir tief in die Selbstreflexion ein und analysieren deinen beruflichen Werdegang, frühere Entscheidungen und die Lektionen, die du daraus gewonnen hast. Gemeinsam stellen wir uns deine ideale Zukunft vor, untersuchen, was beruflicher Erfolg für dich bedeutet, und erkunden die treibenden Kräfte hinter deinem Wunsch nach Veränderung. Dabei gehen wir sowohl auf interne als auch auf externe Faktoren ein, die deine Karriereentscheidungen beeinflussen können, z. B. das Streben nach einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben, finanzieller Sicherheit oder dem Streben nach neuen Herausforderungen.

Indem wir deine Leidenschaften, Stärken und Grenzen herausfinden, erstellen wir einen konkreten Aktionsplan, der deine berufliche Neuorientierung erleichtert. Ich ermutige dich, zu experimentieren, dich auf Veränderungen einzulassen und kalkulierte Risiken einzugehen. Auf diesem Weg stellen wir konventionelle Denkmuster in Frage und fördern eine Denkweise, die neue Ideen und Möglichkeiten willkommen heisst.

Denke daran, dass der Prozess der Neuentdeckung deines beruflichen Weges nicht nur ein intellektuelles Unterfangen ist. Er erfordert das Erleben und Umsetzen von Veränderungen. Während wir uns auf praktische Aktivitäten einlassen und in natürliche Umgebungen eintauchen, zapfen wir unsere ganzheitliche Gesundheit an und kultivieren ein tiefes Gefühl des Selbstbewusstseins.

Ich begleite ich dich gerne auf deinem Weg. Buche mich jetzt! 


Kai Isemann

Mein Denken ist in der systemischen Finanzwelt gewachsen – tief analytisch, lösungsorientiert und geprägt von einem Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Heute begleite ich Menschen, Organisationen und Regionen in Transformationsprozessen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Strukturen in einen nachhaltigen Gleichklang bringen.

Eine grosse Freude an der Neurodiversität – an den unterschiedlichen Arten, die Welt zu denken und zu gestalten – fliesst ebenso in meine Arbeit, wie die Überzeugung, dass Vielfalt die Grundlage für Resilienz und Innovation ist. Weiterbildungen in permakultureller und syntropischer Landwirtschaft sowie die Bewirtschaftung eines eigenen Waldgartens ermöglichen es mir, agrarökologische Entwicklungen praxisnah zu gestalten und Theorie und Umsetzung sinnvoll zu verbinden.

Grundlage meines Handelns sind die Prinzipien der Triple Bottom Line: ökologisch tragfähig, sozial gerecht und wirtschaftlich tragend – mit dem Ziel, individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Resilienz gleichermassen zu fördern.


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Was macht dein Leben lebenswert? Langfristig.

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Die Covid-Panik stellte erneut unter Beweis, wie gut die Natur für unser Wohlbefinden ist: Eine Studie nach der anderen belegt die psychologischen und physischen Vorteile der Verbindung mit der Natur.

Dennoch scheint unsere Brücke zur Natur heute schwächer denn je zu sein. Kann es wirklich sein, dass wir in einer Zeit leben, in welcher unsere Kinder mehr Pokémon-Figuren als Wildtierarten benennen können? 

Der Trend zur Verstädterung, welcher Naturräume verschlingt und die Menschen von der natürlichen Umgebung abschneidet, wird in der Regel als Erklärung für die schwindende Verbundenheit der Menschen mit der Natur herangezogen. Zudem unterliegen wir einem unsagbar schnellen technologischen Wandel. Indooraktivitäten und virtuelle Erholungsmöglichkeiten entfremden uns dann noch weiter von der Essenz des Lebens. 

Wir bauten unsere Städte auf Wäldern und vergassen dabei, dass wir ebenso zur Natur gehören wie alle anderen Arten auf dem Planeten. Unser Lebensraum ist nicht mehr ein natürlicher Lebensraum. Wir sehen die Natur nicht mehr als Teil unserer Identität an.

Die Natur ist das, was diesen Planeten am Leben erhält, also sollten wir sie auch explizit als eigenes Leben bezeichnen. Natur ist Leben, und wir sind Teil der Natur, leben nur, wenn sie lebt. 

Unser modernes Sein beruht auf Bequemlichkeit und Zweckmässigkeit. Umweltprobleme, die mit unserem Leben einhergehen, werden stark negiert. Zu schmerzhaft ist das eigene Spiegelbild. 

«Ich als einzelne Person kann ja sowieso nichts ändern.» heisst es oft, um ein offensichtliches Fehlverhalten zu rechtfertigen. Ich nehme mich da nicht aus. Und dann erschlägt mich immer wieder die Erkenntnis: Ist es in Wirklichkeit nicht doch nur eine Ausrede für unseren Unwillen, den Schmerz der Besinnung zu ertragen? 

Das bringt mich zu der Frage: Was macht dein Leben lebenswert? Und zwar langfristig! Hast du schon eine Antwort? Falls nicht, begleite ich dich gerne beim Herausfinden. 


Kai Isemann

Mein Denken ist in der systemischen Finanzwelt gewachsen – tief analytisch, lösungsorientiert und geprägt von einem Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Heute begleite ich Menschen, Organisationen und Regionen in Transformationsprozessen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Strukturen in einen nachhaltigen Gleichklang bringen.

Eine grosse Freude an der Neurodiversität – an den unterschiedlichen Arten, die Welt zu denken und zu gestalten – fliesst ebenso in meine Arbeit, wie die Überzeugung, dass Vielfalt die Grundlage für Resilienz und Innovation ist. Weiterbildungen in permakultureller und syntropischer Landwirtschaft sowie die Bewirtschaftung eines eigenen Waldgartens ermöglichen es mir, agrarökologische Entwicklungen praxisnah zu gestalten und Theorie und Umsetzung sinnvoll zu verbinden.

Grundlage meines Handelns sind die Prinzipien der Triple Bottom Line: ökologisch tragfähig, sozial gerecht und wirtschaftlich tragend – mit dem Ziel, individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Resilienz gleichermassen zu fördern.


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Kreislaufwirtschaft – Wo stehen wir?

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In unserer derzeitigen Wirtschaft entnehmen wir der Erde Materialien, stellen daraus Produkte her und werfen sie schliesslich als Abfall wieder weg – ein linearer Prozess.

In einer Kreislaufwirtschaft hingegen verhindern wir, dass Abfall überhaupt erst produziert wird. Die Kreislaufwirtschaft basiert auf drei Grundsätzen, die vom Design bestimmt werden:

  • Eine Kreislaufwirtschaft entkoppelt die Wirtschaftstätigkeit vom Verbrauch endlicher Ressourcen. Sie ist ein widerstandsfähiges System, das gut für Unternehmen, Menschen und die Umwelt ist.
  • Globale Herausforderungen wie Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt, Abfall und Umweltverschmutzung werden angegangen.
  • Wir erkennen die Herausforderungen, die durch unseren “take-make-dispose”-Ansatz bei Produktion und Konsum entstehen. Die gewonnenen und verarbeiteten Materialien tragen etwa zur Hälfte der weltweiten CO2Emissionen bei. Die dabei entstehenden Abfälle fordern ihren Tribut von der Umwelt, inklusive der menschlichen Gesundheit.

Der Kreislaufwirtschaft werden bis 2030 wirtschaftliche Vorteile in Höhe von bis zu 4,5 Billionen USD zugeschrieben. Bis jetzt sind jedoch nur 8,6 % der Weltbevölkerung in die Kreislaufwirtschaft eingebunden. Das ist ungenügende und muss sich ändern! 

Weitere interessante Informationen findest du bei der Ellen MacArthur Foundation


Kai Isemann

Mein Denken ist in der systemischen Finanzwelt gewachsen – tief analytisch, lösungsorientiert und geprägt von einem Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Heute begleite ich Menschen, Organisationen und Regionen in Transformationsprozessen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Strukturen in einen nachhaltigen Gleichklang bringen.

Eine grosse Freude an der Neurodiversität – an den unterschiedlichen Arten, die Welt zu denken und zu gestalten – fliesst ebenso in meine Arbeit, wie die Überzeugung, dass Vielfalt die Grundlage für Resilienz und Innovation ist. Weiterbildungen in permakultureller und syntropischer Landwirtschaft sowie die Bewirtschaftung eines eigenen Waldgartens ermöglichen es mir, agrarökologische Entwicklungen praxisnah zu gestalten und Theorie und Umsetzung sinnvoll zu verbinden.

Grundlage meines Handelns sind die Prinzipien der Triple Bottom Line: ökologisch tragfähig, sozial gerecht und wirtschaftlich tragend – mit dem Ziel, individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Resilienz gleichermassen zu fördern.


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Von Randzonen, den natürlichen und den gesellschaftlichen

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Statistisch betrachtet erkranken mindestens 25 Prozent der Bevölkerung, also jeder Vierte, einmal im Leben an einer psychischen Störung, die einer Behandlung bedarf. Die Auslöser sind vielfältig und die Auswirkungen auf das private wie berufliche Leben können einschneidend sein. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl an Kontakt-, Kommunikations- und Interaktionsstörungen, welche sozial massiv einschränken können. Obwohl das Unterstützungsangebot in der Schweiz im internationalen Vergleich durchaus positiv auffällt, besteht eine immense gesellschaftliche Herausforderung darin, passende kreative Angebote für diese Bevölkerungsteile am Rand der Gesellschaft sicherzustellen und Betroffene zu integrieren.

In diesem Artikel möchten ich Betroffenen und Angehörigen, aber auch Ärzten, Einrichtungen, Verbänden und Verwaltungen Einblick in ein kreatives neues Angebot professioneller Beratung und Unterstützung aufzeigen. Er soll den Zugang zum Thema erleichtern, Möglichkeiten der Entlastung aufzeigen und bei der Suche nach passgenauen Angeboten unterstützen.

Der Verlauf einer psychischen Erkrankung wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Die Kenntnis neuer Hilfsangebote kann dazu beitragen, dass frühzeitig passgenaue Schritte zur Stabilisierung der eigenen Gesundheit sowie des beruflichen und sozialen Umfelds erfolgen können. Die hier aufgeführte Möglichkeit unterstützt einen kreativen Prozess in Abstimmung mit weiteren Angeboten.

Was ist eine Gesellschaft?

Ist sie eine Ansammlung von sozialen Riten und Sitten, die sich evolutionär zu der momentanen sozialen Struktur entwickelt hat? Oder ist sie etwas, das sich nicht als besser, aber als beständiger als andere Formen des Zusammenlebens erwiesen hat? Oder vielleicht ist eine Gesellschaft eine Ansammlung von Menschen, die genug Eigenschaften teilen, freiwillig oder gezwungenermassen, sodass sie als Teil einer Gruppe gelten? 

Die letztere Definition greift vielleicht nicht in den tiefen Sinn der Sache aber spiegelt die Realität wohl am besten: Bei einer Gesellschaft handelt es sich um eine geschlossene Gruppe von Menschen. 

Nun, um eine Gruppe definieren zu können, muss es auch Menschen geben, die nicht Teil dieser Klassifikation sind. In jeder existierenden Definition steckt die implizite Prämisse deren Negation. Im einfachsten Sinn definiert sich eine Gruppe durch die Nicht-Zugehörigkeit von anderen. Aber wie regelt eine Gesellschaft diese Exklusion, dieses Nicht-Dazugehören? 

Jede Gesellschaft hat Normen, intrinsische oder artifizielle. Menschen, die nicht in die Gesellschaft gehören oder von dieser gar ausgeschlossen werden, sind die Menschen, die den Normen der Gesellschaft nicht entsprechen. Seien diese Normen jetzt beeinflussbar: Schnurrbart, Kleidung, politische Meinung; oder nicht: Hautfarbe, Familie. Menschen werden oft auf einzelne Eigenschaften reduziert und abgetan. Weitere Dimensionen auf dieser unendlichen Klaviatur einer Persönlichkeit erkennen nur Wenige. 

Randzonen sind ein intrinsischer Teil von Gesellschaften. Es kann niemanden geben, der in eine Gesellschaft passt, wenn es niemanden gibt, der dies nicht tut.

Psychologen verwenden den Begriff “Sozialisierung”, um den Prozess zu bezeichnen, durch welchen Kinder dazu erzogen werden, so zu denken und zu handeln, wie es die Gesellschaft verlangt. Ein Mensch gilt als gut sozialisiert, wenn er an den Kodex seiner Gesellschaft glaubt und ihm gehorcht. 

Das Problem von heute liegt darin, dass unsere komplizierte Welt der globalen Wirtschaft und des bürokratisierten Zusammenlebens viele Regeln erfordert. So viele Regeln, dass jemand, der sich an alle Regeln halten würde, übersozialisiert und eindeutig neurotisch wäre. Solche Menschen gibt es durchaus, Menschen, die den Regeln, die sie umschwirren, nicht entkommen können und sich Phantasmen ausdenken müssen, um durch sie ihre Persönlichkeit auszuleben. Andere wiederum lehnen sich gegen diese Regeln komplett auf. Die meisten verstehen aber wohl, dass man nicht allen Regeln gehorchen kann und gönnen sich selbst kleine Ausflüchte: Beneiden, wo man nicht beneiden sollte, versagen, wo man nicht versagen sollte, lügen, wo man nicht lügen sollte. Wie gewünscht, angepasst, mit ein paar ‘Imperfektionen’. 

Alle diese drei Gruppen erfahren ihre ganz eigenen Frustrationen, denn ein Leben in solch einer komplexen und grossen Gruppe ist nicht das, wofür uns unsere Geschichte und Biologie erschaffen hat. 

Aus dieser permanenten Frustration und sozialen Angespanntheit hat sich die heutige Gesellschaft entwickelt. Es fehlt uns vor allem anderen an der einfachen Kausalität und Autonomie von gestern, die unserem Leben einmal Sinn verliehen hat.

Wege, wie man seine menschlichen Bedürfnisse auslebt, ohne dass unser eigenes Gehirn unsere Mühen als abstrakte Zeitverschwenderei einstufen würde, gibt es wenige. Ist es ein Wunder, dass wir in einer zutiefst gestörten Gesellschaft leben und eine beachtliche Depressions-, Suizid- und Neurotiker-Rate haben? 

Auch für Menschen am Rand der Gesellschaft gibt es Verfahren, wie mit ihnen umzugehen ist. Es gibt für alles Verfahren. Und es gibt Therapien und Medikamente, viele Medikamente. Für was? Um uns besser parieren zu lassen? Uns wird dazu noch suggeriert, dass wir dankbar sein müssen für all diese Verfahren. Die Frage, die man sich erlauben darf ist, „Ist das System, welchem wir hier blind vertrauen, gut genug, um dafür dankbar sein zu müssen? 

Erlauben wir uns einen kleinen Ausflug durch den Diagnoseprozess der Psychologischen Universitätsklinik Zürich für Asperger-Autismus-dynamische Menschen – definitiv solche aus der Randzone.

Aufgrund traumatischer Erfahrungen in den Jahren 2018/2019 befand ich mich in psychotherapeutischer Behandlung und „auf dem Weg“ wurde mir eine ADHS/Asperger-dynamische Persönlichkeit «zugesprochen». 

Stell‘ dir also vor, du bist eine Person Ende Vierzig. Manchmal wirkst du ein wenig unkonzentriert. So warst du schon immer. In der Schule warst du eher schlecht als recht. Du entspricht oft nicht der „Norm“. Soziale Interaktionen sind nicht einfach. Freunde? Mangelware. In Themengebieten, in welchen du dich auskennst, hast du ein gewisses Charisma, was dich einigermassen erfolgreich durch das Leben begleitet. Dir gefällt irgendwie, wer du bist. Weil, am Ende des Tages kannst du ja schliesslich auch niemand sonst sein. So viel Erkenntnis hast du gewonnen. 

Das Leben läuft, abgesehen von einer tendenziell höheren Volatilität als „normal“, eigentlich ganz in Ordnung, bis du durch eine sehr schwierige Phase deines Lebens gehst. Traumatisiert, aber bereit dich wieder einzugliedern, suchst du nach professioneller Hilfe.

So wirklich verstanden fühlst du dich bei all den Gesprächen aber nicht. Du wechselst die Ansprechperson. Dann nochmals. Und nochmals. Nach zwei Jahren Wanderschaft durch viele Praxen findest du dich bei der PUK in Zürich wieder, mittendrin gleich neben dem Hauptbahnhof. Dir kommt der Impuls, dass man erwarten könnte, dass sich die Psychologische Universitätsklinik bei der Auswahl der Örtlichkeiten für ihre Profit Center ein wenig Gedanken gemacht hat. Was aber eben dieser Gedanke war, Menschen in der anfälligsten Phase ihres Lebens an einen Ort zu dirigieren, welcher an Reizüberflutung nur einem Flughafen hinterherhinkt, das erschliesst sich dir nicht. 

Dieser Diagnoseprozess verbleibt auch bei der nächsten Etappe eher mysteriös. Selbst nicht zu gross gewachsene Menschen dürfen sich demütig bückend unter einem massiven Sandstein-Türrahmen hindurchfügen. Für Menschengruppen mit tendenziell tiefem Selbstvertrauen und einer Übersensorik, eine mehr als symbolische Geste. Der Blick hebt sich wieder. Synthetische, abwaschbare Wände, die bereits in den 1980er Jahren zu grell waren, synthetischer Bodenbelag in anderer greller Couleur. Nun, du weisst hier schnell, wer du bist und was du bist. Und du willst eigentlich gar nicht hier sein. 

Etwas Seltsames zieht sich durch den gesamten Diagnoseprozess: „Die meisten Menschen tun dies oder das. Wie reagieren Sie in dieser Situation?“ hörst du ständig. Du wunderst dich: „Sollte ich mich wirklich blind an den meisten Menschen ausrichten? Wenn ja, wieso? Nur weil durch diese Norm eine gewisse soziale Akzeptanz möglich ist? Will ich diese überhaupt erreichen? Wenn ja, zu welchem Preis? Und wie gehe ich mit der Tatsache um, dass die meisten Menschen meist irren?“, was dieselben Promovierten an anderer Stelle belegen. In deinem Kopf echot die Stimme deiner Rechtsverdreherin: „Recht haben und Recht bekommen haben nichts miteinander zu tun. Der Unterschied liegt im Umfang Ihres Portemonnaies.“ Das schmerzt. Ist diese Tatsache doch der Grund für deinen aktuellen Status. 

Alles in allem hast du dich in den letzten Jahren mit über 20 Psychiatern, Psychoanalytikern, Psychotherapeuten etc. ausgetauscht. Deine Geschichte ist ebenso oft neu interpretiert und jedes Mal ergeht daraus eine ganz eigene, subjektive Diagnose, so sehr man auch versucht, alles in Rahmen und Kästchen zu packen. Glauben wir wirklich, dass wir dazu in der Lage sind, die Persönlichkeit eines Menschen zu lesen? Abschliessend? Offenbar lebet unsere Gesellschaft in diesem Glauben. Welche Erkenntnisse werden aus all diesen Gesprächen hergeleitet? Keine zwei gleichen Meinungen. Die subjektive Wahrnehmung der Welt des Verhörten und verschiedene Therapieansätze führen zu 20 verschiedenen Diagnosen. 

Und in diesem Fall, bei mir? ADHS/Asperger-dynamisch ja oder nein? Nun, ich kann es mir aussuchen, je nach dem wem ich mehr Glauben schenke. Manchmal so, manchmal so.  Tendenziell ist das System daran interessiert, einen beizubehalten. Die Rufe nach mehr Kliniken und mehr Arzneimittelzulassungen werden lauter. Klar. Diese Branche ist ein wichtiger Bestandteil des BIP (Bruttoinlandsprodukt) einer Gesellschaft. Und da die Wertungen sehr subjektiv sind, sind sie käuflich. Ein guter Markt. 

Der gesamte Prozess, von der Diagnose bis zur Behandlung, scheint kaum irgendwo dem Hypokratischen Eid zu dienen. Er ist eine Chronologie pathologischer Missverständnisse und vorhersehbarer Degradierungen. Wer nicht schon depressiv war, ist es gerne danach. Resultat: vergeudete Zeit und Energie, welche an anderer Stelle viel mehr bewirken könnte. In den meisten Fällen wird am Ende gerne Richtung Pharma verwiesen, Ritalin für die Kleinen, Concerta für die Grossen, dazu ein Antidepressivum? Hauptsache, ruhigstellen, sedieren, ins Abseits drücken. Was glauben wir damit erreichen zu können?  Essenz ist nicht die Erkenntnis, dass die natürliche Sensorik eines Menschen wertgeschätzt werden sollte, vielleicht sogar gepriesen. Nein, unsere Erkenntnis ist, dass Menschen mit mehr als nur einer singulären Bewusstseinsebene oder einer besonderen Sensorik ein gesellschaftliches Fehlprodukt sind, das zurechtgestutzt werden muss. Konformität. Zurück in die Normen. In eigenem Interesse, sagen sie. 

Als Aussenseiter zu leben ist bestimmt eine schwerere Bürde als Teil der Gesellschaft zu sein. Demnach ist es in individuellem Interesse, sich diesen Vorgaben und Therapien demütig zu unterwerfen, die farbenfrohen Pillen mit unaussprechlichen Namen zu nehmen und sich umzutraineren. Weil, man ist ja offenbar nicht normal. Es ist in gesellschaftlichem Interesse, ein System zu fördern, in welchem die individuellen Interessen des Einzelnen mit dem der Gesellschaft grossflächig übereinstimmen. 

Solche Therapie-Konzepte, all unsere Literatur, Lehren und Produkte unterliegen einem konstanten Evolutionsdruck. Tiere und Pflanzen auch. Und wir Menschen mit unseren Genen ebenso. Es überlebt nur das, was sich replizieren kann und in sich die Selbstzerstörung vermeidet. Für eine Gesellschaft bedeutet dies die Exklusion als Druckablassung. 

Und hier ist der Fehler: Sie tut dies nicht auf einer Basis, dass hieraus eine kreative Veränderung entstehen würde. Sie tut es mit dem Ansinnen, dass sich Menschen dafür schämen, nicht reinzupassen, ins System. Das führt zu einer grundsätzlich toxischen Beziehung zwischen “Normal” und “Randzone”. 

Vor allem die Technologie erlaubt es, den Menschen noch weiter zu strapazieren, immer weiter und weiter bis er nicht mehr kann oder darf. All das ist nichts anderes als eine allumfassende Taktik, um den inneren Zustand einer Person so zu verändern, dass er soziale Bedingungen zu tolerieren bereit ist, die er eigentlich als unerträglich empfinden würde.

Mein Fokus an dieser Stelle auf Randzonen begründet sich damit, dass ich glaube, dass es eben diese Menschen sind, welche die Möglichkeit haben, neu zu denken, Alternativen zum Ganzen zu finden, Missstände und Lösungen zu erkennen, welche Menschen, die im Gleichklang des Systems schwingen, nicht sehen/spüren/hören/fühlen können. 

Interessant ist die Beobachtung, dass es die Randzonen in der Natur sind, wo die massivste Entwicklung stattfindet. Genestet, gezeugt, gekämpft, gegessen, gekotet, gestorben und zu neuem, guten Boden geworden, das geschieht alles in der Randzone. 

Was wäre, wenn wir Randzonen-Menschen in diese natürlichen Randzonen zurückbringen würden? Begleitet und nah am Boden, der uns nährt und heilt. Anstatt dass wir aus den Randzonen flüchten, sollten wir beginnen, die Erfahrungen, welche darin zu machen sind, für uns zu nutzen.

Überhaupt als Menschen, egal ob in einer Randzone feststeckend oder nicht, sollten wir uns wieder mit unserer Autonomie und der Kausalität des Lebens in Verbindung setzen und versuchen die Bedürfnisfrustrationen abzubauen, die sich in unserer Gesellschaft so gerne in uns hineinschleichen. Wir leiden als Gesellschaft eben an einen Mangel von Autonomie und einfacher Kausalität, also ist es eben genau das, womit wir wieder Erfahrung gewinnen müssen, um uns wiederzufinden.

Die Überflieger, die falsch Diagnostizierten, die richtig Diagnostizierten, die Durchschnittlichen, Mütter, Onkel, Söhne, Töchter. Wir würden alle davon profitieren, die Einfachheit, die das Leben in sich birgt, mit unseren Händen wieder zu spüren. 

Wir können die Gesellschaft transformieren, müssen es sogar! Hierin sind wir uns wohl fast alle einig. Das werden wir nur zusammen mit Menschen aus der Randzone schaffen und ganz bestimmt nicht, solange wir gegen sie wirken. Veränderung wird stattfinden. Und sie wird aus der Randzone kommen. 

Wir alle sollten Feuerholz spalten oder uns um ein Tier kümmern oder einen Ursamen in einen guten, gesunden Boden drücken, diesen Boden pflegen und hüten und zusammen mit Pflanze und Tier den natürlichen Gleichklang des Universums erleben, in einer Symphonie von Summen und Zwitschern, bis hin zum Zelebrieren der Ernte. Wir sollten uns wieder in Verbindung mit dem bringen, was es überhaupt bedeutet, Mensch zu sein, Empathie, tiefste Befriedigung an einer heilen Natur, von welcher wir Teil sind, Harmonie, Bewegung, Liebe. 

Es gibt Orte, welche eben genau hierfür bestimmt sind und es gibt Menschen, die befähigt sind, diese Orte zu hüten und Geplagte aus der Randzone (oder solche, die sich wieder mit dem Leben verbinden wollen) begleiten können. 

Interessierst du dich für ein individuell zugeschnittenes Randzonen-Mentoring? Buche mich jetzt! 


Kai Isemann

Mein Denken ist in der systemischen Finanzwelt gewachsen – tief analytisch, lösungsorientiert und geprägt von einem Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Heute begleite ich Menschen, Organisationen und Regionen in Transformationsprozessen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Strukturen in einen nachhaltigen Gleichklang bringen.

Eine grosse Freude an der Neurodiversität – an den unterschiedlichen Arten, die Welt zu denken und zu gestalten – fliesst ebenso in meine Arbeit, wie die Überzeugung, dass Vielfalt die Grundlage für Resilienz und Innovation ist. Weiterbildungen in permakultureller und syntropischer Landwirtschaft sowie die Bewirtschaftung eines eigenen Waldgartens ermöglichen es mir, agrarökologische Entwicklungen praxisnah zu gestalten und Theorie und Umsetzung sinnvoll zu verbinden.

Grundlage meines Handelns sind die Prinzipien der Triple Bottom Line: ökologisch tragfähig, sozial gerecht und wirtschaftlich tragend – mit dem Ziel, individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Resilienz gleichermassen zu fördern.


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Weitere Impulse aus meinem Universum

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Neues Arbeiten. Wieviel Arbeitszeit und Lohn sind wirklich nötig?

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Im Berufsleben stehen wir täglich vor Herausforderungen und Fragen. Wann hast du dich das letzte Mal mit den folgenden Fragen auseinandergesetzt:

Zukunftsorientierte Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen setzen sich mit diesen und weiteren Fragen auseinander, und entwickeln so gemeinsam innovative Arbeitszeit- und Lohnmodelle. In diesem Beitrag werden zwei spannende Ansätze beschrieben und verglichen, einerseits das Bedarfslohnmodell und andererseits Arbeitszeitmodelle mit reduzierter Sollarbeitszeit bei gleichem Gehalt.

Der Think & Do Tank Dezentrum experimentiert mit einem Bedarfslohnmodell, welches für alle Partner:innen gilt. Erklärtes Ziel ist es, die Verantwortung möglichst gleich unter allen Partner:innen zu verteilen. Es soll verhindert werden, dass Verantwortlichkeiten kumuliert und finanziell abgegolten werden. In diesem Kontext ist das Modell folglich ein Versuch, die ansonsten verbreitete Verknüpfung von Verantwortung und Lohn zu lösen. Dieses Lohnmodell beinhaltet auch eine regelmässige Überprüfungsmöglichkeit der Bedürfnisse. Dies ist ein zentraler Unterschied zu anderen Lohnmodellen, bei denen automatische jährliche Erhöhungen üblich sind. Jährliche Lohnerhöhungen werden zur Gewohnheit, sie fördern eine Erwartungshaltung und damit einhergehend häufig auch eine Steigerung der Bedürfnisse.

Für die Akzeptanz dieses Modells ist eine wichtige Voraussetzung, dass alle Beteiligten damit einverstanden sind, dass Verantwortung ein zentraler Wert ist. Weiter ist eine Verständigung auf gemeinsame Werte und die gewünschte Unternehmenskultur nötig. Soll das Experiment gelingen, ist es wichtig, dass es keine Wertung der unterschiedlichen Bedürfnisse gibt. Der regelmässige Austausch über Bedürfnisse und Löhne fördert die Lohntransparenz und trägt dazu bei, diskriminierende Lohnunterschiede zu verhindern. Es regt alle Beteiligten dazu an, ihre eigenen Bedürfnisse im Kontext der Bedürfnisse der anderen Partner:innen zu reflektieren. Auch die wirtschaftliche Machbarkeit aller Löhne muss in die individuelle Bedarfsanalyse miteinfliessen. Eine grosse Herausforderung ist das Abwägen zwischen Bedarf und dem zu leistenden Pensum. Welche Faktoren beeinflussen die individuelle Entscheidung, ob zum Abdecken des eigenen Bedarfs ein höheres Pensum geleistet oder ein höherer Zusatzbedarf angegeben wird? Eine anspruchsvolle Frage für alle Beteiligten.

Das Bedarfslohnmodell ist ein innovativer Ansatz, der nicht nur für die direkt beteiligten Personen spannende Erfahrungen bringt, sondern potenziell aufschlussreiche Erkenntnisse für die Gesellschaft bringen könnte. Es wäre beispielsweise spannend zu beobachten, wie sich die individuellen Bedürfnisse langfristig über die Lebensabschnitte verändern und welche Lohnkurven sich dadurch ergeben.

Nicht nur der Lohn spielt eine wichtige Rolle, sondern auch die Arbeitszeit. In der jüngsten Geschichte der Menschheit wurde immer wieder die Frage gestellt, wie viel Arbeitszeit überhaupt notwendig ist. Durch technische Fortschritte, Effizienz- und Produktivitätssteigerungen hat sich die Sollarbeitszeit immer wieder reduziert. Die zunehmende Digitalisierung verspricht weitere Zeitersparnisse. Es stellt sich also einmal mehr die berechtigte Frage, ob die Sollarbeitszeit für alle Arbeitnehmenden gesenkt werden könnte und sollte. Einige wissenschaftliche Studien zeigen deutliche Vorteile auf, die eine allgemeine Reduktion der Arbeitszeit bringen könnte. Und auch das Beispiel einer Österreichischen Marketing-Agentur, welche die Sollarbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche gesenkt hat, liefert gute Argumente, die für eine Senkung sprechen. Die Vorteile beschränken sich dabei nicht nur auf die Arbeitnehmenden, auch die Arbeitgeber:innen steigern dadurch ihre Attraktivität.

Verschiedene Unternehmen weltweit und auch Verwaltungsabteilungen in mehreren Europäischen Staaten experimentieren erfolgreich mit kürzeren Arbeitszeiten bei vollem Gehalt. Sie berichten von gesteigerter Produktivität und effizienteren Arbeitsabläufe. Die begleitenden wissenschaftlichen Studien bestätigen die Ergebnisse aus der Praxis. Die Ergebnisse zeigen deutlich auf, dass Menschen nicht 8 Stunden pro Tag immerzu produktiv sind. Es ist eher so, dass die Aufgaben häufig an die verfügbare Arbeitszeit angepasst werden. Kürzere Arbeitszeiten können auch signifikant die Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeitenden steigern. Positive Auswirkungen sind besserer Schlaf, weniger körperliche Beschwerden, weniger Stress und folglich insgesamt weniger Krankheitstage.

Eine tiefere Sollarbeitszeit für alle leistet auch einen wichtigen Beitrag zu Gleichstellung der Geschlechter. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeitpensen als Männer und leisten neben dem Job mehr unbezahlte Fürsorgearbeit. Die Reduktion der Arbeitszeit für alle fördert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Bei kürzerer Vollzeit könnten Frauen mehr bezahlte Arbeit leisten und Männer sich mehr in Haushalt und Familie einbringen.

Neben diesen Vorteilen gibt es auch potenzielle Nachteile zu bedenken. Die generelle Senkung der Arbeitszeit für alle berücksichtigt zum Beispiel nicht die individuelle Leistungsbereitschaft und –möglichkeit. Menschen, die gut und gerne 40 Stunden oder mehr pro Woche arbeiten wollen, empfinden eine solche Reduktion womöglich als Bevormundung. Als gewichtigster Nachteil werden meistens höhere Lohn- und Sozialkosten aufgeführt. Aus Sicht der Arbeitgeber:innen ist dies verständlicherweise ein zentraler Aspekt. Aus gesellschaftlicher Perspektive sieht die Rechnung jedoch etwas anders aus. Wird die Arbeitszeit pro Mitarbeiter:in reduziert, können mehr Mitarbeitende beschäftigt werden. Dies verhindert, dass einerseits Angestellte mit Arbeit überlastet werden, während gleichzeitig arbeitssuchende Menschen keine Anstellung finden. Das gesellschaftliche Interesse sollte darin liegen zu verhindern, dass zunehmend wirtschaftliche Gewinne privatisiert und die Kosten verallgemeinert werden.

Ob Reduktion der Arbeitszeit oder Anpassung der Löhne an individuelle Bedürfnisse, beide Modelle stellen zentrale Fragen zur heutigen Arbeitswelt: Wie viel Lohn und wie viel Arbeitszeit sind wirklich nötig? Sie stellen auch die Frage, wie Löhne und Arbeitszeiten jeweils begründet werden. Beide Varianten orientieren sich an Bedürfnissen anstatt an Erwartungen, eine dringend notwendige Umkehr der heute vielerorts gängigen Praxis. Der Nutzen, den wir als Gesellschaft erwarten dürfen, ist bei beiden Modellen potenziell hoch.


Kai Isemann

Mein Denken ist in der systemischen Finanzwelt gewachsen – tief analytisch, lösungsorientiert und geprägt von einem Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Heute begleite ich Menschen, Organisationen und Regionen in Transformationsprozessen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Strukturen in einen nachhaltigen Gleichklang bringen.

Eine grosse Freude an der Neurodiversität – an den unterschiedlichen Arten, die Welt zu denken und zu gestalten – fliesst ebenso in meine Arbeit, wie die Überzeugung, dass Vielfalt die Grundlage für Resilienz und Innovation ist. Weiterbildungen in permakultureller und syntropischer Landwirtschaft sowie die Bewirtschaftung eines eigenen Waldgartens ermöglichen es mir, agrarökologische Entwicklungen praxisnah zu gestalten und Theorie und Umsetzung sinnvoll zu verbinden.

Grundlage meines Handelns sind die Prinzipien der Triple Bottom Line: ökologisch tragfähig, sozial gerecht und wirtschaftlich tragend – mit dem Ziel, individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Resilienz gleichermassen zu fördern.


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Weitere Impulse aus meinem Universum

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Moderne Sklaverei – Es ist nicht, was nicht sein darf.

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Wir schauen nicht gerne hin. Selbstkritik schmerzt. Lasst uns das heute einmal machen; ehrlich in den Spiegel schauen. 

Modern Slavery ist die schwere Ausbeutung anderer Menschen zum persönlichen oder kommerziellen Vorteil.  Moderne Sklaverei ist überall um uns herum, aber oft nur aus den Augenwinkeln erkennbar.

Die moderne Sklaverei hat viele Formen. Die häufigsten sind:

Die Anwendung von Gewalt, Drohungen oder Nötigung, um Menschen zu transportieren, anzuwerben oder zu beherbergen, um sie für Zwecke wie Zwangsprostitution, Arbeit, Kriminalität, Heirat oder Organentnahme auszubeuten.

Jede Arbeit oder Dienstleistung, zu der Menschen unter Androhung von Strafe und gegen ihren Willen gezwungen werden.

Die weltweit am meisten verbreitete Form der Sklaverei. Menschen, die in Armut gefangen sind, leihen sich Geld und werden gezwungen, zu arbeiten, um die Schulden zu begleichen, wobei sie die Kontrolle über ihre Arbeitsbedingungen und die Schulden verlieren.

Die traditionellste Form der Sklaverei, bei der Menschen als Eigentum behandelt werden und ihr “Sklaven”-Status über die mütterliche Linie weitergegeben wird.

Wenn ein Kind zum Vorteil eines anderen ausgebeutet wird. Dazu können Kinderhandel, Kindersoldaten, Kinderheirat und häusliche Kindersklaverei gehören.

Wenn jemand gegen seinen Willen verheiratet wird und die Ehe nicht verlassen kann. Die meisten Kinderheiraten können als Sklaverei betrachtet werden.

Finde heraus, wieviele Sklaven für dich arbeiten: Slavery Footprint

Möchtest du sicherstellen, dass diese Zahl für deinen eigenen Fussabdruck möglichst gering bleibt? Gerne helfe ich dir dabei, die richtigen Fragen an dich selbst zu richten.


Kai Isemann

Mein Denken ist in der systemischen Finanzwelt gewachsen – tief analytisch, lösungsorientiert und geprägt von einem Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Heute begleite ich Menschen, Organisationen und Regionen in Transformationsprozessen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Strukturen in einen nachhaltigen Gleichklang bringen.

Eine grosse Freude an der Neurodiversität – an den unterschiedlichen Arten, die Welt zu denken und zu gestalten – fliesst ebenso in meine Arbeit, wie die Überzeugung, dass Vielfalt die Grundlage für Resilienz und Innovation ist. Weiterbildungen in permakultureller und syntropischer Landwirtschaft sowie die Bewirtschaftung eines eigenen Waldgartens ermöglichen es mir, agrarökologische Entwicklungen praxisnah zu gestalten und Theorie und Umsetzung sinnvoll zu verbinden.

Grundlage meines Handelns sind die Prinzipien der Triple Bottom Line: ökologisch tragfähig, sozial gerecht und wirtschaftlich tragend – mit dem Ziel, individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Resilienz gleichermassen zu fördern.


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Weitere Impulse aus meinem Universum

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